Die Delfintherapie als eine tiergestützte Therapie für Kinder mit Beeinträchtigungen

Inwiefern ist ein Bezug zur Integration und Inklusion sowie ihre Begünstigung in der pädagogischen Praxis möglich?


Hausarbeit, 2018

17 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Delfintherapie
2.1 Entstehung und Entwicklung
2.2 Das Besondere am Delfin
2.3 “Nürnberger Evaluationsstudie zur Wirksamkeit der Delfintherapie”

3 Bezug zur Integration und Inklusion
3.1 Vor- und Nachteile
3.2 Ideen für die pädagogische Praxi

4 Fazit

5 Literatur- und Quellenangaben

6 Abbildungsverzeichni

7 Weiterführende Literatur

1 Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema “Delfintherapie”. Obwohl diese Art von Therapie den Meisten eher weniger bekannt ist, kenne ich sie bereits seit vielen Jahren aus den Medien und finde sie ziemlich spannend. Mit Hilfe dieser Hausarbeit kann ich mich mit diesem Thema zum ersten Mal auseinandersetzen und den Bezug zu dem Modul “Integrationspädagogik” sowie zu meinem angehenden Beruf als Kindheitspädagogin herausarbeiten und reflektieren.

Die Delfintherapie geht selbstverständlich aus der tiergestützten Therapie hervor, die eine lange Geschichte hat. Ebenfalls lang ist die Liste der verschiedenen Formen von Delfintherapien bzw. ihrer therapeutischen Konzepte, die sich in ihren Angeboten sowie Erklärungsansätzen grundsätzlich unterscheiden. Hinzu kommen die unterschiedlichen Auswirkungen in verschiedenen Entwicklungsbereichen des Kindes durch die Delfintherapie, die einige Studienergebnisse liefern.

Aus diesen genannten Gründen grenze ich die Hausarbeit ein, indem ich mich auf die für mein Ziel relevanten Punkte konzentriere. Ins Zentrum stelle ich aus diesem Grund nur bestimmte positive Effekte der Delfintherapie auf das Kind. Auch setze ich mich nur mit einer Form der Delfintherapie auseinander - nämlich diejenige, die sich auf die für die Hausarbeit relevanten Effekte bezieht und die durch eine empirische Studie überprüfbar ist.

In Bezug zur Integrationspädagogik und schließlich zum Beruf des Kindheitspädagogen erschließt sich die folgende Fragestellung: inwiefern ist ein Bezug zur Integration und Inklusion möglich sowie ihre Begünstigung in der pädagogischen Praxis?

2 Die Delfintherapie

2.1 Entstehung und Entwicklung

Für eine Auseinandersetzung der Delfintherapie ist es von Vorteil sich zuerst einmal einen kurzen Einblick in die Geschichte der tiergestützten Therapie zu verschaffen.

Bereits lange Zeit vor jeglichen wissenschaftlichen Untersuchungen der Mensch-Tier-Therapie wurden Tiere herangezogen, “um die Gesundheit des Menschen positiv zu beeinflussen” (Schmidl 2007, S. 3). So hat beispielsweise der Engländer William Tuke (geboren 1732) in einer Rehabilitationsklinik für Psychiatrie Therapiesitzungen mit Menschen und Tieren veranstaltet, mit dem Ziel kranke Menschen zu integrieren, um ihnen ein Gefühl der Akzeptanz und Zusammengehörigkeit zu verschaffen (vgl. ebd.). In den 1960er Jahren fand in den U.S.A. ein Aufbruch in der Psychologie und Psychiatrie statt, einschließlich der tiergestützten Therapie. Boris Levinson dokumentierte erstmalig die vorteilhaften Auswirkungen des Kontaktes zwischen Mensch und Tier. Er kam zur Erkenntnis, dass Tiere als eine Art “Katalysator” für menschliche Interaktionen wirken können (vgl. ebd., S. 4) und gilt als “Pionier im Einsatz von Tieren als therapeutische Werkzeuge” (McCulloch 1983, S. 26-33). Einige Jahre später startete die Erziehungswissenschaftlerin und Anthropologin Betsy Smith erstmals eine Forschung auf dem Gebiet der delfingestützten Therapie, bei der sie autistische Kinder mit Delfinen zusammenbrachte und Versuche durchführte (vgl. Schmidl 2007, S. 4). Ihre Ergebnisse belegten die deutliche Verbesserung der autistischen Kinder in den Bereichen der Kommunikation sowie der Lernfähigkeit. Ein bedeutender Forscher und einer der Begründer der Delfintherapie ist der Psychologe und Verhaltensforscher David Nathanson, der ihre Wirkung auf Kinder mit Beeinträchtigungen untersuchte. Unter anderem stellte er fest, dass die Kinder viermal so schnell lernen konnten und das eindeutig längerfristig (vgl. ebd. S. 28).

