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Die Rolle der Frau in Francois Villons "Das Kleine und das Große Testament"

Title: Die Rolle der Frau in Francois Villons "Das Kleine und das Große Testament"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: Francesca Cangeri (Author)

French Studies - Literature
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François Villon gilt als einer der berühmtesten Lyriker der Vagantendichtung des Mittelalters. Außerdem ist er als Vorbild des poète maudit für viele Dichter der Moderne wie Arthur Rimbaud und Paul Verlaine, anzusehen. Der poète maudit steht am Rande der Gesellschaft, die er mit seiner Dichtung kritisiert. Er wird als unmoralisch bezeichnet und gilt als nicht konventionell.


In seinem Werk Das Kleine und das Große Testament wird Villons Kritik an der Gesellschaft deutlich. Er greift vor allem Kleriker, Institutionen wie die Justiz, Frauen und Stände an. Im Kleinen Testament spricht Villon über den Tod und die Vergänglichkeit des Lebens. In Form von Legaten übt er seine Kritik aus. Dieses Lais ist also eine Parodie des Testaments. Die Legate macht er für verschiedene Bekannte, wie zum Beispiel sein Ziehvater Guillaume Villon oder einigen Pfarrern, aber vor allem hinterlässt er sein Erbe, Vertreter der Pariser Justiz, dies zeigt, dass er sehr unzufrieden mit den damaligen Juristen war.


Im Großen Testament sehen wir den Dichter aus der Perspektive des hypothetischen im Sterben liegenden Mann. Daher hält ihn nichts mehr zurück und er kann frei und ohne jegliche Scham über die Gesellschaft und ihre „Laster“ in Form von Balladen referieren. Der Text ist literarischer Natur und die Balladen haben eine wesentlich geringere umfassende Tonalität.


Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Rolle der Frau in François Villons Großes Testament. Es werden verschieden Aspekte untersucht zum Beispiel die Rolle der historischen Frau, die Frau im Berufsleben wird erwähnt, auch die Rolle der Prostituierten wird analysiert, seine Beziehung zu religiösen Frauen und zuletzt werden Villons Geliebte angesprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Villons Auffassung der Frau und der Liebe

3. Historische Frauen im Kleinen und das Großen Testament

4. La Vierge Marie

5. Villons Verhältnis zu seinen Geliebten

6. Die Rolle der Frau als Prostituierte

7. Die Frau im Beruf

8. Die religiösen Frauen

9. Schluss

10. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle der Frau in François Villons "Das Große Testament". Dabei wird analysiert, inwiefern Villon Frauen als Objekte betrachtet, seine eigene, von Enttäuschung und Zynismus geprägte Einstellung zur Liebe reflektiert und das Testament als anti-feministische Satire nutzt.

  • Analyse des Frauenbildes in historischer und zeitgenössischer Perspektive
  • Untersuchung der ambivalenten Darstellung von Geliebten und Prostituierten
  • Deutung der Rolle der Jungfrau Maria als positives Gegenbild
  • Betrachtung der Frau im Arbeitsleben und im religiösen Kontext
  • Identifikation Villons als "Liebesmärtyrer" im Spannungsfeld der Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

6. Die Rolle der Frau als Prostituierte

In der Strophe XXIV erwähnt Villon zum ersten Mal, dass er Bordelle besucht hat. Allerdings möchte er klarstellen, dass er kein Geld dafür verschwendet hat, und deshalb können ihm die Erben seines Testaments keine Vorwürfe machen. Strophe LIX handelt von der Geldgier der Prostituierten. Villon spricht in Strophe LXIII über die Natur der Frau. Er sagt, in einer abwertenden Weise, dass sie nicht nur einen Mann lieben kann. Also ist hier die Frau als ein polygames Wesen charakterisiert. In der „Double Ballade sur les mesme propos“ wird Villons Auffassung zur Liebe näher erläutert. Er warnt davor die Frau als ernstzunehmenden Menschen zu betrachten, denn für ihn können Frauen nur Schaden anrichten. Er sagt: „Folles amour font les gens bestes:“( 629).

