Ich will die Geschichte und die Leiden der Russlanddeutschen in sowjetischen Zeiten auf den Grund gehen und dem Leser veranschaulichen, wie es überhaupt zu einer deutschen Bevölkerung in Russland kam. Ich werde jedoch nur grob auf das Leben der Deutschen in Russland eingehen, da eine genauere Betrachtung viel zu sehr von meinem Thema ablenken würde, in welchem ich mehr auf das Leben in Deutschland eingehen will. Abschließen werde ich den historischen Kontext mit der Auswanderung der Deutschen aus Russland. Ich werde mich in dieser Facharbeit primär dem Schlagwort „Integration“ zuwenden, da diese, ob sie denn nun gelungen ist oder nicht, ausschlaggebend für die Antwort auf die Frage ist, ob man die russlanddeutsche Remigration in verschiedener Hinsicht als gelungen ansehen kann oder nicht. Deshalb widmen wir uns vor allem den Integrationshilfen/- problemen und den damit verbundenen Vorurteilen gegenüber den Russlanddeutschen. Mit den Vorurteilen werden wir uns mit einer Statistik kritisch auseinandersetzen, um so ein neutrales Bild darüber zu bekommen. Um im Endeffekt ein Fazit zu erhalten, welches sowohl die gute als auch schlechte Seite der Remigration mit einschließt, betrachten wir auch das Gelungene an der Remigration genauer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
2.1 1763-1871: Einlandungsmanifest Katharinas II. und das Einleben der Deutschen in Russland
2.2 1871-1945: Von Alexander II. bis zum Stalinismus
2.3 Auswanderung in die Bundesrepublik Deutschland
3. Art der Migration
4. Aufnahmeverfahren
5. Integrationshilfen
6. Integrationsprobleme
6.1 Sprach-/ und Lesekompetenz
6.2 Isolation
6.2.1 soziale Abschottung
6.2.2 Koloniebildung
7. Vorurteile
7.1 Kriminalität
7.2 Leben auf Kosten des Staates
7.2.1 Reichtum
7.2.2 Rente
7.2.3 Häuserbau
8. Beispiele gelungener Integration
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die Geschichte der Russlanddeutschen im Nachkriegsdeutschland mit einem Fokus auf die Frage, inwieweit deren Remigration als gelungener Integrationsprozess betrachtet werden kann. Dabei werden historische Hintergründe, Integrationshilfen sowie aufgetretene soziale Probleme und Vorurteile kritisch beleuchtet.
- Historische Entwicklung der Russlanddeutschen von der Ansiedlung unter Katharina II. bis zur Auswanderung nach Deutschland.
- Analyse des Aufnahmeverfahrens und der staatlichen Integrationsmaßnahmen.
- Untersuchung von Integrationshindernissen wie Sprachbarrieren und sozialer Isolation.
- Kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen hinsichtlich Kriminalität und finanzieller staatlicher Unterstützung.
- Bewertung des Integrationserfolgs unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen den Generationen.
Auszug aus dem Buch
7.1 Kriminalität
Furcht hatte man nicht nur im Hinblick auf die wahrscheinlich schlechter werdende Wirtschaft, sondern man sah die Spätaussiedler aufgrund ihrer kulturellen Neigungen mehr als eine Bedrohung im sozialen Bereich an.
Viele Deutsche sträubten sich vor allem vor den jungen Spätaussiedlern, da man dachte, dass sie schnell gewalttätig werden oder diese stark Drogen konsumieren. Dieses Bild wurde nicht allzu wenig durch die Medien verbreitet. Das dies jedoch nicht stimmt, beweist das oben genannte Institut: nur 9,7 % der jungen Aussiedler gaben an, jemanden schon einmal schwer körperlich verletzt zu haben. Im Gegensatz dazu fügten 17,7 % der befragten einheimischen Deutschen eine andere Person schon einmal schwere Verletzungen zu. Dieses Verhalten der Russlanddeutschen entsteht häufig nicht durch die allgemeinen Werte, Erziehung oder ihrer Kultur, sondern die meisten kriminellen Aussiedler leben häufig in schlechten städtischen Umgebungen oder sind Mitglied eines kriminellen Freundeskreises, in dem Gewalt gefördert wird. Dies ist jedoch bei einheimischen Deutschen mit ähnlicher Lage nicht anders. Ein weiterer Grund für eine höhere Kriminalität wäre eine verhältnismäßig schlechtere Bildung, durch die man wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Karrierelaufbahn besitzt, weshalb man Gewalt folglich zugeneigt ist. Aber auch dies kann man auf keinen Fall auf die Allgemeinheit der russlanddeutschen Bürger beziehen, da Deutsche ebenso davon betroffen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Thema der russlanddeutschen Remigration und definiert den Begriff der Integration als Basis für die Untersuchung.
