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Der mordende Künstler. E.T.A Hoffmanns "Das Fräulein von Scuderi" zwischen Detektivgeschichte und Künstlererzählung

Titel: Der mordende Künstler. E.T.A Hoffmanns "Das Fräulein von Scuderi" zwischen Detektivgeschichte und Künstlererzählung

Hausarbeit , 2018 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll beleuchtet werden, ob die Kunstthematik zum Entstehen der Verbrechen sowie zu deren Auflösung beiträgt. Durch die doppelte Lesart als Detektivgeschichte sowie Künstlererzählung kommt die Frage auf, ob und worin eine Verbindung dieser beiden Lesarten besteht. Dazu wird anfangs anhand der von Alewyn aufgeführten Elemente des Detektivromans untersucht, inwieweit diese in der Erzählung überzeugend nachzuweisen sind. Im zweiten Teil werden die beiden Künstlerfiguren genauer in den Blick genommen. Dabei stellt sich die Frage, ob die „Gegenspieler“ der Detektivgeschichte, das Fräulein als Ermittlerin und Cardillac als Täter, auch hinsichtlich ihres Künstlerdaseins Gegenspieler sind und deshalb beide erzählerischen Schwerpunkte nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können.

Ganz behaglich beginnt die Novelle E.T.A. Hoffmanns, bevor das Fräulein Scuderi in die Aufklärung einer Mordserie verwickelt wird. Chronologisch beginnt es mit zwei Pariser Verbrechensserien, diversen Gift- sowie Raubmorden, welche die potentiell gefährdeten Opfer dazu veranlassen, ein Bittgedicht an den König zu richten. Auf dieses reagiert die Dichterin mit ihrem berühmten Satz, „Ein Liebhaber, der die Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht wert“ , wodurch der Goldschmied Cardillac, der im Verlauf der Geschichte als Raubmörder identifiziert wird, sowie sein Lehrling und Mitwisser Olivier auf sie aufmerksam werden. Mit dem Mord an Cardillac, der Verhaftung Oliviers und der Einmischung der Scuderi wird die Aufklärung der Raubmorde schließlich in Gang gesetzt. Für R. Alewyn gilt die Erzählung als Vorreiter der Detektivgeschichte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kriminalistische Elemente der Erzählung

2.1 Die Verbrechen

2.2 Olivier Brusson – der unschuldige Verdächtige

2.3 René Cardillac – der unverdächtige Schuldige

2.4 Das Fräulein von Scuderi – die Detektivin

3 Die Künstlerthematik

3.1 Das Fräulein – Künstlerin und Heldin?

3.2 Cardillac zwischen Kunst und Wahnsinn

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Hausarbeit analysiert E.T.A. Hoffmanns Novelle "Das Fräulein von Scuderi" unter dem Fokus der Verknüpfung von Detektivgeschichte und Künstlererzählung. Dabei wird untersucht, inwieweit die Kunstthematik sowohl für die Entstehung der kriminellen Handlungen als auch für deren Auflösung maßgeblich ist und ob die beiden Hauptfiguren, die Dichterin und der Goldschmied, als Gegenspieler fungieren.

  • Elemente des Detektivromans in der Erzählung
  • Die Rolle von Olivier Brusson als Tatverdächtiger
  • René Cardillac zwischen künstlerischem Genie und mörderischem Wahnsinn
  • Das Fräulein von Scuderi als Detektivin und Künstlerin
  • Interdependenz von Kunstverständnis und Kriminalität

Auszug aus dem Buch

2.3 René Cardillac – der unverdächtige Schuldige

Den Mörder der Geschichte lernt der Leser zunächst als Goldschmied mit zwielichtigem Ruf kennen, nachdem die Maintenon den überbrachten Schmuck als sein Werk identifiziert hat: „René Cardillac war damals der geschickteste Goldarbeiter in Paris, einer der kunstreichsten und zugleich sonderbarsten Menschen seiner Zeit.“ Bereits hier wird ein Zusammenhang zwischen Cardillacs Künstlertum und seiner Sonderbarkeit suggeriert: „Hoffmann […] führt den Goldschmied in einer Fremdcharakterisierung durch einen auktorialen Erzähleinschub in die Geschichte ein. Die Worte, mit denen dies geschieht, umreißen die Rätselhaftigkeit eines kaum zu ergründenden menschlichen Charakters“.

