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Hans Jonas "Das Prinzip Verantwortung". Durchsetzungskraft einer prospektiven Ethik

Titel: Hans Jonas "Das Prinzip Verantwortung". Durchsetzungskraft einer prospektiven Ethik

Bachelorarbeit , 2018 , 41 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Max Hillebrand (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit strebt eine Untersuchung der Verantwortungsethik von Hans Jonas an und überprüft, ob seine Ethik die fortgeschrittene technologisierte Zivilisation trifft und seinem Anspruch den Handlungsbereich der Ethik um eine zeitliche Komponente zu erweitern, gerecht wird. Folgend gilt es in Betrachtung dessen, die Frage zu stellen, wie sich der Erfolg des Prinzips Verantwortung in umweltethischen Diskursen manifestieren konnte.

„Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ (Jonas, H., 2017)
Die Menschheit lebt ein offenes Fortschrittsdenken. Große Weltunternehmen handeln für ihre eigenen Profitinteressen und gegen soziale oder ökologische Richtwerte. So ist die Lösung zur Endlagerung von Atommüll bis heute nicht endgültig geregelt. Aktuelle Diskurse über die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge polarisieren in den Medien und nach dem Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen scheinen die Werte der ökologischen Aufklärung ins Nichts zu verlaufen. In diesem Zusammenhang bildet der Begriff „Verantwortung“ eine große Bedeutung, wie es Hans Jonas 1979 in seinem
ökologischen Imperativ vorstellt, denn die „technische Intervention des Menschen“ (Ebd.) verdeutlicht die Verletzlichkeit der Natur und stellt den Menschen somit in Verantwortung für „die gesamte Biosphäre des Planeten, [...] weil wir Macht darüber
haben“. (Ebd.)

Mit seinem Spätwerk „Das Prinzip Verantwortung“ förderte Hans Jonas die ethischen Diskurse der achtziger Jahre. Zu jener Zeit galt das Buch als ein „philosophischer Bestseller“. (Hubig, C., 1995) Fast 40 Jahre nach Erstveröffentlichung richtet sich
Jonas’ Zukunftsvision mehr denn je auf unsere heutige Gesellschaft. Angelegt an die Allgemeingültigkeit des kategorischen Imperativs verdeutlicht Jonas ein naturbewusstes Handeln, in dem er eine Ethik für die technologisierte Zivilisation entwirft. Jedoch ist die vorgebrachte Technikfeindlichkeit unserer modernen Risikogesellschaft fremd: „So sehr wurde [die Risikogesellschaft] zur Selbstverständlichkeit, dass jede Fragwürdigkeit verschwinden konnte und eine konturlose Fraglosigkeit kaum einen Anknüpfungspunkt mehr zuzulassen scheint [...]. Damalige Normativität gilt als falsifiziert durch heutige Normalität.“ (Schmidt, J. C., 2007)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Person Hans Jonas: Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Geschichte

3. Das Prinzip Verantwortung

3.1 Definition von Verantwortung

3.2 Ursachenanalyse: Veränderung im Handeln des Menschen

3.3 Begründung: Pflicht zur Existenzerhaltung

4. Erweiterung des kategorischen Imperativs: Gesinnungsethik und Verantwortungsethik

4.1 Begründungssätze der Umweltethik

4.2 Kant als Umweltethiker

4.3 Probleme des ökologischen Imperativs

5. Der Erfolg des Prinzips Verantwortung

6. Problemlage und Ausblick des Verantwortungsbegriffs

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Durchsetzungskraft der Verantwortungsethik von Hans Jonas im Kontext des technologischen Fortschritts und aktueller ökologischer Herausforderungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Konzept des "Prinzips Verantwortung" trotz philosophischer Begründungsschwierigkeiten in umweltethischen Diskursen etablieren konnte und ob es eine sinnvolle Erweiterung oder Ergänzung zu klassischen moralphilosophischen Ansätzen, wie denen von Immanuel Kant, darstellt.

  • Historische und biografische Einordnung von Hans Jonas.
  • Analyse des Verantwortungsbegriffs und des ökologischen Imperativs.
  • Kritische Gegenüberstellung von Jonas' Ethik mit der kantianischen Moralphilosophie.
  • Untersuchung der strukturellen Probleme, wie der Verantwortungsdiffusion in modernen Gesellschaften.
  • Bewertung des Einflusses der Jonas'schen Ethik auf internationale Umweltpolitik und Diskurse.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

Die Menschheit lebt ein offenes Fortschrittsdenken. Große Weltunternehmen handeln für ihre eigenen Profitinteressen und gegen soziale oder ökologische Richtwerte. So ist die Lösung zur Endlagerung von Atommüll bis heute nicht endgültig geregelt. Aktuelle Diskurse über die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge polarisieren in den Medien und nach dem Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen scheinen die Werte der ökologischen Aufklärung ins Nichts zu verlaufen. In diesem Zusammenhang bildet der Begriff „Verantwortung“ eine große Bedeutung, wie es Hans Jonas 1979 in seinem ökologischen Imperativ vorstellt, denn die „technische Intervention des Menschen“ verdeutlicht die Verletzlichkeit der Natur und stellt den Menschen somit in Verantwortung für „die gesamte Biosphäre des Planeten, [...] weil wir Macht darüber haben“.

