Mögliche Auswirkungen der Teilnahme bei Olympia auf eine Sportart am Beispiel von Baseball


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

15 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Entwicklung und aktuelle Situation des Baseball
2.1 Entwicklung und Situation weltweit
2.2 Entwicklung und Situation in Deutschland

3. Mögliche Auswirkungen von Olympia auf eine Sportart
- am Beispiel Baseball
3.1 Mehrwert für die Sportart
3.2 Sponsoren & Investoren
3.3 Sportförderung
3.4 Medienpräsenz

4. Fazit

5. Literatur

1 Einleitung

„Citius, alitus, fortius – höher, schneller, weiter“. Alle 4 Jahre versammelt sich die Sportwelt im Zeichen der fünf Ringe, um nach den Sternen zu greifen. Neue Rekorde werden aufgestellt und Sportmärchen werden geschrieben. Die Olympischen Spiele stellen einen Ausnahmezustand dar, bei dem auch die im normalen Alltag unbedeutendste Sportart in aller Munde sein kann. Ausschlaggebend allein sind Erfolg oder Misserfolg. Für Randsportarten bieten die Olympischen Spiele eine ideale Plattform, um sich der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und für sich zu werben. In welchem Ausmaß die Randsportarten begeistern können zeigt die Silberentscheidung im Bogenschießen bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro, bei der in Deutschland 7,52 Millionen Zuschauer (vgl. o.V., 2016a) einschalteten, Bogenschießen - eine Sportart - die über das Jahr verteilt kaum bis gar keine Sendezeit auf den frei empfänglichen Sendern hat. Für knapp zwei Wochen steht die Sportwelt Kopf. Doch welche Auswirkungen können Olympische Spiele haben und sind diese von Dauer? Die positiven und negativen Auswirkungen auf die Region des Austragungsortes und auf das Austragungsland an sich wurden in der Vergangenheit in diversen Texten bereits breit diskutiert. So untersuchte Preuß (2013) die Auswirkungen von Olympischen Spielen auf den Tourismus, die ökonomischen Auswirkungen, sowie die politischen und soziokulturellen Auswirkungen. Kaum Beachtung fanden bisher die Auswirkungen von Olympischen Spielen auf eine Sportart. Diese Seminararbeit setzt sich deshalb mit den möglichen Auswirkungen auseinander und diskutiert sie am Beispiel der Sportart Baseball. Es wurde deshalb die Sportart Baseball ausgewählt, da sie in Tokio 2020 nach 12 Jahren Abstinenz ihre Rückkehr ins Olympische Programm feiern wird und sich die tatsächlichen Auswirkungen auf die Sportart in naher Zukunft zeigen werden. Zunächst wird auf die Entwicklung und Situation des Baseballs weltweit und im speziellen in Deutschland eingegangen und anschließend auf die möglichen Auswirkungen, die die Teilnahme bei Olympischen Spielen für eine Sportart haben können.

2 Entwicklung und aktuelle Situation im Baseball

2.1 Entwicklung und aktuelle Situation weltweit

Seine Wurzeln hat der Baseball in den USA, wo er auch immer noch als „national pastime“ gilt (vgl. Kelly, 2007). Für die weltweite Verbreitung des Sports waren ebenfalls die Amerikaner verantwortlich, die vor allem militärische Aktionen im Ausland nutzten um den Sport zu verbreiten. Auf große Beliebtheit stieß er im besonderen Maße im asiatischen und lateinamerikanischen Raum, letzteres kann mit der geografischen Nähe zum Mutterland des Baseballs erklärt werden. Der japanische Baseball erfährt weltweit ein hohes Ansehen und der Sport gilt als meistgespielte und meistegeschaute Sportart im Land. Einen Meilenstein in der Entwicklung des internationalen Baseballs stellte die Möglichkeit dar, den Sport 1912 erstmals als Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen vorstellen zu dürfen (vgl. Veisz, 2000). 1992 erfolgte die Aufwertung zu einer Sportart mit Medaillenvergabe. 2008 wurde Baseball wieder aus dem Olympischen Programm genommen, Grund dafür waren fehlende Popularität und die Bestimmungen des IOC das olympische Programm auf 28 Sportarten zu beschränken (vgl. Wood, 2012). Nichtsdestotrotz ist der Baseball eine weitverbreitete Sportart. Der Internationale Baseball und Softballverband (WBSC) zählt 208 Nationale Verbände aus 141 Ländern. Weltweit wird Baseballvon ca. 210 Millionen Menschen gespielt (vgl. o.V., 2017). Tendenziell sind allerdings rückläufige Mitgliederzahlen zu erkennen, so waren es in den USA 2010 noch ca. 17,6 Millionen und 2016 nur noch ca. 13,5 Millionen Vereinsmitglieder (vgl. statista, 2016a). Reith (2013) sieht als Grund dafür, dass Baseball den Zuschauern zu langsam sei und schnellere Sportarten wie Football, Basketball oder Eishockey, nicht nur in den USA, immer beliebter werden.

