Rauchabsaugung. Gesundheitsförderung im Operationsbereich


Facharbeit (Schule), 2018

47 Seiten, Note: Sehr Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzzusammenfassung I

Abkürzungsverzeichnis II

Abbildungsverzeichnis V

Tabellenverzeichnis VI

0 VORWORT

1 EINLEITUNG

2 HOCHFREQUENZCHIRURGIE
2.1 Monopolar
2.2 Monoterminal
2.3 Bipolar
2.4 Laser
2.5 Ultrasonic Gerät

3 RECHTLICHE LAGE
3.1 Rechtliche Lage in Österreich
3.2 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz
3.2.1 Grenzwerteverordnung §15: Luftrückfuhr
3.2.2 Normen
3.2.3 Richtlinie
3.3 Vergleich mit anderen Ländern
3.3.1 Deutschland
3.3.2 World Nursing Organisations

4 DER RAUCH
4.1 Zusammensetzung des chirurgischen Rauches
4.1.1 Partikuläre Zusammensetzung
4.1.2 Chemische Toxine
4.2 Auswirkungen der Komponente
4.3 Auswirkung auf Gesundheit
4.4 Fallberichte

5 SCHUTZMAßNAHMEN
5.1 Technische Schutzmaßnahmen
5.1.1 Chirurgische Rauchgasabsaugungen
5.1.2 OP Sauger
5.1.3 Mobile Rauchgasabsaugung
5.1.4 Laparoskopische Rauchabsaugung
5.2 Raumlufttechnischen Anlagen
5.3 Persönliche Schutzmaßnahmen
5.3.1 Mund-Nasen-Masken
5.3.2 Aufklärung und Schulung

6 AKTUELLE GUIDELINES
6.1 Implementierung eines Rauch-Evakuationsprogramm

7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Literarturverzeichnis

Internetquellen

Kurzzusammenfassung

Chirurgischer Rauch ist ein Teil der Umgebung während operativer und invasiver Eingriffe. Da Laser und Elektrochirurgie alltäglich geworden sind, ist bei OP-Personal ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Bedenken in Zusammenhang mit der Exposition gegenüber chirurgischem Rauch. Seit Mitte der 70er Jahre ist das Beweismaterial, dass die gefährlichen Bestandteile von Operationsrauch dokumentiert, weiter gewachsen. Trotz der Beweise und Empfehlungen verschiedener Organisationen gibt es keine einheitlichen Anforderungen, die die Evakuierung von chirurgischem Rauch vorschreiben. In dieser Abschlussarbeit werden aktuelle Forschungsarbeiten zur Ermittlung potenzieller Gesundheitsgefahren sowie die aktuellen Empfehlungen zur Filtration und Evakuierung von Operationsrauch identifiziert. Chirurgischer Rauch ist ein Toxin, das dem Zigarettenrauch ähnelt. Die Ablation von 1 g Gewebe erzeugt eine Rauchfahne mit einer äquivalenten Mutagenität gegenüber sechs ungefilterten Zigaretten. Es wurde die Anwesenheit von reizenden, karzinogenen und neurotoxischen Verbindungen im elektrochirurgischen Rauch bewiesen. Darüber hinaus bestehen andere Gefahren, unter bestimmten Umständen, wenn Gewebe mit gefährlichen Viren infiziert ist. Es wurden über mehrere Fälle von HPV-Übertragung vom Patienten zum behandelnden Personal berichtet. In den Operationssälen ist die chirurgische Rauchinhalation ein Berufsrisiko. Experten empfehlen die Verwendung von Rauchabzugsgeräten und speziellen Filtern, da Mund-Nasen-Masken alleine keinen adäquaten Schutz vor chirurgischen Rauch bieten.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Monopolarer Stromkreis (Quelle: Medizintechnik, 2017: 625)

Abbildung 2: Monoterminaler Stromkreis (Quelle: Medizintechnik, 2017: 625)

Abbildung 3: Bipolarer Stromkreis (Quelle: Medizintechnik, 2017: 625)

Abbildung 4: Unwirksame Verdrängungslüftung infolge übergroßer OP-Leuchten (Quelle: DGKH, 2015: 521)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Jeweilige Partikelgröße bei verschiedenen hitzeproduzierenden Verfahren (Quelle: Tabori, 2018; Gefährliche Gase: 15)

Tabelle 2: Chemische Verbindung im chirurgischen Rauch und ihre gesundheitlichen Auswirkungen (Quelle: IVSS, Eickmann et al, 2011: 13)

Tabelle 3: Einleitung, Grundmerkmale und hygienische Prüfung von Lüftungskonzepten (Quelle: DGKH, 2015: 520)

0 VORWORT

Mein Diplom allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege erlangte ich, bei den XY in Wien im September 2008. Im zweiten Ausbildungsjahr hatte ich ein Praktikum im OP und wusste sehr bald nach Beginn dieses Praktikums, dass der OP für mich die Abteilung war, auf der ich nach der Diplomierung arbeiten möchte.

