Warum scheiterte das Dreiteilungssystem zur Mülltrennung in Berlin-Charlottenburg?


Masterarbeit, 2017
51 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhalt

Summary

1. Rahmenbedingungen und Fragestellungen
1.1 Thematische Einführung

2. Historischer Überblick zum Umgang mit Abfall
2.1 Terminologie zur Geschichte des Abfalls und andere Begrifflichkeiten
2.2 Umweltgeschichte: Umgang mit Ressourcen, Nachhaltigkeit und Recycling als Denkmodelle
2.3 Geistesgeschichtlicher Hintergrund: Modernität im 19. Jahrhundert
2.4 Medizingeschichte: Hygienebewegung und medizinischer Fortschritt
2.5 Kommunalgeschichte: Institutionelle Reformen in Preußen und die akute Frage 17 der Müllbeseitigung

3. Berlin-Charlottenburg – eine preußische Stadt im 19. und 20. Jahrhundert
3.1 Voraussetzungen für die Einführung der Mülltrennung in Berlin-Charlottenburg 1907
3.2 Entscheidung für das Dreiteilungssystem und Probleme
3.3 Erste Bilanz 1911
3.4 Endgültiges Scheitern des Dreiteilungssystems 1917
3.5 Exkurs: Gender

4. Fazit
4.1 Wer versagte bei der Mülltrennung? – Protagonisten und Interessen

5. Ausblick: Die überforderten Abfalltrenner – damals und heute

Anhänge
a) Vertrag zwischen dem Charlottenburger Magistraten und der Allgemeinen Charlottenburger Verwertungs-Gesellschaft
b) Sammlung und Abfuhr des Mülls (in „Berlin“) seit 1583 – eine kurze Übersicht 48 c) Müll in der Literatur, ein ausgewähltes Beispiel

Literaturliste

Danksagung

Summary

Man würde vermuten, dass sich Mülltrennung erst in den 1970er Jahren im Rahmen eines sich weit verbreitenden Umweltbewusstseins etabliert hat. Veröffentlichungen des Club of Rome, die weltweit entstehenden Umweltbewegungen, die Gründung „grüner“, ökologisch motivierter Parteien und ande- res haben eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema Mülltrennung etabliert. Doch die Frage nach Mülltrennung und Wiederverwertung von verschiedenen Arten des Mülls stellte man sich schon sehr viel früher, in Berlin-Charlottenburg beispielsweise zur Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert. Und weil der Umgang mit Müll immer auch Gesellschafts-, Gesundheits-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltpolitik war und ist, bleibt die Auseinandersetzung mit dem Thema rund um „das Müll“, wie der Begriff mit dem sächlichen Artikel bis weit ins 20. Jahrhundert noch hieß, von allgemeinem Interesse.

Ein 1907 in Berlin-Charlottenburg eingeführtes Abfalltrennsystem für Müll wurde schnell zu teuer. Es war finanziell ineffizient ausgestaltet und wurde 1917 wieder abgeschafft. Man wollte Geld mit dem Müll verdienen und technologisch beziehungsweise verwertungstechnisch Vorreiter sein. Der Zeit- punkt der Einführung kam wohl deshalb kurz nach der 200 -Jahr-Feier des Bestehens von Berlin- Charlottenburg nicht ungelegen. Zu diesem Zeitpunkt waren Prestigeprojekte hilfreich für die Reputation des Bezirks und der Magistraten. Man konnte sich so auch von anderen Vororten und der Metropole Berlin inhaltlich und weitsichtig abgrenzen.

In der Literatur werden meist einseitige Gründe und bestimmte Zielgruppen als „Schuldige des Schei- terns“ genannt. Die Gründe für das Scheitern des 1907 in Berlin-Charlottenburg eingeführten Dreitei- lungssystems sind aber auf eine Vielzahl von Einzelfaktoren zurückzuführen. Die verschiedenen Interessen- gruppen und Akteure waren Politiker, Hausbesitzer, erste privatwirtschaftliche Betriebe zur Müll- entsorgung, die Müllmänner und eine sich langsam etablierende Arbeiterbewegung, die Polizei als Ordnungshüterin, Dienstboten und Dienstmädchen sowie die Hausfrauen.

Ein öfter erwähntes zu gering ausgeprägtes ökologisches Bewusstsein des Dienstpersonals sowie möglicherweise die Durchsetzung von besseren Arbeiterrechten oder innere Auflehnung gegen die Zumutungen der Dienstherrschaft können aufgrund der Quellen nicht als alleinige Gründe für das Scheitern ausgemacht, aber im Rahmen der gesellschaftlichen Umwälzungen auch nicht ausgeschlos- sen werden. Die Polizei, die im Vertrag zwischen Verwertungsfirma und Charlottenburger Magistrat sogar verpflichtet wurde, Aufsichtsaufgaben bei der Mülltrennung und -entsorgung zu leisten, weigerte sich im beginnenden 20. Jahrhundert, autoritär durchzugreifen, wenn sogenannte „Müllentsorgungs- richtlinien“ verletzt wurden. Und spätestens mit einer Polizeiverordnung aus dem Jahre 1911 entfiel diese Aufsichtsverpflichtung. Die Polizei weigerte sich damit, Überwachungsorgan für Müllsünder zu sein.

Gesellschaftliche Veränderungen (u. a. ein schneller Zuwachs an Arbeiterrechten, die Bildung von Gewerkschaften und Tarifverträge) sowie insgesamt zu hohe Erwartungen an die Wiederverwendung und Wiederverwertung von Stoffen insgesamt hatten ebenso Einfluss auf das Scheitern der Abfalltren- nung. Ökonomische Erwartungen, nämlich mit dem Müll Profit machen zu wollen, erfüllten sich letzt- lich nicht. Und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 sorgte mit für das endgültige Scheitern der Mülltrennungsidee in Berlin-Charlottenburg.

1. Rahmenbedingungen und Fragestellungen

Der Magistrat von Berlin-Charlottenburg führte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Februar 1907, nach längerer Vorbereitung und Abwägung von anderen Möglichkeiten ein sogenanntes Drei- teilungssystem ein. Das war ein Mülltrennungsprinzip mit drei verschiedenen Behältnissen für drei verschiedene Arten von Abfallstoffen.

Mit einer Literaturübersicht und der Durchsicht von Magistratsakten der damaligen Zeit im Archiv des Rathauses Charlottenburg /Wilmersdorf sowie allgemeinen Fragestellungen versuche ich, die ver- schiedenen Beweggründe zur Einführung der Mülltrennung nachzuzeichnen und zu klären, weshalb das System gescheitert ist. Dabei unterscheide ich zwischen Haus- und Industriemüll. Forschungsgegen- stand ist der Hausmüll, vernachlässigt wird die Entsorgung von industriellem und gewerblichem Müll.

Als Rahmen dienen folgende Fragen: Was war seit der Jahrhundertwende bis 1917 geschehen? Wie kam es zur Einführung des Dreiteilungssystems? Welche gesellschaftlichen, kulturellen, politischen, techno- logischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen bestanden 1907, die eine Einführung der Mülltren- nung überhaupt ermöglichten? Welche hygienischen Erkenntnisse spielten eine Rolle? Nachhaltigkeit, Wiederverwendbarkeit von Material und Recycling spielen in die Abfalltrennungs- und Wieder- verwertungsthematik hinein – wie haben sich diese Begrifflichkeiten seit der frühen Neuzeit entwickelt? Und was ist (bis) heute von diesem Mülltrennungsexperiment übrig geblieben?

