„Medien sind imstande unsere didaktische Konzeption von Grund auf zu verändern [...].
Das ist der Anfang vom Ende einer alten Didaktik.“
(HEIMANN 1962/1976,S. 133)
Diese Ausarbeitung setzt sich mit dem komplexen Thema "Medieneinsatz im Unterricht" auseinander. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich die Struktur der Medienwelt grundlegend verändert und unterliegt mittlerweile einem stetigen Innovationsprozess, dessen Ende und Entwicklung nur schwer absehbar sind. Dies hat Auswirkung auch auf die Unterrichtsgestaltung in der Schule. Bedingt ist das vor allem durch die sogenannten Neuen (computerbasierten) Medien. Traditionelle Medien wie Folien, Tafel, Kreide werden zunehmend von technischen Medien rund um den Computer verdrängt. Daher sollen diese "konservativen" Medien in dieser Arbeit nicht ausführlicher, als für Vergleiche notwendig, vorgestellt werden. Im Gegensatz dazu werden vornehmlich die Neuen Medien und deren Verwendung im Unterricht behandelt. Aus diesem Dualismus ergibt sich, dass nicht lediglich die Klassifikation, sondern auch die Verwendung von Neuen Medien an sich unter neuen Gesichtspunkten analysiert werden muss.
Dies lässt folgende Fragestellungen in den Vordergrund treten:
Nach welchen Kriterien unterscheidet man Arten von Medien und was sind überhaupt "neue" oder "alte" Medien?
Wie stellt sich das Angebot von bestimmten Arten der Neuen Medien dar und wie werden diese untereinander klassifiziert?
Welche Vor- und Nachteile bieten die computerbasierten Medien im Vergleich zu herkömmlichen Medien für den Schulunterricht?
Wie kann der Einsatz solcher Medien in der Praxis aussehen?
Hier findet sich der Schwerpunkt dieser Arbeit, diese Fragen werden nach einer Begriffsbestimmung unter pädagogischen Gesichtspunkten beantwortet, zum Ende der Ausführungen wird ein praxisbezogener Unterrichtsentwurf beispielhaft und grob skizziert.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Medienbegriff
1.1 Medienpädagogik
2 Medienarten und deren Verwendung im Unterricht
2.1 Klassifikation von Medien
2.2 Mediennutzung für Lern- und Lehrprozesse
2.3 Neue Medien
3. Medieneinsatz im Unterricht
3.1 Medienauswahl für den Unterricht
3.3 Verwendung von Medien im Unterricht
4. Medieneinsatz im Unterricht, ein praxisbezogenes Beispiel
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den komplexen Wandel des Medieneinsatzes im schulischen Unterricht unter dem Einfluss neuer, computerbasierter Technologien. Das primäre Ziel ist es, Kriterien für eine didaktisch sinnvolle Medienauswahl zu definieren, den Einfluss neuer Medien auf Lehr- und Lernprozesse zu analysieren und ein praxisorientiertes Modell für die Integration moderner Medien in den Unterricht zu entwerfen.
- Wandel des Medienbegriffs und pädagogische Einordnung.
- Klassifikation von Medien und deren Wahrnehmungsmodi.
- Herausforderungen und Potenziale computerbasierter Lernmedien.
- Didaktische Kriterien für die Auswahl und Integration von Medien.
- Praxisbeispiel zur mediengestützten Unterrichtsgestaltung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Medienauswahl für den Unterricht
Zunächst muss sich die/der Lehrende bewusst machen, warum welches Medium eingesetzt werden soll (semantische Kompetenz). Aus der Vielzahl der angebotenen und verwendeten Unterrichtsmedien ergibt sich die Notwendigkeit, Kriterien aufzustellen, die bei der Beurteilung und Auswahl von Unterrichtsmedien helfen, bzw. die Möglichkeit bieten, ihren Einsatz im Unterrichtsprozess nach objektiven, sachlichen und didaktischen Maßstäben zu bewerten.