In der „Ballade de Villon et de la Grosse Margot“ befasst sich Villon mit einer Prostituierten Namens Margot, deren Zuhälter Villon selbst ist. Er ist hier als Leiter eines Bordells dargestellt, der für die Verpflegung seiner Gäste sorgt und dafür zuständig ist, dass seine Prostituierten Geld verdienen. Dem Kommentar kann man entnehmen, dass es sich hier um eine „sotte chanson“ handelt, die eine Parodie zu der damaligen neuplatonischen Liebeslyrik war. Die Grosse Margot wird als eine sehr schmutzige, schlecht erzogene Frau dargestellt. „Puis paix se fait et me fait ung groz pet, / Plus enffle q’un velimeux escarbot./ Riant m’assiet son poing sur mon sommet,/ Gogo me dit, et me fiert le jambot ;/ Tous deux yvres dormons comme ung sabot. (1611-1615) Die Prostituierte Margot hat nach Villons Beschreibung kaum weibliche Merkmale, sondern nur negative Charakteristika. Sie wird als anstößig und obszön empfunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Person François Villons als Lyriker und Analyse seiner Kritik an der Gesellschaft durch seine Werke "Das Kleine und das Große Testament".

2. Villons Auffassung der Frau und der Liebe: Untersuchung von Villons zynischer Einstellung zur Liebe und seinem frauenfeindlichen Weltbild.

3. Historische Frauen im Kleinen und das Großen Testament: Analyse der Darstellung historischer Frauenfiguren und deren Funktion als Sinnbild der Vergänglichkeit.

4. La Vierge Marie: Betrachtung der Jungfrau Maria als einzige durchgehend positiv dargestellte Frauenfigur im Werk.

5. Villons Verhältnis zu seinen Geliebten: Darstellung der enttäuschten Liebe Villons und seiner Identifikation mit der Rolle des Liebesmärtyrers.

6. Die Rolle der Frau als Prostituierte: Auseinandersetzung mit der Darstellung von Prostituierten als ambivalente und oft obszön beschriebene Figuren.

7. Die Frau im Beruf: Erörterung der Vergänglichkeit weiblicher Schönheit und deren Einfluss auf den Stellenwert der Frau im Berufsleben.

8. Die religiösen Frauen: Analyse der satirischen Darstellung von Nonnen und deren moralischem Verfall in Villons Texten.

9. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung des Testaments als anti-feministische Satire vor dem Hintergrund einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft.

10. Bibliographie: Auflistung der für die Hausarbeit verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

François Villon, Das Große Testament, Frauenbild, Mittelalter, Liebeslyrik, Prostituierte, Geschlechterrollen, Vergänglichkeit, Satire, poète maudit, Liebesmärtyrer, Jungfrau Maria, Sozialkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Frauenbild in François Villons Werk "Das Große Testament" und untersucht, wie der Dichter das weibliche Geschlecht in verschiedenen sozialen Rollen darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung umfasst die höfische Liebe, historische Frauenfiguren, die Rolle der Prostituierten, die Frau im Berufsleben sowie die Darstellung von Geistlichen und religiösen Frauen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Villon die Frau in seinem Werk primär als Objekt betrachtet und das "Große Testament" als anti-feministische Satire verwendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse, um Motive, Metaphern und die erzählerische Haltung Villons in den verschiedenen Balladen und Strophen zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Strophen und Balladen analysiert, in denen Villon über Frauen, seine Geliebten, Maria und die Vergänglichkeit von Schönheit und Moral schreibt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Frauenbild, Villon, Mittelalter, Satire, Liebesmärtyrer und Prostitution.

Warum wird Villon als "Liebesmärtyrer" bezeichnet?

Villon identifiziert sich selbst mit dieser Rolle, da er in seinen Werken behauptet, Frauen aufrichtig zu lieben, während er im Gegenzug nur Enttäuschung, Untreue und Ausbeutung erfährt.

Welche Bedeutung kommt der "Ballade de la Grosse Margot" zu?

Die Ballade wird als Parodie auf die höfische Liebeslyrik gewertet, in der Villon eine Prostituierte schildert und dabei ein Spannungsfeld zwischen Abscheu und menschlicher Nähe aufbaut.

Wie bewertet der Autor Villons Verhältnis zur Religion?

Die Arbeit zeigt, dass Villon religiöse Institutionen und deren Bewohner, wie Nonnen oder Mönche, häufig durch Wortspiele und satirische Beschreibungen kritisiert, um deren moralische Integrität infrage zu stellen.

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Details

Title
Die Rolle der Frau in Francois Villons "Das Kleine und das Große Testament"
College
University of Freiburg
Grade
2
Author
Francesca Cangeri (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V45869
ISBN (eBook)
9783638431989
ISBN (Book)
9783638750622
Language
German
Tags
Rolle Frau Francois Villons Kleine Große Testament
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Francesca Cangeri (Author), 2005, Die Rolle der Frau in Francois Villons "Das Kleine und das Große Testament", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45869
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