Bei der geistesgeschichtlichen Einbindung orientiere ich mich an Thomas Nipperdey und Jürgen Osterhammel, die mit ihren Werken das 19. Jahrhundert in seinem letzten Drittel (Nipperdey) bezie- hungsweise das gesamte Jahrhundert (Osterhammel) tiefgreifend aufgearbeitet haben. Die Fragestel- lung in diesem Abschnitt war: Wie muss eine „moderne Gesellschaft“ (nach Nipperdey und Osterhammel) aufgebaut sein, um für Mülltrennung offen zu sein und dafür mehr oder weniger freiwillig Abgaben zu entrichten? Einen neueren Ansatz der sogenannten „multiple modernities“, eingeführt durch Shmuel Noah Eisenstadt und von vielen, unter anderen Thomas Schwinn weiter diskutiert, werde ich kurz auf- greifen.

Weitere Fragen, denen die Arbeit nachgeht, sind: War das System eine Frühform des inzwischen über- strapazierten „Recycling-Begriffes“? Kann man beim Vertrag im Dreiteilungssystem (zwischen der „Charlottenburger Verwertungs-GmbH“ und ihrem „institutionellen Geschäftspartner“, dem Magistrat bzw. Oberbürgermeister von Charlottenburg, Kurt Schustehrus) von einer Frühform einer Public Private Partnership (PPP) sprechen? Lässt sich Umweltbewusstsein als Motivator ausmachen?

Mögliche Antworten auf diese Fragen bündelt diese Arbeit und unterlegt sie wo möglich mit entspre- chenden Quellen. In einem ausführlichen Fazit werden abschließend die verschiedenen Faktoren, die zum Scheitern des Systems führten, beurteilt.

1.1 Thematische Einführung

Mülltrennung war im Zeitalter der Industrialisierung eine unabdingbare Voraussetzung für die Müllver- wertung. Der Beginn der deutschen Industrialisierung wird dabei von verschiedenen Historikern auf den Zeitraum zwischen 1815 und 1835 datiert. Der „Trenngedanke“ begann vermutlich in dem Moment flächendeckend zu greifen, als anorganische Ressourcen mehr und mehr die organischen abzulösen begannen. Das wird offensichtlich beim Thema Brennstoff. Das „Zeitalter der Kohle“ (beginnend etwa 1750), wie es Reinhold Reith in seiner „Umweltgeschichte der frühen Neuzeit“ bezeichnet, hat diese neue Ordnung der Ressourcennutzung verstärkt. Anfang des 19. Jahrhunderts erhöhen sich aber nicht nur die anorganischen Materialnutzungen, sondern auch die Arbeitsaktivitäten insgesamt. Veränderte, außerhäusliche Arbeit veränderte auch die Essgewohnheiten. Die Nahrungsaufnahme fand in kurzen Pausen in der Fabrik, außerhalb des Hauses und nicht mehr am heimatlichen Mittagstisch statt. Diese Form des Essens bedingte einerseits haltbare Nahrungsmittel, andererseits sollten sie nicht allzu schwer und gut transportierbar sein. Die Entwicklung der Konserve vermochte dies alles zu gewährleis- ten. Sie verursachte aber auch Unmengen von Abfall im Hausmüll in einer Form, nämlich Metall und Glas, die, wie andere neue Abfälle auch, nicht mehr so leicht zu entsorgen, abzulagern oder gar zu verbrennen waren. Fragen der Abfallentsorgung stellten sich in den schnell wachsenden Städten drän- gender als auf dem Land, weil eine Wiederverwendbarkeit vor allem organischer Materialien in verdich- tet bewohnten Räumen kaum möglich war.

Themen wie Ressourcen und deren Nachhaltigkeit waren in der frühen Neuzeit bereits bei der Holz- nutzung von Interesse. In der Umweltgeschichte der frühen Neuzeit (Reinhold Reith) kann man nach- lesen, dass es Überlegungen gab, wie der Rohstoff Holz entweder ökonomischer, also knapper verwen- det oder nachhaltiger genutzt werden kann; die Vorgabe war, immer nur so viel Holz zu nutzen, wie im gleichen Zeitraum nachwachsen kann. Das ist in klassischem Sinne kein Recycling, aber nachhaltige Nutzung von Material.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Mülltrennung setzte nicht nur aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger voraus, die sich mit dem Begriff der Wiederverwertung von Material beschäftigen wollten und konnten. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang war auch die organisatorische und institutiona- lisierte Form des Umgangs mit Müll. Dessen Entsorgung wurde immer mehr als kommunale Aufgabe einer städtischen Regierung angesehen, die bereitwillig den Kampf (andere Vorstellungen der Kom- mune als der Hausbesitzenden) oder die Bereitschaft der Zusammenarbeit mit bürgerlichen Interes- sengruppen in Kauf nahm. Interessanterweise haben sich im Verlauf dieser Arbeit die unterschiedli- chen Lösungen und Maßnahmen für die Müllentsorgung in Charlottenburg und in der Nachbargemeinde Deutsch-Wilmersdorf (beide waren im Untersuchungszeitraum städtische Vorortgemeinden von Berlin) als weiterer interessanter Forschungsgegenstand entwickelt. Dies stellt die Arbeit ebenfalls kurz dar. Angemerkt sei, dass Charlottenburg und Wilmersdorf bis 1989 eigenständige Bezirke waren, aber in der heutigen Bezirksstruktur von Berlin einen einzigen Bezirk bilden.

Zurück zur Mülltrennung: Die Arbeit beleuchtet auch die diesbezüglichen Interessen der Politiker und Hausbesitzer. Sie geht auf die ersten privatwirtschaftlichen Betriebe zur Müllentsorgung ein. Ebenso kommen die langsam beginnende Macht der Arbeiterbewegungen, die sich in den Diskussionen zu „Lohnverhandlungen“ und „Arbeitsbedingungen“ manifestiert, sowie die Verhaltensweisen derjenigen zur Sprache, die sich in abhängigen Dienstleistungsverhältnissen bei Familien befanden.

2. Historischer Überblick zum Umgang mit Abfall

In diesem Kapitel sollen Erwägungen zu den Themen Nachhaltigkeit, Recycling, Wiederverwendbarkeit, Abfall und Abfalltrennung helfen, den Gesamtkomplex Mülltrennung und Wiederverwertung ökono- misch, institutionell und technologisch zu verstehen. Die Begriffe Müll, Kehricht, Abfall, Stoffströme und andere sind dabei in der Arbeit nicht immer trennscharf.

Mit der Sesshaftwerdung von Menschen sammelten sich an besiedelten Orten Abfall und Abwasser an. Städte mit entsprechender Problematik gab es schon in der Antike und davor. Doch weiter zurück als ins Mittelalter gehe ich in dieser historischen Einführung nicht.