Mit seinem Spätwerk „Das Prinzip Verantwortung“ förderte Hans Jonas die ethischen Diskurse der achtziger Jahre. Zu jener Zeit galt das Buch als ein „philosophischer Bestseller“. Fast 40 Jahre nach Erstveröffentlichung richtet sich Jonas’ Zukunftsvision mehr denn je auf unsere heutige Gesellschaft. Angelegt an die Allgemeingültigkeit des kategorischen Imperativs verdeutlicht Jonas ein naturbewusstes Handeln, in dem er eine Ethik für die technologisierte Zivilisation entwirft. Jedoch ist die vorgebrachte Technikfeindlichkeit unserer modernen Risikogesellschaft fremd: „So sehr wurde [die Risikogesellschaft] zur Selbstverständlichkeit, dass jede Fragwürdigkeit verschwinden konnte und eine konturlose Fraglosigkeit kaum einen Anknüpfungspunkt mehr zuzulassen scheint [...]. Damalige Normativität gilt als falsifiziert durch heutige Normalität.“ Dahin gehend liegt es nahe, eine Untersuchung der Verantwortungsethik von Hans Jonas anzustreben, sowie zu überprüfen, ob seine Ethik die fortgeschrittene technologisierte Zivilisation trifft und seinem Anspruch den Handlungsbereich der Ethik um eine zeitliche Komponente zu erweitern, gerecht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Fortschrittsglaubens und der ökologischen Risiken ein, wobei das Prinzip Verantwortung von Hans Jonas als Antwort auf die veränderte menschliche Macht durch moderne Technik vorgestellt wird.

2. Die Person Hans Jonas: Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Geschichte: Das Kapitel bietet eine biografische Einordnung von Hans Jonas und beleuchtet die historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs sowie der Umweltschutzbewegung.

3. Das Prinzip Verantwortung: Hier wird der Kern der Theorie von Jonas analysiert, insbesondere die Definition von Verantwortung, die Ursachenanalyse moderner Gefahren und die Begründung der Pflicht zur Existenzerhaltung.

4. Erweiterung des kategorischen Imperativs: Gesinnungsethik und Verantwortungsethik: Dieses Kapitel vergleicht Jonas' Ansatz kritisch mit den Ethiken von Kant und Max Weber und untersucht die Begründungssätze der Umweltethik sowie Probleme des ökologischen Imperativs.

5. Der Erfolg des Prinzips Verantwortung: Das Kapitel analysiert, warum das Prinzip trotz theoretischer Einwände einen weitreichenden Erfolg in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung erzielen konnte.

6. Problemlage und Ausblick des Verantwortungsbegriffs: Hier wird das soziologische Phänomen der Verantwortungsdiffusion untersucht und in den aktuellen Kontext der globalisierten Welt und politischer Umweltdiskurse gestellt.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die anhaltende Relevanz der Jonas'schen Kritik für die heutige Risikogesellschaft.

Schlüsselwörter

Hans Jonas, Prinzip Verantwortung, Umweltethik, Ökologischer Imperativ, Nachhaltigkeit, Anthropozentrik, Biozentrik, Kant, Ethik, Verantwortungsethik, Technikethik, Risikogesellschaft, Verantwortungsdiffusion, Folgenabschätzung, Handlungsverantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Verantwortungsethik von Hans Jonas und deren Bedeutung für den ökologischen Schutz in Zeiten moderner Technologie.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Prinzip Verantwortung, die Gegenüberstellung von Jonas' Ethik zu Kant, sowie die Herausforderungen des Umweltschutzes in der modernen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, warum das Prinzip Verantwortung trotz Kritik erfolgreich in den Diskurs eingehen konnte und ob Jonas' Ethik eine sinnvolle Ergänzung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philosophische Analyse und ein systematischer Vergleich ethischer Theorien angewandt, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit aktuellen ökologischen Diskursen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Prinzips Verantwortung, dessen Begründung, ein Vergleich mit Kant sowie soziologische Phänomene wie die Verantwortungsdiffusion beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verantwortung, ökologischer Imperativ, Nachhaltigkeit, biozentrische Ethik und die kritische Würdigung der Arbeit von Hans Jonas.

Warum spielt der Begriff der „Heuristik der Furcht“ bei Jonas eine zentrale Rolle?

Die Heuristik der Furcht ist für Jonas ein notwendiges Mittel, um bei der Unvorhersehbarkeit neuer Technologien stets die schlechtere Prognose zu wählen und somit das Überleben der Menschheit abzusichern.

Was bedeutet das Phänomen der Verantwortungsdiffusion im Kontext der Arbeit?

Verantwortungsdiffusion bezeichnet das soziologische Phänomen, dass in Gruppen oder komplexen Systemen die empfundene persönliche Verantwortung sinkt, was Jonas' Ziel der aktiven, individuellen Verantwortung entgegensteht.

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Details

Titel
Hans Jonas "Das Prinzip Verantwortung". Durchsetzungskraft einer prospektiven Ethik
Hochschule
Universität Leipzig  (Philosophie)
Note
3,0
Autor
Max Hillebrand (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
41
Katalognummer
V457730
ISBN (eBook)
9783668876804
ISBN (Buch)
9783668876811
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bachelorarbeit Philosophie Hans Jonas Prinzip Verantwortung Verantwortung Ethik Abschlussarbeit Kant Naturethik Umweltschutz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Max Hillebrand (Autor:in), 2018, Hans Jonas "Das Prinzip Verantwortung". Durchsetzungskraft einer prospektiven Ethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457730
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Leseprobe aus  41  Seiten
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