Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren in zahlreichen Lebensbereichen Einzug gehalten: Kommunikation über soziale Netzwerke, Reisebuchungen über das Internet, Wohnungssuche über Immobilienportale und Online-Shopping. Zudem wollen Kunden heute verstärkt ihre Bankgeschäfte rund um die Uhr online abwickeln und ebenso Beratungen über E-Mail, Telefon und Video-Chat in Anspruch nehmen. Nicht nur Markt, Umwelt und Gesellschaft werden durch den digitalen Wandel verändert, sondern auch das Kundenverhalten grundlegend. Die Kunden sind jederzeit in der Lage, sich im Internet über Produkte und Dienstleistungen zu informieren sowie diese miteinander zu vergleichen und stellen gleichzeitig einen hohen Anspruch an Qualität und Service. Neben den vielen Möglichkeiten, die sich aufgrund einer schnelleren Bereitstellung von Daten, größerer Transparenz und mehr Flexibilität bieten, sorgen die Entwicklungen rund um die Digitalisierung auch dafür, dass sich die Welt des Zahlungsverkehrs immer schneller ändert und eine flexible Anpassung an diese Gegebenheiten notwendig macht. Viele neue technische Funktionalitäten ermöglichen es, Zahlungen wesentlich komfortabler als bisher anzustoßen. Die Neuerungen betreffen sowohl Einkäufe im stationären als auch im elektronischen und mobilen Handel, sowie Zahlungen von Person-an-Person, bekannt als P2P-Zahlungen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist, einen Überblick über die betroffenen Bereiche des bargeldlosen Zahlungsverkehrs im Hinblick auf die Digitalisierung zu geben und den Nutzen weiterentwickelter konventioneller sowie disruptiver Technologien der Zahlungsverkehrsabwicklung aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen zur Digitalisierung des Zahlungsverkehrs
2.1 Definition und Abgrenzung des Zahlungsverkehrs
2.2 Digitalisierungsrelevante Bereiche des Zahlungsverkehrs
2.3 Bestehende digitale Zahlungsverkehrsleistungen
3 Analyse konventioneller und disruptiver Zahlungsverkehrstechnologien
3.1 Transformation konventioneller Zahlungsverkehrssysteme
3.2 Zahlungsverkehrslösungen mittels disruptiver Technologien
3.3 Bewertung der Technologien im Scoring-Modell
4 Kritische Würdigung der digitalen Zahlungsverkehrsabwicklung
4.1 Vorteile der neuen Zahlungsverkehrstechnologien
4.2 Nachteile der digitalen Zahlungsverkehrslösungen
4.3 Handlungsempfehlungen für Banken
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den digitalen Wandel im Zahlungsverkehr, analysiert den Nutzen konventioneller und disruptiver Technologien und leitet Handlungsempfehlungen für Banken ab, um deren Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend digital geprägten Marktumfeld zu sichern.
- Grundlagen und Definitionen des modernen Zahlungsverkehrs
- Analyse und Bewertung digitaler und disruptiver Technologien
- Kritische Untersuchung von Vor- und Nachteilen digitaler Bezahlmethoden
- Strategische Handlungsempfehlungen zur Transformation von Bankgeschäften
- Integration von FinTech-Innovationen in bestehende Bankensysteme
Auszug aus dem Buch
3.3 Bewertung der Technologien im Scoring-Modell
Die Entwicklung neuer Zahlungslösungen erfolgt in einer Zeit, in der die Digitalisierung zu weitreichenden Veränderungen des Verhaltens und der Erwartungen von Konsumenten führt. Angesichts der technologischen Entwicklungen erhalten Konsumenten viel mehr Transparenz, werden anspruchsvoller und achten bei der Wahl der Zahlverfahren auf eine Vielfalt von Faktoren. Akzeptanz und mögliche Transaktionskosten sind nicht länger die einzig entscheidenden Argumente. Nun spielen auch Bequemlichkeit, Verfügbarkeit, Geschwindigkeit, mögliche Anreizsysteme, Sicherheit und Datenschutz eine zunehmend wichtige Rolle.78 Um die in diesem Kapitel vorgestellten Technologien miteinander vergleichen zu können, soll im Folgenden hierzu auf ein Scoring-Verfahren, d. h. ein mehrdimensionales Bewertungsverfahren der Entscheidungstheorie, zurückgegriffen werden. Eines der bekanntesten Verfahren zur Bewertung von Entscheidungsalternativen ist die sog. Nutzwertanalyse. Diese dient konkret dazu, eine Menge aus komplexen Handlungsalternativen mit dem Ziel zu analysieren, Elemente dieser Menge – unter Berücksichtigung der Präferenzen des Entscheidungsträgers – im Hinblick auf die Erfüllung mehrdimensionaler Anforderungen nach ihrer Vorteilhaftigkeit ordnen zu können.79
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den digitalen Wandel in der Gesellschaft und dessen Auswirkungen auf das Kundenverhalten sowie die Notwendigkeit zur Modernisierung im Zahlungsverkehr.
2 Theoretische Grundlagen zur Digitalisierung des Zahlungsverkehrs: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Zahlungsverkehrs, erläutert dessen verschiedene Formen und grenzt digitalisierungsrelevante Bereiche sowie bestehende digitale Leistungen voneinander ab.
3 Analyse konventioneller und disruptiver Zahlungsverkehrstechnologien: Hier werden sowohl die Transformation klassischer Bankprozesse als auch neue, disruptive Technologien untersucht und mittels einer Nutzwertanalyse bewertet.
4 Kritische Würdigung der digitalen Zahlungsverkehrsabwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Nutzer sowie Unternehmen und gibt Banken konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven Digital-Payment-Strategie für Banken, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Zahlungsverkehr, bargeldloses Bezahlen, FinTech, digitale Transformation, Mobile Payment, Online-Banking, Nutzwertanalyse, PSD2, Kundenauthentifizierung, Instant Payments, Digital Wallets, Banken, Banken-Ökosystem, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den digitalen Wandel im Zahlungsverkehr und die damit einhergehenden Veränderungen für Banken, Handel und Konsumenten durch neue Bezahltechnologien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des digitalen Zahlungsverkehrs, die Analyse disruptiver Technologien, die kritische Bewertung mittels Scoring-Modellen und die strategische Ausrichtung für Banken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über bargeldlose Zahlungsmethoden zu geben und den Nutzen sowie die Einsatzmöglichkeiten konventioneller und neuer Technologien zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse sowie ein strukturiertes Scoring-Modell (Nutzwertanalyse) zur vergleichenden Bewertung der verschiedenen Zahlungstechnologien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse bestehender und disruptiver Technologien sowie eine kritische Würdigung mit Handlungsempfehlungen für Finanzinstitute.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, bargeldloses Bezahlen, FinTech, Mobile Payment, Nutzwertanalyse und Banken-Ökosystem.
Wie schneidet paydirekt in der Nutzwertanalyse ab?
Paydirekt belegt den ersten Platz in der durchgeführten Nutzwertanalyse, primär aufgrund der hohen Sicherheit und des reibungslosen Nutzungsprozesses.
Warum wird Mobile Payment in Deutschland kritisch betrachtet?
Die Zurückhaltung ist laut Arbeit primär auf Bedenken bezüglich Datenschutz, Handydiebstahl und technische Voraussetzungen zurückzuführen.
- Quote paper
- Harald Wicht (Author), 2018, Digitalisierung des Zahlungsverkehrs. Bargeldloses Bezahlen unter einer digitalen Agenda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458790