Dies ist eine Portfolio-Arbeit mit den Themenschwerpunkten "Formen des Gesprächs" und "Gesprächsleitung" sowie Betrachtung und Analyse einer Gesprächssituation nach dem Sprechsituationsmodell.
Viele Formen des Gesprächs sind den meisten Menschen bekannt und kommen im beruflichen wie privaten Alltag in verschiedenen Ausprägungen zum Tragen. Allerdings dann eher im Rahmen einer unbewussten Kompetenz und entsprechend unreflektiert.
Unbewusste Kompetenz basiert aus einer erlernten Prägung durch Erfahrungen, die man im beruflichen und privaten Umfeld macht und umsetzt. Die Umsetzung erfolgt dann kontextbezogen und in vielen Fällen nicht direkt selbstbestimmt, um den Ausgang einer Situation nicht negativ zu beeinflussen.
Natürlich ist die Umsetzung eines Gespräches mit der Intention "Konsens" herzustellen auch ein bewusster rhetorischer Akt, allerdings orientiert sich das Verhalten im Gespräch dann an eher sozialen Normen als an explizit rhetorischen.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung und Reflektion der Erfahrungen aus dem Blockseminar
1.1 Formen des Gesprächs
1.1.1 Beobachtungssituation „Gespräch im Glas“
1.2 Beobachtungen und Erkenntnisse zur Gesprächsleitung
1.2.1 Erste Betrachtungen anhand des 4 Seiten Kommunikationsmodells
1.2.2 Gesprächsführung Konsens und Dissens - Das konstruktive Streitgespräch
2. Betrachtung einer Kommunikationssituation aus dem beruflichen Umfeld
2.1 Exkurs und Betrachtung Sprechsituationsmodelle
2.2 Darstellung der Gesprächssituation: Projektbesprechung bei Abwesenheit eines Entscheiders
2.3 Analyse der Situation nach dem Sprechsituationsmodell
2.4 Ableitung von Maßnahmen für eine gelingende Kommunikation
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, theoretische Erkenntnisse über Gesprächsformen und Gesprächsleitung aus einem Blockseminar auf eine konkrete berufliche Kommunikationssituation anzuwenden, um Defizite in der Gesprächsführung zu identifizieren und Optimierungsmöglichkeiten abzuleiten.
- Reflektion über unbewusste versus bewusste rhetorische Kompetenzen
- Anwendung des Vier-Seiten-Modells (Kommunikationsquadrat) zur Analyse von Gesprächsrollen
- Analyse einer beruflichen Konfliktsituation mittels des Sprechsituationsmodells
- Erarbeitung von Maßnahmen für eine zielgerichtete und sachorientierte Kommunikation
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Beobachtungssituation „Gespräch im Glas“
Sehr gut verdeutlicht wurde dieser Effekt im Rahmen des „Gespräches unter Glas“. In dieser Versuchsanordnung wurde die Gruppe mit einer Aufgabe und einem Thema betraut und ein Gespräch sollte in Gang gebracht sowie ein Ziel erreicht werden. Dabei gab es einen inneren und einen äußeren Kreis. Der innere Kreis war mit der Problemlösung betraut und der äußere Kreis der Beobachter sollte den Prozess, den Verlauf und die Redeanteile beobachten und die Situation aufzeichnen und anhand definierter Fragen bewerten. Es stellte sich heraus, dass über viele der eingebrachten Redebeiträge im Sinne einer schnellen Zielerreichung rege diskutiert wurde und sich die Teilnehmer schnell in einer Rolle wiederfanden. Klar wurde, dass niemand den Prozess blockieren oder stören wollte und die Erreichung des Ziels schnell im Vordergrund stand. Beeinflusst wurde das Gruppengespräch zudem durch weitere Rahmenbedingungen; so gab es neben der gestellten Aufgabe auch eine zeitlichen Rahmen, um das Gespräch mit einer gemeinsam erarbeiteten Lösung abzuschließen. Im Rahmen des Seminars wurde mir bewusst, dass man die verschiedenen Formen des Gesprächs (wieder) erkennen lernen kann und muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung und Reflektion der Erfahrungen aus dem Blockseminar: Der Autor reflektiert seine Vorkenntnisse über Gesprächsformen und analysiert die Erkenntnisse aus einer praktischen Seminarübung.
