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Strukturalismus als Methode

Title: Strukturalismus als Methode

Term Paper , 1999 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steffi Funnekötter (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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„Die Vielfalt und Verschiedenheit der Methoden, mit deren Hilfe die Menschen Zugang zur Erkenntnis der Menschheit gewinnen, steht im Gegensatz zur Einheit der menschlichen Wirklichkeit, die notwendigerweise durch diese Methoden zerstört wird“ (Esbroeck 1968:11).

In der vorliegenden Arbeit soll eine dieser Methoden – der Strukturalismus – genauer untersucht werden. Die Analyse wird sich auf Edmund Leach‘ „Genesis as Myth“ (1969) konzentrieren, der in diesem Buch ein Analyseverfahren für Mythen anhand der Bibel vorstellt.
Um einen tieferen Einblick in seine Vorgehensweise zu erlangen, ist es notwendig, einen historischen Abriß des Strukturalismus mit seinen Grundthesen in den Anfängen bei Saussure zu geben. Da Saussure die Grundsteine für den Strukturalismus legte, werden die Ausführungen seiner Thesen so ausführlich wie nötig und so knapp wie möglich behandelt. Dennoch wird es sich nicht vermeiden lassen, diesen Einblick in die strukturale Sprachwissenschaft ein wenig detaillierter ausfallen zu lassen, bauen doch zahlreiche Wissenschaftler (Roman Jakobson, Claude Lévi-Strauss, Jacques Lacan, Noam Chomsky etc.) ihre Theorien auf Saussures Ergebnisse auf.
Im dritten Kapitel soll anschließend Leach‘ strukturalistische Methode der Mythenanalyse vorgestellt werden, die anhand ausgewählter Beispiele aus der Entstehungsgeschichte der Bibel verdeutlicht werden soll. Die von Leach erarbeiteten Ergebnisse lassen sich auch auf dem Gebiet der Kunst wiederentdecken und so folgt als weiteres Beispiel eine strukturalistische Betrachtung des von Michelangelo gemalten Deckengemäldes in der „Sixtinischen Kapelle“. Abschließend sollen die Ergebnisse zusammen getragen und kritisch betrachtet werden.
Sicherlich wäre es interessant, den Strukturalismus mit anderen Methoden wie z.B. der Hermeneutik und der Exegese zu vergleichen, doch sind dies sicherlich Themen für einzelne Hausarbeiten. Ein Vergleich zu Claude Levi-Strauss‘ Denkweise kann hier aufgrund des Platzes nicht erfolgen. Da es sich bei dieser Arbeit um eine wissenschaftliche Analyse handeln soll, ist es notwendig, die hier erarbeiteten Ergebnisse mit zahlreichen Zitaten zu fundieren. Dies trifft besonders für das dritte Kapitel zu, in dem es um Leach‘ strukturalistische Methode zur Analyse von Mythen geht, die eine textnahe Betrachtung fordert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Anfänge des Strukturalismus

3 Leach‘ strukturalistische Methode zur Entschlüsselung von Mythen

3.1 Genesis as Myth

3.2 Michelangelo‘s Genesis

3.3 Paradies

3.4 Diese Welt

4 Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Strukturalismus als wissenschaftliche Methode und analysiert dabei insbesondere die Mythenanalyse von Edmund Leach sowie deren Anwendung auf biblische Texte und die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle. Im Zentrum steht die Frage, wie strukturalistische Ansätze – basierend auf der Sprachwissenschaft Ferdinand de Saussures – zur Entschlüsselung komplexer kultureller und religiöser Systeme beitragen können.

  • Grundlagen des Strukturalismus und Saussures Sprachmodell
  • Methodische Anwendung der strukturalistischen Mythenanalyse nach Edmund Leach
  • Dualismus und binäre Oppositionen in Mythen und Kunst
  • Vergleich zwischen mythischen Strukturen und modernen Kommunikationstechniken
  • Strukturalistische Untersuchung von Michelangelos Genesis-Zyklus

Auszug aus dem Buch

3.2 Michelangelo‘s Genesis

„The paintings on the ceiling of the Sixtine Chapel are among the most celebrated in the world and a vast amount of information is available as to the circumstances that led to their production. In attempting a structuralist analysis of their themes I do not offer my interpretations as an alternative to more orthodox varieties of art historical cricism, it is simply that a structuralist way of looking at things brings into prominence points which otherwise tend to get overlooked“ (Leach 1977:310).

Mit der Behauptung, daß jeder menschlich kreative Akt seinen Ursprung in einer geistigen Kraft hat, welche dann auf die äußere Welt projiziert wird, startet Leach seine Analyse. Diese Projektionen können jegliche Form annehmen und sind von dem „Kreativen“ nach einem bestimmten Muster erst in Teilen, dann zu einem ganzen Produkt, welches häufig auch aus dem Produkt selbst oder seinem Material mitbestimmt wird, gemacht worden. Auf die Frage, ob Michelangelo bewußt seine Bilder nach einem bestimmten Muster anfertigte und plazierte kann nur mit Vermutungen geantwortet werden.

