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Der Brand von Persepolis. Eine Ausarbeitung über die Ursache und den Vorgang der Brandstiftung

Titel: Der Brand von Persepolis. Eine Ausarbeitung über die Ursache und den Vorgang der Brandstiftung

Hausarbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lukas Mertschuweit (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

331 v. Chr. hat Alexander der Große den persischen Königspalast von Persepolis verbrannt. Diese Hausarbeit wird die Darstellungen von den antiken Autoren Curtius Rufus und Arrian mit dem archäologischen Befund abgleichen und analysieren, wie der Brand abgelaufen sein könnte und welche Motive Alexander hatte.

Schon Arrian übte Kritik am Brand der Königspaläste von Persepolis. Rache konnte dies nicht sein. Diese Hausarbeit versucht darzustellen, dass Arrian recht gehabt hat. Der Brand war kein Akt der Rache. Zumindest kein Akt der Rache für die Tempelverbrennung von Xerxes knapp anderthalb Jahrhunderte vorher. Was der wirkliche Grund war, wird diese Hausarbeit letztlich nicht zeigen können. Doch sie versucht darzulegen, was (wahrscheinlich) nicht die Gründe waren und welche Gründe plausibler erscheinen. Dafür hat der Autor die Quellen von Curtius Rufus und Arrian herangezogen. Diese Auswahl wird begründet. Außerdem fußt die Diskussion neben der Forschungsliteratur, auf archäologischen Befunden. Diese werden vorgestellt und zur Deutung der Ursache der Brandstiftung herangezogen. Außerdem wird zwangsläufig mit Kartenmaterial gearbeitet, was nicht ausbleiben kann bei einem Feldzug dieser Größe. Alexander eroberte ein Gebiet, was vom heutigen Indien im Osten, bis zur heutigen Türkei im Westen, über Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgisistan im Norden bis nach Ägypten und dem persischen Golf im Süden ging. Dieser Eroberungszug hat bei Zeitgenossen und in der Forschung viele Fragen aufgeworfen. Eine davon ist, warum Alexander den Palast-Komplex in Persepolis niedergebrannt hat. Die vorliegende Darstellung fußt in allen allgemeinen Fragen vor allem auf das Werk von Lehmann. Den ältesten Überblick zum Alexanderzug hat Droysen geliefert, doch seineDarstellung gilt in einigen Punkten als überholt. Speziell zum Brand von Persepolis fußt diese Darstellung auf den Aufsätzen von Borza und Nawotka.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Quellenproblematik

1.2 Die Vulgata-Tradition

1.3 Forschungsdiskussion

2. Der Alexanderzug

2.1 Das Persische Großreich

2.2 Das makedonische Königreich

2.3 Das Rachemotiv unter Philipp II.

2.4 Herrschaftsantritt Alexander des Großen

2.5 Der Verlauf des Alexanderzuges bis zum Brand von Persepolis

3. Der Brand von Persepolis

3.1 Persepolis

3.2 Die Darstellung von Arrian

3.3 Die Darstellung von Curtius Rufus

3.4 Der zeitliche Ablauf in Persepolis

3.5 Quellenkritik

3.6 Der Grund für die Verbrennung der Palastbauten

3.7 Der Befund der Archäologie

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und Ursachen für die Zerstörung des Palastkomplexes von Persepolis durch Alexander den Großen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob es sich bei dem Brand um einen gezielten, geplanten Akt handelte oder um eine spontane Affekthandlung, wobei die Widersprüche zwischen den antiken Quellen und archäologischen Befunden kritisch analysiert werden.

  • Analyse antiker Quellen (Arrian und Curtius Rufus) hinsichtlich des Alexanderzugs und Persepolis.
  • Untersuchung des "Rachemotivs" als Rechtfertigung für den Feldzug und die Zerstörung.
  • Kontrastierung der literarischen Darstellung mit archäologischen Erkenntnissen der Ruinenstätte.
  • Diskussion aktueller Forschungsmeinungen zur Strategie und Motivation Alexanders.

Auszug aus dem Buch

3.7 Der Befund der Archäologie

Verbrannt wurden zum einen die Bauten, welche Xerxes zuzuweisen sind: Die Apadana und der Palast (Halle der 100 Säulen). Zudem wurde das Schatzhaus verbrannt. Doch die Gebäude stehen vergleichsweise weit auseinander, sodass ein Feuer nicht spontan übergreifen kann, außerdem spricht die Bauweise gegen eine solche Möglichkeit. Des Weiteren waren die Säulen bis zu 20 Meter hoch. Die Hallen müssten also hoch mit brennbarem Material ausgefüllt worden sein, damit die Gebäude Feuer fangen konnten. Dafür spricht, dass Zedernholzfragmente in der Asche gefunden wurden, die auch Curtius Rufus schildert. Doch dürften sich auch schon vor einer Brandstiftung Zedernholzmöbel in den Hallen gewesen sein. Der archäologische Befund spricht für ein geplantes Anzünden der drei Gebäude und zwar jedes einzeln für sich.

