Blickt man auf die letzten hundert Jahre zurück, stellt man viele gravierende Veränderungen in allen Bereichen des menschlichen Lebens fest. Die Digitalisierung und vor allem das Internet zeigen Möglichkeiten auf, die man sich früher nicht im Traum hätte vorstellen können. Eine dieser bahnbrechenden Veränderungen, die die Digitalisierung hervorgerufen hat, ist die Möglichkeit seinen zukünftigen Partner außerhalb der Realität kennenzulernen. Dank Dating-Apps wie Tinder kann die Partnersuche nun jederzeit und überall betrieben werden. Welche Auswirkungen diese Veränderung auf das menschliche Dating-Verhalten und ebenso auf unsere Partnerschaften hat, wird in dieser Hausarbeit untersucht.
Dazu soll zunächst das Onlinedating erläutert werden, um im Anschluss näher auf Dating-Apps und einige Beispiele einzugehen. Darauffolgend wird das menschliche Paarungsverhalten im historischen Kontext betrachtet um schließlich evaluieren zu können, inwiefern sich hier Veränderungen vollzogen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Onlinedating und Dating-Apps
2.1. Onlinedating
2.1.1. Anfänge und Entwicklung von Onlinedating
2.1.2. Gründe für die Beliebtheit von Onlinedating
2.2. Onlinedating 2.0: Dating-Apps
2.2.1. Tinder
2.2.2. Andere Beispiele für Dating-Apps
3. Veränderungen im menschlichen Paarungsverhalten
3.1. Partnersuche und Partnerschaft bis Ende des 20. Jahrhunderts
3.2. Partnersuche und Partnerschaft mit Aufkommen von Onlinedating und Dating-Apps
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Einfluss moderner digitaler Technologien, insbesondere von Dating-Apps, auf das menschliche Paarungsverhalten. Es wird analysiert, inwieweit diese neuen Formen der Partnervermittlung traditionelle Kennenlernprozesse verändert haben und ob sie sich auf die Stabilität von Partnerschaften auswirken.
- Historischer Wandel der Partnersuche vom 20. Jahrhundert bis heute
- Funktionsweise und psychologische Aspekte von Onlinedating-Plattformen
- Die Rolle von Dating-Apps wie Tinder, Lovoo und Badoo in der heutigen Gesellschaft
- Auswirkungen der digitalen Auswahlmöglichkeiten auf das Bindungsverhalten
- Zusammenhang zwischen Onlinedating und der Trennungsbereitschaft von Paaren
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Tinder
Die wohl bekannteste Dating-App weltweit ist Tinder, zu deutsch Zunder. Die kostenlose App wurde im September 2012 gegründet und generierte binnen kürzester Zeit Millionen von Nutzern. Der aktuelle Stand der weltweiten Nutzerzahl liegt bei geschätzten 50 Millionen. Etwa zehn Millionen davon nutzen die App täglich.
Tinder verbindet sich automatisch mit dem Facebook-Profil und übernimmt daraus den Vornamen, das Alter, die Freundesliste und Profilfotos. Anschließend kann jeder Nutzer gegebenenfalls noch weitere Fotos aus anderen sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Instagram hinzufügen. Um potenzielle Partner vorgestellt zu bekommen, muss angegeben werden, ob nach Männern, Frauen oder beidem gesucht wird, in welcher Altersspanne diese liegen sollten und in welchem Umkreis Tinder mittels GPS nach möglichen Kandidaten suchen soll. Nachdem diese Basis-Einstellungen vorgenommen wurden, werden einem Fotos unzähliger potenzieller Partner präsentiert. Der Nutzer kann bei jedem Foto entscheiden, ob er es attraktiv oder weniger anziehend findet. Spricht es ihn an, wischt er das Foto nach rechts, andernfalls nach links. Wenn sich zwei Nutzer gegenseitig als attraktiv bewerten, ergibt das ein sogenanntes „Match“ und die Chatfunktion wird für beide freigeschaltet. Schriftlicher Kontakt ist bei Tinder also erst möglich, wenn zwei Nutzern das Foto des jeweils Anderen gut gefällt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der digitalen Transformation des menschlichen Kennenlernens ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Veränderung des Paarungsverhaltens.
2. Onlinedating und Dating-Apps: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Onlinedatings, die historische Entwicklung von Heiratsinstituten bis zu modernen Apps und die psychologischen Gründe für deren Popularität.
3. Veränderungen im menschlichen Paarungsverhalten: Hier erfolgt ein Vergleich zwischen dem traditionellen Kennenlernen des 20. Jahrhunderts und der modernen, app-basierten Partnersuche unter Berücksichtigung soziologischer Faktoren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Auswirkungen der digitalen Auswahlmöglichkeiten auf die Partnerwahl und die Stabilität moderner Beziehungen zusammen und beantwortet die Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Onlinedating, Dating-Apps, Tinder, Partnersuche, Paarungsverhalten, Digitalisierung, Soziale Medien, Lovoo, Badoo, Beziehungsstatus, Bindungsverhalten, Partnervermittlung, Matching-Algorithmen, Kommunikation, Single-Studie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von modernen Dating-Apps wie Tinder auf das menschliche Paarungsverhalten im Vergleich zu traditionellen Methoden der Partnerwahl.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Partnersuche, die technologische Entwicklung von Dating-Apps, die Psychologie des digitalen Kennenlernens und soziologische Auswirkungen auf Partnerschaften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Tinder & Co. - Verändern Dating-Apps das menschliche Paarungsverhalten?“ Das Ziel ist es, den Wandel von der realen zur virtuellen Partnersuche zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Studien renommierter Forschungsinstitute, um den Einfluss digitaler Medien auf menschliche Beziehungen zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten und die Entwicklung des Onlinedatings geklärt, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung des historischen Wandels der Partnersuche bis zur heutigen Nutzung von Apps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Onlinedating, Paarungsverhalten, Partnersuche, Tinder, Digitalisierung, Bindungsverhalten und soziale Medien.
Warum wird laut der Autorin heute eher selten "im Alltag" geflirtet?
Die Autorin weist auf Studien hin, laut denen das Internet als ungehemmteres Medium wahrgenommen wird, was viele Menschen dazu veranlasst, auf die Mühen der realen Flirt-Kontaktaufnahme zu verzichten.
Welche Rolle spielt die "zu große Auswahl" bei Tinder laut der Autorin?
Ein zu großes Angebot führt zu einer paradoxen Unzufriedenheit und einer geringeren Bereitschaft, an einer bestehenden Partnerschaft festzuhalten, da der nächste Partner nur einen "Wisch" entfernt scheint.
Ist laut der Arbeit jeder Tinder-Nutzer Single?
Nein, die Arbeit verweist auf eine Studie von GlobalWebIndex, wonach ein signifikanter Anteil der Tinder-Nutzer bereits in einer Beziehung oder verheiratet ist, was auf unterschiedliche Nutzungsintentionen hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Jenny Jacobs (Autor:in), 2017, Wie Dating-Apps das menschliche Paarungsverhalten verändern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458636