Nach Leach wurde Michelangelo mit seiner malerischen Kreativität von dem schon vorher gewölbten Dach der „Sixtinischen Kapelle“ beeinflußt. Ein zweiter Aspekt, der sich stark an die Freudsche Psychoanalyse lehnt, taucht in Zusammenhang mit der Beeinflussung des Künstlers durch bewußte bzw. unbewußte Teile des dem kreativen Akt zugrundeliegenden Musters im menschlichen Gehirn auf. Dies erinnert an Leach‘ Aussage über den menschlichen Gedanken in „Genesis as Myth“ der auf binäre Oppositionen basiert und sich in Mustern wie „P ist das was Nicht-P nicht ist“ ausdrücken läßt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Zielsetzung ein, den Strukturalismus als Methode anhand der Arbeiten von Edmund Leach zu untersuchen und dessen wissenschaftliche Relevanz darzustellen.

2 Die Anfänge des Strukturalismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Strukturalismus durch Ferdinand de Saussure, insbesondere die Konzepte von Langue/Parole, Synchronie/Diachronie sowie die Bedeutung des Zeichens.

3 Leach‘ strukturalistische Methode zur Entschlüsselung von Mythen: Hier wird die Anwendung strukturalistischer Ansätze auf Mythen sowie deren Vergleich mit digitalen Systemen und binären Oppositionen dargelegt.

3.1 Genesis as Myth: Dieser Abschnitt analysiert die biblische Entstehungsgeschichte unter strukturalistischen Gesichtspunkten, insbesondere die binäre Trennung und die Funktion von Vermittlern.

3.2 Michelangelo‘s Genesis: Die Untersuchung der Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle zeigt, wie das strukturalistische Muster des Dualismus und der Redundanz in der Kunst zum Tragen kommt.

3.3 Paradies: Dieser Teil betrachtet das Paradies als eine spezifische Kategorie innerhalb des binären Systems der Mythenanalyse.

3.4 Diese Welt: Hier wird die Welt außerhalb des Paradieses als komplementärer Gegenpart innerhalb der strukturalistischen Analyse definiert.

4 Schlußbemerkung: Die Schlußbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über den Nutzen und die Grenzen des strukturalistischen Ansatzes.

Schlüsselwörter

Strukturalismus, Edmund Leach, Ferdinand de Saussure, Mythenanalyse, Binäre Oppositionen, Langue, Parole, Synchronie, Redundanz, Michelangelo, Sixtinische Kapelle, Genesis, Zeichentheorie, Anthropologie, Zeichensystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Strukturalismus als methodischen Zugang in den Geisteswissenschaften, mit einem speziellen Fokus auf der Anwendung dieser Methode durch den Ethnologen Edmund Leach.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft linguistische Grundlagen des Strukturalismus mit der Analyse mythischer Erzählungen, der Kunstinterpretation und theoretischen Vergleichen zu modernen Informationstheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Leach mittels strukturalistischer Prinzipien abstrakte Botschaften in Mythen und Kunstwerken durch binäre Oppositionen und Redundanz entschlüsselt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die strukturalistische Methode, die Phänomene nicht isoliert, sondern als Teil eines Beziehungsgefüges innerhalb eines größeren Systems betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen bei Saussure, die methodische Adaption von Mythen durch Leach und die praktische Anwendung an der biblischen Genesis sowie Michelangelos Sixtinischer Kapelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Strukturalismus, binäre Oppositionen, Zeichensystem, Redundanz, Mythenanalyse und die spezifische methodische Herangehensweise von Edmund Leach.

Wie erklärt Leach die Bedeutung der Redundanz in Mythen?

Leach argumentiert, dass Mythen wie Kommunikationstechniken funktionieren; die ständige Wiederholung von Informationen (Redundanz) dient dazu, Fehler durch mündliche Überlieferungen zu minimieren und die Kernbotschaft zu sichern.

Welche Rolle spielt die Sixtinische Kapelle in dieser Analyse?

Die Kapelle dient als praktisches Fallbeispiel, an dem Leach zeigt, dass die künstlerische Komposition der Bilder ebenfalls binären Mustern und strukturalistischen Transformationsregeln folgt.

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Details

Title
Strukturalismus als Methode
College
University of Münster  (Fachbereich Ethnologie)
Grade
1,0
Author
Steffi Funnekötter (Author)
Publication Year
1999
Pages
24
Catalog Number
V4582
ISBN (eBook)
9783638128162
Language
German
Tags
Strukturalismus Methode
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffi Funnekötter (Author), 1999, Strukturalismus als Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4582
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