2.2 Entwicklung und aktuelle Situation in Deutschland

In Deutschland fand das erste offizielle Spiel 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin statt. In den nächsten Jahren machte jedoch der 2. Weltkrieg eine weitere Entwicklung unmöglich, weswegen erst nach dem Krieg in den amerikanischen Besatzungszonen wieder Baseball gespielt wurde. Langsam etablierte sich ein geregelter Spielbetrieb, was 1950 zur Gründung des Deutschen Baseball Verbandes (DBV) führte, der 1953 Teil des IBAF, dem Internationalen Baseball Verband wurde. Große Beliebtheit erlangte vor allem eine amerikanische Liga in der BRD, die jedoch Ende der 60er Jahre immer mehr an Interesse verlor, da die besten amerikanischen Spieler wieder in die USA zurückgingen, um dort in den besseren Ligen zu spielen. 1973 erreichte die Entwicklung in der BRD ihren Tiefpunkt, da als einziger Verein nur noch die Mannheimer Tornados existierten. Aufgrund guter Entwicklungsarbeit von Seiten der Mannheimer erfuhr der Baseball einen zweiten Aufschwung, der zu zahlreichen Vereins- und Verbandsgründungen führte (vgl. Fritsche & Rosenstein). Mittlerweile existieren über 400 Vereine im deutschen Bundesgebiet, die von 10 Landesverbänden verwaltet werden, die auch für den allgemeinen Spielbetrieb verantwortlich sind. Trotz alledem gilt Baseball immer noch als Randsportart in Deutschland. Nur wenige Zuschauer können in die deutschen Stadien gelockt werden und auch die Mitgliedszahlen unterstreichen das Schattendasein, welches der Baseball in Deutschland führt. So waren es 2004 noch ca. 28.800 Mitglieder, aktuell nur noch knapp 22.800 Mitglieder (vgl. statista, 2016b). Deshalb blickt die Baseballgemeinde mit Spannung auf die Olympischen Spiele in Tokio und erhofft sich einige positive Auswirkungen für eine bessere Stellung des Baseballs in Deutschland.

3 Mögliche Auswirkungen auf eine Sportart am Beispiel Baseball

Im Nachfolgenden werden die möglichen Auswirkungen der Olympischen Spiele auf eine Sportart anhand von vier Kategorien untersucht und diskutiert. Zunächst wird auf den Mehrwert für eine Sportart eingegangen. Anschließend auf die Auswirkungen bezüglich der Sponsoren-, und Investorenakquise. Der dritte Punkt beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf die Fördergelder und den Abschluss bilden die Auswirkungen der Medienpräsenz mit dem Hauptfokus auf die TV-Einschaltquoten.

3.1 Mehrwert für eine Sportart

Die Olympischen Spiele können verschiedene Mehrwerte für eine Sportart haben. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Möglichkeit sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren einen Motivationsschub darstellt, da jede Nation sich qualifizieren und jeder Athlet für sein Land spielen möchte. In diesem Zusammenhang ist sich Mirko Heid, Präsident des Deutschen Baseball Verbandes (DBV) auch sicher, dass der Zugang zu den Olympia-Stützpunkten und ihren umfangreichen Leistungsangeboten sich positiv auf die Athleten auswirken und bemerkbar machen werde (vgl. o.V., 2016b).