Entworfen wird ein Bild von einem klein gebauten, aber breitschultrigen Mann, der trotz seiner rund fünfzig Lebensjahre jugendliche Kraft und Wendigkeit besitzt. Diese Kraft erhält einen teuflischen Anklang, als der Erzähler sie bezeugt sieht durch das „dicke, krause, rötliche Haupthaar und das gedrungene, gleißende Antlitz.“ Sein guter Ruf geht nicht konform mit seinen körperlichen Merkmalen: „Wäre Cardillac nicht in ganz Paris als der rechtlichste Ehrenmann, uneigennützig, offen, ohne Hinterhalt, stets zu helfen bereit, bekannt gewesen, sein ganz besonderer Blick aus kleinen, tiefliegenden, grün funkelnden Augen hätte ihn in den Verdacht heimlicher Tücke und Bosheit bringen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Novelle ein, verortet sie in der Tradition der Detektivliteratur und stellt die Forschungsfrage nach der Verbindung von Kunstthematik und Verbrechen.

2 Kriminalistische Elemente der Erzählung: Dieses Kapitel untersucht die im Text enthaltenen Krimi-Strukturen, von der Mordserie über die Verdächtigen Olivier und Cardillac bis hin zur detektivischen Arbeit der Scuderi.

3 Die Künstlerthematik: Hier steht die Untersuchung der künstlerischen Identitäten des Fräuleins und Cardillacs im Vordergrund, wobei deren unterschiedliches Verhältnis zur schöpferischen Kunst beleuchtet wird.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Verknüpfung von Detektivgeschichte und Künstlererzählung eine zentrale, wenn auch komplexe Ebene der Erzählung darstellt.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Das Fräulein von Scuderi, Detektivgeschichte, Künstlererzählung, René Cardillac, Madeleine von Scuderi, Kriminalistik, Kunstthematik, Romantik, Motivforschung, Mordserie, Wahnsinn, Identität, Gerechtigkeit, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Novelle "Das Fräulein von Scuderi" von E.T.A. Hoffmann unter dem Aspekt, wie das Motiv des "mordenden Künstlers" die Gattungsmerkmale des Detektivromans mit denen der Künstlererzählung verschmilzt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Künstleridentität, die Psychologie des Verbrechens, die Rolle der Intuition bei Ermittlungen sowie das Spannungsfeld zwischen absolutistischer Justiz und individueller Moral.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob und inwiefern eine Verbindung zwischen der Lesart als Detektivgeschichte und der Lesart als Künstlererzählung besteht und wie diese die Interpretation der Hauptfiguren beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, gestützt durch eine fundierte Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur, um die erzählerischen Strukturen und Figurenkonstellationen zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der kriminalistischen Elemente, wie die Rolle der Tatverdächtigen und der Detektivin, sowie eine tiefgehende Untersuchung der Künstlerthematik und deren Auswirkung auf die Charaktere.

Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit charakteristisch?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Künstlererzählung", "Detektivgeschichte", "Böser Stern", "Wahnsinn", "Tugend" und "Gerechtigkeit".

Warum wird Cardillacs Verhalten als "Wahnsinn" bezeichnet?

Das Verhalten wird als wahnsinnig klassifiziert, da er eine zerstörerische Zerrissenheit zwischen der Schöpfungslust bei der Herstellung von Schmuck und der zwanghaften, mörderischen Rückholung seiner Werke zeigt, die er selbst als äußeren Zwang durch einen "bösen Stern" beschreibt.

Inwiefern unterscheidet sich die Scuderi von herkömmlichen Detektiven?

Die Scuderi agiert nicht auf Basis eines rationalen, polizeilichen Ermittlungsvorgehens, sondern wird durch Mitgefühl, Intuition und ihre künstlerische Natur geleitet, was ihr Vorgehen eher als ein "Ermitteln aus Berufung" erscheinen lässt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Polizei in der Novelle?

Die Polizei, verkörpert durch la Regnie, wird als eine instanzielle Macht dargestellt, deren Willkür und Grausamkeit das eigentliche Aufdecken der Wahrheit eher behindert als fördert.

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Details

Titel
Der mordende Künstler. E.T.A Hoffmanns "Das Fräulein von Scuderi" zwischen Detektivgeschichte und Künstlererzählung
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Literaturwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V457994
ISBN (eBook)
9783668874701
ISBN (Buch)
9783668874718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E.T.A. Hoffmann Künstler Mord Wahnsinn Literaturwissenschaft Kunst Wahn Romantik Verbrechen Scuderi Detektiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Der mordende Künstler. E.T.A Hoffmanns "Das Fräulein von Scuderi" zwischen Detektivgeschichte und Künstlererzählung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457994
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Leseprobe aus  22  Seiten
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