Seit vielen tausenden von Jahren gibt es die Regierungsform der Königtümer und daher auch viele Möglichkeiten für die Forschung. Die Königswahl von Konrad dem Zweiten ist dabei ein besonderes Thema wie wir im Verlauf der Hausarbeit feststellen werden, welche durch den Autor Wipo detailliert festgehalten und bis heute erhalten ist.
In der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit der Königswahl von Konrad dem Zweiten auseinander setzen. Die Frage mit der ich mich dabei befassen möchte ist, ob es sich bei der Quelle des Priesters Wipo: „Gesta Chounradi imperatoris“, die ich für diese Hausarbeit nutzen werde, um eine reine objektive historische Überlieferung handelt oder ob es sich bei dieser Quelle um eine Arbeit handelt, bei der der Lehrcharakter (moralisch-pädagogisches Ziel) überwiegt, sie also als eine Richtlinie für künftige Herrscher angesehen werden kann.
Damit ich diese Fragestellung in der folgenden Hausarbeit klären kann, werde ich zuerst eine kurze Einordnung der Königswahl in den zeitlichen Hintergrund geben. Der Hauptteil der Arbeit wird sich, mit Hilfe der Untersuchung der Quelle, mit der Königswahl Konrads II. und dessen Regierungsantritt beschäftigen.
Im weiteren Verlauf der Hausarbeit werde ich mich auf eine Reihe von ausgewählten Texten aus der aktuellen Fachliteratur beziehen, die einen guten Einblick in die aktuelle Forschungslage geben. Dabei werde ich mit folgenden Werken arbeiten:
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung des Autors und der Quelle
2.1 Wipo und die Gesta Chuonradi II. imperatoris
2.2 Einordung der Wahl in den zeitlichen Hintergrund
3. Die Königswahl, die Krönung und der Regierungsantritt
3.1 Die Königswahl von Kamba
3.2 Die Krönung von Konrad II
3.3 Der Regierungsantritt und die ersten Amtshandlungen
4. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Königswahl Konrads II. anhand der historischen Quelle „Gesta Chuonradi II. imperatoris“ des Priesters Wipo. Das primäre Ziel besteht darin zu analysieren, ob es sich bei dem Werk um eine objektive historische Überlieferung handelt oder ob der moralisch-pädagogische Lehrcharakter zur Anleitung künftiger Herrscher überwiegt.
- Historische Analyse der Königswahl von Kamba im Jahr 1024
- Untersuchung des Lehrcharakters in Wipos Chronik
- Bewertung der Krönung und der ersten Regierungshandlungen Konrads II.
- Einordnung der Quelle in den zeitgeschichtlichen Kontext
- Vergleich der Darstellung mit der modernen historischen Forschungslage
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Königswahl von Kamba
In seinem Werk beschreibt Wipo den genauen Ablauf der Königswahl. Er beschreibt sehr ausführlich, dass die Großen des Reiches zwischen Mainz und Worms zu einem friedlichen Treffen zusammen kommen, um einen geeigneten Kandidaten auszuwählen. Diese brauchen einige Zeit um sich für zwei geeignete Kandidaten zu entscheiden, denn viele waren ihrer Meinung nach nicht geeignet.
„So stritt man lange darüber, wer König sein sollte; den einen machte sein zu jugendliches oder zu weit fortgeschrittenes Alter unmöglich, eines anderen Haltung war nicht erprobt, mache schloß ihr offensichtlicher Ehrgeiz aus.“14 Nach reichlichen Überlegungen blieben am Ende noch zwei geeignete Kandidaten über, Konrad der Ältere und Konrad der Jüngere. „Von den Vielen wurden nur wenige in Betracht gezogen und aus den Wenigen nur zwei vorgeschlagen“15. „Beide waren hochedle Herren aus Deutschfranken“16, denn beide stammten vom Vater und der Mutter aus edlen Geschlechtern ab und waren Urenkel Ottos des Großen.
Wipo schreibt weiter, dass sich der übrige Adel lange nicht zwischen den beiden Kandidaten entscheiden konnte, „zwar wünschten fast alle in geheimen Entschluss und erwartungsvoller Hoffnung den älteren Konrad wegen seiner charakterlichen Tüchtigkeit und Rechtschaffenheit, aber des jüngeren Macht ließ sie geflissentlich ihre Ansicht verbergen, […]“17. Hierbei schreibt Wipo schon vor dem Wahlausgang welcher, der beiden Konrade seiner Meinung nach der zukünftige König sein werde. Ein Grund dafür dürfte sein, das Konrad der Ältere, welcher später die Wahl gewinnt, bereits einen Sohn hätte, während Konrad der Jüngere kinderlos war und den Wählern daran gelegen war, die neue Herrscherdynastie dauerhaft zu etablieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Thema der Königswahl Konrads II. eingeführt, die Fragestellung zur Objektivität der Quelle Wipos formuliert und die methodische Vorgehensweise skizziert.
2. Einordnung des Autors und der Quelle: Dieses Kapitel widmet sich der Person Wipo als Berater und Mahner sowie der historischen Einordnung des Interregnums nach dem Tod Heinrichs II.
3. Die Königswahl, die Krönung und der Regierungsantritt: Der Hauptteil analysiert detailliert den Ablauf der Wahl in Kamba, die Krönungsfeierlichkeiten und die ersten legitimierenden Amtshandlungen Konrads II.
4. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Schlussfolgerung gezogen, dass Wipo die Ereignisse idealisiert, um eine moralische Richtlinie für das Königtum zu schaffen.
Schlüsselwörter
Kaiser Konrad II., Wipo, Gesta Chuonradi II. imperatoris, Königswahl, Kamba, Salier, Mittelalter, Geschichtsschreibung, Lehrcharakter, Herrscherbild, Krönung, Heinrich II., Reichstag, Investitur, Reichsinsignien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Königswahl Konrads II. im Jahr 1024 durch den zeitgenössischen Autor Wipo.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die politische Situation des Reiches während des Interregnums, der tatsächliche Ablauf der Wahl in Kamba sowie die Rolle des Autors Wipo als Vermittler eines königlichen Idealbildes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage prüft, inwiefern die Quelle „Gesta Chuonradi II. imperatoris“ als objektive historische Überlieferung oder primär als moralisch-pädagogische Anleitung für zukünftige Herrscher zu werten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine quellenkritische Analyse, indem sie Wipos Text mit Erkenntnissen aus der aktuellen Fachliteratur, wie beispielsweise den Werken von Egon Boshof und Stefan Weinfurter, vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Wahl von Kamba, die Schilderung der Krönung in Mainz und die Analyse der ersten Amtshandlungen Konrads II.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Salier-Dynastie, der Lehrcharakter der Geschichtsschreibung, das Wahlrecht der Fürsten sowie die Legitimation durch Gott und das Volk.
Welchen Einfluss hatte Wipo auf das Bild Konrads II.?
Wipo stilisierte Konrad II. zum idealen Herrscher, indem er ihm Charakterstärke und Frömmigkeit zuschrieb und die Wahl als harmonisch und von Gott gewollt darstellte, um die Stabilität des Reiches zu unterstreichen.
Warum kam es bei der Krönung von Gisela zu einem Eklat?
Der Erzbischof verweigerte die Krönung von Gisela, vermutlich aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen oder weil die gleichzeitige Weihe des Königspaares zu dieser Zeit noch keine fest etablierte Tradition darstellte.
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- Anonym (Autor:in), 2015, Die Berichterstattung über die Königswahl Konrad II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458941