Wie pädagogisch sinnvoll sind Kinderzeitschriften? Formen und Anforderungen


Hausarbeit, 2018
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erscheinungsformen

3. Modelle von Kinderzeitschriften
3.1. Auflagenhöhe

4. Kinder-Medien-Studie

5. Pädagogische Anforderungen

6. Schülerzeitungen nach Korczak

7. Anwendung auf die Kinderzeitschrift „ Junior

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang.

1. Einleitung

Wenn man von Kinderzeitschriften spricht gibt es nicht unbedingt nur eine genaue Definition. Die Auswahl ist riesig und unübersichtlich. Es gibt viele verschiedene Formen und Inhalte, sinnvolle und weniger gute. Bestimmt kann sich jeder noch an eine Kinderzeitschrift erinnern, die er in seiner Kindheit gerne gelesen hat oder zumindest im Laden an welchen vorbei gelaufen ist.

Sie haben eine lange Tradition, denn ihren ersten Höhepunkt hatten sie im 18. Jahrhundert. Sie dienten dazu, die Kinder zu belehren, aber auch sie zu unterhalten. (vgl. Kaminski 2014, S.441) In dem großen Dschungel an Kinderzeitschriften ist es häufig schwierig, sich für die Richtige zu entscheiden. Kritiker behaupten, dass Kinder sich die Zeitschriften nur zu häufig wegen der Extras wie Spielzeugen oder ähnlichem aussuchen. Der Inhalt und das Thema der jeweiligen Zeitschriften, ist ihnen dabei völlig egal. Auch unpassende Werbung wird häufig kritisiert. (vgl. Schniebel 2016, 2. Abs.) Es wird sogar behauptet, dass die Kinderzeitschriften „pädagogisch schädlich und künstlerisch unmöglich seien“ (Kaminski 2014, S.441).

Doch was ist dran an diesen Behauptungen? Nicht alle Kinderzeitschriften sind wirklich gut für die Kinder, soviel steht fest. Doch welche Anforderungen müssen wirklich gute Kinderzeitschriften erfüllen? Können heutige Kinderzeitschriften diese erfüllen? Was für Formen gibt es? Worin unterscheiden sich diese? Wie sinnvoll sind Kinderzeitschriften im pädagogischen Hinblick? Mit diesen und weiteren Fragen werde ich mich in meiner Hausarbeit beschäftigen. Ich möchte herausfinden, welche Bedeutung Kinderzeitschriften heutzutage in der immer mehr digitalisierten Welt haben.

Zu Beginn werde ich verschiedene Erscheinungsformen von Kinderzeitschriften aufzeigen. Um eine Vorstellung von verschiedenen Kinderzeitschriften zu bekommen, werde ich einige Beispiel-Modelle aufzeigen. Hierbei wird deutlich, worauf die einzelnen Zeitschriften Wert legen und worin sie sich unterscheiden. Dazu werde ich außerdem die Auflagenhöhe einiger Zeitschriften präsentieren und mithilfe der Kinder-Medien-Studie einige Daten zum Thema Konsum in der digitalen Welt vorstellen. Anschließend arbeite ich pädagogische Anforderungen für gute Kinderzeitschriften heraus. Interessant dazu sind die Ausarbeitungen zu Schülerzeitungen von Janusz Korczak, die ich ebenfalls präsentieren möchte. Zum Schluss werde ich die vorgestellten Punkte auf eine aktuelle Kinderzeitschrift anwenden und werde so herausfinden, ob diese die Anforderungen einer guten Kinderzeitschrift erfüllt. In meinem Fazit werde ich die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen.

2. Erscheinungsformen

Es gibt eine Vielzahl von Zeitschriften für Kinder, die sich zum Teil stark voneinander unterscheiden. Zum einen gibt es die Unterteilung in kommerziellen und nichtkommerziellen Produkten. Zu den kommerziellen Blättern zählen beispielsweise Musikzeitschriften oder die Bravo. (vgl. Kaminski 2014, S.442)

Die Zeitschriften unterscheiden sich außerdem in ihren Orientierungen. Schulgebunden sind beispielsweise Zeitschriften wie Teddy oder die Flohkiste. Ein weltanschaulich-religiöses Beispiel wäre Pico. Andere Zeitschriften setzen ihre Orientierung eher auf die Politik (Dein Spiegel) oder auf die Umwelt und Tiere (Geolino). (vgl. ebd., S.442) Natürlich gibt es auch Schülerzeitungen, in denen die Kinder selber aktiv werden sollen und selber Texte und Artikel schreiben. Auch Comics werden heutzutage häufig unter Kinderzeitschriften geführt. Der wohl beliebteste Comic sind die Mickey-Maus-Comics (vgl. ebd., S.442).

Um die Erscheinungsformen der Kinderzeitschriften vor allem in ihren verschiedenen Themen deutlicher zu machen, folgen nun ein paar aktuelle Modelle von Kinderzeitschriften.

3. Modelle von Kinderzeitschriften

Es gibt verschiedene Schwerpunkte bei den Zeitschriften und jede soll eine andere Zielgruppe ansprechen. Dadurch können die Kinder selbst entscheiden, was sie interessiert und über was sie gerne mehr erfahren wollen. Eine Vielzahl an Kinderzeitschriften ähneln sich in verschiedenen Bereichen, haben aber auch gewisse Unterschiede. Im Folgenden werden ein paar Kinderzeitschriften vorgestellt.

Der Bunte Hund “ ist eine Zeitschrift für Kinder, die den Charakter einer künstlerisch anspruchsvollen Literaturzeitschrift haben wollte. Sie ähnelt einer Schülerzeitung, hat jedoch nicht nur informierende Sachtexte. Die Kinder sollten mit dieser Zeitschrift an Literatur herangeführt werden. Das pädagogische Anliegen der Autoren ist daher auch die Lese- und Literaturförderung. Seit 2008 ist „Der Bunte Hund“ jedoch nicht mehr auf dem Markt. (vgl. Kaminski 2014, S.445.446)

Das Magazin „ Geolino “ „ist eher auf die Umwelt heutiger Kinder gerichtet“ (ebd., S.446). Hierbei gibt es Stories und Fotos aus der ganzen Welt. Außerdem legt das Magazin Wert auf die Umwelterziehung, zum Beispiel der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen. Bei dieser Zeitschrift gibt es zwar Werbung, jedoch ist diese sorgsam ausgewählt. Es werden beispielsweise Büchertipps oder Kinofilmvorschläge gezeigt. Das Magazin „ National Geographic World “ ist ganz ähnlich aufgebaut wie „ Geolino “. Zusätzlich wird hier jedoch noch Englisches Grundwissen vermittelt. Beide Magazine besitzen außerdem eine Online-Website, auf der die Kinder Onlinespiele spielen, Bilder angucken, Texte aus den Heften lesen oder ähnliches können. Dadurch können sie die Themen und Aktionen aktiver miterleben und sich mehr damit beschäftigen. (vgl. ebd., S.446-447)

Die Zeitschrift „ Junior “ wird kostenlos über Geschäfte wie zum Beispiel der Apotheke vertrieben. Sie ist sehr vielseitig, denn es werden viele Themen und Bereiche angesprochen. Hier gibt es Themen zur Umwelt, Comics, Stars, Gesundheit, Tiere, Witze, Gewinnspiele, Filme und weitere. Auf die Qualität der Werbung wird stets Wert gelegt und immer auf die Kinder abgepasst. Auch dieses Magazin hat eine Website mit Spielen und einem Online-Shop, durch diese können die Kinder aktiv und sicher im Internet stöbern. Die Seite wird nämlich stets kontrolliert und bietet keine öffentlichen Chats an. Sie wollen einen möglichst hohen Sicherheitsstandard erreichen, doch dabei sollen ebenfalls die Eltern helfen, indem sie die Dauer des Websitebesuches ihres Kindes kontrollieren. (vgl. ebd., S.447-448)

