Durch die industrielle Entwicklung und die Globalisierung der Wirtschaft sind der Menschheit zahlreiche Möglichkeiten gegeben miteinander zu kommunizieren, voneinander zu lernen und die Welt nachhaltig positiv zu beeinflussen. Trotz dieser Gelegenheiten prägen immer wieder negative Schlagzeilen über Umweltkatastrophen, Rohstoffknappheit wie auch über schlechte Arbeitsbedingungen und Verteilungsungerechtigkeiten unseren Alltag.
Nicht selten sind diese ökologischen, ökonomischen und sozialen Missstände Resultate des globales Wettbewerbs und des damit einhergehende Konkurrenzkampfes. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen fordert die Öffentlichkeit mehr Verantwortung der Unternehmen für ihre Resultate auf Gesellschaft und Umwelt. Das seither oft angestrebte Unternehmensziel der Gewinnmaximierung als einzigen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung gilt längst als überholt.
In Zeiten von Dieselskandal, Klimawandel und anhaltender Kinderarbeit ist es nicht überraschend, dass das Interesse der Gesellschaft in Bezug auf die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, auch bekannt unter dem Schlagwort Corporate Social Responsibility („CSR“), gestiegen ist und immer mehr in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rückt. Trotz diesem steigenden Interesse nach einer nachhaltigen Ausrichtung der unternehmerischen Tätigkeit verstoßen viele Unternehmen wiederholt gegen das Konzept der Corporate Social Responsibility. So stand beispielsweise Lebensmittelkonzern Nestlé schon des Öfteren in der Kritik die Grundwasservorkommen in den verschiedensten Ländern bis zum Sinken des Grundwasserspiegels auszubeuten und somit der ansässigen Bevölkerung den Zugang zu Frischwasser zu verwehren.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG
2. ÜBERSICHT UND ABGRENZUNG GRUNDLEGENDER BEGRIFFLICHKEITEN
2.1 DEFINITION „CSR“ (CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY)
2.2 UNTERNEHMERISCHER NACHHALTIGKEIT UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
3. ASPEKTE DER CSR
3.1 DAS DREI-SÄULEN MODELL
3.2 DIMENSIONEN
4. DAS CSR-RICHTLINIEN-UMSETZUNGSGESETZ
4.1 INTENTION UND ENTSTEHUNG
4.2 ANWENDUNGSBEREICH UND AUSGESTALTUNG
4.3 KRITISCHE WÜRDIGUNG
5. FAZIT
5.1 SCHLUSSFOLGERUNG
5.2 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel einer kritischen Gesamtbeurteilung der Implementierung des CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetzes in deutsches Recht. Dabei wird analysiert, inwiefern die gesetzlichen Anforderungen vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung nachhaltiger Unternehmensführung die angestrebte Transparenz und Vergleichbarkeit tatsächlich fördern oder durch Ausgestaltungsvarianten verwässert werden.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung von Corporate Social Responsibility (CSR).
- Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales).
- Entstehungsgeschichte und Intention des CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetzes.
- Anwendungsbereich, Berichts- und Prüfungspflichten für betroffene Unternehmen.
- Kritische Würdigung der gesetzlichen Ausgestaltung und Identifikation von Spielräumen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Anwendungsbereich und Ausgestaltung
Mit in Kraft treten des CSR-RUG sind bestimmte große Unternehmen erstmals dazu verpflichtet ihren Lage- bzw. Konzernlagebericht für die nach dem 31.12.2016 beginnende Geschäftsjahre um eine sogenannte nichtfinanzielle Erklärung zu ergänzen. Gewisse börsennotierte Unternehmen haben zudem ihre Erklärung zur Unternehmensführung um eine Erläuterung des Diversitätskonzepts zu erweitern.
Anwendungsbereich
Die neuen Vorschriften gelten nur für einen bestimmten Unternehmenskreis. Nach § 289b Abs. 1 HGB sind dies große Unternehmen von öffentlichem Interesse in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, einer nach § 264a HGB haftungsbeschränkten Personenhandelsgesellschaft oder einer Genossenschaft gemäß § 336 HGB, sofern sie die drei folgenden Kriterien erfüllen:
• die Gesellschaft verfügt im Sinne des § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB über eine gewisse Größe
• es werde mehr als 500 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt beschäftigt
• das Unternehmen ist kapitalmarktorientiert i.S.v. § 264d HGB
In anderen Worten sind die oben aufgeführten Unternehmen nur dann von der erweiterten Berichtspflicht betroffen, wenn sie neben dem Kriterium der Kapitalmarktorientierung zum einen im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen und zum anderen entweder eine Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. Euro oder Umsatzerlöse in Höhe von mehr als 40 Mio. Euro erzielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung unter Berücksichtigung globaler Missstände und Definition des Ziels der kritischen Analyse des CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetzes.
2. ÜBERSICHT UND ABGRENZUNG GRUNDLEGENDER BEGRIFFLICHKEITEN: Fundierte Herleitung des CSR-Begriffs und Abgrenzung zum Konzept der nachhaltigen Entwicklung.
3. ASPEKTE DER CSR: Analyse der CSR-Handlungsfelder anhand des Drei-Säulen-Modells sowie der sozialen und ökologischen Dimensionen.
4. DAS CSR-RICHTLINIEN-UMSETZUNGSGESETZ: Detaillierte Untersuchung des Gesetzes, seines Anwendungsbereichs und der Berichtspflichten, gefolgt von einer kritischen Würdigung der Ausgestaltung.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Gesetzes als Teilerfolg mit gleichzeitigem Hinweis auf bestehende Defizite und Entwicklungspotenziale.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz, CSR-RUG, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsbericht, nichtfinanzielle Erklärung, Lagebericht, Drei-Säulen-Modell, Transparenz, Diversitätskonzept, Stakeholder, Unternehmensführung, Compliance, Berichtspflicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz und dessen Implementierung in das deutsche Recht sowie die Auswirkungen auf die nichtfinanzielle Berichterstattung großer Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind Corporate Social Responsibility, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Transparenz und Berichtspflichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine kritische Gesamtbeurteilung, ob das Gesetz die beabsichtigte höhere Transparenz und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsleistungen tatsächlich erreichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse aktueller Gesetzesentwürfe, Richtlinien und Fachliteratur, um das Gesetz vor dem Hintergrund unternehmerischer Nachhaltigkeitsanforderungen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung des Drei-Säulen-Modells und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CSR, nichtfinanzielle Erklärung, Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSR-RUG, Transparenz, Diversitätskonzept und Unternehmensverantwortung.
Wie unterscheidet sich die "integrative Variante" der Berichterstattung?
Bei der vollintegrierten Variante wird die Erklärung direkt in den Lagebericht eingebunden, was laut Autorin das Risiko birgt, dass nichtfinanzielle Aspekte für Prüfer und Stakeholder schwerer auffindbar sind.
Was kritisiert die Autorin am Anwendungsbereich?
Die Autorin sieht eine Schwäche darin, dass nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen trotz Überschreitung der Mitarbeitergrenze von 500 Personen von der Berichtspflicht ausgenommen sind.
- Arbeit zitieren
- Diana Württemberger (Autor:in), 2018, Das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz. Eine kritische Analyse der nichtfinanziellen Erklärung vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457520