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Die Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich

Titel: Die Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich

Bachelorarbeit , 2018 , 67 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Lennard Lang (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Da sich sowohl intergenerationelle Mobilität als auch die tertiären Bildungssektoren international sehr stark unterscheiden, untersucht diese Arbeit die Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität und analysiert in einem internationalen Vergleich, inwiefern sich die Eigenschaften des tertiären Bildungssektors auf die intergenerationelle Mobilität auswirken.

Hierzu wird im ersten Abschnitt der Arbeit ein auf Elastizitäts- und Korrelationsschätzungen basierender internationaler Vergleich intergenerationeller Einkommens- und Bildungsmobilität vorgestellt. Im Ergebnis zeigt sich, dass Nationen mit starken Einkommensmobilitätsraten ebenfalls starke Bildungsmobilitätsraten ausweisen, was ebenso für den umgekehrten Fall gilt. Der eindeutige Zusammenhang der beiden Variablen ist letztlich durch die naheliegende Beziehung von Bildung und Einkommen zu erklären, wobei insbesondere die monetären Renditen des tertiären Bildungssektors für diese Abhängigkeit verantwortlich sind.

Damit der tertiäre Bildungssektor intergenerationelle Mobilität positiv beeinflussen kann, sollte jedem fähigen und willigem Individuum die Hochschulteilnahme ermöglicht werden. Der 2. Abschnitt dieser Arbeit untersucht daher, ob gegebenenfalls finanzielle Faktoren die Hochschulteilnahme beeinflussen und auf welche Ursachen die signifikant niedrigeren Teilnahmequoten sozioökonomisch schwächerer Gruppen zurückzuführen sind. Die Ergebnisse zeigen, dass hauptsächlich die knappen finanziellen und sonstigen familiären Ressourcen während der gesamten Kindheit, welche die Entwicklung kognitiver als auch nicht-kognitiver Fähigkeiten der Individuen hemmen, die unterschiedlichen Teilnahmequoten erklären.

In geringem Ausmaß von bis zu 20% kann jedoch auch der finanzielle Status der Individuen unmittelbar vor der Teilnahmeentscheidung die Partizipation am tertiären Bildungssektor beeinflussen. Da insbesondere Individuen niedriger Einkommensgruppen unter finanziellen Beschränkungen leiden, ergibt sich hieraus ein klarer negativer Einfluss auf die intergenerationellen Mobilitätsraten, da Individuen nur von dem höheren Bildungsabschluss und dem damit einhergehenden höheren Einkommen profitieren können, solange ihre Eltern über ausreichende finanzielle Ressourcen verfügen um die Kosten des tertiären Bildungsweges bewältigen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intergenerationelle Mobilität - eine Definition

3. Messung Intergenerationeller Mobilität und Messkonzepte

3.1 Intergenerationelle Einkommensmobilität

3.2 Intergenerationelle Bildungsmobilität

3.3 Sozio-ökonomische Mobilität

4. Intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich

4.1 Intergenerationelle Einkommensmobilität im internationalen Vergleich

4.2 Intergenerationelle Bildungsmobilität im internationalen Vergleich

4.3 Zusammenhang der Einkommens- und Bildungsmobilität

4.4 Rolle des tertiären Bildungssektors

5. Finanzielle Beschränkungen

5.1 Belley und Lochner (2007)

5.2 Frenette (2007)

5.3 Chowdry et al. (2012)

5.4 Vandenberghe (2007)

5.5 Zusammenfassung des Literaturüberblicks

6. Charakteristika der Hochschulsysteme

6.1 Ausmaß der Kostenteilung - Studiengebühren

6.2 Studienkredite und Studienzuschüsse

6.3 Analyse der charakteristischen Unterschiede im internationalen Vergleich

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität in einem internationalen Vergleich. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie unterschiedliche Ausgestaltungen von Hochschulsystemen – insbesondere hinsichtlich Finanzierung und Unterstützung – die Chancengleichheit und Mobilität zwischen den Generationen beeinflussen.

