Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Theaterfassung der Kindergeschichte "Bestimmt wird alles gut" von Kirsten Boie. Ziel der Arbeit ist es, anhand verschiedener Analysekategorien diesen Dramentext zu untersuchen und zu beleuchten.
Hierfür soll zunächst ein allgemeiner Überblick über den Inhalt gegeben werden. Weiterhin werden Überlegungen zum Titel des Stücks, zum Aufbau des Dramas sowie zur Figurenrede und zur dramatischen Zeit des Werks angeführt. Im Fokus stehen die Lokalisierungstechniken (außersprachlich, verbal und aktional). Es soll dabei untersucht werden, welche Funktionen diese Techniken innerhalb des Stückes einnehmen und welche Wirkung sie beim Zuschauer beziehungsweise Leser erzielen. Abschließend werden Überlegungen zu den Intentionen des Autors getroffen.
Das Werk handelt vom Leben zweier junger Schülerinnen mit unterschiedlichen Nationalitäten. Sie lernen einander unter extremen Bedingungen näher kennen, die von Flucht und Lebensgefahr bestimmt sind. Ihre Erlebnisse sind dabei sowohl von positiven als auch negativen Erfahrungen geprägt. Dieses Bühnenwerk behandelt damit ein hochaktuelles und strittiges Thema in der deutschen Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fabel
3. Analysekategorien
3.1 Titel
3.2 Aufbau des Dramas
3.3 Informationen über die Figuren
3.4 Figurenrede und sprachliche Handlungen
3.5 Theatraler Raum - Lokalisierungstechniken
3.6 Zeit
4. Intentionen des Autors
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Theaterfassung von Konstanze Kappenstein des Werks „Bestimmt wird alles gut“ anhand dramenanalytischer Kategorien zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Auseinandersetzung mit dem hochaktuellen Thema Flucht und dessen Wirkung auf Zuschauer und Leser.
- Strukturelle Analyse der Theaterfassung nach dramaturgischen Kriterien
- Untersuchung der Figurenkonstellation und Sprache
- Analyse von Lokalisierungstechniken im theatralen Raum
- Diskussion der Intentionen der Autorin und des pädagogischen Appells
Auszug aus dem Buch
3.2 Aufbau des Dramas
Ferner ist es wichtig aufzuklären, ob es sich bei diesem Werk um ein tektonisches (geschlossenes) oder um ein atektonisches (offenes) Drama handelt. Bei dem tektonischen Drama sind in der Regel die formalen Elemente des klassischen Dramenaufbaus (fünf Akte) gegeben. Hierdurch erhält das Drama seine geschlossene Form. Gustav Freytag erklärt mit seinem Pyramidenschema einen idealtypischen Dramenaufbau mit fünf Elementen. Zu diesen gehören die Exposition, die Steigerung, der Höhepunkt, der retardierende Moment und die Katastrophe. Jedoch sind diese Elemente in dem Werk von Kappenstein nicht gegeben. Es gibt lediglich sieben Szenen. Dieser Aspekt spricht also dagegen, dass es sich hier um eine geschlossene Form handelt.
Ein weiterer Hinweis dafür, dass es sich nicht um ein tektonisches Drama handelt, bildet die Tatsache, dass es keine eindeutige Einheit von Zeit, Ort und Handlung gibt. Diese Einheit wäre aber erforderlich, um das Drama als tektonisches Drama einzustufen. Es beginnt zum Beispiel damit, dass es keine Einheit des Ortes gibt. Rahaf und Emma sind nämlich an verschiedenen Orten, zuerst in der Schule, dann in Syrien, anschließend fliegen sie nach Ägypten, um dann mit dem Schiff Europa bzw. Deutschland zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Theaterfassung von „Bestimmt wird alles gut“ ein und begründet die Wahl des Werks aufgrund seiner gesellschaftlichen Aktualität.
2. Fabel: Dieses Kapitel fasst die in sieben Szenen unterteilte Handlung zusammen, die von der ersten Begegnung der Mädchen in Deutschland über Rahafs Vergangenheit in Syrien bis hin zur gemeinsamen Flucht und Ankunft reicht.
3. Analysekategorien: Dieser Hauptteil beleuchtet systematisch den Titel, den Aufbau des Stückes, die Figurenkonstellation, sprachliche Aspekte, die Raumgestaltung und die zeitliche Struktur.
4. Intentionen des Autors: Das abschließende Kapitel interpretiert das Werk als einen Appell zu Empathie und friedlichem Miteinander angesichts der Herausforderungen von Flucht und Vertreibung.
Schlüsselwörter
Bestimmt wird alles gut, Konstanze Kappenstein, Kirsten Boie, Dramenanalyse, Theaterfassung, Flucht, Syrien, Deutschland, Figurenkonstellation, Lokalisierungstechniken, atektonisches Drama, Flüchtlingspolitik, Empathie, Bühnenwerk, Bühnenraum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Theaterfassung von „Bestimmt wird alles gut“ von Konstanze Kappenstein unter verschiedenen dramaturgischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der dramatischen Form, den Lokalisierungstechniken im Bühnenraum sowie der Auseinandersetzung mit den Themen Flucht und soziale Integration.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Dramentext mittels fachwissenschaftlicher Kategorien zu untersuchen und die Funktionen der eingesetzten Techniken im Hinblick auf ihre Wirkung beim Publikum zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine klassische Dramenanalyse angewandt, wobei Theorien wie das Pyramidenmodell von Gustav Freytag sowie Kategorien zur Raum- und Figurenkonstellation (u.a. nach Manfred Pfister) genutzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Titel, den Szenenaufbau, die Rollen von Rahaf und Emma, die sprachliche Gestaltung sowie die Gestaltung des theatralen Raums und die Zeitstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Dramenanalyse, Flucht, Lokalisierungstechniken, Bühnenraum, Figurenkonstellation und soziale Anteilnahme.
Warum wird das Werk als "atektonisches Drama" eingestuft?
Da das Werk keine Einheit von Ort, Zeit und Handlung aufweist und die klassische Fünf-Akt-Struktur fehlt, lässt es sich als offene bzw. atektonische Form definieren.
Welche Funktion hat die Sprache im Stück?
Die Figurenrede ist durch Dialoge geprägt, die neben der Informationsvermittlung insbesondere eine phatische Funktion erfüllen, um Interesse und Anteilnahme der Zuschauer zu wecken.
- Arbeit zitieren
- Mahmud Tunc (Autor:in), 2018, Dramenanalyse von "Bestimmt wird alles gut" von Konstanze Kappenstein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458826