Erschließung des Inhalts der Kurzgeschichte "Luise" von Christine Lambrecht durch das Verfassen eines Briefes

Fiktiver Unterrichtsentwurf


Unterrichtsentwurf, 2019

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Stundenbezogene Kompetenzbereiche und Kompetenzen

2. Hauptintention der Stunde

3. Positionierung der Stunde innerhalb der Unterrichtseinheit

4. Lernvoraussetzungen

5. Sachanalyse

6. Didaktische Begründungen

7. Methodische Begründungen

8. Unterrichtsverlaufsplan

9. Literaturangaben

Anhang.

I. „Luise“ von Christine Lambrecht

II. Bild von Luise und den afrikanischen Frauen

III. Lückentext für die Differenzierung

IV. Erwartungshorizont Mind-Map

V. Erwartungshorizont Brief

1. Stundenbezogene Kompetenzbereiche und Kompetenzen

In dieser Unterrichtsstunde soll die Kompetenz Schreiben gefördert werden. Diese Kompetenz wird im Kerncurriculum in verschiedene Teilkompetenzen aufgeteilt.1 Speziell für diese Unterrichtsstunde ist zunächst die Teilkompetenz „Texte planen und entwerfen“2 von Bedeutung. Die SuS3 „untersuchen Schreibaufträge hinsichtlich der Zielsetzung und aktivieren ihr thematisches und schreibformbezogenes Vorwissen“4. Eine weitere wichtige Teilkompetenz lautet „Texte schreiben - zentrale Schreibformen sachgerecht nutzen: Kreatives Schreiben“5. Hierbei „schreiben und gestalten“6 die SuS „in Auseinandersetzung mit literarischen Vorlagen eigene Texte“7. Darüber hinaus ergibt sich aus dem Aufbau der Unterrichtsstunde eine weitere Kompetenz, die zusätzlich gefördert wird. Laut dem Kerncur- riculum können nämlich verschiedene Kompetenzen für die Planung und Durchführung von Unterricht berücksichtigt werden, weil es eine „Verknüp- fung von Kompetenzbereichen“8 gibt. Gemeint ist die Kompetenz Lesen. Die SuS „erschließen literarische Texte auch mithilfe handlungs- und pro- duktionsorientierter Verfahren“9. Außerdem sollen die SuS am Ende der Unterrichtsstunde „Rückmeldungen zu den Lesevorträgen anderer geben“10. Somit wird die Kompetenz Lesen ebenfalls in der Unterrichtsstunde gefördert. Hinzuzufügen ist, dass alle beschriebenen Kompetenzen bis zum Ende des achten Schuljahres erworben werden sollten.

2. Hauptintention der Stunde

Die SuS sollen durch das Verfassen eines Briefes, welcher aus der Sicht einer beteiligten Figur geschrieben wird, den Inhalt der Kurzgeschichte „Luise“ von Christine Lambrecht erschließen.11

3. Positionierung der Stunde innerhalb der Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit sollen sich die SuS mit Kurzgeschichten be- schäftigen. Hierbei sollen die SuS schrittweise an das Thema herangeführt werden. Die folgende Tabelle verdeutlicht den chronologischen Ablauf der einzelnen Unterrichtsstunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Lernvoraussetzungen

Die Klasse 7 ist eine heterogene Klasse mit insgesamt 22 SuS (hiervon sind sechs Schüler männlich).12 Bei dieser Lerngruppe handelt es sich um eine Kooperationsklasse, was bedeutet, dass SuS mit Haupt- und Real- schulempfehlung gemeinsam eine Klasse besuchen. Eine Differenzierung für leistungsstärkere- bzw. schwächere Schüler ist daher unerlässlich.

Das Besondere an dieser Klasse ist, dass es eine starke sprachliche bzw. kulturelle Vielfalt gibt. Fünf SuS sprechen beispielsweise kurdisch, zwei sprechen polnisch, zwei sprechen russisch und zwei weitere sprechen griechisch. An dieser Stelle ist hinzuzufügen, dass zwei Schüler Flüchtlin- ge aus dem Irak sind, die seit mehr als zwei Jahren in Deutschland leben. Sie haben dennoch - vor allem schriftlich - große Defizite im Fach Deutsch. Aus diesem Grund muss besonders bei diesen Schülern auf eine Differenzierung geachtet werden, damit sie die Kompetenz Schreiben er- folgreich verbessern bzw. erwerben können.

