In dieser Hausarbeit wird die Geschichte der Bewusstseinsforschung in der allgemeinen Psychologie grob umrissen und ihre wichtigsten Vertreter werden strukturiert dargestellt.
Obwohl das Bewusstsein sehr schwer zu definieren ist, wurden schon viele Versuche unternommen dies zu tun. In dem Nachschlagewerk der Enzyklopädie von Brockhaus lautet die Beschreibung: "Bewusstsein ist die Beziehung des Ich auf einen äußeren oder inneren Gegenstand; das unmittelbare Wissen des Subjekts um geistige und seelische Zustände, die es erfährt; auch das Aufmerken auf einzelnen Erlebnisse".
Inhaltsverzeichnis
1 Historische Wurzeln der Bewusstseinsforschung
1.1 Begrifflichkeiten des Bewusstseins
1.2 Bedeutung von Bewusstsein in der Philosophie
1.3 Wie kam der Begriff Bewusstsein in die deutsche Sprache?
1.4 Bewusstsein in der Psychologie
1.5 Bewusstsein und Aufmerksamkeit
2 Das Zeitalter der wissenschaftlichen Psychologie beginnt
2.1 Biologische Psychologie
2.2 Psychodynamik
2.3 Behaviorismus
2.4 Kognitionspsychologie
2.5 Evolutionspsychologie
3 Global Workspace Theory
3.1 Global Workspace Theory nach Bernard Baars
3.2 Vergleich der Theorie mit dem Working Memory von Baddeley
3.3 Global Workspace Theory nach Dahaene & Naccache
4 Dual-Aspect Theory
4.1 Schlüsselaspekte des Bewusstseins und empirische Probleme
4.2 Dual-Aspect Theory nach Velmans
4.3 Folgen und Funktionen des Bewusstseins nach der Dual-Aspect Theory
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Bewusstseinsforschung von ihren philosophischen Anfängen bis hin zu modernen psychologischen Theorien. Ziel ist es, ein Verständnis für die verschiedenen Perspektiven auf das Bewusstsein zu schaffen und zwei zentrale, empirisch untermauerte Ansätze – die Global Workspace Theory und die Dual-Aspect Theory – kritisch gegenüberzustellen und in den Kontext der psychologischen Forschung einzuordnen.
- Philosophische Ursprünge und die historische Entwicklung des Bewusstseinsbegriffs
- Die Entstehung der wissenschaftlichen Psychologie und ihre verschiedenen Teildisziplinen
- Detaillierte Analyse der Global Workspace Theory nach Baars sowie Dahaene & Naccache
- Vergleich zwischen dem Arbeitsgedächtnismodell und Bewusstseinskonzepten
- Die Dual-Aspect Theory nach Velmans und ihre komplementären Perspektiven
Auszug aus dem Buch
1.1 Begrifflichkeiten des Bewusstseins
Obwohl, wie bereits erwähnt, das Bewusstsein sehr schwer zu definieren ist, wurden schon viele Versuche unternommen dies zu tun. In dem Nachschlagewerk der Enzyklopädie von Brockhaus lautet die Beschreibung: „Bewusstsein ist die Beziehung des Ich auf einen äußeren oder inneren Gegenstand; das unmittelbare Wissen des Subjekts um geistige und seelische Zustände, die es erfährt; auch das Aufmerken auf einzelnen Erlebnisse“ (Bewusstsein, zitiert nach Brockhaus, 2006, S.804). Im Duden findet sich die Beschreibung: „Die Gesamtheit aller jener psychischen Vorgänge, durch die sich der Mensch der Außenwelt und seiner selbst bewusst wird“ (Bewusstsein, zitiert nach Duden, 1993, S. 523). Bewusstsein ist mit Wachheit gleichzusetzen, d.h. ein Organismus hat dann Bewusstsein, wenn er Reize in seiner Umwelt wahrnimmt und unterscheiden kann (Lindsley, 1960, zitiert nach Schulz, 1978). Auf den Handlungsaspekt gerichtet, lässt es sich dann erkennen, wenn Ungewissheit beseitigt wird (Welford, 1958, zitiert nach Schulz, 1978). Dies beschreibt, dass alles was wir wahrnehmen oder erleben einen bestimmten Wie-es-ist-Charakter besitzt (Hübel, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Historische Wurzeln der Bewusstseinsforschung: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen und die philosophischen Anfänge der Bewusstseinsdebatte unter besonderer Berücksichtigung des Rationalismus.