2. Historischer Kontext: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über das Leben der Deutschen in Russland von 1763 bis zur Auswanderung in die Bundesrepublik.
3. Art der Migration: Hier wird die Zuwanderung als Ost-West-Wanderung und Arbeitsmigration eingeordnet.
4. Aufnahmeverfahren: Dieses Kapitel beschreibt die administrativen Hürden und Prüfmechanismen für die Aufnahme von Spätaussiedlern.
5. Integrationshilfen: Es werden die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, wie Eingliederungshilfen und Sprachkurse, detailliert aufgeführt.
6. Integrationsprobleme: Das Kapitel analysiert Defizite in der Sprachkompetenz sowie Tendenzen zur sozialen und räumlichen Isolation.
7. Vorurteile: Hier werden gängige Stigmatisierungen bezüglich Kriminalität und finanzieller Abhängigkeit vom Staat mit Statistiken und Fakten widerlegt.
8. Beispiele gelungener Integration: Dieser Teil hebt die erfolgreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Eingliederung, insbesondere der zweiten Generation, hervor.
9. Fazit: Das Fazit zieht eine differenzierte Bilanz über den Integrationsprozess und stellt fest, dass die Remigration trotz bestehender Schwächen weitgehend gelungen ist.
Schlüsselwörter
Russlanddeutsche, Spätaussiedler, Integration, Remigration, Einladungsmanifest, Migration, Integrationsprobleme, Vorurteile, Arbeitsmarkt, Sprachkompetenz, soziale Isolation, Koloniebildung, zweite Generation, Geschichte, Wirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit untersucht die Geschichte der Russlanddeutschen und bewertet, ob ihre Rückkehr nach Deutschland als ein gelungener Integrationsprozess bezeichnet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt historische Hintergründe, den Migrationsprozess, das Aufnahmeverfahren, Integrationshilfen sowie die Auseinandersetzung mit sozialen Problemen und verbreiteten Vorurteilen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Integration der Russlanddeutschen zu zeichnen und die Frage zu beantworten, ob die Remigration in verschiedenen Bereichen als gelungen angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der kritischen Auswertung statistischer Daten zu Integrationserfolgen und sozialen Problemlagen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Analyse der Integrationshilfen und -probleme (wie Sprache und Isolation) sowie die Widerlegung von Vorurteilen zu Kriminalität und finanzieller Abhängigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Russlanddeutsche, Remigration, Integration, soziale Isolation, Generationenunterschiede und historische Einordnung.
Warum spielt der Aspekt der "Koloniebildung" eine Rolle in der Integration?
Die Koloniebildung beschreibt den freiwilligen Zusammenschluss von Russlanddeutschen in bestimmten Wohnorten, was zwar den sozialen Halt stärkt, aber gleichzeitig als Hindernis für eine breitere gesellschaftliche Integration gesehen werden kann.
Welche Rolle spielt die zweite Generation für das Fazit der Arbeit?
Die zweite Generation ist laut der Arbeit wesentlich besser integriert, zeigt einen höheren Bildungsgrad und kaum Unterschiede zu einheimischen Deutschen, was maßgeblich zu einer positiven Gesamtbewertung der Integration beiträgt.
- Arbeit zitieren
- Max Lautenschläger (Autor:in), 2018, Die Geschichte der (Spät-)Aussiedler in Nachkriegsdeutschland. Ein Beispiel gelungener Remigration?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458234