Nach Absolvierung des Diploms zog ich nach Belfast, Nord Irland (Großbritannien). Es dauerte einige Monate bis die benötigten Formalitäten zwischen dem „Nursing and Midwifery Council“ in London und dem Bundesministerium für Gesundheit in Wien abgeschlossen waren und ich im „XY“ als „Registered General Nurse“ arbeiten durfte. Erst im Oktober 2009 wurde mir eine Stelle im OP angeboten, die ich selbstverständlich annahm. Insgesamt war ich fast fünf Jahre in Belfast im OP tätig, mit interner Rotation der Fachbereiche; Allgemein Chirurgie, Brust Chirurgie, Urologie und Gefäß Chirurgie sowie die Anästhesie im Belfast City Hospital und Royal Victoria Hospital.

Seit Februar 2015 arbeite ich im OP in der Privatklinik XY und habe meine Entscheidung nach Österreich zurück zu kommen nicht bereut.

In unserer Gesellschaft wird das Thema: Gesundheit und Gesundheitsförderung immer mehr von Bedeutung; gesunde Ernährung, sportlich aktiv sein, wenig Alkohol und nicht rauchen. In den letzten Monaten war die Schlagzeile: Rauchverbot sehr stark in den Medien verbreitet, aber unsere neue Regierung hat sich geeinigt, dass das bisher geplante Rauchverbot 2018 für die Gastronomie nicht umgesetzt wird. Diese monatelange Thematik, der Diskussion hat mich motiviert über chirurgischen Rauch im Operationssaal zu denken und dadurch habe ich die Idee meiner Abschlussarbeit bekommen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich während der Anfertigung dieser Abschlussarbeit unterstützt und motiviert haben, Almir, meine Freunde & Familie und Arbeitskollegen. Meine Betreuerin DGKP Elke Poßegger, die mich richtungsweisend und mit viel Engagement während meiner Arbeit begleitet hat. Ein herzliches „Dankeschön“ an meinen Vater, Friedrich Grüner, für seine Zeit und Mühe als Korrekturleser, konstruktive Kritik und motivierende Worte.

Ich möchte darauf hinweisen, dass aus Gründen der leichteren Lesbarkeit auf diesen Seiten die männliche Sprachform verwendet wird. Sämtliche Ausführungen gelten natürlich in gleicher Weise für die weibliche.

1 EINLEITUNG

Die allgemeine Bevölkerung sorgt sich bereits seit Jahren über das einatmen, kontaminierter Luft. Die schädlichen Toxine von Tabak, Rauch, toxische Gase von Kunstrasen, die Luftverschmutzung von beschränkten Räumen, wie zum Bespiel Flugzeugkabinen, und die Schwebeteile eines Feuers, haben auf lokale- sowie nationalebene Schlagzeilen gemacht. Saubere Luft ist für eine gute Gesundheit notwendig, aber hinter den geschlossenen Türen der Chirurgie, war die Aufmerksamkeit der Luftqualität noch nie im Fokus. Wird es dem Personal im Gesundheitswesen rückblickend peinlich sein, ihre Kavalier Einstellung gegenüber chirurgischem Rauch, wie einst damals dem Zigarettenrauch zuzugeben? Forschung hat bewiesen das über 500.000 Mitarbeiter die im Gesundheitswesen tätig sind, der Gefahren von chirurgischem Rauch ausgesetzt sind. Obwohl es weit verbreitete evidence-basierende Rauchgasabsaugungsempfehlungen gibt, ist die Compliance zwischen DGKP und anderem chirurgischem Personal nicht konsistent. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger im Operationsbereich berichten von ansteigenden Vorfällen mit Atemwegsproblemen verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung. Diese alarmierende Information könnte das Resultat von jahrelangem Einatmen des chirurgischen Rauches im Operationssaal sein (vgl. Watson, 2011: 214).

Aus diesen Aspekten kann sich die folgende Forschungsfrage gestellt werden.

Im Rahmen der Gesundheitsförderung für OP Personal sind Rauchgase im OP Panik machender Mythos oder echtes Gefahrenpotential? Und wie kann sich das OP Personal am besten gegen Rauchgase im OP schützen?

Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurde die Methode der Literatur- und Internetrecherche verwendet. Ebenfalls wurden Fachzeitschriften zur Beantwortung der Fragen herangezogen.

2 HOCHFREQUENZCHIRURGIE

Einen Operationssaal, ohne den Einsatz von Hochfrequenzchirurgie kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Für Operateure aller Fachrichtungen, ist die Anwendung von Vorteil, egal ob bei offenchirurgischen Eingriffen oder in der minimalinvasiven Chirurgie, das Gewebe gezielt thermisch zu behandeln und den Blutverlust zu minimieren ist von höchster Bedeutung. Sie leistet einen sehr wertvollen Beitrag. Durch automatische Überwachungsfunktionen ist für den Patienten größtmögliche Schonung und Sicherheit gewährleistet was den Einsatz- und die Funktionsvielfalt der modernen HF-Chirurgiegeräten angeht. Vorschriftsmäßige Nutzung geht bei allen HF-Chirurgiegeräten im OP vor. Die Bildung vom thermischen Effekt, ist die Grundlage der Hochfrequenzchirurgie. Weil die Frequenz des Wechselstroms mindestens 300.000 Hz (300 kHz) beträgt, gilt die Bezeichnung Hochfrequenzchirurgie. Biologisches Gewebe kann dosiert und gezielt behandelt werden, wenn der thermische Effekt erzeugt wird (vgl. Raiser, 2009: 38).