2 Das Zeitalter der wissenschaftlichen Psychologie beginnt: Hier wird der Übergang zur wissenschaftlichen Psychologie skizziert, wobei die verschiedenen psychologischen Strömungen und deren Perspektiven auf das Bewusstsein aufgezeigt werden.
3 Global Workspace Theory: Dieses Kapitel behandelt die Theorie des globalen Arbeitsraumes, welche Bewusstsein als kognitiven Prozess betrachtet, bei dem Informationen auf einer Art Bühne für den Zugriff verfügbar gemacht werden.
4 Dual-Aspect Theory: Hier wird die Dual-Aspect Theory vorgestellt, die mentale Empfindungen und physische Gehirnprozesse als komplementäre Perspektiven desselben zugrunde liegenden Prozesses begreift.
5 Fazit: Das Kapitel reflektiert den aktuellen Stand der Bewusstseinsforschung und plädiert für einen interdisziplinären Ansatz, um die Lücke zwischen funktionalen Prozessen und subjektivem Erleben zu schließen.
Schlüsselwörter
Bewusstsein, Bewusstseinsforschung, Global Workspace Theory, Dual-Aspect Theory, Philosophie, Psychologie, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kognition, Arbeitsgedächtnis, Reduktionismus, Dualismus, Gehirnprozesse, Subjektivität, Empirie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Geschichte der Bewusstseinsforschung und diskutiert ausgewählte wissenschaftliche Modelle, die versuchen, das menschliche Bewusstsein zu erklären.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die philosophischen Grundlagen, die Entwicklung der wissenschaftlichen Psychologie, kognitionswissenschaftliche Modelle des Arbeitsraums sowie dualistische und monistische Theorieansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die strukturierte Zusammenfassung der historischen und theoretischen Konzepte des Bewusstseins, um dem Leser eine wissenschaftliche Einordnung aktueller Modelle zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf Basis bestehender psychologischer und philosophischer Quellen die Entwicklung und Ausprägung von Bewusstseinstheorien analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Global Workspace Theory nach Baars sowie Dahaene & Naccache und auf die Dual-Aspect Theory nach Velmans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bewusstsein, Kognition, Aufmerksamkeit, Global Workspace Theory und Dual-Aspect Theory charakterisiert.
Worin liegt der Unterschied zwischen Aufmerksamkeit und Bewusstsein laut Bernard Baars?
Baars verdeutlicht, dass Aufmerksamkeit den Zugang zur Wahrnehmung eines Objekts ermöglicht, während Bewusstsein notwendig ist, um diese Wahrnehmung erlebbar zu machen.
Warum betrachten Dahaene & Naccache Aufmerksamkeit als notwendige Vorbedingung?
Sie führen Studien zur unilateralen Extinktion an, bei denen Patienten Reize, denen sie keine Aufmerksamkeit schenken können, auch nicht bewusst wahrnehmen.
Wie erklärt die Dual-Aspect Theory das Verhältnis von Geist und Materie?
Sie betrachtet Geist und Materie als zwei Attribute einer einzigen Substanz, die aus unterschiedlichen Perspektiven (Erste-Person- vs. Dritte-Person-Perspektive) betrachtet werden.
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- Maria Schmidt-Deiss (Author), 2016, Die Geschichte der Bewusstseinsforschung in der allgemeinen Psychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457213