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Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fairtrade

Eine kritische Analyse

Titel: Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fairtrade

Masterarbeit , 2017 , 95 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Caroline Muffert (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt sich mit der Frage nach der Wohlfahrts- und Verteilungswirkung von Fair Trade auseinander. Die ethischen Aspekte der Herstellung eines Produktes bekommen für viele Konsumenten eine immer relevantere Stellung innerhalb der Kaufentscheidung. Nicht allein die Produktqualität, sondern die Herstellungsbedingungen sind ein Entscheidungskriterium für den Wert des Nutzens eines Produktes.

Insbesondere ist es von Bedeutung zu klären, welche Auswirkungen und Effekte im Fair Trade auftreten, inwiefern Fair Trade wirklich fair ist bzw. welchen sozialen Nutzen das Fair Trade System hervorbringt und wie sich dieser für Kleinbauern und Arbeiter darstellt. Weiterhin ist es von Bedeutung, ob aus den Auswirkungen des Fair Trade Systems ein Nutzenzuwachs für die Verbraucher resultiert.
Aus dieser Überlegung heraus ergibt sich die Leitfrage dieser Arbeit: Welche Wohlfahrts- und Verteilungswirkung kann Fair Trade zugeschrieben werden?

Um der Frage nach der Wohlfahrts- und Verteilungswirkung von Fair Trade nachgehen zu können, wird im zweiten Kapitel der Arbeit ein Einblick auf das System gegeben, welches dem Fair Trade zugrunde liegt. Dabei spielen nicht nur die involvierten Akteure eine prägnante Rolle, sondern zudem die Spezifika der Fair Trade Produkte und das Label in der Zertifizierung. Im dritten Kapitel folgt eine Betrachtung der möglichen Marktmechanismen im Fair Trade, ebenso wie der Adversen Selektion und Informationsasymmetrie. Darüber hinaus wird der Bezug des Fair Trade Labels zum Lemon Market hergestellt. Dies bildet den Ausgangspunkt für die anschließende Transformation des Fair Trade Labels auf den Lemon Market. Die hohe Priorität des Labels für Fair Trade kann dadurch verdeutlicht werden und in Bezug auf die Entwicklung im Fair Trade die Absatzsteigerungen erklären.

Im Weiteren wird im Kapitel 4 der Fokus auf die Bereiche gelegt, welche wesentliche Wohlfahrts- und Verteilungswirkungen aus dem Fair Trade abbilden. Diese beinhalten die Produktivitäts- und Kostenanalyse. Geprüft wird dabei die Effizienz bezüglich der Produktionsbedingungen und der Zertifizierung sowie dahinterstehende Einflüsse, die es zu beurteilen gilt. Beleuchtet werden weiterhin die Gewinnverteilungen der indirekten Spenden im Fair Trade.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fair Trade und seine Besonderheiten