„Die Frage einer organisierten Beseitigung des Hausunrats stellte sich in den mittelalterlichen Ort- schaften zunächst nicht, da der überwiegende Teil der anfallenden Stoffe direkt weiterverwendet wurde. Vieles wurde in der heimischen Feuerstätte verbrannt, eventuell anfallende Küchenreste an das beim Haus gehaltene Vieh verfüttert, Asche zusammen mit menschlichen und tierischen Abtrittsstof- fen zur Düngung der umliegenden Äcker verwendet, den Rest warf man auf die Straße.“ 1 Viele Men- schen auf enger werdendem Raum, große Mengen Hausmüll sowie sonstiger industrieller und gewerb- licher Abfall – das klingt nach „Dichtestress“, hat aber ganz grundsätzlich mit der Entstehung von Städten im 14. Jahrhundert zu tun. Dass Menschen nicht ungern vom Land in die Stadt ziehen, hatte in Europa nachweisbar auch im Mittelalter seine Gültigkeit. Denn das in einer Stadt zu erwerbende Bür- gerrecht selbst für Leibeigene, die es schafften ein Jahr in einer Stadt zu „überleben“, war attraktiv. Nach heutigem Verständnis war das Leben in einer mittelalterlichen Stadt wohl eher unangenehm: dichte Bewohnung, unangenehme Gerüche, Tiere direkt vor der Tür und vieles mehr. Es herrschten Zustände, die man sich heute nicht vorstellen mag. Die auf dem Land gewohnten Gepflogenheiten des Entsorgens hielten auch in der Stadt Einzug, mit anderen Folgen als auf dem Land. Gepflasterte Straßen gab es kaum. Die anfallenden Abfälle wurden kurzerhand nach draußen, sprich vor der Tür entsorgt. Schmutzwasser und Fäkalien wurden in den Gassen ausgekippt. Im Schmutz tummelten sich Schweine. Kanäle waren mit Kot verstopft und das Wasser konnte nicht mehr abfließen. „Schutt, Mist oder Müll sollte der Gassenmeister aus der Stadt führen und nur an dem Ort abladen, den ihm alljährlich der Rat der Stadt zuwies.“ 2 Erste Ansätze für die städtische Verantwortungsübernahme zeigten sich in Augsburg. Abfälle wurden mit Stadtkarren abtransportiert und in Hamburg übernahmen „Karrenbuben“ genannte Strafgefangene die Müllbeseitigung, in Berlin wurde Prostituierten die Abfuhr auferlegt.3

Grundsätzlich regelten städtische Verordnungen (polizeiliche Ausführungsvorschriften) die Abfallent- sorgung. Doch „auf dem Gebiete der Müllbeseitigung war die unmittelbare Betätigung des Grundeigen- tümers von jeher ausgeschaltet gewesen. Die Müllabfuhr wurde im Auftrage des einzelnen Grundeigen- tümers oder sogenannter Selbsthilfeorganisationen der Grundeigentümer von privaten gewerblichen Unternehmen ausgeführt.“ 4 Die Abfuhr kam aber immer wieder ins Stocken und die Gemeinden mussten mit eigenen Betrieben eingreifen.5 Das zeigen die organisatorischen und institutionellen Anforderungen, die insbesondere bei der Müllbeseitigungsfrage eine wichtige Rolle spielten. Maria Curter beschreibt in ihrem Buch „Berliner Gold“, wer sich alles anstrengte, um aus Abfall Gold zu machen. Ihr historischer Überblick gibt einen generellen Einblick in die Geschichte der Müllbeseitigung in Berlin. „1871 hatte die kaiserliche Metropole zwar fast 1 Millionen Einwohner (und 16 000 Wasserklosetts), aber weder Kanalisation noch städtische Straßenreinigung oder gar eine Müllabfuhr. Bis 1875 waren die Spritzmänner der Feuerwehr Straßenfeger.“ 6 Mit der städtischen Bevölkerung wuchsen auch die Ansprüche an Sauberkeit insgesamt. Mit der Müllabfuhr des Hausmülls beauftragten die Grundeigen- tümer private gewerbliche Unternehmer. „Die mitunter recht primitiven Betriebseinrichtungen dieser Unternehmer mußten aus Gründen der öffentlichen Gesundheitspflege vielfach beanstandet werden, auch erwies sich besonders das Fehlen geeigneter Ablagerungsstätten für Müll in der näheren Umge- bung der Städte als ein Hindernis für die Beibehaltung der herkömmlichen Betätigung privater Unter- nehmer.“ 7 Ein auf breiter Basis institutionalisiertes Müll- und Kehrichtwesen ist in Deutschland erst im 20. Jahrhundert entstanden.

In Berlin-Charlottenburg hatte sich der Magistrat unter Federführung des Bürgermeisters Karl Schustehrus 1907 für die Trennung und Verwertung entschieden, was sich vor allem auf die Müllbeseiti- gung auf Abladeplätze auswirkte. Nach dem endgültigen Scheitern des Charlottenburger Systems (1917) und der Eingemeindung vieler Vorortsgemeinden in Groß-Berlin (1920/21) wurden auch bereits existie- rende Müllabfuhrunternehmen zusammengeführt. Dadurch verschärften sich die Probleme mit den Müllabladeplätzen erheblich, denn diese lagen nun oft weit entfernt. Die Entfernung bis zu einem Ablade- platz betrug unter Umständen bis zu 50 KiIometer. Und deshalb setzten verstärkte Überlegungen zur Müllverbrennung ein. Im seinem Bericht „Verbleib von Müll und Kehricht“ erwähnte Gustav Erdmann, der stellvertretende Leiter des Stadtreinigungs- und Fuhramtes Berlin, dass die 1921 in Berlin-Schöneberg in Betrieb genommene Verbrennungsanlage unbefriedigende Resultate hinsichtlich der gelieferten Ener- giewerte liefere: „ zu hoher Gehalt an Brikettasche und an unverbrennbaren Sperrstücken“.8 Die schon sehr viel früher gemachten Erfahrungen der Berlin-Charlottenburger Magistraten mit schlechten Brenn- werten des Abfalls sind also auch in den beginnenden 1920er Jahren noch nicht gelöst.

Exkurs Verbrennungsanlagen

Hier noch ein kurzer länderübergreifender Vergleich zu Verbrennungsanlagen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts: „1870 wurde die erste Verbrennungsanlage Europas im Londoner Stadtteil Paddington in Betrieb genommen. 1876/77 folgten Leeds, Manchester und Birmingham […]. 1892, als sich eine Zürcher Delegation über die Verhältnisse in England informierte, waren dort bereits in fünfzig Städten entsprechende Anlagen in Betrieb.“9 Da aber jeder städtische Abfall besondere Inhaltsstoffe hatte, also jeweils andersartig war, konnte man die entstehenden Verbrennungsanlagen nicht 1:1 verglei- chen. In Hamburg nahm 1896 die erste deutsche Abfallverbrennungsanlage den Betrieb auf, es folgten „Wiesbaden [und] in zeitlicher Reihenfolge [bis zum Ende des Ersten Weltkrieges] Beuthen, Kiel, Frankfurt am Main, München - Puchheim, Altona, Barmen, Aachen und Fürth.“ 10 „Und am 10. Mai 1904 nahm in Zürich die erste Abfallverbrennungsanlage der Schweiz – die vierte auf dem europäischen Kontinent – ihren Betrieb auf.“11 Die Nutzungswerte beziehungsweise der Brennwert des Berlin-Charlottenburger Abfalls waren wegen zu geringem Kohlerestanteil schlecht. Nach Verbrennungsversuchen mit Berliner Müll in der Hamburger Anlage kam man zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin-Charlottenburg (noch vor der Einführung des Dreiteilungssystems) zum Schluss, von der Planung und vom Bau einer Verbren- nungsanlage vorerst abzusehen.

