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Die Ereigniskultur nach Gerhard Schulze

Title: Die Ereigniskultur nach Gerhard Schulze

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 13 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Annemarie Kremer (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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der Stadt Paris verbinden, sagen 100 Liebe. Dies erscheint einleuchtend. Die heutige Gesellschaft findet langsam wieder gefallen an Geborgenheit, Partnerschaft und Familie. Weg vom schnelllebigen und hektischen Alltag - rein ins Vergnügen. Richtig gehört, Vergnügen. Also was würden nun diese 100 Befragten als nächstes sagen, wenn Sie mit der Stadt Paris konfrontiert werden? Louvre? Notre Dame? Eifelturm wahrscheinlich eher. Aber nein, sie antworten mit Eurodisney… Was auch sonst. Warum pilgern Millionen Menschen zur, von US-Produzent und Regisseur Cecil B. de Mille für seinen Film „Die 10 Gebote“, errichteten Stadt Karnak, die eigentlich in Ägypten, genauer gesagt in Luxor steht? Wieso fährt man hunderte Kilometer, um sein Auto nicht beim örtlichen Händler, sondern in einem Erlebnispark, einer Produktions- und gleichzeitig Luxusstadt abzuholen? Und kann es sein, dass Millionen Liter Cerosin in die Luft gepulvert werden, um ein Einkaufswochenende in New Yorks großen Shoppingcentern zu verbringen?
„Kann es in Zukunft ein neues Bedürfnis nach künstlichen Erlebniswelten geben?“ Wenn man heute eine (Tages-) Zeitung, eine Zeitschrift oder eine Illustrierte aufschlägt, oder das Fernsehen, das Radio oder den Computer anmacht, kommt es nicht selten vor, dass man gleich zu Beginn sein Augenmerk auf das richtet, was mit vielen bunten Bildern, Schriften und paradiesischen Redewendungen in den Werbe- und Klatschspalten erscheint. Meist sind es Produkte, Neuheiten, welche den Drang nach Bedürfnisbefriedigung der Gesellschaft stillen. Ein Ereignis, ein Event, ein Erlebnis für die Sinne und nicht selten für den Geldbeutel auch. Der Wettlauf hat begonnen.
„Allein in Deutschland gibt es mehr als 60 Freizeit- und Erlebnisparks, 8.800 Ausstellungen und über 10.000 Volksfeste“ und Festivals. Mehr und mehr müssen sich Wirtschaft und Politik, aber auch Forschung und Entwicklung mit dem Anspruch der neuen Ereigniskultur auseinandersetzen. Kann man das Ganze eigentlich noch als Kultur bezeichnen? Ist es nicht vielmehr Kulisse? Illusion statt Wirklichkeit? Fast…der Anspruch der Erlebnisgesellschaft von heute und morgen sind perfekte Illusionen und Scheinwelten, „solange sie die Wirklichkeit übertreffen“3.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die drei alltagsästhetischen Schemata

Das Hochkulturschema

Das Trivialschema

Das Spannungsschemata

Der Erlebnismarkt

Erlebnis als Handlungsziel

Rationalität der Erlebnisnachfrage und des Erlebnisangebots

1) Korrespondenz

2) Abstraktion

3) Kumulation

4) Variation

5) Autosuggestion

1) Schematisierung

2) Profilierung

3) Abwandlung

4) Suggestion

Die Dynamik des Erlebnismarktes

1) Erlebnisorientierte Veränderung der Produktstruktur

2) Expansion des Tauschvolumens

3) Räumliche Expansion von Absatzgebieten und Endregionalisierung

4) Korporatisierung und Konzentration

5) Progredienz

6) Schematisierung der Alltagsästhetik

7) Milieusegmentierung

Schulzes Fazit

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Ereigniskultur auf Basis von Gerhard Schulzes Werk "Die Erlebnisgesellschaft" und analysiert die Mechanismen hinter Erlebnisnachfrage und -angebot sowie deren Auswirkungen auf den modernen Erlebnismarkt.

  • Analyse der alltagsästhetischen Schemata (Hochkultur-, Trivial- und Spannungsschema).
  • Untersuchung der Rationalität und Strategien von Erlebnisnachfrage und Erlebnisangebot.
  • Betrachtung der Dynamik und Wachstumsfaktoren des Erlebnismarktes.
  • Diskussion soziologischer Aspekte wie Milieusegmentierung und kultureller Entkoppelung.
  • Reflexion des Kulturtourismus als wirtschaftlicher Faktor unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit.

