Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Western Europe

Quo vadis, Helvetia? Die Schweiz am Scheideweg zwischen Konkordanz und Konkurrenz

Title: Quo vadis, Helvetia? Die Schweiz am Scheideweg zwischen Konkordanz und Konkurrenz

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Hansen (Author)

Politics - Region: Western Europe
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die deutsche Öffentlichkeit erlebt den politischen Alltag in der Bundesrepublik nicht selten als eine Agglomeration unpopulärer Entscheidungen und haarspalterischer Parteifehden. Scheinbar regelmäßig opfern die konkurrierenden Parteien in ihren Positionsbezügen das für das Gemeinwohl langfristig Sinnvolle dem kurzfristig Nützlichen: nämlich dem raschen Wahlerfolg. Schuldig für diese Misere werden zunehmend die Legitimations- und Steuerungsdefizite unseres repräsentativen Systems gesprochen. Forderungen nach einem Ausbau plebiszitärer Elemente werden laut. Dabei mag der eine oder andere neidvoll auf unseren südlichen Nachbarn blicken: Die Schweiz ist traditionell eine halbdirekte Konkordanzdemokratie. Die direktdemokratischen Elemente sind dort ebenso fester Bestandteil des politischen Lebens wie die Proporzpolitik. Meist entbehrt solch ein ekstatischer Blick auf das eidgenössische Konsensprinzip einer weitergehenden Analyse der Bedingtheiten des politischen Systems der Schweiz. Schließlich lässt sich das von uns nicht selten als exotisch verklärte schweizerische „Aushandlungsverfahren“ auf politisch-institutionelle wie auch kulturell-historische Spezifika zurückführen, wie sie in Deutschland jeher nicht gegeben und auch nicht realisierbar sind. Um dieser Eindimensionalität vorzubeugen sowie als elementares Fundament für die folgenden Untersuchungen sollen im zweiten Kapitel zunächst die schweizerischen Besonderheiten im Überblick und ohne Anspruch auf Vollständigkeit illustriert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Schweizer Eigenart: verfassungsmäßige Besonderheiten und deren Folgen

3. Parlamentswahlen und Gesamterneuerung des Bundesrates 2003

3.1 Die Ergebnisse der Nationalratswahlen vom 19. Oktober 2003

3.2 Die Neukonstituierung des Bundesrates nach einer neuen Zauberformel

4. Uno anno post: Eine Zwischenbilanz zu Blochers Arbeit im Bundesrat

4.1 Blocher – nur einer unter sieben Exekutivräten?

4.2 Blocher – der „halboppositionelle Regierungsrat“

4.3 Der Bundesrat am Ende? – Zur Befangenheit des Regierungsorgans

5. Das Konkordanzsystem: Ein Auslaufmodell?

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Krise des schweizerischen Konkordanzsystems vor dem Hintergrund des politischen Wandels, insbesondere der veränderten Regierungszusammensetzung nach den Wahlen 2003. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die traditionellen Mechanismen des „gütlichen Einvernehmens“ angesichts zunehmender Polarisierung und eines geänderten Rollenverständnisses der Akteure noch zeitgemäß sind oder ein Systemwandel hin zum Konkurrenzprinzip unausweichlich wird.

  • Analyse der schweizerischen politischen Besonderheiten und des Korporatismus.
  • Untersuchung des Einflusses der Wahlen 2003 auf das Machtgefüge und die Zauberformel.
  • Bilanzierung des ersten Amtsjahres von Bundesrat Christoph Blocher.
  • Bewertung der Auswirkungen direktdemokratischer Instrumente auf die Regierungsfähigkeit.
  • Diskussion über mögliche Reformansätze zur Überwindung der systemischen Krise.

Auszug aus dem Buch

4.2 Blocher – der „halboppositionelle Regierungsrat“

Nachdem unter Kapitel 4.1 eine inhaltliche Bilanzierung seiner bisherigen Ratstätigkeit erfolgte, soll nun analysiert werden, ob die Einbindung Blochers in die Regierung unter Aufgabe seines teilweise aggressiven Oppositionskurses geglückt oder misslungen ist. Ohne jeden Zweifel stellt die Einbindung Blochers in die Regierung für diesen einen problematischen Rollenwechsel dar, muss er doch im Sinne der Kollegialität Entscheidungen in der Öffentlichkeit vertreten, die er persönlich und auch die SVP vehement ablehnt.