Als Grundkriterium kann hier gelten, dass das Medium den zu vermittelnden Sachverhalt auch adäquat repräsentieren muss. Das Lernen in Schulen (Primar- und Sekundarstufen) hat vornehmlich symbolischen Charakter, d.h. Erfahrungen werden nicht in der Wirklichkeit des Lebens gewonnen, sondern davon abgesondert in einer quasi künstlichen Lernumgebung der Schule. Das heißt auf die Medien bezogen, dass diese so angelegt sein müssen, dass sie im Lernenden ein Vorverständnis für den zu lernenden Sachverhalt bereiten, das später in der Wirklichkeit zum Verständnis des Sachverhaltes führt. Es muss also ein Transfer der durch das Medium vermittelten Kenntnis zur Wirklichkeit hin möglich sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Medienbegriff: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die pädagogische Definition von Medien, wobei zwischen traditionellen und computerbasierten Medien unterschieden wird.
2 Medienarten und deren Verwendung im Unterricht: Es erfolgt eine systematische Klassifikation von Medien nach Wahrnehmungsmodi sowie eine Analyse der Nutzung moderner digitaler Medien im Lehr-Lern-Kontext.
3. Medieneinsatz im Unterricht: Dieses Kapitel diskutiert didaktische Auswahlkriterien und vergleicht verschiedene theoretische Modelle, wie sie für eine zielgerichtete Unterrichtsplanung notwendig sind.
4. Medieneinsatz im Unterricht, ein praxisbezogenes Beispiel: Anhand eines konkreten Unterrichtsentwurfs zum Thema Politikverdrossenheit wird die praktische Anwendung und Integration verschiedener Medienformen illustriert.
Schlüsselwörter
Medieneinsatz, Medienpädagogik, Unterrichtsplanung, Neue Medien, Medienkompetenz, Mediendidaktik, Lernsoftware, Wissensgesellschaft, Klassifikation von Medien, Medienauswahl, Unterrichtsgestaltung, Computer im Unterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und dem Wandel des Medieneinsatzes im schulischen Unterricht, insbesondere im Hinblick auf den verstärkten Einsatz neuer, computerbasierter Medien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind der pädagogische Medienbegriff, die Klassifikation von Medien, didaktische Modelle zur Unterrichtsplanung und die praktische Anwendung von Internet und Software im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Ableitung von objektiven, didaktisch fundierten Kriterien für die Auswahl und den Einsatz von Medien, um eine effektive Unterrichtsgestaltung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis aktueller medienpädagogischer Literatur durchgeführt, ergänzt durch die Skizzierung eines praktischen Unterrichtsbeispiels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medienpädagogische Begriffsklärung, die systematische Einteilung von Medien nach Wahrnehmungsmodi sowie die Herleitung von Auswahlkriterien für die Lehrplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, Mediendidaktik, computerbasierte Medien und didaktische Unterrichtsplanung charakterisiert.
Wie bewertet der Autor den Einsatz des Internets im Unterricht?
Der Autor sieht das Internet als mächtiges Werkzeug, betont jedoch, dass es eine begleitende pädagogische Steuerung erfordert, um die Informationsflut nutzbar zu machen und Medienkompetenz zu fördern.
Welche Rolle spielt die „Variabilität“ bei der Medienauswahl?
Die Variabilität ist essenziell, da Schüler unterschiedliche Vorkenntnisse und Lerngeschwindigkeiten mitbringen; der Lehrende muss daher flexibel auf diese individuellen Voraussetzungen reagieren können.
Was wird in dem praxisbezogenen Beispiel zur Politikverdrossenheit umgesetzt?
In dem Beispiel werden das Internet zur Recherche und Präsentationssoftware zur Ergebnissicherung genutzt, um Schüler aktiv in den Lernprozess einzubinden und gleichzeitig ihre Medienkompetenz zu stärken.
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- Matias Esser (Author), 2005, Medieneinsatz im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45893