Auszug aus dem Buch

Die drei alltagsästhetischen Schemata

Alltagsästhetische Schemata können als “ Bündelungen” bzw. als “Muster des Erlebens” verstanden werden. Dabei weist Schulze unterschiedlichen Verhaltenweisen ähnliche ästhetische Bedeutungen zu. Dies kann beispielsweise nach folgendem Prinzip ablaufen: Der Besuch eines Museums ist ähnlich dem Besuch eines Konzertes und auch dem Lesen oder Schreiben von Gedichten. Verhaltensweisen, wie dem Lesen einer Bildzeitung oder dem Besuch einer Discothek, sind mit den erstgenannten jedoch kaum vereinbar und diesen sehr “unähnlich”. Aufgrund von solchen Bündelungen gelangt Schulze zu drei Schemata:

1) Das Hochkulturschema: Es zeichnet sich durch die Kultur der alten Klasse aus. Lektüre gehobener Literatur, klassische Musik und Opernbesuche sind als typische Zeichen zu verstehen. Dieses Genussschema ist gekennzeichnet durch mediative Entspannung, die Zurücknahme des Körpers und stilles Betrachten. Kultivierte und Gebildete „richten sich gegen Bildzeitungsleser, biertrinkende Vielfernseher, Massentouristen und expressives Verhalten wie Lärm und der Betonung des Körperlichen.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von künstlichen Erlebniswelten in der modernen Gesellschaft und hinterfragt, ob das heutige Eventangebot noch als Kultur oder bereits als reine Kulisse zu bezeichnen ist.

Die drei alltagsästhetischen Schemata: Dieses Kapitel erläutert Schulzes Einteilung des menschlichen Erlebens in drei spezifische Muster: das Hochkulturschema, das Trivialschema und das Spannungsschemata.

Der Erlebnismarkt: Hier werden die ökonomischen und psychologischen Hintergründe der Erlebnisnachfrage sowie die Angebotsstrategien der Produzenten untersucht, um das Handeln im Erlebnismarkt zu erklären.

Die Dynamik des Erlebnismarktes: Dieses Kapitel beschreibt die wechselseitigen Einflüsse zwischen Nachfrage und Angebot, die zu einer stetigen Expansion, räumlichen Veränderung und einer zunehmenden Milieusegmentierung führen.

Schulzes Fazit: Der Autor resümiert die Bedeutung des Erlebnisses als Ausdruck von Körper und Bewusstsein und diskutiert moderne Trends wie die neue Zweigleisigkeit im Denken der Gesellschaft.

Schluss: Abschließend wird das Potenzial des Kulturtourismus für Regionen analysiert und betont, dass eine ganzheitliche Stadtentwicklung auf professionelle und nachhaltige Strategien angewiesen ist.

Schlüsselwörter

Ereigniskultur, Gerhard Schulze, Erlebnisgesellschaft, Alltagsästhetik, Erlebnismarkt, Erlebnisnachfrage, Erlebnisangebot, Milieusegmentierung, Konsum, Kulturtourismus, Lifestyle, Rationalität, Identität, Eventmanagement, Stadtentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der "Erlebnisgesellschaft" nach Gerhard Schulze und deren Anwendung auf den aktuellen Erlebnismarkt sowie den Kulturtourismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die alltagsästhetischen Schemata, die Dynamik von Angebot und Nachfrage auf dem Erlebnismarkt sowie die soziologische Einordnung von Konsumverhalten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Sachverhalte aus Schulzes Kultursoziologie zu beschreiben und deren Bezug zur Realität, insbesondere in Bezug auf Kulturtourismus und Städteentwicklung, aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischer Fachliteratur und deren Transfer auf aktuelle Marktphänomene im Veranstaltungsmanagement.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Erlebnis-Rationalität der Konsumenten, die Strategien der Anbieter und die daraus resultierende Marktdynamik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ereigniskultur, Erlebnismarkt, alltagsästhetische Schemata, Konsumorientierung und Kulturtourismus.

Was versteht man unter der "dimensionalen Entkoppelung" bei Schulze?

Sie beschreibt, dass sich Konsumenten nicht mehr strikt an die Verhaltensvorgaben eines einzigen Schemas binden, sondern beispielsweise in ihrer Freizeit auch Elemente anderer Milieus aufgreifen.

Warum ist der Erlebnismarkt für die heutige Stadtentwicklung relevant?

Er dient Städten als Wirtschaftsfaktor und Image-Instrument, erfordert jedoch eine "sanfte" und professionelle Strategie, um authentisch und sozial verträglich zu bleiben.

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Details

Title
Die Ereigniskultur nach Gerhard Schulze
College
University of Applied Sciences Kufstein Tirol
Grade
1.0
Author
Annemarie Kremer (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V45910
ISBN (eBook)
9783638432313
Language
German
Tags
Ereigniskultur Gerhard Schulze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annemarie Kremer (Author), 2004, Die Ereigniskultur nach Gerhard Schulze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45910
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