Mit Blick auf das Charlottenburger Dreiteilungssystem und die Diskussion um Verbrennung oder Ver- wertung, hieß das Resümee von TU-Professor Dr. Thiesing in einem 1908 gehaltenen Vortrag bereits „Sortierung und Verbrennung.“12

2.1 Terminologie zur Geschichte des Abfalls und andere Begrifflichkeiten

Abfall, Unrat(h), Fäkalienbeseitigung, Wiederverwertung und Ressourcennutzung sind Begriffe, die man in Enzyklopädien der Neuzeit breit abgehandelt wiederfindet. Für diese Masterarbeit wurden vor allem die Begriffsdefinition der „Enzyklopädie der Neuzeit“13 verwendet, die ihrerseits auf andere Enzy- klopädien verweist und auf Seite 11 („Abfall“) darauf hinweist, dass im Vorwort der Brockhaus-Ausgabe von 1986 „Abfall“ als „Schlüsselbegriff unserer Zeit“ genannt wird. Doch zurück zu Begriffsdefinitionen früherer Zeit. Der Begriff Abfall wird in der Krünitzschen „Oeconomische Encyklopaedie“14 von 1732 zum Beispiel so abgehandelt: „Bey den Handwerkersleuten heißt Abfall dasjenige, was bei der Arbeit abfällt und in die Krätze gehet.“15 Im 19. Jahrhundert findet man in anderen Enzyklopädien folgende Definitionen des Abfalls: „Abgang oder Rückstand bei Verarbeitung von Naturprodukten“16 oder „Abgänge“ der „Fabriks- und Gewerbethätigkeit“17. Ohne weiter in die Tiefe gehen zu wollen, sei noch kurz erklärt, was denn mit „In die Krätze gehen“ gemeint ist. Hier ist nicht explizit die juckende, anste- ckende Hautkrankheit gemeint, sondern es wird der Verlust thematisiert, der bei der Arbeit in Bergbau und Gewerbe „in die Krätze“, also „verloren geht“ (Krünitz, OE, 1791). Hier steckt vielleicht der Hinter- gedanke einer möglichen Wiederverwendbarkeit bereits in der Formulierung.

Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit waren Rohstoffe im Gegensatz zu menschlicher Arbeits- kraft teuer. Das war ein Grund für Überlegungen zu umfassender Wiederverwertung von „Abgängen“.18 Technisch war das aber nicht für jeden „Abgang“ möglich, und aus der Unterscheidung zwischen „in die Krätze gehen“ (Definition siehe oben), „Abgang“ (teilweise nutzbar und wertvoll, teilweise nicht nutzbar und wertlos) entstanden die Begriffe „Unrath“ sowie „allerley Unrath“, die eher wertlosen „Abgang“ wie Asche und Sand umschrieben.19 Krünitz (1849) schreibt zum Unrat-Begriff weiter:„unnütze Gegenstände, welche aus- oder weggeworfen werden, wie Kehricht, ingleichen Koth, Unflath, etc.“20 Historisch interessant ist in diesem Zusammenhang die Umbenennung der ursprünglich nur „Oekonomischen Enzyklopädie“ von Krünitz in „Oekonomisch-technologische Enzyklopädie“. Hier spiegelt sich das Zeitalter der Industrialisierung auch in der neuen Bezeichnung der Enzyklopädie wie- der. Die Verantwortung für die Entsorgung dieses „Unraths“ veränderte sich im Laufe der Jahrhun- derte. „Im Spätmittelalter erfolgte die Entsorgung des Unrats in den Städten zunächst durch die Ver- ursacher selbst oder genossenschaftlich durch die Straßenanlieger (Dolengemeinschaften), und erst in Ansätzen übernahm in den Großstädten bei zunehmender Verdichtung der Rat die unmittelbare und finanzielle Verantwortung.“21 Nicht nur die Frage der Zuständigkeit und Verantwortlichkeit veränderte sich. Neue Erkenntnisse in der Technik, Hygieneforschung und Medizin, bei Wasser-, Luft- und Boden- qualitäten sowie Umweltfragen und sich verändernde staatliche institutionelle Strukturen prägten den Umgang mit Abfall. Dieser Umgang ist jeweils auch Ausdruck einer gesellschaftlichen Wertehaltung.

Beim Begriff „Müll“ fällt besonders auf, dass bis weit ins 20. Jahrhundert immer von „das“ Müll die Rede ist. Müll galt als sächlich. Zunächst waren Haus- und Küchenabfälle gemeint sowie die durch Feuerung der Öfen anfallende Asche, später dann alle Abfälle, die im häuslichen Umfeld anfallen, wozu vor allem auch Metallabfälle zählten. Diese Unterteilung entspricht auch derjenigen des Dreiteilungs- systems in Charlottenburg. „Zum Müll werden nicht gerechnet Bauschutt und Erde sowie tierische und menschliche Ausscheidungen.“22

2.2 Umweltgeschichte: Umgang mit Ressourcen, Nachhaltigkeit und Recyclingals Denkmodelle

Bereits in der frühen Neuzeit bewogen Knappheit an Material und Raubbau zu Überlegungen betref- fend „nachhaltigen Ressourcenmanagements“ und „Nachhaltigkeit“.23 Wenn also das Rohmaterial Holz (oder Wald) durch Übernutzung knapper wurde und nicht in dem Maße nachwuchs, wie es abgeholzt wurde, führte das einerseits zwangsläufig zu einer Verteuerung des Rohstoffes und andererseits zu Überlegungen, wie der Rohstoff Holz waldschonender genutzt werden könnte. Nachhaltigkeit in Zusam- menhang mit Wald und Holz ist also nicht erst seit 1987 – der Brundtland-Bericht mit dem Titel „Our Common Future“, beeinflusste die nachfolgende Umwelt- und Ressourcendiskussion wesentlich – ein zentraler umweltpolitischer Schlüsselbegriff. Schon Wald- und Forstordnungen des 16. und 17. Jahr- hunderts befassten sich mit dem Thema,24 hier ein Beispiel aus der Reichenhaller Forstordnung von 1661: „[…] also soll der Mensch es halten: Ehe der alte [Wald] ausgehet, der junge bereits wieder zum verhackhen hergewaxen ist.“25 Bei Wilhelm Gottfried Moser (1729–1793) änderte sich in „Grundsätze der Forst-Oeconmie“ (1757) der Begriff „nachhaltend“ schließlich zu „nachhaltig“.26 In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts („Zeitalter der Kohle“27 ) vollzog sich der Übergang zur Nutzung von nicht- regenerierbaren Ressourcen. Im Zuge steigender Bevölkerungszahlen (Verdoppelung zwischen 1850 und 1900) vergrößerte sich auch die Nachfrage. Durch die Umstellung von organischer zu mehrheitlich anorganischer Nutzung der Ressourcen verknappten sich diese weiter. Man wanderte aus, weil man sich in anderen Teilen der Welt auf die Suche nach Ressourcen machte, die in der alten Heimat knapp geworden waren. Das waren neben Wald, Holz und Land ebenso Arbeit und Arbeitsmöglichkeiten ganz generell.

Die im Zuge der Industrialisierung sich verändernden Arbeitsprozesse stellten auch neue Anforderun- gen an die Versorgung mit Mahlzeiten und an Essgewohnheiten. Die Erfindung der Konserve zur Nah- rungsmittelvorratshaltung macht deutlich, wie sich im genannten Entwicklungszeitraum nicht nur Res- sourcen unendlich schnell verknappten, sondern auch der sogenannte „Abfall“ neue Dimensionen annahm. Das gleiche gilt übrigens für Papier, das bis etwa 1870 aus Lumpen und dann aus Zellulose hergestellt wurde.