Als besonders schicksalhaft mag hinzukommen, dass er mit dem Justizdepartement gerade jenes Ressort zugeteilt bekam, in dem die wohl meisten Widersprüche zwischen seinen politischen Vorstellungen und denen der Regierungsmehrheit zu verorten sind. Blocher steht vor der schwierigen Aufgabe, zwei antagonistischen Ansprüchen gleichermaßen Rechnung zu tragen: Er darf unter pflichtgemäßer Ausübung seiner obligatorischen Exekutivaufgaben die Parteipolitik nicht vernachlässigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Krise des schweizerischen Konkordanzsystems und führt in das zentrale Motiv der Arbeit ein: den Wandel des politischen Systems.

2. Die Schweizer Eigenart: verfassungsmäßige Besonderheiten und deren Folgen: Dieses Kapitel erläutert die historisch gewachsenen, spezifisch schweizerischen Institutionen wie Föderalismus und direkte Demokratie als Grundlage des Konkordanzsystems.

3. Parlamentswahlen und Gesamterneuerung des Bundesrates 2003: Der Fokus liegt auf der Analyse der Wahlergebnisse von 2003 und der damit verbundenen Anpassung der „Zauberformel“.

4. Uno anno post: Eine Zwischenbilanz zu Blochers Arbeit im Bundesrat: Das Kapitel untersucht das erste Amtsjahr von Christoph Blocher und die damit verbundenen Herausforderungen für das Kollegialitätsprinzip.

5. Das Konkordanzsystem: Ein Auslaufmodell?: Hier werden die aktuellen Krisensymptome des Schweizer Systems kritisch diskutiert und auf ihre Zukunftsfähigkeit geprüft.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Prognose zur Transformation des schweizerischen politischen Systems und der Frage nach der Notwendigkeit einer Verfassungsreform.

Schlüsselwörter

Schweiz, Konkordanzsystem, Konkurrenzdemokratie, Zauberformel, Bundesrat, Christoph Blocher, direkte Demokratie, Föderalismus, Politische Krise, Kollegialitätsprinzip, Systemwandel, Parteiensystem, Volksabstimmung, Referendum, Reformpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Belastungsprobe des schweizerischen Konkordanzsystems infolge politischer Veränderungen und zunehmender Polarisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der schweizerische Föderalismus, das Konkordanzprinzip, die Rolle der direkten Demokratie und der Wandel des Parteiensystems.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die traditionellen Mechanismen des Schweizer politischen Systems zur Bewältigung gegenwärtiger Krisen noch ausreichen oder ob systemverändernde Reformen notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der politischen Institutionen, unter Einbeziehung von Wahldaten und der Auswertung aktueller wissenschaftlicher sowie publizistischer Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Parlamentswahlen 2003, das Wirken von Christoph Blocher im Bundesrat und die strukturellen Defizite des Konkordanzsystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Konkordanz, Zauberformel, direkte Demokratie, Polarisierung und institutioneller Wandel.

Welche Rolle spielt die Person Christoph Blocher im Text?

Blocher dient als Fallbeispiel für den Spannungsraum zwischen Regierungsverantwortung und oppositionellem Politikstil, der das Kollegialitätsprinzip auf die Probe stellt.

Wie bewertet die Arbeit die Zukunft des Schweizer Systems?

Die Arbeit sieht das System in einem tiefgreifenden Transformationsprozess und diskutiert die schwierige Abwägung zwischen der Bewahrung der Konkordanz und der Notwendigkeit für wettbewerbliche Reformen.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Quo vadis, Helvetia? Die Schweiz am Scheideweg zwischen Konkordanz und Konkurrenz
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Das politische System der Schweiz
Grade
1,3
Author
Matthias Hansen (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V45876
ISBN (eBook)
9783638432030
ISBN (Book)
9783638658317
Language
German
Tags
Helvetia Schweiz Scheideweg Konkordanz Konkurrenz System Schweiz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Hansen (Author), 2005, Quo vadis, Helvetia? Die Schweiz am Scheideweg zwischen Konkordanz und Konkurrenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45876
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint