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Sexuelle Gewalt im Hause Davids. Die Frau als Opfer in der Erzählung um Tamar und Amnon (2. Sam 13,1-22)

Titel: Sexuelle Gewalt im Hause Davids. Die Frau als Opfer in der Erzählung um Tamar und Amnon (2. Sam 13,1-22)

Hausarbeit , 2018 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll die Erzählung einer jungen Frau genauer untersucht werden, die Opfer von sexueller Gewalt wurde. Gewalt insgesamt, aber auch besonders gegen Frauen, ist ein höchst schwieriges Thema für die Theologie. Auch wenn berücksichtigt wird, dass Aspekte wie die kulturellen Hintergründe und die Entstehung des Alten Testaments in ihrem Gehalt nicht unreflektiert auf heute übertragen werden können, machen Beispiele wie das des portugiesischen Richters, der mit Bezug auf die Bibel erst im Oktober 2017 Gewalt gegen Frauen rechtfertigte , deutlich, dass eine theologische Auseinandersetzung mit der Thematik auch heute noch dringend notwendig ist.

Die Exegese ist hinsichtlich der weiblichen Dimension besonders herausfordernd, da sowohl Verfasser als auch Redakteure männlich sind und die biblischen Texte in einer, wie Schüngel-Straumann schreibt, „frauenfeindlichen Epoche“ entstanden sind. Hannelis Schulte dagegen vertritt die herausfordernde These, Tamars Erzählung sei „zwar inhaltlich schrecklich, als Erzählung jedoch schön und voller Weisheit“ . Um diese Weisheit soll es in dieser Arbeit gehen, indem untersucht wird, wie Tamars Schicksal heute ausgelegt werden kann und vor welche Aufgaben die Leserschaft durch solche Erzählungen gestellt wird. Auch wenn sich die Rechte von Frauen und ihre gesellschaftliche Stellung verändert haben, stellt sich doch die Frage, welche Relevanz Tamars Geschichte heute für Kirche und Theologie hat. Dazu soll nach dieser Einleitung die Erzählung von Tamar und ihren Brüdern genauer untersucht werden. Nach einer Aufschlüsselung der Gliederung und Struktur des Textes wird die Erzählung anhand von fünf Szenen genauer beleuchtet. Anschließend folgt ein kurzer Vergleich mit einer weiteren biblischen Erzählung, in der eine Frau, Dina, die Tochter Jakobs, Opfer von häuslicher Gewalt wird. Im dritten Kapitel sollen anschließend die beteiligten Personen in den Blick genommen werden, so dass Opfer, Täter und Gesellschaft hinsichtlich ihrer Rolle in einer patriarchischen Epoche untersucht werden. Die Arbeit endet mit einem Fazit und dem Ausblick, welche Schönheit und Weisheit in dieser Erzählung womöglich zu finden ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Erzählung von Tamar und Amnon

2.1 Struktur und Gliederung

2.2 Auslegung der Szenen

2.2.1 Szene I (V. 1-4)

2.2.2 Szene II (V. 5-10)

2.2.3 Szene III (V. 11-19)

2.2.4 Szene IV (V. 20)

2.2.5 Szene V (V. 21-22)

2.3 Vergleich zur Erzählung von Dina

3 Sexuelle Gewalt und patriarchale Herrschaft

3.1 Das Opfer

3.2 Der Täter

3.3 Die Gesellschaft

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die biblische Erzählung von Tamar und Amnon (2. Sam 13,1-22), um die Dynamiken von sexueller Gewalt und patriarchaler Herrschaft innerhalb der damaligen Gesellschaft sowie deren Relevanz für die heutige Theologie zu ergründen.

  • Analyse der biblischen Tamar-Erzählung anhand einer szenischen Aufschlüsselung.
  • Untersuchung der Rollenverteilung zwischen Opfer, Täter und Gesellschaft in einem patriarchalen System.
  • Vergleichende Analyse zur Erzählung von Dina als weiteres biblisches Fallbeispiel für sexuelle Gewalt.
  • Reflexion über die Machtstrukturen, das Schweigen der Opfer und die Verantwortung der Kirche heute.

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Szene III (V. 11-19)

Die dritte Szene bildet den dramatischen und tragischen Höhepunkt der Erzählung. Mit dem Zupacken Amnons kommt es zu einer ersten Gewalttat, die direkt gefolgt wird von der eindeutigen Aufforderung an Tamar, sich zu ihm zu legen. Die explizite Anrede als Schwester in Vers 11 irritiert den heutigen Leser besonders. Tamar bringt sein Vorhaben mit ihrer Entgegnung („tu mir keine Gewalt an“) direkt auf den Punkt, seine Intention und die Gefahr, in der sie schwebt, scheint ihr sehr bewusst zu sein. Klugerweise argumentiert sie mit der Tora und qualifiziert sein Vorhaben als Sünde und Verbrechen. Rauchwarter sieht darin eine Parteinahme für Tamar seitens der Überlieferung. Tamar bezieht sich auf das in Lev 18, 9 festgehaltene Verbot des Geschlechtsverkehrs zwischen Geschwistern. Sie benennt seine Intention deutlich als Schandtat und versucht ihn mit Hilfe von Vernunft und Einsicht von seinem Vorhaben abzubringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von häuslicher und sexueller Gewalt ein, verortet das Thema in der biblischen Exegese und benennt das Ziel, die Erzählung um Tamar als Opfer sexueller Gewalt zu untersuchen.

2 Die Erzählung von Tamar und Amnon: Dieses Kapitel analysiert die Struktur der Erzählung, legt die fünf Szenen im Detail aus und zieht einen Vergleich zur ähnlichen Erzählung von Dina.

3 Sexuelle Gewalt und patriarchale Herrschaft: Hier werden die Rollen des Opfers, des Täters und der Gesellschaft innerhalb der patriarchalen Strukturen des Alten Testaments kritisch beleuchtet.

4 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit unter theologischen Gesichtspunkten und diskutiert die heutige Verantwortung der Kirche im Umgang mit Gewalt.

Schlüsselwörter

Tamar, Amnon, sexuelle Gewalt, patriarchale Herrschaft, 2. Samuel 13, biblische Exegese, feministische Theologie, Opferrolle, Machtmissbrauch, Altes Testament, Schweigen, Geschlechterrollen, Schuldspirale, David, Absalom

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die biblische Erzählung von Tamar und Amnon (2. Sam 13,1-22) im Kontext von Machtverhältnissen und sexueller Gewalt im Alten Testament.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die Rolle des Opfers, die Motivation und das Handeln des Täters sowie das Verhalten und die Verantwortung der patriarchalen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Gewalterzählung exegetisch zu durchdringen, die Instrumentalisierung der Frau in der damaligen Zeit sichtbar zu machen und theologische Anknüpfungspunkte für heute zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine exegetische Analyse der biblischen Erzählung vorgenommen, ergänzt durch feministisch-theologische Perspektiven und Literaturvergleiche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte szenische Auslegung der Erzählung, einen Vergleich mit der Erzählung von Dina sowie eine systemische Analyse von Opfer, Täter und Gesellschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Tamar und Amnon vor allem "sexuelle Gewalt", "patriarchale Herrschaft", "Machtmissbrauch" und "feministische Theologie".

Warum wird die Erzählung um Dina als Vergleich herangezogen?

Der Vergleich dient dazu, den gemeinsamen Objektstatus der Frauen in den biblischen Erzählungen aufzuzeigen und die Besonderheit herauszuarbeiten, dass Tamar im Gegensatz zu Dina eine Stimme hat.

Welche Rolle spielt der "männliche Blick" in der Erzählung?

Der männliche Blick wird als Auslöser der Gewalt beschrieben, wobei weibliche Schönheit als (falsche) Legitimationsgrundlage für das Begehren der Männer instrumentalisiert wird.

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Details

Titel
Sexuelle Gewalt im Hause Davids. Die Frau als Opfer in der Erzählung um Tamar und Amnon (2. Sam 13,1-22)
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Evangelische Theologie)
Veranstaltung
Frauen im Alten Testament
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V457991
ISBN (eBook)
9783668901889
ISBN (Buch)
9783668901896
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bibelwissenschaft Frauen Altes Testament Gewalt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Sexuelle Gewalt im Hause Davids. Die Frau als Opfer in der Erzählung um Tamar und Amnon (2. Sam 13,1-22), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457991
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Leseprobe aus  18  Seiten
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