Als der Tsunami die Strände am Indischen Ozean überschwemmte, wurden auch die Fernsehzuschauer in Deutschland
von einer Flut von Bildern überrascht. Das ließ die Frage aufkommen, wie eine Information aus dem Ausland auf
unsere Fernsehbildschirme hier in Deutschland kommt. Sahen die Zuschauer in den Nachrichten wirklich das, was
in den Krisenregionen in Südostasien, die tausende von Kilometern weit entfernt sind, vor sich ging? Ist es Korrespondenten überhaupt möglich, speziell aus dem Ausland objektiv zu berichten? Neutral, wahrheitsgemäß
und ohne Wertung, so, wie es häufig postuliert und im Medienstaatsvertrag festgehalten wird?
Eine Antwort darauf möchte die Autorin während ihrer sechs-wöchigen Hospitanz in der Redaktion des ZDF "heute-journals" finden. Sie beschreibt die Vorgänge der Nachrichtenauswahl und spricht mit Redakteuren, die Verantwortung für die ausgestrahlte Sendung tragen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Fragestellung
Vorhaben
Durchführungsteil
Von der Information zur Nachricht
Chance auf Veröffentlichung
Quellen der Berichterstattung
Das Korrespondentennetzwerk
Probleme der Journalisten im Ausland
Qualität der Nachricht
Zusammenfassung
Resümee
Kommentar
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Produktionsprozesse von Auslandsberichten in den Hauptnachrichten des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), insbesondere am Beispiel des „heute-journal“. Ziel ist es, den Weg einer Information bis zur Ausstrahlung nachzuvollziehen und zu klären, unter welchen Bedingungen, durch welche Quellen und mit welcher Gewichtung Auslandsthemen den Weg in die Sendung finden.
- Methoden der Nachrichtenauswahl (Gatekeeper-Forschung & Nachrichtenwert-Theorie)
- Quellen der Auslandsberichterstattung (Agenturen, Korrespondenten, Eurovision)
- Arbeitsbedingungen und Herausforderungen für Auslandskorrespondenten
- Strukturen des Korrespondentennetzwerks des ZDF
- Qualitätssicherung und redaktionelle Kontrollmechanismen
Auszug aus dem Buch
Probleme der Journalisten im Ausland
Die Arbeitsbedingungen für Auslandsjournalisten unterscheiden sich sehr. Es kommt immer auf das jeweilige Land an, auf dessen politisches System, auf dessen geographische Lage und auf dessen Kultur an.
Auf staatliche Zensur und eingeschränkte Pressefreiheit treffen Auslandskorrespondenten nur allzu oft. In manchen Ländern ist es schwer eine Drehgenehmigung zu bekommen. In China darf beispielsweise keine militärische Einrichtung gefilmt werden. Wer dies tut, läuft Gefahr, inhaftiert zu werden. (Kunke).
Mancherorts wird dem ausländischen Journalisten sogar die Einreise verboten. Liege es an der Regierungsform, wie in Myanmar, oder einfach an der momentanen politischen Lage, wie in den USA im September 2001.
Korrespondenten klagen am meisten über die Zeitverschiebung. So arbeiten sie ständig unter Zeitdruck oder zu unüblichen Zeiten. Deshalb leiden Auslandsjournalisten vielfach an Überarbeitung. Meist können sie sich deshalb auch nicht genügend Zeit zur Aufarbeitung eines Themas nehmen. (Kleber).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert die Fragestellung zur Objektivität der Auslandsberichterstattung und erläutert das Vorhaben, die Nachrichtenproduktion des „heute-journal“ zu analysieren.
Durchführungsteil: Dieser Teil beleuchtet die Definitionen von Informationen und Nachrichten, die Auswahlkriterien für Beiträge, die genutzten Quellen, die Organisation des Korrespondentennetzes sowie die Arbeitsbelastungen und Qualitätsprüfungen in der Redaktion.
Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Bemühungen um eine ausgewogene Berichterstattung zusammen und reflektiert die im Rahmen der Hospitation gewonnenen Erkenntnisse über den hohen redaktionellen Aufwand.
Schlüsselwörter
ZDF, heute-journal, Auslandsberichterstattung, Gatekeeper-Forschung, Nachrichtenwert-Theorie, Korrespondenten, Nachrichtenauswahl, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Nachrichtenagenturen, Eurovision, Medienethik, Journalismus, Krisenberichterstattung, Redaktionsarbeit, Medienstaatsvertrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Auslandsberichte für die Nachrichtensendungen des ZDF, speziell für das „heute-journal“, produziert werden und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswahlkriterien für Nachrichten, den Informationsquellen, der Struktur des Korrespondentennetzes und den Problemen, mit denen Journalisten im Ausland konfrontiert sind.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Prozess von der ersten Information bis zum fertigen TV-Beitrag transparent zu machen und zu prüfen, ob die Berichterstattung objektiv erfolgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden kommunikationswissenschaftliche Ansätze wie die Gatekeeper-Forschung und die Nachrichtenwert-Theorie angewandt, um die journalistischen Entscheidungsprozesse theoretisch zu fundieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Nachrichten, dem Selektionsdruck in Redaktionen, der Nutzung von Agenturmaterial und dem EBU-Netzwerk sowie den Herausforderungen in Kriegs- oder Krisengebieten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachrichtenauswahl, Gatekeeper, Korrespondenten, Nachrichtenwert, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Qualitätskontrolle.
Warum spielt die Gatekeeper-Forschung eine Rolle bei der Themenauswahl?
Sie erklärt den Prozess, nach dem Journalisten entscheiden, welche internationalen Ereignisse für das deutsche Publikum relevant sind und welche aufgrund von Zeitdruck oder anderen Faktoren aussortiert werden.
Welchen Einfluss haben Auslandskorrespondenten auf die Qualität?
Da sie vor Ort leben und Kontakt zur lokalen Bevölkerung haben, dienen sie als wichtige Instanz, um Agenturmeldungen zu bestätigen, einzuordnen und durch Hintergrundinformationen zu vertiefen.
- Quote paper
- Susanne Schlink (Author), 2004, Produzieren von Auslandsberichten in den Nachrichten des Zweiten Deutschen Fernsehens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45762