(N)Iceland. Wie sich der Tourismus auf Island auswirkt


Hausarbeit, 2017
18 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

1 Vorwort

2 Wie sich der Tourismus auf die Insel auswirkt
2.1 Einwohner in der Minderzahl
2.2 Ansturm auf die Insel der Mythen und Sagen

3 Fazit

4 Quellenverzeichnis
4.1 Gedruckte Literatur
4.2 Internetquellen
4.3 Abbildungen

(N)Iceland 1

Wie sich der Tourismus auf Island auswirkt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten1

1 Vorwort

Reisen sind so alt wie die Menschheit selbst. So unterschiedlich die Beweggründe für eine Reise sein können, so unterschiedlich sind auch die Reiseziele der Menschen. Island ist dabei das touristenfreundlichste, und auch sicherste Land der Welt, was die jüngste Tourismus-Studie des Weltwirtschaftsforums ergeben hat.2,3

Die mit 103.001 km² größte Vulkaninsel der Erde liegt im Nordatlantik knapp unterhalb des Polarkreises am Rande der bewohnbaren Welt. Vor 20 Millionen Jahren aus unvorstellbaren Explosionen, Feuer und Rauch entstanden, ist sie das jüngste Land der Erde. Noch heute kann man ihr beim Entstehen zusehen. Ihre Landschaft wird noch immer neu geformt durch Feuer und Eis und bietet daher einzigartige Naturerlebnisse.

Island hat aber noch mehr zu bieten: Einen großen Schatz an Sagen, Mythen und Legendenliteratur, die eng mit der Natur, mit jedem Fluss, mit jedem Tal, mit jedem Berg des Landes verbunden ist und darüber hinaus ein farbenprächtiges Bild des mittelalterlichen Islands und ihrer einzigartigen Götterwelt vermittelt.

Diese lebendigen Geschichten und die mystische und einsame Natur tragen dazu bei, dass dieses Land so geheimnisvoll und anders ist. Darum erfreut es sich nicht nur bei Touristen wachsender Beliebtheit. Sich mit dieser Insel zu befassen empfinde ich als spannend, zudem birgt es eine Menge Überraschungen.

In der vorliegenden Arbeit begebe ich mich daher auf eine „literarische Reise durch Island“. Dabei soll anhand ausgesuchter Orte die Frage geklärt werden, inwieweit die steigenden Touristenzahlen sich negativ auf die Insel auswirken.

2 Wie sich der Tourismus auf die Insel auswirkt

2.1 Einwohner in der Minderzahl

Um die Folgen der ansteigenden Zahlen an Islandreisenden bewerten zu können, muss zunächst die Frage geklärt werden, wann und in welcher Zahl die ersten Besucher Island erreichten und wie sich diese Situation weiter entwickelte.

Island trat vergleichsweise spät als Reiseziel für Touristen ins Blickfeld. Erst im 20. Jahrhundert besuchten die ersten Reisenden die nordatlantische Insel, um Urlaub zu machen.4 Dies ist v.a. auf die unwirtliche Natur zurückzuführen, in der Reisende auf Schutz- und Versorgungseinrichtungen angewiesen waren. So hatten Islandreisen lange Zeit Expeditionscharakter. Sie verlangten den Reisenden intensive Vorbereitungen, Geld- und Zeitaufwand ab.

Zudem bedurfte es der Bereitschaft, auf jede Form der Bequemlichkeit zu verzichten. Entsprechend zählten zu den ersten Reisenden überwiegend Forscher und Geologen, die wegen der fantastischen Naturphänomene und der besonderen Vegetation auf die Insel kamen oder aber Geschäftsreisende und Abenteuer- lustige.5

