Die Geschichte der DDR in ihren Grundzügen


Hausarbeit, 2005

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte 1945-1949

3. Gründung und Anfänge der Entwicklung der DDR 1949-1961
3.1. Das politische System
3.2. Abwanderung der Bevölkerung

4. Die Festigung der DDR 1961-1970
4.1. Das politische System

5. Die DDR zwischen Krise und Stabilität 1971-1980
5.1. Das Ende Ulbrichts und Amtsantritt Honeckers

6. Die DDR zwischen Erstarrung und Untergang 1981-1990
6.1. Die friedliche Revolution 1989
6.2. Die Wiedervereinigung

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wenn wir eine Regierung gründen, geben wir sie niemals wieder auf, weder durch Wahlen noch andere Methoden“[1] - Ausspruch des SED - Mitglieds Gerhart Eisler, welcher auch den Text für die DDR-Nationalhymne lieferte, Anfang Oktober 1949.

Weder Mauern noch Panzer noch Medienmache hielten dem Druck des Volkswillen stand. Am 3.Oktober 1990, nur vier Tage vor ihrem 41. Jahrestag, hörte die DDR auf zu existieren.

Am 1. September 1989 wurde ich eingeschult. Der neue Lebensabschnitt wurde von mir erwartungsvoll herbeigesehnt. Das erste große Ereignis nach ein paar Wochen Schulzeit war die Aufnahme in die Pionierorganisation. Stolz trugen meine Klassenkameraden und ich jeden Tag beim Schulbesuch das blaue Halstuch der Jungpioniere. Dann auf einmal - von heute auf morgen - war das Halstuch nicht mehr erwünscht. Für uns Erstklässler unverständlich und damals nicht nachvollziehbar. Wir hörten von den Erwachsenen, dass die Grenze zur BRD geöffnet sei. Damit war das Ende der DDR eingeleitet.

Bei der Auswahl der Themen für die wissenschaftliche Hausarbeit hat mich daher „Die Geschichte der DDR“ gleich angesprochen.

Innerhalb meiner Ausführungen habe ich mich intensiv mit der geschichtlichen Entwicklung der DDR von deren Gründung bis zur Wiedervereinigung beider deutscher Staaten beschäftigt. Die vorliegende Hausarbeit ist keine umfassende Darstellung der 40jährigen Geschichte der DDR, sie soll einen Grundriß ihrer Entwicklung aufzeichnen. Dieses ist auch der Tatsache geschuldet, dass ich eine Hausarbeit, welche nur einen sehr begrenzten Seitenumfang hat, schreibe und die gesamte Geschichte der DDR den Umfang der Arbeit sprengen würde. Außerdem will ich in meiner Abhandlung darstellen, dass die DDR aufgrund ihrer Politik und Machenschaften zum Scheitern verurteilt war.

2. Vorgeschichte 1945-1949

Da sich die vier Siegermächte (USA, Frankreich, England und Sowjetunion) nicht auf eine gemeinsame Deutschlandpolitik einigen konnten, wurde bereits während des zweiten Weltkrieges, auf den Konferenzen von Teheran und Jalta[2], über die Aufteilung Deutschlands durch die Alliierten diskutiert. Im August 1945 beschlossen die Regierungschefs der vier Siegermächte auf der Potsdamer Konferenz, Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren zu teilen. Die Verwaltung der Besatzungszonen und Berlins sollte durch einen gemeinsamen alliierten Kontrollrat erfolgen. Außerdem beschlossen sie Deutschland zu demokratisieren, zu entnazifizieren und zu entmilitarisieren. Ein weiterer Beschluss war die wirtschaftliche Schwächung Deutschlands, damit nie wieder eine militärische Bedrohung von Deutschland ausgehen könne.

