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Die Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Privatfernsehens

Titel: Die Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Privatfernsehens

Hausarbeit , 2004 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: M.A. Manuela Feldkamp (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklung des deutschen Rundfunks findet ihren Anfang im Jahre 1923. Damals wurden die von Heinrich Herz im Jahre 1887 entdeckten elektromagnetischen Schwingungen allerdings vornehmlich vom Militär im Bereich des See- und Küstenfunks genutzt. Dass der Rundfunk im Laufe der Entwicklung auch in Deutschland zum Massenmedium fungierte, ist dem Umstand zu verdanken, dass er in den USA und in Großbritannien großes Interesse hervorrief und sich somit als lukrative Einnahmequelle darstellte. Diesem Beispiel wollte deshalb auch die Reichspost als damalige Inhaberin der technischen Verfügungsgewalt folgen. Aufgrund mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten mussten aber private Gesellschaften beteiligt werden.
Bereits damals wurde das enorme Machtpotential dieses Mediums erkannt. Aus diesem Grunde wurde ein Punkt festgelegt, der neben der Frage, ob die Rundfunkhoheit dem Bund oder den Ländern zusteht, Streitpunkt nahezu aller Urteile des Bundesverfassungsgerichtes war: ob der Rundfunk in Deutschland als öffentliche Aufgabe der Allgemeinheit dienen muss und nicht der Erfüllung privater Interessen dienen darf.
Zunächst definierte sich der Rundfunk in der Bundesrepublik ausschließlich über das Radio. Das änderte sich, nachdem sich die Rundfunkanstalten der BRD im Jahre 1950 zur Arbeitsgemeinschaft der öffentlich - rechtlichen Rundfunkanstalten der BRD (ARD)zusammengeschlossen hatten. So gibt es seit 1954 ein Fernsehprogramm, welches von allen ARD-Landesrundfunkanstalten bundesweit ausgestrahlt wird. Nach der Erschließung neuer Frequenzen in den 50-er Jahren wurde das Fernsehangebot durch ein zweites Programm erweitert. An diesem Punkt setzte die Diskussion um die Einführung des privaten Rundfunks, der heutzutage wie selbstverständlich zum Programmangebot gehört, ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. 1961 – Das Fernsehurteil (BVerfGE 12,205)

1.1 Der Auslöser – Die Gründung der Deutschland-Fernsehen GmbH

1.2 Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

2. 1981 – Das FRAG-Urteil (BVerfGE 57, 295)

2.1 Die Ausgangssituation

2.2 Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

3. 1986 – Das Niedersachsen-Urteil (BVerfGE 73, 118)

3.1 Der Streitgegenstand: Das niedersächsische Landes-Rundfunkgesetz

3.2 Elemente der Grundversorgung

4. 1991 – Das Nordrhein-Westfalen-Urteil (BVerfGE 83, 283)

5. 1992 – Der Hessen-3-Beschluss (BVerfGE 87, 153)

6. 1994 – Das Rundfunkgebührenurteil (BVerfGE 90,60)

7. Weitere Urteile des Bundesverfassungsgerichts

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historischen und rechtlichen Weichenstellungen für das deutsche Rundfunksystem durch zentrale Urteile des Bundesverfassungsgerichts. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie diese richterlichen Entscheidungen die Entwicklung vom öffentlich-rechtlichen Monopol hin zum dualen Rundfunksystem und die Definition der Grundversorgung maßgeblich beeinflusst haben.

  • Entwicklung des dualen Rundfunksystems in Deutschland
  • Rechtliche Grundlagen der Grundversorgung
  • Die Rolle des Bundesverfassungsgerichts bei medienrechtlichen Streitigkeiten
  • Konfliktlinien zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern und privaten Anbietern
  • Finanzierungsfragen und verfassungsrechtliche Anforderungen an Rundfunkveranstalter

Auszug aus dem Buch

3.2 Elemente der Grundversorgung

Das Bundesverfassungsgericht entschied am 04.11.1986, dass das LRG Niedersachsens zwar in seinen Grundzügen mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dass einige Vorschriften allerdings nicht die Freiheit des Rundfunks in der Form gewährleisten, wie sie vom Grundgesetz gefordert wird. Als nicht verfassungsgemäß wurde § 15 des LRG beurteilt. Hier heißt es unter anderem „[...] Jedes nach § 2 zugelassene Programm muss als einzelnes den Anforderungen der Sätze 1 und 2 genügen, es sei denn, die Ausgewogenheit ist in Verbindung mit den anderen Programmen gewährleistet.“ (Niedersächsisches Landesrundfunkgesetz vom 23.05.1984)

Kritisiert wurde, dass hier nicht eindeutig festgelegt ist, wann eine „Verpflichtung zu interner Ausgewogenheit“ (Olenhusen, von 1988: 14) entfallen soll. Der Begriff ´Freiheit des Rundfunks´ wurde also nicht hinreichend beachtet. Dieser ist gemäß Artikel 5 Abs. 1 GG so zu verstehen, dass die Gewährleistung freier, individueller und öffentlicher Meinungsvielfalt durch eine entsprechende Grundversorgung gegeben ist. (Vgl. Hoffmann-Riem 1987: 662) Zunächst soll geklärt werden, welche Elemente vorhanden sein müssen, damit von Grundversorgung gesprochen werden kann.