Noch in den 1950er Jahren galt das Reisen in Island als fast unmöglich. Zu gleicher Zeit erfasste viele Deutsche eine Pferdebegeisterung. So waren die frühen Käufer von Islandpferden auch die ersten, die in größerer Zahl als Touristen auf die Insel kamen. Sie wollten die Heimat ihrer Tiere kennenlernen und weitere Pferde kaufen.6 Somit ist Island über die kleinen freundlichen Pferde zu einem Sehnsuchtsland der Deutschen geworden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Islandpferde7

Deutsche Touristen führen gemeinsam mit den Briten und US-Amerikanern die Statistik an, ein geringerer Anteil stammt aus der Schweiz und aus Österreich.8

1974 konnten Reisende erstmals die unberührte Insel auf einer ca. 1400 km langen Ringstraße umrunden, an der auch viele interessante Sehenswürdigkeiten liegen.9 Entsprechend verzeichnet Island durch Verbesserung der Infrastruktur und in anderen Bereichen seit den 80´er Jahren einen stetigen Anstieg an Touristen. So kamen zu Beginn der 90´er Jahre etwa 18.000 Reisende ins Land.10 Im Jahr 2000 wurde mit 303.000 ausländischen Touristen erstmals die Zahl der Einwohner des Landes übertroffen.

Seit Zusammenbruch des isländischen Bankensystems im Herbst 2008 mit nachfolgender tiefer Wirtschaftskrise und begleitet von einem rapiden Währungsverfall stellt der Tourismus heute eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige des Landes dar.11 Angelockt vom günstigen Preisniveau und der überwältigenden Naturkulisse strömen so viele Touristen ins Land wie nie zuvor. Weitere wurden angelockt durch die Werbekampagne „Inspired by Iceland“ der isländischen Tourismusbehörde.12 Nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 sollte sie für ein positives Image werben und Islands einmaligen und attraktiven Charakter herausstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull13

Der Doppeleffekt aus Wertverlust der isländischen Krone und Vulkanausbruch führte zu Rekordzahlen von Touristen. Für 2015 wurden erstmals eine Million Touristen erwartet.14 Das bedeutet, dass jährlich viermal mehr Reisende die Insel besuchen, als das Land Einwohner hat.15

Entsprechend bringt die Tourismusbranche dem Land heute mehr Devisen ein, als der Export von Fischereierzeugnissen und Aluminium.16 Die Wirtschaft, angekurbelt durch den Tourismus, wächst nunmehr das vierte Jahr in Folge, was sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt.17

2.2 Ansturm auf die Insel der Mythen und Sagen

So mystisch die Natur in Island, so mystisch auch ihre Bewohner: Elfen, Trolle und Feen. Der Glaube der Inselbewohner an übernatürliche Wesen hängt eng mit dem Glauben an die Naturkräfte zusammen. In einem Land, das von Packeis umgeben ist, in dem Vulkane ausbrechen, Ernten und Vieh durch Naturgewalten bedroht werden, brauchten die Menschen etwas, von dem sie träumen konnten. So wurden die Sagen und Geschichten, in denen die Hauptdarsteller oft Elfen sind, in Island von Generation zu Generation weitergegeben. Sie leben mit ihren geheimen Völkern, dem „Huduvolk“, in Steinformationen.18

Der Sage nach sind Elfen die Kinder der Nachfahren Evas, die noch nicht gewaschen waren, als Gott zu Besuch kam. Sie mussten deshalb versteckt werden und sind bis heute unsichtbar.19 Felsen und Hügel, in denen Elfen wohnen, genießen traditionell Schutz und werden vor Zerstörung bewahrt. Selbst beim Bau von Straßen nimmt man Rücksicht. Um Orte, an denen Elfenwohnungen vermutet werden, wird herumgebaut, oder man errichtet ein „Ersatzheim“.20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Kurvige Straße in Island21

