Diese Diplom-Hausarbeit thematisiert das immer noch aktuelle Thema „Nachwuchsprobleme im Handwerk“, welches sich über die letzten Jahre hinweg weiter zugespitzt hat und eine greifbare Lösung nicht in Sicht ist.
Ziel dieser Diplom-Hausarbeit ist es, die Problemstellung der Rekrutierung im Handwerk darzustellen und einen geeigneten Lösungsansatz zu präsentieren. Währenddessen das Handwerk bis in die 80er und 90er Jahre eine Hochkonjunktur hatte, vergas man es seit dem, einen geeigneten Weg für die Zukunft an benötigten Fachkräfte zu ebnen und auszubauen. Seit einigen Jahren spitzte sich die Situation der nicht besetzten Lehrstellen soweit zu, dass das Handwerk, stellvertretend über den obersten Fachverband, eine Imagekampagne insbesondere für den Berufszweig Handwerk mit einem Millionenbetrag förderte. Trotz aller Bemühungen der neuen Werbung für das Handwerk, blieb ein scheinbarer Erfolg vor erst aus. Ganz im Gegenteil, die Zahl der offenen Stellen und die Ausbildungszahl sind seit Jahren konstant rückläufig.
Der Hauptschwerpunkt der 130 Handwerksberufe wird auf die Bauberufe begrenzt. Diese stehen in der Diplom-Hausarbeit stellvertretend für das ganze Handwerk und der Begrifflichkeit des Handwerk dar.
Diese Arbeit sieht folgende methodische Vorgehensweise vor. In Kapitel zwei werden die Grundlagen, die aktuellen Situation am Arbeitsmarkt, sowie die eigentliche Aufgabe der Personalgewinnung betrachtet. Darüber hinaus steht die eigentliche Ist-Situation der Personal-gewinnung im Handwerk in Kapitel drei. Hier wird der aktuelle Zustand der Personalgewinnung aus allen Standpunkten analysiert. Über die Möglichkeiten einer Personalfindung wird im nächsten Kapitel vier, in Form eines Models, zur Rekrutierung von Auszubildenden im Handwerk, dargestellt. Im letzten und fünften Kapitel dieser Diplomarbeit wird mit Ausblick auf die Zukunft ein Fazit für die Rekrutierung von Auszubildenden gezogen.
Alle Kapitel basieren zusätzlich zu den literarischen Verweisen aus Zeitschriften, Lehrbüchern und thematischen Berichten, auf Interviews von vielen Personengruppen und Sicht-weisen, die zu diesem Thema eine Rolle spielen können. Diese Interviews dienen stellvertretend diejenigen Bereiche, die vordergründig zur Rekrutierung von Auszubildenden beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Die methodische Vorgehensweise
2. Grundlagen
2.1 Das Handwerk
2.1.1 Die Handwerksorganisation
2.1.2 Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt
2.1.3 Ursachen am Arbeitsmarkt
2.1.4 Die zu erwartende Entwicklung am Arbeitsmarkt
2.2 Die Personalgewinnung
2.2.1 Aufgaben der Personalgewinnung
2.2.2 Grundlagen zur Personalgewinnung
2.2.3 Maßnahmen zur Personalgewinnung
2.3 Die Ist-Situation des Handwerks
2.3.1 Die Unterschiede in den Handwerksberufen
2.3.2 Problemlage der Rekrutierung von Auszubildenden im Handwerk
3. Die Ist-Situation der Personalgewinnung im Handwerk
3.1 Zusammenfassung der Experteninterviews
3.1.1 Zusammenfassung vom 10.07.2018, Dachdeckermeister Marc Clemens
3.1.2 Zusammenfassung vom 17.07.2018, Zimmermeister Heinz Schmidt
3.1.3 Zusammenfassung vom 20.07.2018, Malermeister Andreas Conrad
3.1.4 Emilie Cronacher Fragenkatalog aus Juni 2020
3.2 Die Personalgewinnung im Handwerk
3.3 Unterstützung der Betriebe zur Personalfindung
4. Möglichkeiten der Personalfindung
4.1 Die Herangehensweise
4.2 Model zur Rekrutierung von Auszubildenden im Handwerk
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Problematik der Rekrutierung von Auszubildenden im Handwerk und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen sowie ein Modell für eine effektive Personalgewinnung ab, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
- Analyse der aktuellen Marktsituation und demografischer Einflussfaktoren im Handwerk.
- Untersuchung von Ursachen für das Imageproblem des Handwerks und dessen Auswirkungen auf die Bewerberzahlen.
- Evaluierung von Rekrutierungsstrategien durch Experteninterviews mit Handwerksmeistern.