Die wirtschaftliche Entwicklung lief zwischen den westlichen Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) immer weiter auseinander. Durch unterschiedliche weltpolitische Ansichten kam es zu immer größeren Spannungen zwischen der USA und der Sowjetunion. Dies verschärfte sich 1947 als die drei westlichen Besatzungszonen sich zur Trizone zusammenschlossen und die SBZ sich weigerte. Außerdem lehnte die SBZ es ab, dem Marschallplan der USA zu folgen.[3]

Die Teilung Deutschlands wurde am 20. Juni 1948 durch die auf die westlichen Besatzungszonen beschränkte Währungsreform besiegelt. In der sowjetischen Besatzungszone wurde drei Tage später ebenfalls eine Währungsreform beschlossen. Weil die DM in den westlichen Sektoren Berlins eingeführt worden war, versuchte die Sowjetunion, durch die Berliner Blockade ganz Berlin für sich zu gewinnen. Die Berliner Bevölkerung wurde 11 Monate lang über eine Luftbrücke durch die Westalliierten mit Hilfsgütern versorgt. Am 12. Mai 1949 wurde die Blockade von der Sowjetunion beendet.

Während des zweiten Weltkrieges entwickelte die Sowjetunion eigene Ideen für ein Nachkriegsdeutschland. Stalin wollte einen ungeteilten sozialistischen Staat. Er erwartete etliche Reparationen aus dem Ruhrgebiet zu erhalten. Nach Kriegsende verwarf er das aber wieder. Die Sowjetunion setzte in ihrer Zone die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) ein. Diese sollte das sowjetische politische System in der Besatzungszone steuern und verwalten. Außerdem verfügte die SMAD neben den schon existierenden Ländern Sachsen und Thüringen die Gründung von 3 weiteren Ländern innerhalb der SBZ.[4]

Die Gruppe Ulbrichts war für den politischen Aufbau von Bedeutung. Ausgerechnet in der Sowjetischen Besatzungszone schien sich zur Überraschung der Alliierten ein demokratischer Neuanfang abzuzeichnen. Im Juni 1945 ermöglichte die SMAD ein mehrheitliches deutsches Parteiensystem. Sie genehmigte die Gründung von KPD, SPD, CDU und LDPD. Aus diesen Parteien entwickelte sich die Nationale Front. Obwohl die SMAD die KPD massiv bevorzugte, wurde das Ziel bestimmende Partei der SBZ zu werden, nicht erreicht. Die KPD geriet im Laufe des Jahres bei der Bevölkerung und den Parteien immer mehr in die Isolation. Daraufhin schlossen sich 1946 die KPD und die SPD, welche zu einer Parteienvereinigung mit der KPD gezwungen wurde, zu einer Partei, der SED, zusammen.

Die SED gründete 1947/48 den Volkskongress, um den Widerstand von CDU und LDPD gegen weitere Eingriffe ins Parteiensystem zu unterlaufen. Der Volkskongress beschloss 1947 und 1948 die Aufnahme neuer Blockparteien (NDPD und DBD) und Massenorganisationen in den Antifaschistischen Block.[5]

Über Einheitslisten wurde der 3. Volkskongress im Mai 1949 gewählt. Am 7. Oktober 1949 wurde die DDR durch einen einberufenen Volksrat vom Volkskongress gegründet.

In der SBZ wurde im September 1945 eine Bodenreform durch die SMAD durchgeführt. Kriegsverbrecher, Funktionäre der NSDAP und alle Landbesitzer, die mehr als 100 ha Land besaßen, wurden entschädigungslos enteignet. Dieses Land erhielten die Neubauern (landlose Bauern, Landarbeiter und Flüchtlinge). Ihre 5 bis 10 ha Land mussten sie selber bearbeiten. Sie waren von den 1949 geschaffenen „ Maschinen-Ausleih-Stationen“ (MAS) abhängig.[6]