Nicht nur die Inselbewohner selbst, auch viele Touristen glauben an die Existenz der “verborgenen Menschen“. Sie reisen nach Island, um in den Kontakt zu einem geheimen Wesen zu kommen. Zahlreiche Reiseveranstalter bieten heute entsprechende Themenreisen an, die die Natur des Landes und ihre bizarren Landschaften mit der Kultur verbinden. So lassen sich Reisende „auf die Spuren der nordischen Mythologie“ oder „auf die Spuren der Sagas“ mitnehmen. Viele von ihnen beginnen ihre Reise in Reykjavik. Hier haben sie die Möglichkeit, der einzigen Elfenschule der Welt einen Besuch abzustatten.22 Auch die Elfenbeauftragte Islands ist hier häufig anzutreffen, die für Interessierte Elfen-Touren anbietet.23

[...]


1 Photo by Ryan Richards on Unsplash

2 http://wow-air.de/magazine/blog/bei-reisen-nach-island-werden-touristen-besonders-herzlich-empfangen

3 Kessel, Christoph: Nächster Halt: Darjeeling Hauptbahnhof. Eine Weltreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, 2006, S. 33

4 http://blog.snaefell.de/2015/03/31/island-und-die-entwicklung-des-tourismus/

5 Schwarzbach, Prof. Dr. Martin: Island-Geologenfahrten in Island: Die Geologie Islands, 1983, S. 50ff

6 http://blogs.faz.net/tierleben/2011/10/15/die-ersten-touristen-kamen-der-pferde-wegen-80/

7 Abb. 1 (Photo by Charl van Rooy on https://unsplash.com/photos/O7zkyNkQ1lM)

8 http://www.mpg-trier.de/island/MPG12/files/agrarwirtschaft/tourismus.html

9 Barth, Sabine: Island, 2010, S. 77

10 http://www.mpg-trier.de/island/MPG12/files/agrarwirtschaft/tourismus.html

11 Lerner, Marion: Von der ödesten und traurigsten Gegend zur Insel der Träume, 2015, S. 8

12 Presser, Brandon/Bain, Carolyn/Parnell, Fran: Lonely Planet Reiseführer Island, 2013, S. 321

13 Abb. 2 (Photo by Marc Szeglat on https://unsplash.com/photos/8RmaJjapOEE)

14 Presser, Brandon/Bain, Carolyn/Parnell, Fran: Lonely Planet Reiseführer Island, 2013, S. 321

15 http://islandauftour.blogspot.de/2015/07/folgen-des-zunehmenden-tourismus-auf.html

16 Lerner, Marion: Von der ödesten und traurigsten Gegend zur Insel der Träume, 2015, S. 8

17 http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Island/Wirtschaft_node.html

18 Bjarnason, Brigitte: Auf den Spuren von Elfen und Trollen in Island. Sagen und Überlieferungen. Mit Reisetipps zu Islands Elfensiedlungen, 2013, S. 15

19 Bjarnason, Brigitte: Auf den Spuren von Elfen und Trollen in Island. Sagen und Überlieferungen. Mit Reisetipps zu Islands Elfensiedlungen, 2013, S. 14

20 Bjarnason, Brigitte: Auf den Spuren von Elfen und Trollen in Island. Sagen und Überlieferungen. Mit Reisetipps zu Islands Elfensiedlungen, 2013, S. 20

21 Abb 3 (Photo by Jeremy Bishop on https://unsplash.com/photos/wPKTJsihIYw)

22 Klüche, Hans/ Nowak, Christian: Baedeker Reiseführer Island, 2014, S. 240

23 Bjarnason, Brigitte: Auf den Spuren von Elfen und Trollen in Island. Sagen und Überlieferungen. Mit Reisetipps zu Islands Elfensiedlungen, 2013, S. 22

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
(N)Iceland. Wie sich der Tourismus auf Island auswirkt
Note
1,0
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V456945
ISBN (eBook)
9783668870796
ISBN (Buch)
9783668870802
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Island, Iceland, Islandpferd, Vulkane, Gletscher, Naturtourismus
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, (N)Iceland. Wie sich der Tourismus auf Island auswirkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456945

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