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Warum ist der Mensch poetisch? ein biologisch-anthropologischer Überblick

Title: Warum ist der Mensch poetisch? ein biologisch-anthropologischer Überblick

Term Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: keine Benotung

Autor:in: Jessica Scheffold (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Wenn man der Frage nachgehen will, warum der Mensch kreativ oder eben poetisch ist, findet man in der Disziplin der kulturellen Anthropologie einen guten Sparringspartner. Denn in ihr wird multidisziplinär mit den verschiedensten Instanzen ein breites Bild gezeichnet und somit ein mehrdimensionaler Erklärungsversuch dessen geliefert, was den Menschen poetisch sein lässt. Es ist durchaus spannend, die unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Forschungsrichtungen darauf zu untersuchen, welche Ergebnisse oder Lösungsansätze diese im Hinblick auf die Fragestellung anbieten. Somit kann in dieser Ausarbeitung ein differenziertes Bild dessen gezeichnet werden, was denn nun einen poetischen oder kreativen Menschen ausmacht.
Nachdem als Grundlagen die Stichworte „Anthropologie“ und „Poetik“ definiert wurden, wird zunächst unter dem Begriff „Biologischer Ansatz“ ein Ausblick in die Evolutionstheorie gegeben. Dann wird der Zusammenhang von Biologie und Kultur dargelegt, indem bei Tieren beobachtetes Verhalten und die interpretierten Intentionen auf die Welt des homo sapiens übertragen werden. Dann wird die Basistheorie Eibls herangezogen, dass in gewisser Weise alles menschliche Handeln auf dem Stress-Lust-Prinzip beruht. Im Grunde beschreibt Eibl damit vormals instinktive Mechanismen, die der Reproduktion dienten, welche nun auch als Antrieb zu kreativem Verhalten angesehen werden. Gleichsam ist aber auch die Menschheit daran interessiert, einfach nur um des Genusses willen die Sprache zu nutzen. Ohne realen Nutzen oder andere Nebenabsichten wird also das Benutzen der Sprache zur Lustbefriedigung eingesetzt, wobei es bei demjenigen auch Lust generiert, der dieses Mittel einsetzt.
Im Weiteren wird dann unter dem Begriff „Anthropologischer Ansatz“ die Methode des Imitierens und Emulierens aufgeführt, die zum einen als Grundlage allen Lernens begriffen wird, zum anderen die Basis für die Weiterentwicklung von Bestehendem ist. Sodann wird als gesellschaftliche Perspektive ausgeführt, was die kulturellen Motivatoren für das Entstehen einer poetogenen Struktur sind. Zugleich wird gezeigt, dass das normative Umfeld der Gesellschaft dazu herausfordert, diese Normen zu umgehen. Und wo dies nicht möglich ist, wurde die Poesie als Ventil zur Äußerung der eigenen Meinung installiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GRUNDLAGEN

2.1 Anthropologie

2.2 Poetik

3 BIOLOGISCHER ANSATZ

3.1 Evolutorische Grundlagen

3.2 BioCulture

3.3 Stress-Lust-Mechanismus

4 ANTHROPOLOGISCHER ANSATZ

4.1 Imitation und Emulation

4.2 Gesellschaftliche Perspektive

5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die multidisziplinären Ursachen menschlicher Kreativität und Poetik, indem sie biologische, anthropologische und gesellschaftliche Erklärungsansätze miteinander verknüpft und kritisch reflektiert.

  • Evolutionsbiologische Grundlagen menschlichen Verhaltens.
  • Die Wechselwirkung von Natur und Kultur im Kontext der BioCulture-Debatte.
  • Der Stress-Lust-Mechanismus als zentraler Antrieb für künstlerisches Handeln.
  • Bedeutung von Imitation und Emulation als Basis für kulturelle Lernprozesse.
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Normen auf die Entstehung poetischer Ausdrucksformen.