In der Sowjetischen Besatzungszone wurde die Industrie, die bereits große Zerstörungen im 2. Weltkrieg erlitten hatte, durch die sowjetische Demontage sehr stark geschwächt. Bis Ende 1946 wurden über 1.000 Betriebe (Maschinenbau, die chemische Industrie und optische Industrie) abgebaut. In Deutschland blieben ca. 200 Betriebe als Sowjetische Aktiengesellschaft sowjetisches Eigentum. Von 1945 bis 1947 war die Lebenslage der Bevölkerung katastrophal. Deshalb musste die Wirtschaft das Überleben der Bevölkerung sichern. Die SED beschloss 1947/48 die Einführung der Planwirtschaft und den Ausbau der Industrie nach „volkseigenen“ Gesichtspunkten.

Die durch die SMAD am 14. Juni 1947 eingesetzte Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) sollte die Zentralverwaltungen leiten und die gesamtstaatliche Wirtschaftsplanung ausbauen. Trotz gewisser Fortschritte blieb die Wirtschaftslage in der Sowjetischen Besatzungszone problematisch.

Ende 1948 wurde durch einen „freien Handel“ versucht, die Lage zu verbessern und dem Schwarzmarkt entgegenzuwirken. Daraufhin wurde im Oktober 1948 die Bildung einer Staatlichen Handelsorganisation (HO) beschlossen. Durch die HO wurde die Struktur des Handels verändert und gleichzeitig die Staatsquote planmäßig gesteigert.[7]

3. Gründung und Anfänge der Entwicklung der DDR 1949-1961

3.1. Das politische System

1949 wurde Wilhelm Pieck erster Präsident der DDR und Otto Grotewohl erster Ministerpräsident. Beide wurden 1950 in ihren Parteiämtern bestätigt. Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK) der SED wurde Walter Ulbricht. Nach dem Tod Piecks wurde 1960 der Staatsrat gegründet und Walter Ulbricht wurde zum Vorsitzenden bestimmt.

Alle Parteien schlossen sich 1950 trotz großem Mitgliederwiderstands zur „Einheitsliste der Nationalen Front“ zusammen. Bei den ersten Wahlen zur Volkskammer erhielt diese Einheitsliste, die von der SED dominiert war, 99,3% der Stimmen (1954 - 99,46 % und 1958 -99,7 %).[8]

Die DDR schloss nach ihrer Gründung Verträge mit anderen Ostblockstaaten ab (Juli 1950 - Vertag mit Polen über die Oder-Neiße-Linie). Im September 1950 wurde die DDR Mitglied im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Kontakte mit westlichen Staaten wurde durch die BRD verhindert.

Mit den „Stalin-Noten“ bot Stalin 1952 eine Wiedervereinigung Deutschlands an. Die Westmächte stimmten dem aber nicht zu. Das führte dazu, dass die DDR die sozialistische Umgestaltung der Wirtschaft vorantrieb.[9]

[...]


[1] Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR, 1998, S. 54

[2] vgl. Matthias Färber: Zweiter Weltkrieg, S. 530-539

[3] vgl. Hermann Weber: DDR Grundriß der Geschichte 1945-1990, 1991, S. 19-21

[4] vgl. Hermann Weber: DDR Grundriß der Geschichte 1945-1990, 1991, S. 38/39

[5] vgl. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR, 1998, S. 19-22

[6] vgl. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR, 1998, S. 23-26

[7] vgl. Hermann Weber: DDR Grundriß der Geschichte 1945-1990, 1991, S. 35/36

[8] vgl. Hermann Weber: DDR Grundriß der Geschichte 1945-1990, 1991, S. 41/42

[9] vgl. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR, 1998, S. 56-60

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der DDR in ihren Grundzügen
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Veranstaltung
PAS - politisch administratives System der BRD
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V45834
ISBN (eBook)
9783638431699
ISBN (Buch)
9783640859849
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Ihren, Grundzügen, System
Arbeit zitieren
Torsten Kenull (Autor), 2005, Die Geschichte der DDR in ihren Grundzügen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45834

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