Weiterhin ist zu erwähnen, dass ein Schüler mit Beginn des siebten Schuljahres in den Hauptschulzweig gewechselt ist. Trotzdem sind seine Leis- tungen nur schwach ausreichend, weil er oft unkonzentriert ist und des- wegen gar nicht mitarbeitet. Auch sein Stiefbruder arbeitet nicht mit, wes- halb auch seine Lernergebnisse nur mangelhaft sind. Die mündliche Mit- arbeit der zu unterrichtenden Klasse hat im Laufe des sechsten Schuljah- res erheblich nachgelassen. Das ist aber stark abhängig vom jeweiligen Thema. Die allgemeine Mitarbeit zweier kurdischer Schülerinnen variiert stark, was ebenfalls auf die Interessen der beiden Mädchen zurückzufüh- ren ist. Im Großen und Ganzen ist ihre Mitarbeit aber befriedigend. Es lässt sich also festhalten, dass manche Schüler unkonzentriert sind und deswegen nicht mitarbeiten. Außerdem schwankt die Mitarbeit der SuS stark, weil das Interesse am Lerngegenstand von den eigenen Interessen der SuS abhängig gemacht wird. Es ist aus diesem Grund wichtig, dass die SuS fokussiert und motiviert werden, damit eine gute Mitarbeit möglich gemacht werden kann.

Darüber hinaus lässt sich feststellen, dass die Schülerinnen ihre Aufgaben im Allgemeinen gewissenhaft erledigen, während der Großteil der Schüler nur grob arbeitet. Bezüglich der Erledigung von Hausaufgaben gibt es aber nur sechs Mädchen, die regelmäßig und zuverlässig ihre Hausaufga- ben in sogenannten Klassenstunden in der Schule anfertigen. Die restli- chen 16 SuS erarbeiten die Aufgaben gar nicht oder nur unvollständig.

Fünf Schülerinnen nehmen seit der sechsten Klasse am RS-Förderunter- richt teil. Weil drei Schüler ständig in diesem Förderkurs gestört haben, dürfen sie nicht am Förderkurs teilnehmen, obwohl sie erhebliche Proble- me mit der Rechtschreibung haben. Die Lehrperson muss bei diesen Schülern ebenfalls besonders unterstützen falls die Schüler Hilfe beim Schreiben benötigen.

Eine weitere wichtige Tatsache ist, dass es in der Klasse Freundschaftsin- seln gibt, die sich untereinander stark abgrenzen. Die Abgrenzungen sind unter anderem kulturell bedingt. In der sechsten Klasse wurde aber mit den SuS erlebnispädagogisch und gruppendynamisch gearbeitet, sodass respektvolle Umgangsformen etwas nachhaltiger eingefordert werden konnten.

Im Übrigen ist den SuS die Textsorte Brief bereits bekannt. Sie haben die- se in früheren Unterrichtseinheiten bereits kennengelernt, indem sie ver- schiedene Beispiele gelesen und anschließend ausführlich besprochen haben. Merkmale, Formen und Aufbau dieser Textsorte wurden ebenfalls ausführlich besprochen. Dennoch ist es durchaus möglich, dass die SuS vereinzelnd Unterstützung benötigen könnten.

5.Sachanalyse

Die Kurzgeschichte ist eine kurze Prosaform, die in Deutschland beson- ders seit 1945 an großer literaturwissenschaftlicher Bedeutung gewonnen hat.13 Es gibt viele verschiedene theoretische Ansätze, die unterschiedli- che Definitionsannäherungen beinhalten. Alle Ansätze aufzuführen und miteinander zu vergleichen würde den Rahmen dieser Unterrichtsvorberei- tung grundsätzlich überschreiten. Jedoch lässt sich im Allgemeinen fest- halten, dass sich eine Kurzgeschichte durch ihren besonders geringen Umfang auszeichnet.14 Außerdem wird in einer Kurzgeschichte ein aussagekräftiger Abschnitt aus dem Leben bzw. dem Alltag einer Figur erzählt.15 Des Weiteren sollen in der Regel die handelnden Figuren Alltagsmen- schen darstellen.16 Besonders kennzeichnend, aber auch wichtig für die Kurzgeschichte ist ein „abrupter Anfang“17. Das bedeutet, dass die Ge- schichte mitten ins Geschehen hinein springt, ohne dass vorher andere Aspekte aufgegriffen werden. Weiterhin enthält die Handlung - ganz im Gegensatz zur Novelle, in der es mehrere Wendepunkte geben kann - ei- nen Wendepunkt, der häufig überraschend erfolgt.18 Ebenso offen wie der Anfang ist auch der Schluss einer Kurzgeschichte: es gilt „die Unabge- schlossenheit als gattungsspezifisches Strukturmerkmal“19. So können dann die Rezipienten selbst über ein Ende oder eine geeignete Lösung für die Problematik nachdenken.