Das Magazin „ Dein Spiegel “ ist eine Ausgabe für Kinder, die von den Machern von „ Der Spiegel “ produziert wird. Im Unterschied zu anderen Kinderzeitschriften legt diese einen politischen Schwerpunkt. Kindern sollen Themen wie Politik, Geschichte, Kultur, Wissen und Sport angemessen nähergebracht werden. Kinder recherchieren und bestimmen außerdem Themen für „ Dein Spiegel “ mit. (vgl. ebd., S.448)

Ein weiteres Kindermagazin ist „ Wendy “. Dies ist eine Zeitschrift für pferdebegeisterte Kinder. Sie zielt vor allem auf Mädchen ab, was durch bestimmte Inhalte, Farben oder Werbung deutlich wird. Die Zeitschrift beinhaltet alles rund ums Pferd. Es gibt Informationsseiten zu verschiedenen Pferderassen, einen großen Comic mit der Hauptfigur Wendy und eine Fotostory, die sich auch um Pferde dreht. Zudem gibt es Rätsel, Gewinnspiele, Poster oder Werbung für bestimmte Serien oder Kinofilme. Außerdem hat Wendy bereits eigene Hör- und Computerspiele und eine eigene TV-Serie. Einen Kinofilm soll es in nächster Zeit ebenfalls geben. Eine Online-Website hat die Zeitschrift auch mit vielen Spielen, noch mehr Comics und Pferdereportagen.

An den unterschiedlichen Themen, die die verschiedenen Magazine behandeln erkennt man, dass die Magazine auf spezielle Zielgruppen abgestimmt werden (vgl. Kurz 2000, S.4). Für Pferdebegeisterte Kinder gibt es beispielsweise Zeitschriften wie die Wendy, für Technikbegeisterte gibt es bestimmte Computer- oder Autozeitschriften. Es gibt eine riesen Auswahl an Zeitschriften mit den verschiedensten Themengebieten. Dadurch können die Kinder frei entscheiden, welche Themen sie am liebsten lesen und mehr darüber erfahren möchten.

Was außerdem deutlich wird ist, dass immer mehr Kinderzeitschriften auch Online-Seiten anbieten, in denen die Kinder die Themen aus der Zeitschrift noch einmal genauer anschauen können oder sich noch mehr Bilder oder auch Videos dazu angucken können. Dadurch bekommen sie die Möglichkeit, sich in dem Themenbereich, der sie interessiert, digital weiter zu informieren. Außerdem bieten sie häufig Online-Spiele oder Online-Shops an. Bei der Zeitschrift Wendy gibt es sogar bereits extra Hör- und Computerspiele oder auch eine TV-Serie. Sie haben somit noch mehr verschiedene Medien erweitert und bieten den Kindern noch mehr Konsummöglichkeiten. Daran erkennt man, dass die Zeitschriften sich der Zeit der Digitalisierung anpassen, ihren Markt erweitern und somit mehr Kinder ansprechen können. Außerdem gibt es immer häufiger Kinderbuch-Apps oder E-Books, die ein Lesen in der digitalen Welt ermöglichen und dadurch eventuell eher zum Lesen motivieren (vgl. Selge, 1.Abs.).

3.1. Auflagenhöhe

Wie hoch die Auflagenhöhe ausfällt, ist stark abhängig von der Veröffentlichungsform. Es macht einen Unterschied ob die Zeitschriften kostenlos sind, oder ob man für diese bezahlen muss, sei es im Laden oder im Abonnement. 2008 erschien eine Übersicht von Iris Röll. Diese zeigte, dass beispielsweise die kostenlos vertriebene Zeitschrift „ Knax “ bei 850.000 verkauften Exemplaren im Monat liegt. Das kostenpflichtige „ Geolino “ liegt bei ca. 250.000 Exemplaren und das ebenfalls kostenpflichtige National Geographic World liegt bei etwa 85.000 Exemplaren. (vgl. ebd., S.449)

Die verschiedenen Erwerbsformen machen eine Marktübersicht also ziemlich schwierig, weshalb man die Auflagenhöhe nicht gut vergleichen kann (vgl. Kurz 2000, S.4). Die geschätzte Gesamtzahl der angebotenen Zeitschriften liegt bei ca. 20.000 Titeln (vgl. ebd., S.13).