2.1 Grundlagen von Fair Trade

2.1.1 Definition und Kerngrundsätze

2.1.2 Entstehung und Entwicklung von Fair Trade

2.2 Handlungsimplikation und Ziele

2.2.1 Nachhaltigkeit und Programmatik

2.2.2 Nachfrage generiert durch ethischen Konsum

2.2.3 Umsätze im Fair Trade

2.3 Fair Trade Rahmenbedingungen

2.3.1 Die Organisationsstruktur

2.3.2 Standardsetzung

2.3.3 Handelswege, Akteure und Absatzmärkte

2.4 Fair Trade Produkte und Spezifika

2.4.1 Primärprodukte, Produktbündel und das Produktsortiment

2.4.2 Das prägnante Beispiel Kaffee

2.4.3 Label und Programme

3 Das Label und seine Implikationen

3.1 Adverse Selektion und Informationsasymmetrie

3.1.1 „The Market for «Lemons»“

3.1.2 Transformation auf Fair Trade

3.2 Anwendung im Fair Trade

3.2.1 Labels im Fair Trade

3.2.2 Zahlungsbereitschaft

4 Wohlfahrts- und Verteilungswirkung durch Fair Trade

4.1 Produktivitäts- und Kostenanalyse

4.1.1 Kosten und Effizienz der Güterproduktion

4.1.2 Ineffizienz des Spendenflusses

4.2 Auswirkungen auf die Produktions- und Beschäftigungsvielfalt

4.2.1 Diversifikation der Anbauprodukte und Beschäftigung

4.2.2 Überproduktion und Nachfragerelation

4.3 Fair Trade Preismechanismus

4.3.1 Auswirkungen der Mindestpreise

4.3.2 Realisierte Prämieneinnahmen

5 Schlussfolgerung der Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fair Trade

5.1 Einkommenseffekte und Lebensstandards der Produzenten

5.2 Lebensstandards der Lohnarbeiter

5.3 Nachfragebefriedigung und Nutzensteigerung der Verbraucher

6 Fazit

7 Anhang zu „The Market for «Lemons»“

7.1 Die verwendeten Variablen in der Übersicht

7.2 Berechnung des Gleichgewichtes

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit analysiert kritisch die Wohlfahrts- und Verteilungswirkungen des Fair Trade Konzepts, mit einem spezifischen Fokus auf Kaffee und die Organisation TransFair e.V., um zu untersuchen, ob Fair Trade tatsächlich einen sozialen Mehrwert für Produzenten und Arbeiter generiert oder ökonomische Ineffizienzen aufweist.

  • Analyse des Fair Trade Systems als Mechanismus gegen Informationsasymmetrien (Lemon Market Theorie).
  • Evaluierung der Produktivitäts- und Kosteneffekte sowie der Spendeneffizienz im Fair Trade Modell.
  • Untersuchung der Auswirkungen auf Diversifikation, Überproduktion und Beschäftigung bei Produzenten.
  • Bewertung des Fair Trade Preismechanismus (Mindestpreise und Prämien) und deren Nutzen für Kleinbauern.
  • Kritische Reflexion der Einkommenseffekte und Lebensstandards von Produzenten und Lohnarbeitern im Vergleich zu konventionellen Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 „The Market for «Lemons»“

In der neoklassischen Theorie wird die Annahme vollkommener Konkurrenz getroffen, welche zur Maximierung der Wohlfahrt durch die Addition der Produzenten- und Konsumentenrente führt. Grundlage der Rentensicherung, in Bezug auf die Produzenten- und Konsumentenrente ist ein Marktprozess, welcher schlechte Qualität auf Märkten selektiert und verdrängen kann. Hochwertige Qualität wird infolgedessen mit höheren Preise honoriert. Dem Prozess der Sicherstellung wirtschaftlicher Marktmechanismen liegen weitere Annahmen der neoklassischen Theorie zugrunde. Eine dieser Annahmen bezieht sich auf die der vollkommenen und symmetrischen Information. Die theoretische Annahme ist oft in der Realität nicht zwingend gegeben, da von unterschiedlich gut informierten Seiten im Marktgeschehen ausgegangen werden muss, was zu einem Marktversagen führen kann. Die Adverse Selektion beschreibt dieses Marktversagen infolge der Informationsasymmetrie, in welcher eine optimale Allokation nicht mehr gegeben ist. Ein nicht mehr vorhandener Selektionsprozess der vollständigen Konkurrenz bringt Märkte hervor, in denen schlechte Qualität die gute Qualität verdrängt und der Markt gänzlich zusammenbrechen kann.

Akerlof hat sich in seinem Werk „The Market for «Lemons»“ 1970 diesem Phänomen angenommen und das wirtschaftliche Denken maßgeblich beeinflusst. Explizit befasst er sich mit dem Zusammenspiel von Qualitätsunterschieden und Unsicherheiten, welche bei asymmetrischen Informationsverteilungen aufseiten der Marktteilnehmer entstehen. Diese Theorie veranschaulicht Akerlof prägnant am Beispiel des Gebrauchtwagenmarktes, den er „The Market for «Lemons»“ nennt.

Akerlof unterscheidet in seinem Beispiel vier verschiedene Autotypologien. Neuwagen mit einer hohen Qualität, Neuwagen mit einer niedrigen Qualität, Gebrauchtwagen mit einer hohen Qualität und Gebrauchtwagen mit einer niedrigen Qualität. Dabei werden die Gebrauchtfahrzeuge mit einer schlechten Qualität in Amerika als „Lemon“ bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit des Kaufs eines Autos mit einer guten Qualität wird mit q beziffert. 1-q entspricht der Gegenwahrscheinlichkeit, das heißt, der Möglichkeit eine schlechte Qualität auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu erhalten. Wenn ein Autobesitzer sein Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen möchte, hat dieser in der Zeit des Besitzes eine genauere Vorstellung über die Qualität seines Autos gewinnen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der ethischen Konsumaspekte und Formulierung der Forschungsfrage nach den Wohlfahrts- und Verteilungswirkungen von Fair Trade.