Beim Begriff „Recycling“ wird eine historische Perspektive schwieriger. In Zusammenhang mit Holz und Wasser wurden Nachhaltigkeitsgedanken formuliert. Doch mit breiterem Fokus auf Materialien gibt es bisher keine (Umwelt-)Geschichtsschreibung, die sich stringent zu Wieder - und Weiterverarbei- tung von Stoffen äußert. Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit wurde der Weiter - und Wieder- verwendbarkeitsnutzen oder auch der Wille zur Reparatur von Material beherrscht durch die „Konstel- lation teure Rohstoffe versus billige menschliche Arbeitskraft“.28 Im Vorwort der Publikation „Recycling in Geschichte und Gegenwart“29 wird auf das Fehlen des Begriffs in einem Lexikon der 1950er-Jahre hingewiesen. Reinhard Reith beschreibt die inflationäre Verwendung des Begriffs im Angelsächsischen Raum in den 1970er-Jahren in einem Vortrag.30

In liberalen Gesellschaftssystemen stellt sich vor allem die Frage nach der volkswirtschaftlichen, also ökonomischen Bedeutung der Weiter- und Wiederverwendbarkeit. Inwieweit diese zusätzlichen Ener- gieaufwand erfordern, und wie das weiter- und wiederverwendete Material auch an Nutzungskapazität verliert, wird erst im späteren 20. Jahrhundert Gegenstand von wissenschaftlichen Studien. Reith setzt historisch bei einer Rede von Richard Nixon aus dem Jahr 1970 an, in welcher dieser als der damalige amerikanische Präsident „mit Blick auf das Jahr 2000 ein sogenanntes ,recycling of materials‘ einfor- derte“.31 Die sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausbildende Wegwerfgesellschaft (begünstigt durch den Verfall der Rohstoffpreise) sollte demnach wieder zu einer Kreislaufwirtschaft werden.

2.3 Geistesgeschichtlicher Hintergrund: Modernität im 19. Jahrhundert

Technologisch hinkte Deutschland bis ins 19. Jahrhundert im europäischen und überseeischen Ver- gleich (USA) hinterher. Doch institutionell war es durch die Kommunalreformen des Freiherrn von Stein auf der Höhe der Zeit. Mit einem aufgeklärten Bürgertum konnte es vor allem im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts brillieren. Medizinisch, wissenschaftlich und literarisch erlebte man sowohl den inter- nationalen Durchbruch als auch eine rasche Entwicklung hinein in die „Moderne“. Ob die kommunalen und institutionellen Strukturen in Preußen beziehungsweise in Berlin-Charlottenburg wirklich modern waren und ob es die bereits angesprochene aufgeklärte (moderne) Bürgerschaft gab, mit diesen Fragen haben sich verschiedene Historiker auseinandergesetzt. Thomas Nipperdey und Jürgen Osterhammel – ausgewiesene Kenner des 19. Jahrhunderts – haben mit ihren Theorien versucht, Zusammenhänge für das 19. Jahrhundert im Allgemeinen zu (er-)klären und sich mit dem Begriff der „Modernität“ einer Gesellschaft auseinandergesetzt. Neuere Ansätze, zum Beispiel derjenige der sogenannten „Multiple Modernities“, der Ende der 1980er Jahre von Shmuel Noah Eisenstadt geprägt wurde, gehen einerseits davon aus, dass Handlungsweisen vor allem akteursgetrieben sind. In ihrer Beweisführung zeigen die Vertreter dieser Richtung auf, dass es nicht eine einzige, sondern verschiedene Formen von Moderni- tät gibt. Sie seien hier exemplarisch kurz rezipiert, um Antworten auf Fragen nach der geistesge- schichtlichen Haltung jener Zeit zu finden:

„Die (deutsche) Gesellschaft hat sich zwischen 1870 und 1918 verbürgerlicht und modernisiert.“ Diese Analyse stammt von Thomas Nipperdey. Er sieht dieses politisch-soziale System auf dem Weg zu einer Parlamentarisierung.32 Aber dieser Weg war Ende des 19. Jahrhunderts noch lang, denn noch gab es keine parlamentarische Demokratie, und die Partizipation der Bürger auf breiter Front war noch Wunschtraum. Auch wenn die Wirtschaft, die Kultur, der Staat und die Sozialpolitik bereits als modern zu bezeichnen waren: Das politische System insgesamt „war bestenfalls vormodern“.33 Mit Modernisie- rung sind bei Nipperdey grundsätzlich alle Prozesse gemeint, die nicht nur den „Wandel des Staates“, sondern auch den „Wandel der Rolle des Einzelnen im politischen, kulturellen und sozialen System“ betreffen. Ohne nun, wie Nipperdey es tut, eine umfassende Aufzählung zu liefern, beschränke ich mich nachfolgend auf Aspekte in Zusammenhang mit der vorliegenden Masterarbeit. Zur „Industriali- sierung, Mechanisierung, Kommerzialisierung“ merkt Nipperdey an, „der Staat [werde] aus einer per- sonalen Herrschaftsorganisation zu einer institutionellen Organisation, mit einem Gesetzessystem und einer Bürokratie […].“ 34 Für Nipperdey ist die Entwicklung insgesamt aber eher die einer „Nachfolgege- sellschaft“, also eine Entwicklung, die feststellbar durch die umliegenden Nationalstaaten geprägt wor- den ist. So war England bei der Industrialisierung Deutschland bis zum letzten Drittel des 19. Jahrhun- derts wohl weit voraus. „Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Deutschland mit England gleichgezogen und es auf den modernsten Gebieten – Elektro- und Chemieindustrie – überholt.“35 Dazu kam es, weil einerseits das Leistungsbestreben der deutschen Gesellschaft, aber auch der Konkurrenzdruck eine wesentliche Rolle für das „Nach- oder Gleichziehen“ spielten. Der Charlottenburger Magistrat holte sich daher im angelsächsischen Raum (bekannt ist ein Besuch in Boston) Impulse für die Einführung eines neuen Abfalltrennungssystems. Dabei kann man noch nicht von Einbeziehung der Massen in die Politik sprechen. Aber ein durchaus aufgeklärtes, großbürgerliches Charlottenburg wollte und konnte sich eine (technologisch fundierte) Meinung bilden, dies auch unabhängig von den Magistraten. Dass sich das Charlottenburger Bürgertum durchaus gegen die monarchistischen Strukturen durchzusetzen wusste oder es zumindest versuchte, zeigte der Bau des Rathauses Charlottenburg 1905, zum 200 -jäh- rigen Jubiläum der Stadt Charlottenburg.

Das 19. Jahrhundert ist nicht nur dasjenige der großen politischen Ideologien, sondern auch der tech- nologischen Entwicklungen, vielleicht auch das Jahrhundert der „Moderne“. Wenn man sich mit „Moderne-Konzepten“ befasst, sind sicherlich die fünf Merkmale von Jürgen Osterhammel, die er in der „Verwandlung der Welt“ beschreibt, bezeichnend.36 Sie sind im Folgenden kurz beschrieben:

(1) Bei der asymmetrischen Effizienzsteigerung ist die gestiegene menschliche Produktivität gemeint, die deutlich über frühere Wachstumsschübe hinausgeht. „Das Pro-Kopf-Einkommen war gestiegen, die Menschheit materiell reicher geworden.“ 37
(2) Gesteigerte Mobilität machte eine „Beschleunigung aller Formen von Zirkulation“ möglich.
(3) Mit „asymmetrischer Referenzverdichtung“ ist mehr als wechselseitige Horizonterweiterung gemeint. Presse- und Vereinigungsfreiheit, religiöse Toleranz, Verfassungen und repräsentative Staatsorgane gehören hier ebenfalls dazu.
(4) Das vierte Merkmal besteht für Osterhammel in der Spannung zwischen Gleichheit und Hierarchie. Hier sind wechselseitige Entwicklungen gemeint, die wechselhafte Auswirkungen zwischen einer Öffnung und neuen Formen der Segregation meinen (Beispiele dafür sind die Gleichstellung der Juden und ihre spätere erneute Diskriminierung, die Sklaverei in den USA, die trotz Abschaffung neue Formen der Segregation hervorriefen und einiges mehr).
(5) Und letztlich ist das 19. Jahrhundert auch eines der Emanzipation: mehr Freiheit, mehr Gleich- berechtigung sowie Ausbreitung der Demokratie. Dass einiges davon noch nicht überall tragfähig war, offenbarte der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914.38

Beim Versuch, diese fünf Punkte von Osterhammel in aller Kürze auf das Charlottenburger Abfall- beseitigungsmodell und die Zeitdokumente zu übertragen, findet man zunächst ökonomische Voraus- setzungen. Die Abfallmengen stiegen kontinuierlich. Der Druck sie zu entsorgen, wurde größer. Die Presse als Informationsorgan der Öffentlichkeitsarbeit funktionierte beziehungsweise wurde einge- setzt, und die Emanzipation war bis zu einem Grad bereits sichtbar, die Vertretung sozialdemokratischer Positionen im Magistrat ebenfalls.