Auszug aus dem Buch

3.3 Stress-Lust-Mechanismus

Die Frage nach der Funktion der Kunst, oder eben Poesie, wird kontrovers diskutiert. So zitiert Eibl den Biologen Stephen J. Gould wie folgt: „Kunst sei ein zweckneutrales Nebenprodukt der Evolution, eine ‚Lusttechnologie’, die dritte neben der feinen Küche und der Pornographie“ (Eibl, S.32). Eibl nutzt dieses Zitat als Überleitung zum eigentlichen „Stress-Lust-Mechanismus“, der dann beschrieben wird. Eibl verlegt seine These dann in frühere Kulturen und Zeiten, die Pleistozäns-Zeit, die vor etwa 2 Millionen Jahren begann. Wenn in diesen Zeitraum die Frage projiziert wird, welchen selektiven Vorteil der Lustmechanismus hat, bekommt dieser und auch der Stress als solches eine neue Bedeutung. Entgegen unserem heute bekannten Streßbegriff, der eher einen anhaltenden Zustand hoher (Arbeits-) Belastung bezeichnet, war aus biologischer sicht der Stress eine Methode der Natur, bei Wirbeltieren letzte Kraftreserven zu mobilisieren, um etwa eine Flucht vorzunehmen oder einem Kampf gewappnet zu sein.

Andauernder Stress ist nicht der Arterhaltung förderlich, sondern kann dieser auch entgegen wirken. Daher ist heute von großer Bedeutung, auch in angespannten Situationen die „Fähigkeit zur Entspannung“ zu haben. Die Ausstattung zur Streßbewältigung ist also ein Selektionsvorteil.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die multidisziplinäre Fragestellung nach den Ursprüngen der menschlichen Kreativität und Poetik ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2 GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Anthropologie und Poetik, um eine begriffliche Basis für die weitere Analyse zu schaffen.

3 BIOLOGISCHER ANSATZ: Hier werden evolutionsbiologische Zusammenhänge, der BioCulture-Ansatz und die Rolle des Stress-Lust-Mechanismus als motivierende Faktoren für künstlerisches Verhalten beleuchtet.

4 ANTHROPOLOGISCHER ANSATZ: Dieses Kapitel fokussiert auf Imitation und Emulation als Lern- und Entwicklungsmechanismen sowie auf den gesellschaftlichen Rahmen, der zur Entstehung von Poesie als Ventil beiträgt.

5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der multidisziplinären Ansätze und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Anthropologie, Poetik, Kreativität, Evolution, BioCulture, Stress-Lust-Mechanismus, Imitation, Emulation, Kultur, Kunst, Sozialisation, Verhaltensforschung, Gesellschaftsnormen, Kommunikation, Biologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursprünge der menschlichen Kreativität und poetischen Ausdrucksweise aus einer biologisch-anthropologischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Evolutionstheorie, das Zusammenwirken von Natur und Kultur, Lernprozesse durch Imitation sowie gesellschaftliche Einflussfaktoren auf die Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein differenziertes und mehrdimensionales Bild dessen zu zeichnen, was den Menschen poetisch bzw. kreativ handeln lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein multidisziplinärer Ansatz gewählt, der Erkenntnisse aus Biologie, Anthropologie, Psychologie und Kulturwissenschaften integriert und miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen biologischen und einen anthropologischen Ansatz, in denen Theorien wie der Stress-Lust-Mechanismus sowie Imitation und Emulation detailliert analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Anthropologie, Poetik, Kreativität, Evolution, BioCulture und den Stress-Lust-Mechanismus charakterisiert.

Warum spielt der "Stress-Lust-Mechanismus" eine so zentrale Rolle?

Nach Karl Eibl dient der Mechanismus als evolutorisch wichtiges Element, das künstlerische Betätigung als Mittel zur Stressbewältigung und damit zur Erhaltung der Reproduktionsfähigkeit nutzt.

Inwiefern beeinflusst Gesellschaft die Entstehung von Poesie?

Poesie fungiert laut der Arbeit als Ventil, um gesellschaftliche Normen und Restriktionen auf subtile Weise zu umgehen oder die eigene Meinung innerhalb eines normativen Rahmens auszudrücken.

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Details

Title
Warum ist der Mensch poetisch? ein biologisch-anthropologischer Überblick
College
University of Bremen
Course
Anthropologie der Literatur
Grade
keine Benotung
Author
Jessica Scheffold (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V45752
ISBN (eBook)
9783638431019
ISBN (Book)
9783638763745
Language
German
Tags
Warum Mensch Anthropologie Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Scheffold (Author), 2005, Warum ist der Mensch poetisch? ein biologisch-anthropologischer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45752
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