  • Intergenerationelle Einkommens- und Bildungsmobilität als Indikatoren für Chancengerechtigkeit.
  • Einfluss finanzieller Beschränkungen auf die Teilnahme am tertiären Bildungssektor.
  • Analyse der Wirksamkeit von Studiengebühren, Krediten und Zuschüssen.
  • Internationaler Vergleich verschiedener Hochschulsysteme und deren Förderansätze.
  • Bedeutung langfristiger familiärer Effekte vs. kurzfristiger finanzieller Hürden.

Auszug aus dem Buch

4.1 Intergenerationelle Einkommensmobilität im internationalen Vergleich

In Tabelle 1 sind die in Blanden (2013) präferierten Studien zur Schätzung intergenerationeller Einkommenselastizität aufgelistet. Für eine optimale Vergleichbarkeit der Nationen verwendet Blanden (2013) hierbei Kohorten, welche in den 1960er und 1970er Jahren geboren wurden mit Altersgruppen, welche möglichst dem Optimum von 30 bis 40 Jahren entsprechen. Wie in Abschnitt 3.1 besprochen, haben die verschiedenen Messmethoden unterschiedliche Fehleranfälligkeiten. Corak (2006) zeigt mithilfe von US Daten und den Ergebnissen aus Solon (1992) und Björkl und Jäntti (1997), dass OLS Schätzungen um einen Faktor von 0,75 kleiner sind, als auf Instrumentvariablen basierende Messansätze. Dieser nur für die USA gestützte Fakt wird in Blanden 2013 als universell geltend angenommen, sodass sowohl IV- und TSIV-Ansätze mit 0,75 skaliert werden, um die Vergleichbarkeit der Studien zu gewährleisten.

Für Großbritannien wurde der in Dearden et al. (1997) genutzte IV-Ansatz skaliert (0.58 zu 0.44) und mit der in Nicoletti und Ermisch (2007) geschätzten Elastizität (0.29) gemittelt (siehe Tabelle 1). Ebenso kommt der Elastizitätswert Finnlands durch das Mitteln der errechneten Werte aus Pekkarinen et al. (2006) und Österbacka (2001) zustande, wobei dies konform zur Anwendung in Björklund und Jäntti (2009) geschehen ist.

Björklund und Jäntti (2011) verwenden anders als Blanden für die USA Ergebnisse aus Mazumder (2005), welcher bei einem Mitteln der Einkommenswerte des Vaters über 7 Jahre auf einen Elastizitätswert von 0.458 kommt. Des Weiteren wird bei Björklund und Jäntti (2011) die Elastizitätsschätzung Kanadas, entnommen aus Corak und Heisz (1999) mit dem Faktor 1,2 multipliziert, um dem verhältnismäßig jungen Alter der Söhne in den kanadischen Daten gerecht zu werden. Es gilt somit das junge Alter der in Blanden (2013) angeführten Studien zur USA (alter 25–34), Großbritannien (alter 33) und Kanada (alter 29-32) ebenfalls bei der Interpretation zu beachten, da eine Elastizitätsschätzung bei Messungen im höheren Alter vermutlich stärker ausgefallen wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die verfassungsrechtliche Forderung nach Chancengerechtigkeit ein und definiert intergenerationelle Mobilität als zentralen Indikator für eine faire Gesellschaft, wobei die Rolle des tertiären Bildungssektors hervorgehoben wird.

2. Intergenerationelle Mobilität - eine Definition: Das Kapitel definiert den Begriff der Mobilität im sozioökonomischen Kontext und unterscheidet zwischen ökonomischen und soziologischen Forschungsansätzen.

3. Messung Intergenerationeller Mobilität und Messkonzepte: Es werden methodische Ansätze zur Quantifizierung von Einkommens-, Bildungs- und sozioökonomischer Mobilität sowie deren Vor- und Nachteile erörtert.

4. Intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über Elastizitäts- und Korrelationsschätzungen der Mobilität und analysiert den Zusammenhang zwischen Bildungs- und Einkommensmobilität.

5. Finanzielle Beschränkungen: Hier werden verschiedene empirische Studien analysiert, um zu bewerten, inwieweit kurzfristige finanzielle Hürden die Hochschulteilnahme von einkommensschwächeren Gruppen behindern.

6. Charakteristika der Hochschulsysteme: Es erfolgt eine Kategorisierung internationaler Bildungssysteme hinsichtlich ihrer Finanzierungsansätze (Studiengebühren, Kredite, Zuschüsse) und deren Auswirkungen auf den Zugang zum Hochschulsektor.

7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass bildungspolitische Maßnahmen in frühen Lebensphasen maßgeblicher für die Mobilität sind, während der tertiäre Sektor durch eine gezielte Finanzierungspolitik kurzfristige Hürden abbauen kann.

Schlüsselwörter

Intergenerationelle Mobilität, tertiärer Bildungssektor, Einkommenselastizität, Bildungsmobilität, Humankapitaltheorie, Studiengebühren, finanzielle Beschränkungen, Hochschulteilnahme, Chancengleichheit, Sozioökonomischer Status, Bildungsrendite, Familienhintergrund, Studienkredite, Bildungsfinanzierung, OECD.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich und untersucht, wie strukturelle Unterschiede in den Hochschulsystemen die soziale Mobilität beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen über Generationen hinweg, der Einfluss finanzieller Faktoren auf die Entscheidung für ein Studium sowie der Vergleich verschiedener nationaler Finanzierungsmodelle für Hochschulen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu ergründen, ob und wie tertiäre Bildungssysteme dazu beitragen können, Chancengleichheit zwischen verschiedenen sozioökonomischen Schichten zu fördern und die intergenerationelle Mobilität positiv zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf einer Auswertung internationaler empirischer Studien zu Einkommens- und Bildungsmobilität sowie Regressionsanalysen zur Hochschulpartizipation basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Mobilitätskonzepten, den internationalen Vergleich von Mobilitätsraten, die Untersuchung finanzieller Barrieren für Studierende und die Analyse der Charakteristika nationaler Hochschulsysteme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie intergenerationelle Mobilität, Bildungsrendite, Studienfinanzierung und sozioökonomische Ungleichheit geprägt.

Welche Rolle spielen Studiengebühren laut der Arbeit?

Die Arbeit zeigt, dass hohe Studiengebühren, sofern sie nicht durch ein breites Netz an Unterstützungsleistungen wie Kredite oder Stipendien abgefedert werden, insbesondere für einkommensschwache Gruppen eine Hürde darstellen können.

Warum sind die skandinavischen Länder als Fallbeispiele relevant?

Die skandinavischen Länder dienen als Beispiel für Systeme mit hoher intergenerationeller Mobilität, da sie ein öffentlich finanziertes Modell mit universeller finanzieller Unterstützung für Studierende kombinieren.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1.0
Autor
Lennard Lang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
67
Katalognummer
V458967
ISBN (eBook)
9783668901216
ISBN (Buch)
9783668901223
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale mobilität intergenerationelle mobilität tertiärer Bildungssektor Hochschulsysteme chancengerechtigkeit chancengleichheit Einkommensmobilität Bildungsmobilität Hochschulsektor internationaler Vergleich intergenerationeller Mobilität generationenmobilität Intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich Studienteilnahme Kostenteilung Studienkosten Charakteristika der Hochschulsysteme Einkommenseffekte auf Studienteilnahme internationaler Vergleich Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität Rolle des Hochschulsektors für die intergenerationelle Mobilität globaler Vergleich sozialer Mobilität Rolle des Hochschulsektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Lennard Lang (Autor:in), 2018, Die Rolle des tertiären Bildungssektors für die intergenerationelle Mobilität im internationalen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458967
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