Vor allem Nipperday geht davon aus, dass sich im 19. Jahrhundert mit modernen institutionellen Struk- turen auch eine moderne Kultur, also modern eingestellte Menschen entwickelten. Modernität ist in seiner Denkweise ein kulturneutrales Modell. Osterhammel geht einen Schritt weiter und setzt sich im Rahmen seiner Globalisierungsauseinandersetzung bereits mit verschiedenen Modernitätsansätzen in verschiedenen Teilen der Welt auseinander. Bei seinen Untersuchungen39 der chinesischen Geschichte kommt er zum Schluss, dass unternehmerisches Handeln in der Gesellschaft zwar „funktional notwen- dig“, aber in der Verflechtung zwischen Kapitalismus und Sozialismus nicht begründbar und nicht zu rechtfertigen sei. Das hat in China vor allem mit dem konfuzianischen Glauben zu tun und unterscheidet sich dadurch von europäischen Mustern.

Thomas Schwinn bringt in seiner Auseinandersetzung mit „Multiple Modernities: konkurrierende Thesen und offene Fragen“ zum Forschungsstand „Multiple Modernities“ folgendermaßen auf den Punkt: „Die Annahme, dass sich mit der Einführung moderner Strukturen automatisch die entspre- chende Kultur einstelle“, muß korrigiert werden.40 Wenn Modernität bei seinem Ansatz also vor allem akteursgetrieben ist, heißt das in der Konsequenz und bezogen auf das Mülltrennungsanliegen des Staates, dass die beteiligten Akteure noch nicht modern genug waren – und die Botschaft der Müll- trennung nicht so vermittelt werden konnte, dass die Akteure streng nach den vorgegebenen Normen gehandelt hätten.

2.4 Medizingeschichte: Hygienebewegung und medizinischer Fortschritt

Beginnende verwaltungsrechtliche und institutionelle Veränderungen in Deutschland wurden gestärkt durch die rasante Entwicklung der Hygienewissenschaft, die neben Bewusstseinsveränderungen auch strukturelle organisatorische und institutionelle Änderungen forcierte. „Städteassanierung“ war ein wichtiger Begriff, der die relevanten Erkenntnisse der Hygieneforschung institutionell zusammenfasste. „Dazu gehörten beispielsweise Straßenreinigung, Kanalisation, Wasserwerke, Gartenanlage, Lebens- mittelkontrolle, Schlachtvieh- und Fleischbeschau, Bestattungswesen und Desinfektionsanstalten.“41 Mit der Inkraftsetzung des Preußischen Kommunalabgabegesetzes am 14. Juli 1893 waren für die Städte nun die finanziellen Mittel vorhanden, um den Bau und Ausbau der Kanalisation voranzubringen und stadteigene Betriebe, zum Beispiel die Müllabfuhr, zu gründen.42

Zu Hygiene, Fäkalienbeseitigung, Ressourcennutzung und Wiederverwertung, Straßenreinigung und Wasserverschmutzung begann man sich interessanterweise aber schon viel früher Gedanken zu machen. Im Rahmen zunehmender baulicher Verdichtung und der städtischen Entwicklung gibt es bereits im 18. Jahrhundert viele Enzyklopädieeinträge und rege Überlegungen zur städtischen Ver- und Entsorgung. Die beschriebene Gottgläubigkeit im Vorwort des Zedlerschen Universal Lexicons illus- triert den herrschenden Aberglauben: „Gott allein irret nicht; Gott allein vergisset sich nicht; Gott allein ist die untrügliche Richtschnur von Licht und Recht.“43 Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts glaubten zum Beispiel noch viele Menschen, dass für Niveauunterschiede bei Wasserläufen und das Nachlassen des Erzgehaltes in Bergwerken eine Untreue gegen Gott verantwortlich sei. Und im beginnenden 19. Jahrhundert glaubte man auch noch an die Selbstreinigungskraft von fließendem Wasser.44

Den Erkenntnissen des Pathologen Rudolf Virchow ist es zu verdanken, dass die Zelle als Krankheitshort erkannt wurde – und Epidemien nicht von „schlechter Luft“ verursacht wurden. Einrichtungen der all- gemeinen Gesundheitsfürsorge mussten also mehr tun, als jeweils nur die Fenster zu schließen, um die Menschen vor schlechter Luft zu schützen. Kein Wunder, dass Cholera und Typhus – beides infektiöse bis dahin nicht heilbare Darmkrankheiten – noch Mitte des 19. Jahrhundert in Europa als Seuchen auf- traten. Erst 1883 entdeckte Robert Koch das Erregerbakterium.

Man erkannte aber schon früher, dass Krankheiten bzw. Epidemien und „gesellschaftliche Mißstände“, die man auch mit unhygienischen Verhältnissen (verdrecktes Wasser, Bakterien, verseuchte Luft usw.) umschreiben kann, in engem Zusammenhang standen. Dazu eine Äußerung von Rudolf Virchow, der in Oberschlesien nach 1848 eine Typhusepidemie untersucht hat: „[…] dass eine solche epidemische Verbreitung des Typhus nur unter solchen Lebensverhältnissen, wie sie Armut und Mangel an Cultur in Oberschlesien gesetzt hatten, möglich war. Man nehme die Verhältnisse hinweg, und ich bin über- zeugt, dass der epidemische Typhus nicht wiederkehren würde.“45 Um die Berliner Wasserversorgungs- verhältnisse zu verbessern, dienten Virchows Gutachten zur Choleraepidemie von 1866 als Argumen- tationshilfen.46 Statistiken jener Zeit belegen, dass „die Sterblichkeitsrate in Berlin 1871 mit 27,9 Promille „deutlich über dem preußischen Landesdurchschnitt von 23,8 Promille“ lag. Bis 1901 nahmen diese Zahlen auf 16,4 Promille in der Stadt und 19,4 Promille im Landesdurchschnitt ab.47

Im Verlauf der 1860er Jahre wurden in Deutschland wesentliche Veränderungen erkennbar: 48 Gesund- heitspolitische Vereine, deren Mitglieder Ärzte, städtische Beamte (Bürgermeister) und andere „Gesundheitstechniker“ waren, wurden ins Leben gerufen. Einer der bekanntesten und einflussreichs- ten war der „Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege“, gegründet 1873. Für die Reinigung der Städte und Kommunen stellten die Erkenntnisse von Max von Pettenkofer (vorbakteriologisch) sowie später Robert Koch und Louis Pasteur die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen bereit.49 Die bahnbrechenden Erkenntnisse auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge lassen sich namentlich den beiden Protagonisten Max von Pettenkofer und Robert Koch zuschreiben. Deren unterschiedliche Verursachertheorien von gesundheitlichen Schäden lösten lange Zeit wissenschaftliche Streitgesprä- che aus. Robert Koch setzte sich als Bakteriologe gegen Pettenkofer durch. Seine Hygiene- und Gesundheitserkenntnisse schufen die Basis für erste Überlegungen, die man sich im Magistrat von Berlin-Charlottenburg zu einer modernen Abfallentsorgung und Abfalltrennung machte. Einrichtungen zur allgemeinen Hygiene (vor allem Städtereinigung und Müllbeseitigung, Kanalisation sowie Wasser- versorgung, Gesundheitsfürsorge und vieles mehr) sollten helfen, gesundheitliche und somit wirt- schaftliche Schäden zu vermeiden. Die bereits bestehende Arbeiterversicherung hatte großes Inter- esse an der Vermeidung von beruflichen Gesundheitsgefahren und der Verhütung von Krankheiten. „Die Charlottenburger Fürsorgestelle gehört zu den ersten in Deutschland entstandenen.“50 Eine ihrer wichtigsten Aufgaben war die Tuberkulosebekämpfung, zu der die Desinfektion von Wohnungen gehörte, sowie die städtische Fürsorge für Lungenkrankheiten.

