Die vorliegende Arbeit untersucht den Bekehrungsprozess des römischen Kaisers Konstantin zum Christentum. In der Anordnung des Kaisers lässt sich beweisen, dass Konstantin an die Heilsgeschichte der Menschheit glaubte. Dies lässt sich auch am Wunsch, sich taufen zu lassen, bestätigen. Auch wenn die Barmherzigkeit Konstantins ein disputables Thema darstellt, ist das Menschlichkeitsprinzip an der Tolerierung gegenüber Christen und Paganen erkennbar. Der Kaiser selbst beharrte darauf, dass niemandem aus religiösen Überzeugungen geschadet werden durfte, weil der Kampf um Unsterblichkeit, also der Weg zum ewigen Leben, freiwillig angenommen werden muss.
Das erste Kapitel widmet sich der Erziehung und Bildung Konstantins. Dabei wird analysiert, ob Konstantin schon in seiner Kindheit und Jugend mit dem Christentum in Berührung gekommen ist und ob dies später eine wichtige Rolle für eine Bekehrung gespielt haben könnte. Das zweite Kapitel beschreibt zuerst kurz zwei unterschiedliche Darstellungen über religiöse Erfahrungen des Kaisers. Zunächst die Darstellung eines früheren religiösen Erfolgs des Kaisers, danach die Darstellungen seiner Vision vor der Schlacht an der Milvischen Brücke, erstens bei Laktanz, zweitens bei Eusebius. Das dritte Kapitel setzt sich mit der Religionspolitik des Kaisers auseinander. Im Fokus stehen die "divinae institutiones" des Laktanz. Der Grund dafür ist eine These, die besagt, dass diese Schriften als Programmschrift für die Religionspolitik genommen worden sein könnten. Im nächsten Schritt folgt eine Auseinandersetzung mit der Anordnung der Vernichtung eines heidnischen Tempels sowie dem "dies solis", um Parallelen zu diesen Schriften zu finden.
In der Auswertung werden die Parallelen dargestellt, um zu veranschaulichen, ob eine Studie für eine Bestätigung dieser These sinnvoll wäre sowie in welchen Büchern der "divinae institutiones" man Parallelen zu bestimmten Gesetzen Konstantins suchen könnte. Im vierten Kapitel wird der Frage nachgegangen, warum Konstantin sich erst am Ende des Lebens hat taufen lassen. Mit einer Auswertung wird diese Untersuchung abgeschlossen und die Frage, ob ein Bekehrungsprozess im Leben Konstantins erkennbar ist, beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
- EINFÜHRUNG.
- 1. ERZIEHUNG UND BILDUNG KONSTANTINS.
- 2. EINE OFFENBARUNG GOTTES.
- 3. RELIGIONSPOLITIK DES KAISERS.
- 3.1 Die divinae institutiones als Programmschrift für die Religionspolitik?
- 3.2 Anordnung der Vernichtung eines heidnischen Tempels.
- 3.3 Der dies solis.
- 4. TAUFE UND TOD DES KAISERS.
- AUSWERTUNG DER UNTERSUCHUNG
- LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Bekehrungsprozess des römischen Kaisers Konstantin des Großen, der als einer der Schlüsselfiguren für die Verbreitung des Christentums im Römischen Reich gilt. Sie setzt sich zum Ziel, das Verhältnis Konstantins zum Christentum zu analysieren und zu erforschen, ob ein Bekehrungsprozess stattgefunden hat. Dabei werden wichtige Einflussfaktoren und Ereignisse im Leben des Kaisers beleuchtet, die möglicherweise zu seiner Hinwendung zum Christentum beigetragen haben.
- Die Erziehung und Bildung Konstantins und deren möglicher Einfluss auf seine spätere Religionszugehörigkeit.
- Die Analyse von Konstantins religiösen Erfahrungen und Visionen, insbesondere im Zusammenhang mit der Schlacht an der Milvischen Brücke.
- Die Religionspolitik des Kaisers, insbesondere im Kontext der Schriften des Laktanz, und deren mögliche Bedeutung für die Verbreitung des Christentums.
- Die Untersuchung der Gründe für Konstantins späte Taufe und deren Auswirkungen auf seinen Bekehrungsprozess.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit der Erziehung und Bildung Konstantins. Es wird analysiert, ob er in seiner Jugend mit dem Christentum in Berührung kam und ob dies eine Rolle für seine spätere Bekehrung spielte. Das zweite Kapitel untersucht verschiedene Darstellungen von Konstantins religiösen Erfahrungen, insbesondere seine Vision vor der Schlacht an der Milvischen Brücke, und analysiert deren Einfluss auf seine Hinwendung zum Christentum.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Religionspolitik Konstantins. Es werden die Schriften des Laktanz, die „divinae institutiones“, im Kontext der Religionspolitik des Kaisers untersucht, um Parallelen zwischen den Schriften und Konstantins Maßnahmen zu finden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Konstantin der Große, Bekehrungsprozess, Christentum, Religionspolitik, divinae institutiones, Laktanz, Schlacht an der Milvischen Brücke, Taufe, Erziehung und Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Wann und warum ließ sich Kaiser Konstantin taufen?
Konstantin ließ sich erst kurz vor seinem Tod taufen. Ein Grund hierfür war die damalige Vorstellung, dass die Taufe alle Sünden reinigt und man so „rein“ in das ewige Leben treten kann.
Was geschah an der Milvischen Brücke?
Vor der Schlacht gegen Maxentius soll Konstantin eine Vision eines göttlichen Zeichens gehabt haben, was oft als Wendepunkt in seinem Bekehrungsprozess angesehen wird.
Welche Rolle spielten die „divinae institutiones“ von Laktanz?
Es wird vermutet, dass diese Schriften als Programmschrift für Konstantins Religionspolitik dienten, die auf religiöse Toleranz gegenüber Christen und Heiden setzte.
War Konstantin schon als Kind Christ?
Die Arbeit untersucht seine Erziehung und Bildung, um festzustellen, ob er bereits früh mit christlichen Werten in Berührung kam oder ob die Bekehrung ein rein politischer Akt war.
Was bedeutet „dies solis“ im Zusammenhang mit Konstantin?
Konstantin führte den Sonntag (dies solis) als gesetzlichen Ruhetag ein, was sowohl christliche als auch heidnische Sonnenkult-Traditionen miteinander verband.
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- Hennadii Dmytriiev (Author), 2018, Der römische Kaiser Konstantin und seine Bekehrung zum Christentum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458148