Unter Hochfrequenz- oder HF-Chirurgie versteht man, den assistierten Einsatz von elektrischer Energie um das Ziel der Hämostase, Gewebedurchtrennung oder -versiegelung zu erreichen. Über spezielle Applikatoren wird hochfrequenter Wechselstrom (gewöhnlich 0,3- 4 MHz) in das zu behandelnde Gewebe geleitet, wo es zu einer thermischen Gewebewechselwirkung kommt, die durch den elektrischen Gewebswiederstand hervorgerufen wird. Die Veränderung oder Zerstörung von Gewebezellen werden thermisch induziert. Seit vielen Jahren ist die HF-Chirurgie die leitende Form der Elektrochirurgie und in allen operativen Fachdisziplinen das dominierende Handwerkzeug. Der größte Vorteil der hochfrequenzchirurgisch assistierten Gewebetrennung ist, dass ein gleichzeitiger Verschluss der betroffenen Gefäße bzw. Blutstillung mit dem Schnitt entsteht, im Vergleich zu herkömmlicher Schneidetechnik mit Skalpell oder Schere. Desgleichen kann ohne Einsatz von körperfremden Materialien schnell und einfach die Methode zur gezielten Hämostase blutender Gefäße, durch deutlich abgegrenzte Koagulation erreicht werden im Vergleich zur alternativen Gefäßligatur. Andere Vorteile sind der mögliche Einsatz in der Endoskopie, die prophylaktische Keimverschleppung und mechanische Gewebeschonung. Prinzipiell können die Anwendungsformen der HF-Applikationstechnik in monopolare, monoterminale und bipolare Verfahren eingeteilt werden. Dabei kommt die monopolare Anwendungstechnik am häufigsten zum Einsatz (vgl. Hug/Haag, 2017: 617).

2.1 Monopolar

In der monopolaren Elektrochirurgie ist die aktive Elektrode in der Wunde. Der Strom fließt zur großen Neutralelektrode, die an einer anderen Stelle am Patientenkörper platziert wird, zurück. Wärme entwickelte sich im Gewebe um die aktive Elektrode (vgl. Seeber/Shander, 2007: 176).

Bei der Technik des monopolaren Systems müssen vom HF-Chirurgiegerät (Generator) eine aktive und eine Neutralelektrode angeschlossen sein. Elektrische Energie vom Generator fließt durch die aktive Elektrode (Handstück) zum Patienten (Abb.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Monopolarer Stromkreis (Quelle: Medizintechnik, 2017: 625)

Wenn diese Energie in einer kleinen Kontaktfläche konzentriert wird und das Gewebe hohe Impedanz (Gewebewiderstand) bietet, wird durch die aktive Elektrode im Gewebe kontrollierte Erwärmung entstehen bzw. die notwendigen physikalischen Effekte erzeugt (Schneiden und Koagulieren). Die elektrische Energie fließt durch den Patienten zur Neutralelektrode oder „patient return electrode (PRE)“ die am Patienten platziert wird. Damit die Stromdichte relativ gering bleibt, ist die Kontaktfläche zwischen der Neutralelektrode und der Patientenhaut groß. Die Energie fließt zum Generator zurück und somit ist der Stromkreislauf geschlossen. Sollte der Kontakt zwischen der Neutralelektrode und dem Patienten nicht komplett vollständig sein, hat der abfließende Strom an diesen Stellen einen geringeren Widerstand, konzentriert sich in diesem Bereich und verursacht Verbrennungen (vgl. Hug/Haag, 2017: 624).

2.2 Monoterminal

Monoterminal zeigt sich durch das nur eine Elektrode Strom zum Patienten liefert. Verfahren, die eine gleichgültige Elektrode nicht benutzten, so wie Elektrodehydrierung und Elektrofulguration sind Monoterminal. In diesen Verfahren werden Elektronen nach dem Zufallsprinzip verstreut (vgl. Robinson, 2010: 142).

[...]

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Rauchabsaugung. Gesundheitsförderung im Operationsbereich
Veranstaltung
Sonderausbildung in der Pflege im Operationsbereich
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2018
Seiten
47
Katalognummer
V459380
ISBN (eBook)
9783668907140
ISBN (Buch)
9783668907157
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Abschlussarbeit
Schlagworte
Rauchabsaugung, Operationsbereich, Gesundheit, Health Risk, Surgical Smoke
Arbeit zitieren
Lisa Grüner (Autor), 2018, Rauchabsaugung. Gesundheitsförderung im Operationsbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459380

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