2.5 Kommunalgeschichte: Institutionelle Reformen in Preußen und die akute Frage der Müllbeseitigung

1808 erhielten die Städte durch die Kommunalreform des Freiherrn vom Stein (1757–1831) weit- gehende Selbstverwaltung. Diese „Städteordnung für die Preußischen Staaten“, auch „neue Stän- deordnung“ genannt, brachte einerseits Haushaltsautonomie und andererseits Stadtverordnete, die gewählt wurden, mit sich. Neben dem Hessen Freiherr vom Stein ist der Niedersachse Karl August Fürst von Hardenberg zu nennen. Ihrer Reformpolitik ist der „Übergang vom Absolutismus zum Verfas- sungsstaat“ zu verdanken.51

Groß-Berlin und seine schnell wachsenden Vororte, die wie Charlottenburg und Wilmersdorf noch dazu sehr reich waren, hatten allerdings keinen organisatorischen Zusammenhang. Versuche der preußi- schen Regierung zur Eingemeindung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts scheiterten.52 Was die Abfallbeseitigung angeht, finden sich in der Chronologie von „Saubere Zeiten e. V.“ bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts folgende Eckpunkte – hier einige Auszüge aus deren Website:„1822 wird eine ,polizeiliche Straßenreinigung‘ zur Reinhaltung der öffentlichen Straßen und Plätze verordnet. Die Müllabfuhr und Reinigung der restlichen Straßen oblag den Hausbesitzern und damit der privaten Verantwortung.“

„1847 entsteht eine Magistratsinitiative zur Schaffung einer städtischen Straßenreinigung.“

„1848 Nach dem erfolgreichen Versuch einer städtischen Straßenreinigung wird das Konzept auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Die Organisation obliegt aber weiterhin dem Polizeipräsidenten. Die Hausbesitzer werden von ihrer Reinigungspflicht befreit. Stattdessen werden ca. 5.500 Arbeitslose eingesetzt, somit wird die Straßenreinigung zum Arbeitsbeschaffungsprogramm. Die Straßenreinigung ist zwar jetzt öffentliche Aufgabe. Für die Abfallentsorgung müssen die Hausbesitzer weiterhin selbst sorgen. Hier wird die Trennung von Straßenreinigung und Müllabfuhr festgeschrieben (!).“

„1872 Rudolf Virchow veröffentlich einen Bericht zur Kanalisation in Berlin. Dort wird die bisher geübte Praxis des Einleitens der Fäkalien in die Spree verworfen und eine Kanalisation vorgeschlagen.“53

Der Ausbau der Kanalisation und die Schaffung stadteigener Betriebe, die für Straßenreinigung und Müllabfuhr zuständig waren, mussten aber auch finanziert werden. In Preußen führte man deshalb 1877 den „Entwurf eines Gesetzes über die Aufbringung von Gemeindeabgaben ein“. Aber erst 16 Jahre später, „am 14. Juli 1893 wurde das preußische Kommunalabgabengesetz rechtskräftig“. Das bedeutete, dass ab sofort „Beträge für die Straßenreinigung eingefordert“ und „Gebühren für die Müll- abfuhr erhoben werden konnten“. Dieses Gesetz ermächtigte das Land Preußen weiterhin, eine „Poli- zeiverordnung und ein Ordnungsgesetz zu erlassen, nach denen ein Benutzungszwang für die von der Stadt eingerichteten neuen Betriebe vorgeschrieben wird“.54 Verschiedenste Praktiken und Behält- nisse zur Sammlung des Mülls in den Häusern sowie zur Aufbewahrung oder Zwischenlagerung in Müllgruben vor oder in der Nähe des Hauses, ließen zu wünschen übrig; sie waren alles andere als hygienisch. Offene Karren, undichte Weidenkörbe und ähnliches fanden dabei Verwendung. In Berlin beendete der Polizeipräsident diese Praktiken mit der Polizeiverordnung vom 30. Januar 1895.55 §100 des „Straßenpolizei-Reglements“ für die Stadt Berlin vom 7. April 1867 wurde wie folgt geändert: „Haus- und Wirtschaftsabgänge, insbesondere Müll, Asche, Schlacken, Abraum, Schutt, Kehricht, Moder, Küchen- und Fleischabfälle, Knochen, Lumpen usw. dürfen auf der Straße nur in völlig geschlos- senen Behältern transportiert werden. Wagen, welche zur Abfuhr derartiger Stoffe dienen, müssen, wenn letztere nicht mit den Behältern selbst verladen werden, gleichfalls vollkommen undurchlässig und mit schließenden Deckeln, Schiebern, Klappen oder dergleichen versehen sein, die auch während des Transports geschlossen gehalten werden. Sollten Haus- und Wirtschaftsabgänge auf der Straße in Abfuhrwagen geschüttet werden, so ist durch entsprechende Einrichtung der Wagen und der für den Transport bis zu denselben benutzen Behälter oder durch andere geeignete Vorkehrungen dafür zu sorgen, daß eine Verunreinigung der Straßen insbesondere von Staub und üblen Gerüchen vermieden wird.“56

Dieser Erlass von 1895 wird auch als „Geburtsstunde der staubfreien Müllabfuhr“ in Deutschland bezeichnet. In der Akte 103, Müllbeseitigung 1900, Berlin-Cahrlottenburg, Blatt 1c) findet sich dazu ein Vertragsentwurf von 1895, betreffend „staubfreie Müllabfuhr“, der zwischen den jeweiligen Haus- eigentümern und der Firma „Institut Staubfreie Müllabfuhr des Grundbesitzer-Vereins System ,N. W.‘“, vertreten durch den Fabrikanten Herrn Bruno Röhrecke zu Berlin, Brückenallee 31, geschlossen wer- den konnte.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das 19. Jahrhundert als dasjenige der Modernisierung und der Kommunalisierung gilt. Beides trifft auch auf die Stadtreinigung zu.57 Diesbezügliche Reformen waren längst überfällig:

1. Wesentliche Verbesserung in der Sammlung, Behandlung und Beseitigung fester Abfallstoffe
2. Umstellung auf zentrale Abwasserbeseitigung
3. Übergang zu zentraler Trinkwasserversorgung
4. Neuregelungen im Bestattungswesen
5. Sanierung der Tierkörperbeseitigung und des Schlachtereiwesens

Beim Übergang ins industrielle Zeitalter wurden zu Beginn sanitäre und generell hygienische Aspekte völlig vernachlässigt. Das dichte Zusammenleben der Menschen, nahe bei den Fabriken, ließ die „Gesundheitsbeamten nach einiger Zeit unschwer einen Zusammenhang zwischen Schmutz und Über- füllung, schlechtem Wasser, verdorbenen Speisen und diesen Krankheiten feststellen“.58

