Karl Friedrich Schinkel und sein Bühnenbild


Zusammenfassung, 2018
8 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Karl Friedrich Schinkel

- preußischer Architekt, Baumeister, Maler, Bühnenbildner bzw. Dekorationsmaler
- geboren 13. März 1781
- bedeutendster und schöpferischster Baumeister seiner Zeit
- entwickelte und prägte den Klassizismus bedeutend mit

Klassizismus: kunstgeschichtliche Epoche zwischen 1770 und 1840 – löste den Barock ab; in der Architektur: Orientierung an antiken Bauten, griechische Vorbilder – häufig Säulenordnungen

- Schinkel nutzte viele dieser klassizistischen Merkmale
- Lebte in Berlin -gestaltete seine Stadt bedeutend mit => z.B. Altes Museum in Berlin (eines der bedeutendsten Bauwerke des Klassizismus) oder das Schauspielhaus Berlin (zählte zu einem der klassizistischen Hauptwerke Schinkels)
- Schinkel besaß ein herausragendes architektonisches Denken
- Besaß ein Gespür für Zusammenhänge der künstlerischen Architekturseite mit den ökonomischen Erwartungen, die an jedes Bauwerk gerichtet werden
- Schinkel war Schüler des Architekten Friedrich Gilly => wurde von Gillys klassizistischen Architekturprinzipien beeinflusst
- Für Schinkel sollte jedes Kunstwerk Anfang einer neuen Geschichte sein, sollte somit jedes seiner Werke geschichtswirksam sein

Bühnenbild

- Wie kam Schinkel zum Bühnenbild bzw. zur Dekorationsmalerei?
- Arbeitete vorher vor allem als Architekt, Baumeister und Maler
- Hat neben der Ölmalerei vor allem Panoramen erstellt, die durch verschiedene Perspektiven raumillusionistische Effekte boten
- Selbst das Königspaar begeistert – führte zur Staatsanstellung
- Somit durch seine Schaubildmalerei und sein Theaterinteresse zur Bühnendekoration
- Erst die praktischen Erfahrungen aus der Schaubildmalerei ermöglichten seine großen Erfolge in der Bühnenmalerei

Bühnenreform: - als Schinkel dann im Theaterwesen tätig war, strebte er eine Bühnenreform an => er wollte beispielsweise nur noch eine einzige Bildwand als Bühnenhintergrund (Hintergrundmalerei/ Prospekt), dadurch wollte er alle Kulissen abschaffen, da er diese als überflüssig empfand und er wollte die Erweiterung des Prozenium

- Bühnenbild, Kostüme, Handlung und Bedeutung des Stücks sollten eine sinnvolle Einheit bilden
- Seine Pläne stoßen zu Beginn auf Ablehnung
- Erst Karl Graf von Brühl unterstützte ihn – hatten die selben Vorstellungen und harmonierten gut zusammen
- Schinkel wollte die entrümpelte Bühne mit Hintergrundbild – Brühl strebte eine Kostümreform an
- Ihr erstes gemeinsames Stück nach dem neuen Konzept: Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart
- Schinkel lieferte Dekorationen zu insgesamt 42 Stücken
- Er nutzte als Motive häufig eindrucksvolle Bauwerke, Skulpturen, Landschaften o.ä. passend für seine Stücke

Zauberflöte (Oper)

- Erstes Stück nach dem neuen Konzept von Schinkel und Brühl
- Sehr großer Erfolg, beeindruckende Bühnenbilder bekamen viel Zuspruch
- 12 Bühnenbilder, die den gesamten Hintergrund füllten
- Schinkel bekam viel Freiraum und konnte viel Phantasie für die Bühnenbilder nutzen
- nahm sich lange Zeit zum Bearbeiten der Entwürfe und zum Ausmalen der Bilder
- Sie legten das Geschehen ins exotische Ägypten, da keine genauen Angaben zum Ort des Geschehens gemacht wurden
- Daher: gestaltete stilecht nachempfundene Architektur mit Säulenhallen und Pyramiden, phantastische Vegetation oder den Palast der Königin der Nacht
- Neben solchen ägyptisierenden Bauelementen stehen die klassizistischen Bauelemente seines Lehrers Friedrich Gilly
- Seitenwände blieben meist unverändert (vor allem Felsgrotte), um den Blick auf den Hintergrund frei zu haben
- Symbolcharakter des Stücks sollte durch die Bühnenbilder gezeigt werden
- Z.B. der Kampf zwischen den Mächten Finsternis und Licht, unterstützt durch Einsatz von Hell und Dunkel oder auch der Differenzierung der Farben
- Soll symbolische Ausdeutung bringen

Bühnenbilder der Zauberflöte

1.Bühnendekoration – Eingang zum Palast

- Großer Höhleneingang, Säuleneingang mit Wasserspeiern, durch den man das Sternengewölbe des Palastes erkennt
- Verbindung von Natur und Architektur gut erkennbar; Klassizismus durch Säulengebäude ebenfalls gut zu erkennen; Wasserspeier zeigen bereits eine gewisse Bedrohung, viele Details, die man bei genauerer Betrachtung erkennt

2. Bühnendekoration – Palast der Königin der Nacht

- die dunkle Macht der Königin soll verkörpert werden => dunkler Sternenhimmel, Gewölbe des Palastes, regelmäßige Sternenbahnen, dunkle bedrohliche Wolken, Königin steht auf einer Mondsichel
- Erscheinung der Königin erhaben und mächtig, aber auch bedrohlich und imposant

3. Bühnendekoration – Paminas Gemach

- Vier dicke Säulen um einen Springbrunnen in der Mitte, Ausblick in einen Garten, prächtiges ägyptisches Zimmer
- Schinkels Züge gut erkennbar, klassizistischer Stil mit Säulenbauten

4. Bühnendekoration – Hof vor Sarastros Tempel der Weisheit

- Drei Tempel hat Schinkel zu einer architektonischen Front in ägyptischem Stil mit 3 mächtigen Toren dargestellt; 3 Statuen, über jedem Tor eine; darüber viele Palmenblätter und im Hintergrund ein Vulkan
- Viel Architektur, sehr viele Details und erhabene Bauten – man erkennt, dass Schinkel vorher als Architekt und Baumeister tätig war

5. Bühnendekoration – Palmenhain

- Lichtung in einem tropischen Wald, in der Ferne die Umrisse der Burg Sarastros, im Hintergrund helle Bergmassive
- Viele künstlerische Details, unglaubliche Genauigkeit, sieht aus wie in einem echten Wald – hier gut Schinkels künstlerische Malerseite erkennbar

7. Bühnendekoration – Garten Sarastros mit Sphinx

- Auf Sockel mitten im Wasser eine gewaltige Sphinx, nachts, dunkle Farben und Schatten vom Mond geworfen

...

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Karl Friedrich Schinkel und sein Bühnenbild
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Mechaniken und Mechanismen der Bühnentechnik
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
8
Katalognummer
V457437
ISBN (eBook)
9783668898349
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bühne, Theater, Künstler, Bühnenbildner, Schinkel
Arbeit zitieren
Maike Blümel (Autor), 2018, Karl Friedrich Schinkel und sein Bühnenbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457437

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