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Schule als Disziplinarfunktion

Titel: Schule als Disziplinarfunktion

Hausarbeit , 2005 , 11 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Christina Eggers (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zunächst wird in einem ersten Schritt der Begriff „Disziplin“ definiert, der für das Verständnis der folgenden Ausarbeitung von Bedeutung ist. Des Weiteren wird Foucaults Auffassung von Disziplinen erläutert, die entscheidende Auswirkung auf die Untersuchungen in den nächsten Kapiteln haben wird.
Der Schwerpunkt der Hausarbeit liegt in der Analyse, inwiefern die Disziplinarfunktionen in Schulen wirken. Dabei wird zunächst die Schulvergangenheit erörtert und dann die Entwicklung bis in die Gegenwart dargestellt. Der Schlussteil enthält eine Stellungnahme, in der es darum geht, die Analyse des Hauptteils aus der Sicht einer angehenden Lehrerin zu kommentieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung „Disziplin“

3. Foucaults Verständnis von Disziplin

3.1 Der Panoptismus

3.2 Die Funktionen von Disziplinen

4. Disziplinierungen in Schulen

4.1 Disziplinierungen in der Schulvergangenheit

4.2 PISA als neue Disziplinarfunktion

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Schule als Instrument der Disziplinierung unter Rückgriff auf die soziologischen Theorien von Michel Foucault. Dabei wird analysiert, wie sich disziplinarische Machttechniken von der historischen Schule bis hin zu modernen Reformen im Zuge der PISA-Studie gewandelt haben, um Schüler in die gesellschaftlichen Anforderungen zu integrieren.

  • Foucaults Modell der Disziplinarmacht und der Panoptismus
  • Die historische Entwicklung schulischer Disziplinierung
  • Die Auswirkungen der PISA-Studien auf moderne Bildungskonzepte
  • Selbstmanagement und Eigenverantwortung als versteckte Disziplinierungsinstrumente
  • Die Rolle des Lehrers im Spannungsfeld zwischen Förderung und Disziplinierung

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Panoptismus

Michel Foucault beschreibt in seinem Buch „Überwachen und Strafen“ mit dem Panopticon ein neues „Modell der Disziplinarmacht“4. Die Architektur des Panopticons sieht es vor, ein ringförmiges Gebäude zu erstellen, in dem in der Mitte ein Beobachtungsturm steht. Das Ringgebäude ist in Zellen unterteilt, die jeweils zwei Fenster haben. Die Fenster öffnen sich zum einen in die Richtung des Beobachtungsturmes, und zum anderen nach Außen, sodass die Zellen von Licht durchflutet werden5.

Die Hauptwirkung der Architektur besteht in der permanenten und totalen Überwachung der Gefangenen, die mit geringem Personal betrieben werden kann. Für Foucault ist die Anwendung in zahlreichen Institutionen möglich, so zum Beispiel in Schulen, Fabriken und Krankenhäusern6. Außerdem muss „die Macht sichtbar, aber uneinsehbar sein“ 7. Dazu muss der Gefangene den Beobachtungsturm jederzeit sehen können, aber zugleich darf der Gefangene niemals wissen dürfen, ob er gerade überwacht wird. Daraus ergibt sich die Gewissheit jederzeit überwacht werden zu können8. Für Foucault ist es wichtig, dass die panoptische Einrichtung aus einer fiktiven Beziehung hervorgeht, „so daß man auf Gewaltmittel verzichten kann“ 9.

Die neue Disziplinarmacht drückt sich durch „Isolierung, totale Organisation und Kontrolle, völlige Transparenz und ständige Selbstüberwachung bei Unsichtbarkeit“10 aus. Es ist wichtig zu betonen, dass die Gefangenen nicht nur isoliert werden, sondern auch disziplinierenden Maßnahmen unterworfen werden, und somit die Disziplinartechniken der Normalisierung dienen11.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Begriff Disziplin zu klären und Foucaults Theorien auf die schulische Praxis anzuwenden.

2. Begriffsklärung „Disziplin“: Dieses Kapitel definiert Disziplin sowohl etymologisch als auch inhaltlich als Instrument der Regelbefolgung und Unterordnung.

3. Foucaults Verständnis von Disziplin: Hier werden zentrale Konzepte wie der Panoptismus eingeführt, um Machtverhältnisse in öffentlichen Institutionen zu illustrieren.

3.1 Der Panoptismus: Das Kapitel beschreibt das Architekturmodell der ständigen Überwachung und dessen Anwendung als Disziplinierungsinstrument.

3.2 Die Funktionen von Disziplinen: Der Text analysiert, wie sich Disziplinarmacht durch Ausweitung und Funktionsumkehr in produktive Bereiche der Gesellschaft integriert.

4. Disziplinierungen in Schulen: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der tatsächlichen Praxis in schulischen Institutionen.

4.1 Disziplinierungen in der Schulvergangenheit: Die historische Analyse zeigt die Entwicklung vom Drill des 19. Jahrhunderts hin zur Reformpädagogik auf.

4.2 PISA als neue Disziplinarfunktion: Es wird untersucht, wie PISA-Reformen durch Konzepte wie Selbstmanagement eine neue, unsichtbare Form der Kontrolle etablieren.

5. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse kritisch aus der Sicht einer angehenden Lehrkraft.

Schlüsselwörter

Schule, Disziplin, Disziplinarmacht, Michel Foucault, Panoptismus, Überwachung, PISA-Studie, Selbstmanagement, Bildungsreform, Normschüler, Pädagogik, Machttechnik, Normalisierung, Selbstoptimierung, Institution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Schule als eine Institution, in der Disziplinierungstechniken eingesetzt werden, um Individuen an gesellschaftliche Erwartungen anzupassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die soziologische Theorie von Michel Foucault, die historische Entwicklung der Schule sowie moderne Bildungsreformen nach der PISA-Studie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Disziplinarmacht von historisch offenen Kontrollmechanismen zu modernen, scheinbar freiwilligen Selbstregulierungsprozessen übergegangen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die Foucaults Machtbegriff nutzt, um historische und aktuelle pädagogische Modelle zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Foucaults Panoptismus sowie eine empirisch fundierte Analyse von Disziplinierungen in der Schule von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Disziplinarmacht, Panoptismus, Normalisierung, Selbstmanagement und Bildungsreform.

Warum wird das PISA-Ergebnis als „trojanisches Pferd“ bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass PISA unter dem Deckmantel der Bildungsverbesserung und Freiheit ein tieferes Netzwerk an Disziplinarprozeduren im Schulsystem implementiert.

Wie bewertet die Autorin die heutige Disziplinierung als angehende Lehrerin?

Sie sieht Disziplinierung kritisch als manipulativen Vorgang, bewertet aber die durch PISA geforderte Selbstständigkeit der Schüler als notwendige und positive Entwicklung für deren berufliche Zukunft.

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Details

Titel
Schule als Disziplinarfunktion
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,5
Autor
Christina Eggers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V45755
ISBN (eBook)
9783638431033
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule Disziplinarfunktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christina Eggers (Autor:in), 2005, Schule als Disziplinarfunktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45755
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Leseprobe aus  11  Seiten
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