Die Entwicklung der Mitgliedszahlen und auch das generelle Interesse ist, wie in Kapitel 3 schon erwähnt, weltweit und auch speziell in Deutschland eher rückläufig. Deshalb ist Sheenan (2016) der Meinung, dass die Olympischen Spiele für Baseball eine einmalige Chance darstellen sich der globalen Sportwelt zu präsentieren und von sich zu überzeugen. Der Sport würde in den Ländern, in denen er ohnehin schon populär ist, noch beziehungsweise wieder bekannter werden und „more important, would also help build interest in the sport elsewhere.“ (vgl. Sheenan, 2016). Diese Chance haben auch die Verantwortlichen der Major League Baseball (MLB) erkannt und sind dabei einen Plan auszuarbeiten, der es den Profispielern der MLB ermöglichen soll an den Olympischen Spielen teilzunehmen, um die Qualität der Spiele zu steigern (vgl. Bloom, 2016).

Ein Effekt, der von der steigenden spielerischen Qualität durch die Profispieler der MLB gesteigert werden und von dem der Sport profitieren könnte, ist der Demonstrationseffekt. Der Demonstrationseffekt beschreibt den inspirierenden Effekt von Sportevents auf das Partizipationsverhalten der Konsumenten. Er kann sich auf drei Gruppen auswirken: 1. Diejenigen die schon spielen, spielen häufiger; 2. Diejenigen, die schon einmal gespielt haben, spielen wieder und 3. Diejenigen, die schon spielen, probieren einen anderen Sport aus (vgl. SPEAR, 2011). Eine Studie von Ramchandani und Coleman (2012) untersuchte diesen Effekt an 2.312 Probanden bei drei Sportgroßveranstaltungen in Großbritannien anhand eines Fragebogens. Sie konnten einen positiven Effekt der Veranstaltungen auf das Partizipationsverhalten der Probanden feststellen. 67,6 % der Probanden stimmten zu, dass das Event sie zum Sporttreiben inspiriert habe, ausschlaggebend waren vor allem die Fragebogenitems „skill and ability of the athletes“ und „quality of the competition“ (vgl. Ramchandani & Coleman, 2012). Demnach könnten durch den Demonstrationseffekt Menschen in Deutschland durch die Olympischen Spiele dazu inspiriert werden mit dem Baseballspielen anzufangen und sich einem Verein anzuschließen.

Des Weiteren bieten die Olympischen Spiele durch ihre emotional positive Besetzung für Sportarten die Möglichkeit eines Imagewandels. Durch umfangreiche Übertragungen von Wettkämpfen auf Topniveau rücken die Sportarten in ein neues Licht und können die Zuschauer von sich überzeugen und dadurch einen Popularitätsgewinn verzeichnen.

3.2 Sponsoren & Investoren

Gerade für Randsportarten ist es äußerst schwierig Sponsoren zu finden, da diese nicht im Fokus der Medien stehen und somit keine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erzielen können. Für Unternehmen existieren verschiedene Beweggründe im Sport als Sponsor aufzutreten. Für Drees (1992) bestehen die Hauptgründe darin, dass man den Aufmerksamkeitswert des Sports für die eigene kommunikative Zielsetzung nutzen möchte. Vor allem der Multiplikator-Effekt der medialen Berichterstattung bei Olympischen Spielen sei für Sponsoren attraktiv. Sponsoren sind für eine Sportart wie Baseball, die in Deutschland zwar etabliert ist, aber immer noch ein Nischendasein führt, von immenser Bedeutung. Sponsoren sind wichtig, da sie nötig sind um den Baseballsport erfolgreich vermarkten zu können. Denn beim Marketing gilt: zunächst muss investiert werden, bevor ein Gewinn erwirtschaftet werden kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mögliche Auswirkungen der Teilnahme bei Olympia auf eine Sportart am Beispiel von Baseball
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Sport & Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Oberseminar Sportmanagement
Note
1.7
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V457606
ISBN (eBook)
9783668891227
ISBN (Buch)
9783668891234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, Management, Baseball, Olympia, Randsportart, Sportförderung, BMI, Sporthilfe, Tokyo
Arbeit zitieren
Daniel Hackl (Autor:in), 2017, Mögliche Auswirkungen der Teilnahme bei Olympia auf eine Sportart am Beispiel von Baseball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457606

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