„Die mit der ´Grundversorgung´ gestellte Aufgabe umfasst die essentiellen Funktionen des Rundfunks für die demokratische Ordnung wie für das kulturelle Leben. Insoweit ist es notwendig, die technischen, organisatorischen, personellen und finanziellen Vorbedingungen ihrer Erfüllung sicherzustellen.“ (BVerfGE 73,118)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung gibt einen historischen Abriss über die Entstehung des Rundfunks und leitet zur rechtlichen Problematik der Rundfunkhoheit sowie der Einführung des Privatfernsehens über.

1. 1961 – Das Fernsehurteil (BVerfGE 12,205): Dieses Kapitel beleuchtet das erste große Rundfunkurteil, das sich gegen die Gründung einer bundeseigenen Deutschland-Fernsehen GmbH richtete.

2. 1981 – Das FRAG-Urteil (BVerfGE 57, 295): Das Kapitel analysiert die wegweisende Entscheidung, die den privaten Rundfunk grundsätzlich für zulässig erklärte, sofern Meinungsvielfalt gewahrt bleibt.

3. 1986 – Das Niedersachsen-Urteil (BVerfGE 73, 118): Hier wird die Definition der Grundversorgung erarbeitet und geklärt, welche Anforderungen das Bundesverfassungsgericht an Rundfunkgesetze stellt.

4. 1991 – Das Nordrhein-Westfalen-Urteil (BVerfGE 83, 283): Dieses Kapitel widmet sich der rechtlichen Zulässigkeit des Zwei-Säulen-Modells für den lokalen Rundfunk.

5. 1992 – Der Hessen-3-Beschluss (BVerfGE 87, 153): Hier wird die Problematik der Mischfinanzierung durch Werbung bei öffentlich-rechtlichen Sendern behandelt.

6. 1994 – Das Rundfunkgebührenurteil (BVerfGE 90,60): Das Kapitel thematisiert die Unabhängigkeit der Rundfunkgebührenfestsetzung von politischer Einflussnahme.

7. Weitere Urteile des Bundesverfassungsgerichts: Dieser Abschnitt skizziert das Urteil zur EG-Fernsehrichtlinie und das Urteil zur Kurzberichterstattung.

8. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Entwicklung des Rundfunks zusammen und diskutiert aktuelle Debatten um Finanzierung und Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender.

Schlüsselwörter

Bundesverfassungsgericht, Rundfunk, Grundversorgung, Privatfernsehen, duales System, Rundfunkurteil, Meinungsvielfalt, Medienrecht, Rundfunkgebühren, ARD, Öffentlich-rechtlich, FRAG-Urteil, Artikel 5 GG, Programmauftrag, Rundfunkstaatsvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die rechtliche Entwicklung des deutschen Rundfunksystems durch die Analyse bedeutender Urteile des Bundesverfassungsgerichts von 1961 bis in die 1990er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Bund und Ländern in der Rundfunkhoheit, die Entstehung des dualen Systems sowie die rechtliche Definition der Grundversorgung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Rechtsprechung die Entwicklung des Privatfernsehens ermöglicht und gleichzeitig den öffentlich-rechtlichen Auftrag in einem dualen Rundfunksystem verfassungsrechtlich verankert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine chronologische Analyse von Urteilen des Bundesverfassungsgerichts sowie auf die Auswertung medienrechtlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Einzelkapitel, die spezifische Grundsatzentscheidungen wie das Fernsehurteil, das FRAG-Urteil und das Gebührenurteil detailliert beleuchten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Rundfunkfreiheit, Grundversorgung, duales Rundfunksystem und Meinungsvielfalt.

Welche Bedeutung kommt dem FRAG-Urteil zu?

Es markiert den entscheidenden Wendepunkt, da es den privaten Rundfunk prinzipiell zuließ, sofern das Gesamtsystem die Meinungsvielfalt garantiert.

Warum ist das Rundfunkgebührenurteil von 1994 heute noch relevant?

Es begründete ein neues, staatsfernes Verfahren zur Bedarfsermittlung, das aktuelle Debatten über Gebührenerhöhungen und Sparzwänge bei öffentlich-rechtlichen Sendern maßgeblich beeinflusst.

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Details

Titel
Die Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Privatfernsehens
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Medienrecht
Note
1,7
Autor
M.A. Manuela Feldkamp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V45730
ISBN (eBook)
9783638430838
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rundfunkurteile Bundesverfassungsgerichts Bedeutung Entwicklung Privatfernsehens Medienrecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Manuela Feldkamp (Autor:in), 2004, Die Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Privatfernsehens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45730
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