Die Kurzgeschichte „Luise“ von Christine Lambrecht handelt von einer Frau aus Zerbst, die in einer Bahnhofstoilette auf drei Afrikanerinnen trifft. Obwohl sie selbst dunkelhäutig ist, ist Luise zunächst sehr misstrauisch und abgeneigt gegenüber den anderen Frauen, was sie sich aber nicht anmerken lässt. Als Luise versucht sich zu kämmen, schauen ihr die drei Afrikanerinnen interessiert und freundlich zu, was Luise aber sehr wütend macht. Sie überlegt, ob sie deswegen fluchen sollte oder doch lieber ein deutsches Volkslied singen sollte, um die drei Frauen somit zu provozie- ren. Luise realisiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Frauen sie nicht verspotten möchten, weil sie Schwierigkeiten beim Kämmen ihres krausen Haares hat. Anschließend nähert sich eine der Frauen und fährt mit einem kleinen „Kämmchen“, das nur drei lange Zacken hat, durch Luises Haar. Zum Abschied schiebt sie das Kämmchen in Luises Tasche und streift dabei über ihre Hand.

[...]


1 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (2014): Kerncurriculum für die Realschule. Schuljahrgänge 5-10. Deutsch. Hannover: Unidruck.

2 Ebd. S. 17.

3 SuS steht fortlaufend als Abkürzung für Schülerinnen und Schüler

4 Niedersächsisches Kultusministerium (2014): Kerncurriculum für die Realschule. Schul- jahrgänge 5-10. Deutsch. Hannover: Unidruck. S. 17.

5 Ebd.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Ebd. S. 13.

9 Ebd. S. 21.

10 Ebd. S. 20.

11 Die hervorgehobenen Wörter kennzeichnen die für die Unterrichtsstunde genutzten Operatoren. Eine Auflistung möglicher Operatoren für das Fach Deutsch kann aus den Vorgaben des niedersächsischen Kultusministerium entnommen werden: Vgl. Nieder- sächsisches Kultusministerium (2015): Operatoren für das Fach Deutsch. URL: http:// www.nibis.de/uploads/1gohrgs/operatoren_2017/2017Deutsch_aktualisiert.pdf abgeru- fen am 15.12.2018

12 Da es sich um einen fiktiven Langentwurf handelt, ist die Klasse bzw. Zusammenset- zung der Schülerschaft ebenfalls fiktiv. Die folgende Lerngruppenanalyse basiert auf ausgedachten Vorlagen aus dem Seminar.

13 Vgl. Marx, Leonie (2005): Die deutsche Kurzgeschichte. 3. Auflage. Weimar: J.B. Metz- ler. S. 15 ff.

14 Vgl. ebd.

15 Vgl. Durzak, Manfred (2002): Die deutsche Kurzgeschichte der Gegenwart. Würzburg: Königshausen und Neumann. S. 9 ff.

16 Vgl. ebd.

17 Marx, Leonie (2005): Die deutsche Kurzgeschichte. 3. Auflage. Weimar: J.B. Metzler. S. 65.

18 Vgl. Brustmeier, Horst (1966): Der Durchbruch der Kurzgeschichte in Deutschland: Versuch einer Typologie der Kurzgeschichte, dargestellt am Werk Wolfgang Borcherts. E. Mauersberger. S. 6.

19 Marx, Leonie (2005): Die deutsche Kurzgeschichte. 3. Auflage. Weimar: J.B. Metzler. S. 68.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Erschließung des Inhalts der Kurzgeschichte "Luise" von Christine Lambrecht durch das Verfassen eines Briefes
Untertitel
Fiktiver Unterrichtsentwurf
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Vorbereitungsseminar - GHR300
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V458823
ISBN (eBook)
9783668903487
ISBN (Buch)
9783668903494
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Wichtig: Aus urheberrechtlichen Gründen konnten einige Anhänge nicht mit veröffentlicht werden. Leser können sie anhand der Quellenangaben leicht nachvollziehen.
Schlagworte
Unterrichtsentwurf, fiktiver Unterrichtsentwurf, Kurzgeschichten, Luise von Christine Lambrecht
Arbeit zitieren
Mahmud Tunc (Autor), 2019, Erschließung des Inhalts der Kurzgeschichte "Luise" von Christine Lambrecht durch das Verfassen eines Briefes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458823

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