„Das Wachstum der Gemeinde ist ein rapides und verlangt immer neue Kräfte. […] sie [die Monats- schriften] sollen die Kenntnis unserer kommunalen Einrichtungen noch in weitere Kreise tragen und so das Interesse erwecken für unser Gemeinwesen.“59 In der Juliausgabe des ersten Jahrgangs (1898) der Monatsschrift des Gemeinnützigen Vereins Wilmersdorf schreibt Herr Dr. Haßlacher in einem Vortrag zur Müllbeseitigungsfrage: „Erst mit der Einführung der Kanalisation in der ersten Hälfte des vorigen Jahrzehnts [bedeutet 1880–1885, Anm. der Autorin] ist für Berlin und die Vororte die Müllfrage akut geworden.“60 Dieser Vortrag ist auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich, zeigt aber, dass in Wilm- ersdorfer Magistratskreisen die Resultate zur „Nicht-Verbrennbarkeit“ des Berliner Mülls längstens bekannt gewesen sind: „[…], daß es vielmehr eines erheblichen Zusatzes von Kohle oder Holz bedarf, um eine vollständige Verschlackung des Mülls herbeizuführen.“61 Die Charlottenburger Erkenntnisse und Beschlüsse hinkten diesbezüglich etwas hinterher und wurden erst einige Jahre später publiziert und in politische Müllentsorgungsentscheide umgemünzt. An dieser Stelle wird aber deutlich, dass sich die Kommunen, besonders die selbstbewussten vorstädtischen wie im Beispiel Wilmersdorf und Charlottenburg, ihrer Verantwortung durchaus bewusst waren. Insgesamt ist gegen Ende des 19. Jahr- hunderts eine Zunahme der öffentlichen gegenüber den Privatbauten festzustellen, was unter anderem Auswirkungen bei der Verantwortung bezüglich der Müllentsorgung zur Folge hatte. Es konkurrierten aber nicht nur die beiden Vorstadtgemeinden von Berlin miteinander. Insgesamt kann man wohl bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in Berlin und seinen Vorstädten von einem Machtkampf „Reichszen- tralität“ versus „Kommunalzentralität“ sprechen.

[...]


1 Peter Münch, S. 25.

2 Maria Cur ter, S. 11.

3 Peter Münch, S. 25.

4 Gustav Erdmann, Abteilungsdirektor und st v. Leiter des Stadtreinigungs - und Fuhramtes (1926) Verbleib von Müll und Kehricht. In: Probleme der neuen Stadt Berlin. Deutscher Kommunalverlag G.m.b.H., Berlin - Friedenau.

5 ebda.

6 Maria Cur ter, Vor wor t.

7 Hans Brenner t (Rathaus Charlottenburg: III b 297), S. 310.

8 dito, S. 316.

9 Mar tin F. Lemann, S. 22.

10 Mar tin F. Lemann, S. 24.

11 ebda.

12 Prof. Dr. Thiesing (Sign. Rathaus Charlottenburg X V p 86).

13 Friedrich Jaeger (Hrsg.) im Auf trag des Kultur wissenschaf tlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern (2005–2012) Enz yklopädie der Neuzeit.

14 Johann Georg Krünitz (1773) Oeconomische Encyklopaedie (OE).

15 dito, Bd. 1, S. 43.

16 J. S. Ersch / J. W. Gruber (1819) Allgemeine Enz yklopädie der Wissenschaf ten und Künste in alphabetischer Folge, Band 1, S. 95.

17 Joseph Meyer (Hrsg.) (1840) Grosses Conversations - Lexicon für die gebildeten Stände, Bd. 1, S. 64 f.

18 Friedrich Jaeger, S. 12.

19 ebda.

20 Johann Georg Krünitz (1849) Oekonomisch -technologische Enz yklopädie, Bd. 199, S. 78–80.

21 Friedrich Jaeger, S. 13.

22 Hans Brenner t, S. 311.

23 Reinhold Reith, S. 134 –135.

24 Nicole C. Karaf yllis (2002) Nur soviel Holz einschlagen, wie nachwächst. Die Nachhaltigkeitsidee und das Gesicht des deutschen Waldes im Wechselspiel z wischen Forstwissenschaf t und Nationalökonomie. In: Technikgeschichte ( TG) 69, S. 247–273).

25 Götz von Bülow, S. 159–160.

26 Ulrich Grober (2010) Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begrif fes. München

27 Reinhold Reith, S. 138.

28 Reinhold Reith (2003) „altgewender, humpler, kannenplecker“ – Recycling im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit. In: Roland Ladwig (Hrsg.), S. 73.

29 Herber t Gasser t (2003) Vor wor t. In: Roland Ladwig (Hrsg).

30 Reinhold Reith (2003) „altgewender, humpler, kannenplecker“ – Recycling im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit. In: Roland Ladwig (Hrsg.), S. 41.

31 Reinhold Reith (2003) „altgewender, humpler, kannenplecker“ – Recycling im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit. In: Roland Ladwig Hrsg.), S. 41.

32 Thomas Nipperdey (2013) Kann Geschichte objektiv sein? In: Paul Nolte (Hrsg.) Historische Essays. Kap. 4, Probleme der Modernisierung in Deutschland, Verlag H.C. Beck, S. 98.

33 dito, S. 96.

34 dito, S. 84–85.

35 dito, S. 94.

36 Jürgen Osterhammel (Jubiläumsedition 2013), S. 1286–1301.

37 dito, S. 1294.

38 ebda.

39 Jürgen Osterhammel (2002), 28: S. 71–108.

40 Thomas Schwinn, S. 462.

41 Mar tin F. Lemann, S. 19.

42 ebda.

43 Johann Heinrich Zedler, Bd. 1, Vor wor t, S. 13.

44 Johann Heinrich Zedler, Bd. 53, S. 72 f.

45 Rudolf Virchow (1848) Mitteilungen über die in Oberschlesien herrschende Typhusepidemie. In: Gesammelte Abhandlung Band 1, S. 324.

46 Peter Münch, S. 31.

47 dito, S. 32.

48 Gottfried Hösel, S. 131.

49 ebda.

50 Charlottenburg, 1911. Die gesundheitlichen Einrichtungen der Königlichen Residenzstadt Charlottenburg. S. 37.

51 Sebastian Haf fner, S. 243 f f.

52 Werner Breuning, S. 107.

53 Verein Saubere Zeiten e. V., w w w.saubere -zeiten.berlin/chronik/geschichtstafeln.html (Zugrif f 28.11.2016).

54 Gottfried Hösel, S. 156.

55 dito, S. 158.

56 §100 des „Straßenpolizei - Reglements“ vom 30. Januar 1895, zitier t aus Gottfried Hösel, S. 158–159.

57 dito, S. 111.

58 Lewis Mumford (1961) Die Stadt (Geschichte und Ausblick). Köln, S. 552.

59 Wilmersdor fer Blätter (1898) Monatsschrif t des Gemeinnützigen Vereins Wilmersdor f- Berlin, Jahrgang 1, Januarausgabe.

60 dito, Juliausgabe, Vor trag Dr. Haßlacher zur „Müllbeseitigungsfrage“.

61 dito.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Warum scheiterte das Dreiteilungssystem zur Mülltrennung in Berlin-Charlottenburg?
Hochschule
Universität Zürich  (Historisches Seminar // MAS Applied History)
Veranstaltung
Applied History
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
51
Katalognummer
V459376
ISBN (eBook)
9783668899940
ISBN (Buch)
9783668899957
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abfalltrennung Beginn 20. Jhdt.
Arbeit zitieren
Sabine Trieloff (Autor), 2017, Warum scheiterte das Dreiteilungssystem zur Mülltrennung in Berlin-Charlottenburg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459376

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