2 Fair Trade und seine Besonderheiten: Darstellung der Grundlagen, Programmatiken, Organisationsstrukturen und des spezifischen Kaffeemarktes innerhalb der Fair Trade Bewegung.

3 Das Label und seine Implikationen: Analyse der theoretischen Marktmechanismen wie Adverse Selektion und Informationsasymmetrie sowie der Funktion von Labels zur Qualitätssicherung.

4 Wohlfahrts- und Verteilungswirkung durch Fair Trade: Untersuchung der Produktivitätskosten, Spendeneffizienz und Auswirkungen auf Diversifikation sowie Preismechanismen.

5 Schlussfolgerung der Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fair Trade: Beurteilung der realen Einkommenseffekte und Lebensstandards für Produzenten, Arbeiter und Verbraucher.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Fair Trade Systems als Instrument zur Armutsbekämpfung.

7 Anhang zu „The Market for «Lemons»“: Mathematische Herleitungen und Übersicht der Variablen für das verwendete ökonomische Modell.

Schlüsselwörter

Fair Trade, Wohlfahrtswirkung, Verteilungswirkung, Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, Lemon Market, Mindestpreise, Zertifizierung, Kleinbauern, Kaffee, Haushaltseinkommen, Nachhaltigkeit, Produzentenrente, TransFair e.V., Markteffizienz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Wirkungen des Fair Trade Systems, insbesondere ob das Versprechen von höheren Preisen und sozialen Standards tatsächlich zu einer Wohlfahrtssteigerung für Kleinbauern und Arbeiter führt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse konzentriert sich auf Marktmechanismen, Effizienz der Zertifizierung, Auswirkungen auf die Produktionsvielfalt sowie die realen Einkommensfolgen für Produzenten im Kaffeesektor.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, welche Wohlfahrts- und Verteilungswirkungen dem Fair Trade System zugeschrieben werden können und ob es ein effizientes Instrument zur Armutsreduktion darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kritische mikroökonomische Analyse, gestützt auf die Theorie der Informationsasymmetrie (Akerlof's "Market for Lemons") und den Abgleich mit empirischen Studienergebnissen zu Kaffeeanbauern.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Behandelt werden die Kostenstruktur der Zertifizierung, die Effizienz des Spendenflusses, die Auswirkungen von Spezialisierung gegenüber Diversifikation sowie die Rolle von Mindestpreisen und Prämien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wohlfahrts- und Verteilungswirkung, Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, Mindestpreise, Kleinbauern und Haushaltseinkommen.

Führt die Zertifizierung zu einem höheren Nettoeinkommen der Kleinbauern?

Die Analyse legt nahe, dass die Kosten der Zertifizierung und Opportunitätskosten oft die erzielten Preisvorteile neutralisieren, weshalb kein nachhaltiger Nutzen für die Produzenten nachgewiesen werden kann.

Warum schneiden konventionelle Kleinbauern in der Studie teilweise besser ab?

Konventionelle Kleinbauern zeigen oft eine höhere Anpassungsfähigkeit durch Diversifikation der Anbauprodukte, was sie wirtschaftlich resilienter gegenüber Marktschwankungen macht als Fair Trade spezialisierte Betriebe.

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Details

Titel
Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fairtrade
Untertitel
Eine kritische Analyse
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,7
Autor
Caroline Muffert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
95
Katalognummer
V457443
ISBN (eBook)
9783668897991
ISBN (Buch)
9783668898004
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fairtrade Akerlof The Market for Lemons Fair Trade TransFair e.V. FLO Wohlfahrswirkung Verteilungswirkung Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fairtrade Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fair Trade Wohlfahrtswirkung im Fairtrade Wohlfahrtswirkung im Fair Trade Verteilungswirkung im Fairtrade Verteilungswirkung im Fair Trade Wohlfahrts- und Verteilungswirkung Wohlfahrtswirkung Fairtrade Siegel Fair Trade Siegel Fair Trade Kaffee Fairtrade Kaffee Kaffee Mehrwert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Muffert (Autor:in), 2017, Wohlfahrts- und Verteilungswirkung im Fairtrade, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457443
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Leseprobe aus  95  Seiten
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