- Entwicklung eines systematischen Modells zur Gewinnung und Bindung neuer Auszubildender.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Aufgaben der Personalgewinnung
Um den betrieblichen Bedarf der Personalgewinnung zu definieren, ist es wichtig als Unternehmen gewisse Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen können richtig oder auch falsch sein, müssen jedoch ein festes und klares Ziel definieren, einen neuen Mitarbeiter oder Auszubildenden einzustellen. Trifft die Auswahl auf einen zukünftigen Auszubildenden, muss es dem Unternehmen klar sein, dass dieser diesen Beruf, auch ohne Vorkenntnisse erst erlernen muss. Man setzt diesen Stand und die dazugehörige Rekrutierung des Auszubildenden mit dem eines Facharbeiter in der Personalwirtschaft gleich und zwar als Arbeitnehmer.
„Das Planziel der Personalbeschaffung besteht in der rechtzeitigen Bereitstellung der mit Hilfe der Bedarfsplanung als notwendig ermittelten Zahl an Mitarbeitern, die entsprechend den Anforderungsprofilen der Arbeitsplätze über die erforderlichen Qualifikationen verfügen.“
Grundsätzlich ist es für das Handwerksunternehmen wichtig, eine definierte Personaldeckung mit der benötigten Qualität zu bekommen. Ausgangspunkt ist die zu besetzende Stelle unter Berücksichtigung der betrieblichen Strategie und Ausrichtung. Diese muss sich in der Stellenbeschreibung wiederfinden. Einfacher gesagt, die Aufgabe der Personalgewinnung besteht darin, den passenden Mitarbeiter, mit der nötigen Qualifikation, zu einem bestimmten Zeitpunkt, für eine gewisse Dauer, für die benötigte Arbeit und an einem bestimmten Ort zu finden und dies mit Hilfe verschiedenster und geeignetster Instrumente, die zur Verfügung stehen. Diese Strategie bezieht sich hierbei immer auf das ganze Unternehmen und ist als Teil der Unternehmensstrategie zu verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Nachwuchsmangels im Handwerk ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, einen Lösungsansatz zur Rekrutierung zu erarbeiten.
2. Grundlagen: Hier werden die historischen Wurzeln des Handwerks, die aktuelle Arbeitsmarktsituation, theoretische Grundlagen der Personalgewinnung sowie die spezifische Ist-Situation und Problemlagen bei der Rekrutierung detailliert beleuchtet.
3. Die Ist-Situation der Personalgewinnung im Handwerk: In diesem Kapitel werden empirische Daten durch Experteninterviews mit verschiedenen Handwerksmeistern ausgewertet, um die praktischen Herausforderungen bei der Suche nach Auszubildenden zu identifizieren.
4. Möglichkeiten der Personalfindung: Dieses Kapitel stellt konkrete Herangehensweisen und ein strukturiertes Modell für Handwerksbetriebe vor, um den Rekrutierungsprozess erfolgreich zu gestalten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven, modernen und imagefördernden Rekrutierungsstrategie zur Sicherung des Fortbestands der Handwerksbetriebe.
Schlüsselwörter
Handwerk, Personalgewinnung, Auszubildende, Nachwuchsmangel, Rekrutierung, Fachkräftemangel, Ausbildung, Handwerksberufe, duales System, Personalbeschaffung, Arbeitgebermarke, Berufsorientierung, Personalplanung, Handwerksbetriebe, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert den akuten Nachwuchsmangel im Handwerk und die damit verbundenen Schwierigkeiten für Betriebe, geeignete Auszubildende zu finden und zu gewinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Arbeitsmarktsituation, die Imageproblematik des Handwerks, Rekrutierungsinstrumente und Methoden zur Bindung von Auszubildenden.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse der Rekrutierungsproblematik im Handwerk, um daraus Handlungsempfehlungen und ein strukturiertes Modell zur effektiven Personalgewinnung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalysen und qualitativen Experteninterviews mit Handwerksmeistern, um sowohl theoretische als auch praktische Perspektiven zu integrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Personalgewinnung, die aktuelle Ist-Situation im Handwerk sowie die Ergebnisse der Expertenbefragungen und leitet daraus konkrete Handlungsmodelle ab.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Personalgewinnung, Nachwuchsmangel, Handwerk, Ausbildung, Rekrutierung und Fachkräftemangel.
Welche Rolle spielt das Image des Handwerks bei der Rekrutierung?
Das Image des Handwerks wird als wesentlicher Faktor für den Bewerberrückgang identifiziert; viele Jugendliche haben ein veraltetes oder negatives Bild, dem durch gezielte Marketingmaßnahmen entgegengewirkt werden muss.
Wie soll laut dem entwickelten Modell die Personalgewinnung optimiert werden?
Das Modell empfiehlt eine systematische Bedarfsanalyse, eine klare Anforderungsprofil-Erstellung, die Nutzung moderner Kommunikationskanäle sowie die frühzeitige Ansprache potenzieller Bewerber auf Ausbildungsmessen oder in Schulen.
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- Kurt Krämer (Author), 2020, Nachwuchsprobleme im Handwerk. Analyse und Handlungsempfehlung zur Rekrutierung von Auszubildenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457844