Die Plünderungen im Siedlungsbereich und im Areal von den Palastanlagen sind archäologisch nachweisbar. Auch die Plünderung des Schatzhauses ist bewiesen, aufgrund von Überresten von Steinkellen, kostbaren Tellern und Platten, die wohl von den Soldaten zerstört wurden, um goldene Randeinfassungen herauszureißen.

Die entscheidende Frage, ob der Palast-Komplex systematisch geplündert wurde, oder in größter Eile kann archäologisch nicht sicher bewiesen werden. Einerseits hat Alexander über ein große Anzahl von Lasttieren die Schätze abtransportieren lassen, was für ein geplantes Plündern spricht, wie es auch Borza folgert.

Doch es gibt einen entscheidenden Befund, der für ein spontanes Plündern spricht. Die Ausgrabungen in geplünderten Gräbern deckten viele kleine goldene zurückgelassene Schmuckstücke auf. Daraus lässt sich schließen, dass die Plünderer in großer Eile plünderten und nicht zurückkommen wollten. In Raum 16 der Apadana wurden überall im Flur verteilt Blattgoldreste und andere kleine Goldgegenstände gefunden. Die Plünderung sei demnach in großer Geschwindigkeit in kurzer Zeit geschehen, sodass die Plünderer vorrangig große Gegenstände raubten. Die Verbrennung des Komplexes erfolgte letztlich direkt nach der Plünderung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Brandes von Persepolis ein und begründet die methodische Auswahl der antiken Quellen (Arrian, Curtius Rufus) sowie der archäologischen Befunde.

2. Der Alexanderzug: Dieses Kapitel skizziert die Strukturen des Perserreiches und des makedonischen Königreichs sowie den Verlauf des Feldzugs bis zur Eroberung von Persepolis.

3. Der Brand von Persepolis: Hier werden die verschiedenen antiken Darstellungen sowie der archäologische Befund zur Zerstörung des Palastes detailliert analysiert und kritisch hinterfragt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Brand ein geplanter politischer Akt war, der wahrscheinlich aus Enttäuschung über den Widerstand der Bevölkerung resultierte.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten antiken Primärquellen sowie die einschlägige moderne wissenschaftliche Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Alexander der Große, Persepolis, Brandstiftung, Arrian, Curtius Rufus, Rachemotiv, Achaemeniden, Archäologie, Palastkomplex, Dareios III., Militärgeschichte, Antike, Quellenkritik, Machtpolitik, Kleitarch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser historischen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und den Ablauf der Zerstörung des Palastkomplexes von Persepolis durch Alexander den Großen im Jahr 330 v. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Themen zählen die Rolle der antiken Geschichtsschreibung, das panhellenische Rachemotiv gegen die Perser, die militärische Strategie Alexanders und die archäologische Beweislage zur Brandstiftung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Ausarbeitung?

Die zentrale Frage ist, ob die Zerstörung des Palastes ein geplanter, politischer Akt war oder eine impulsive Affekthandlung, und welche Motive Alexander dabei geleitet haben könnten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine quellenkritische Analyse der literarischen Überlieferungen (insbesondere Arrian und Curtius Rufus) durch und ergänzt diese mit aktuellen archäologischen Erkenntnissen und moderner Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der historische Kontext des Alexanderzugs und die Bedeutung von Persepolis erläutert, gefolgt von einer detaillierten Gegenüberstellung der antiken Quellenberichte sowie einer Auswertung archäologischer Funde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Alexander der Große, Persepolis, Brandstiftung, Quellenkritik, Achaemeniden und antike Historiographie.

Wie bewertet der Autor das in den Quellen oft genannte Rachemotiv?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Rachemotiv für die Brandstiftung historisch und logisch nicht haltbar ist, sondern eher als proklamierte Rechtfertigung für den gesamten Feldzug diente.

Welche Rolle spielt die Archäologie bei der Beantwortung der Forschungsfrage?

Die Archäologie dient als objektive Korrekturinstanz, die durch bauliche Befunde (wie etwa die Dimensionen der Säulen und Brandspuren) gegen eine rein spontane Affekthandlung spricht und einen geplanten Prozess der Zerstörung untermauert.

Warum wird die Rolle der Thais in der Darstellung kontrovers diskutiert?

Die Episode um die Hetäre Thais, die Alexander zum Brand animiert haben soll, gilt vielen Forschern als literarische Erfindung der Vulgata-Tradition, da sie das Bild eines betrunkenen, affektgesteuerten Königs zeichnet, was im Widerspruch zur militärischen und politischen Planung steht.

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Details

Titel
Der Brand von Persepolis. Eine Ausarbeitung über die Ursache und den Vorgang der Brandstiftung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Alexander der Große
Note
1,3
Autor
Lukas Mertschuweit (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V457815
ISBN (eBook)
9783668875401
ISBN (Buch)
9783668875418
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alexander der Große Persepolis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Mertschuweit (Autor:in), 2018, Der Brand von Persepolis. Eine Ausarbeitung über die Ursache und den Vorgang der Brandstiftung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457815
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Leseprobe aus  23  Seiten
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