1.1 Formen des Gesprächs: Dieser Abschnitt beschreibt den Übergang von unbewusster Kompetenz zu bewusstem rhetorischem Handeln.
1.1.1 Beobachtungssituation „Gespräch im Glas“: Darstellung einer praktischen Versuchsanordnung zur Beobachtung von Gruppendynamik und Zielerreichung.
1.2 Beobachtungen und Erkenntnisse zur Gesprächsleitung: Fokus auf die Werkzeuge der Gesprächsführung und die Rolle des Gesprächsleiters.
1.2.1 Erste Betrachtungen anhand des 4 Seiten Kommunikationsmodells: Anwendung des Modells von Schulz von Thun zur Analyse von Sprecher- und Zuhörertypen.
1.2.2 Gesprächsführung Konsens und Dissens - Das konstruktive Streitgespräch: Erläuterung der Rolle des Gesprächsführers bei der Klärung strittiger Punkte.
2. Betrachtung einer Kommunikationssituation aus dem beruflichen Umfeld: Übertragung der Theorie auf eine reale, herausfordernde Projektbesprechung des Autors.
2.1 Exkurs und Betrachtung Sprechsituationsmodelle: Vorstellung der Modelle von Geissner und Gutenberg als Analysewerkzeuge.
2.2 Darstellung der Gesprächssituation: Projektbesprechung bei Abwesenheit eines Entscheiders: Fallbeispiel einer misslungenen Telefonkonferenz im beruflichen Kontext.
2.3 Analyse der Situation nach dem Sprechsituationsmodell: Kritische Untersuchung der Kommunikationsfehler aus Sicht des Sprechenden und Hörenden.
2.4 Ableitung von Maßnahmen für eine gelingende Kommunikation: Konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Gesprächsqualität.
Schlüsselwörter
Kommunikationsquadrat, Sprechsituationsmodell, Gesprächsführung, Rhetorik, Konsens, Dissens, Gesprächsleiter, Projektbesprechung, Telefonkonferenz, Gesprächsanalyse, Vier-Seiten-Modell, Kommunikation, berufliches Umfeld, Zielerreichung, Streitgespräch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dient als Portfolio-Reflektion über die theoretischen Grundlagen der Rhetorik und Gesprächsführung, gewonnen in einem universitären Blockseminar.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Gesprächsformen, der Leitung von Gesprächen und der systematischen Analyse von Kommunikationssituationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die kritische Analyse einer beruflichen Gesprächssituation anhand wissenschaftlicher Modelle, um Defizite aufzuzeigen und Maßnahmen für eine effizientere Kommunikation abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun sowie das Sprechsituationsmodell nach Helmut Geissner und Norbert Gutenberg.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Reflexion aus dem Seminar sowie eine angewandte Analyse einer gescheiterten Projektbesprechung in einem beruflichen Umfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kommunikationsquadrat, Sprechsituationsmodell, Gesprächsführung, konstruktives Streitgespräch und zielorientierte Kommunikation.
Warum war die im Kapitel 2.2 beschriebene Telefonkonferenz aus Sicht des Autors nicht erfolgreich?
Es fehlte an einer klaren Vorbereitung, einer definierten Agenda, einer moderierenden Leitung und aufgrund der technischen Distanz an notwendigen nonverbalen Signalen.
Welche Rolle spielt die „unbewusste Kompetenz“ laut dem Autor?
Der Autor beschreibt, dass viele Gesprächsformen intuitiv genutzt werden, jedoch ohne theoretische Fundierung oft unreflektiert und bei Widerständen weniger effektiv bleiben.
Wie unterscheidet sich das Modell von Gutenberg von dem Modell nach Geissner?
Gutenberg erweitert Geissners ursprüngliches Modell um die Aspekte des Sprech- und Hörhandelns, um ein feinteiligeres Verständnis von Interaktionen zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- B. A. Oliver Tissen (Autor:in), 2018, Formen des Gesprächs und Gesprächsleitung. Betrachtung und Analyse einer Gesprächssituation nach dem Sprechsituationsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458883