4. Kinder-Medien-Studie

Die Kinder-Medien-Studie untersucht welche Medien Kinder im Alter zwischen 4 und 13 Jahren konsumieren (vgl. Baer 2017, 1. Abs.). Die Studie ergab, dass heutzutage noch 72% der befragten Kinder „auch im digitalen Zeitalter mehrmals pro Woche von Papier“ (ebd., 3.Abs.) lesen. Dies ist in der heutigen digitalen Zeit, in der die Technik immer größer und umfangreicher wird, ziemlich viel.

Außerdem bekommen Kinder in Konsumentscheidungen mehr Vertrauen von ihren Eltern, wenn sie offline sind, als wären sie online. Dann kontrollieren Eltern eher was sie im Netz treiben. (vgl. ebd., 2.Abs.) Die Eltern sehen Kindermagazine lieber in den Händen ihrer Kinder als andere Medien. Aus diesen können sie ihrer Meinung nach noch was lernen und sind eine sinnvolle Beschäftigung. (vgl., ebd., 2.Abs.)

Außerdem fand die Studie heraus, dass 55% der Kinder Comics und Kinderzeitschriften lesen. Damit liegen diese weit vor digitalen Unterhaltungsformen wie beispielsweise Spielekonsolen (28%) oder Youtube (34%). Das Fernsehen liegt zwar weit vorne bei den medialen Beschäftigungen, jedoch liegen Bücher mit 68% bei den Kindern ebenfalls immer noch voll im Trend. Das zeigt, dass Kinder heutzutage trotz der vielen neuen und digitalen Medien trotzdem gerne offline sind und von Papier lesen. (vgl. ebd., 4.Abs.) Darüber hinaus „stecken Kinder einen Großteil ihres Taschengelds nach wie vor in Printmedien wie Zeitschriften, Magazine und Comics“ (ebd., 8.Abs.). Man kann also nicht sagen, dass die digitalen Medien die „klassischen“ ablösen.

5.Pädagogische Anforderungen

Es lassen sich einige pädagogische Anforderungen für gute Kinderzeitschriften herausfinden. Nicht alle Kinderzeitschriften können diese Anforderungen erfüllen, worin sich gute und weniger gute Magazine unterscheiden.

Kinderzeitschriften zeichnen sich durch verschiedene Merkmale aus. Kaminski grenzt diese von Büchern ab, da Bücher Texte eher vertiefen und intensiver behandeln. Kinderzeitschriften sind stattdessen eher aktueller, vielfältiger, informativer und kürzer als Bücher. Sie sind außerdem kurzlebiger und können schneller konsumiert werden als ein Buch, in welches sich das Kind über längeren Zeitraum vertiefen muss. (vgl. Kaminski 2014, S.450) Dadurch sind Kinderzeitschriften häufig interessant und wecken die Neugier der Kinder. Durch mehr Bilder, Comics oder Rätseln werden die Zeitschriften interessanter für Kinder, als ein Buch, bei dem meistens nur Text vorhanden ist. Die Kinderzeitschriften werden anschaulicher und spielerischer und jede Seite bietet eine neue Überraschung. Die kurzen Texte regen zudem zum Lesen an und demotivieren nicht wegen ihrer Länge.

Kinderzeitschriften sollten zumal die Bedingungen erfüllen, aktuelle Ereignisse aus der Welt zu vermitteln und zu erläutern. Es sollten auch Themen vermittelt werden in denen sich die Kinder wiederfinden und sich angesprochen fühlen. Außerdem sollte Grundwissen vermittelt werden, wie beispielsweise das Grundwissen an Englisch vermitteln, wie es in National Geographic World der Fall ist. (vgl. Kurz 2000, S.6)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wie pädagogisch sinnvoll sind Kinderzeitschriften? Formen und Anforderungen
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V457434
ISBN (eBook)
9783668874367
ISBN (Buch)
9783668874374
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik
Arbeit zitieren
Maike Blümel (Autor), 2018, Wie pädagogisch sinnvoll sind Kinderzeitschriften? Formen und Anforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457434

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