In der Gegenwart findet sich eine große Menge von Dokumentationen und Forschungsergebnissen, die den positiven therapeutischen Einfluss von Tieren auf den Menschen empirisch bestätigen. Dabei existieren weitaus über hundert Einrichtungen, die die delfingestützte Therapie anbieten (vgl. Schmidl 2007, S. 29). Die meisten unterscheiden sich sowohl in den Therapieformen als auch in den Erklärungsansätzen erheblich, sodass ein Versuch der Verallgemeinerung einer “Delfintherapie” nicht der Realität entsprechen würde. Es erscheint daher wichtiger, sich anhand von angemessenen Studienergebnissen einer in Frage kommenden Therapieform als auch von relevanten Erkenntnissen aus der Delfinforschung sich zunächst einmal ein Bild von den Auswirkungen bzw. positiven Effekten einer Delfintherapie zu machen.

2.2 Das Besondere am Delfin

Wenn man bezogen auf die Delfintherapie von Delfinen spricht, so ist meistens der Große Tümmler (Tursiops truncatus) gemeint (einer von 40 verschiedenen Delfinarten), der in allen Meeren verbreitet ist. Es sind die Großen Tümmler, auf die man beim Besuch eines Delfinariums trifft, die bei der Delfintherapie als Assistenten zum Einsatz kommen und die den Forschern als Forschungsobjekte die meisten Erkenntnisse aus Untersuchungen mit ihnen liefern (vgl. Breitenbach et al. 2006, S. 21 f.).

Es ist nicht zu verleugnen, dass Delfine viele von uns faszinieren. Sie verzaubern uns, ohne dass man auf Anhieb eine Erklärung dafür parat hat. Was macht den Delfin als “ Co-Therapeuten” so besonders?

Zum einen spricht die Wissenschaft von dem Spieltrieb der Delfine, der sie den Großteil ihrer Zeit mit dem Spielen verbringen lässt (vgl. Schmidl 2007, S. 18). Oft spielen sie auch mit anderen Tieren und Gegenständen. Ein Beispiel dafür ist die Beobachtung, bei der ein Delfin mehrere Stunden mit einem Ball beschäftigt ist und ein anderer einen kleineren Ball herumwirft (vgl. Callen/ Cochrane 1998, S. 129). Ebenso zeigt sich bei Delfinen das Verhalten, den Menschen mit in sein Spiel einbeziehen zu wollen und mit ihm in Interaktion zu treten (vgl. Schmidl 2007, S. 19). Dieser Spieltrieb hat einen therapeutischen Nutzen und unterscheidet sich von dem Einbeziehen anderer Tiere in die Therapie: “Man hat bereits Hunde, Katzen und Tauben in Therapieprogrammen mit Kindern verwendet, aber diese Tiere haben nicht das natürliche spontane Spielrepertoire von Delphinen...der Delphin ändert ständig sein Spiel und wenn das Kind es leid ist, herumgeschleppt zu werden, dann beginnt der Delphin es spielerisch herumzustupsen.” (Callen/ Cochrane 1998, S. 68).

Zum anderen haben Delfine eine besondere Intelligenz im emotionalen Bereich. Es wurde festgestellt, dass es sich bei bestimmten Verhaltensweisen der sowohl in Gefangenschaft als auch in der Natur lebenden Delfine “weniger um Reflexe handelte, als vielmehr um emotionale Reaktionen” (Schmidl 2007, S. 21). Auch zeigt sich die Intelligenz der Delfine in der Fähigkeit, flexibel zu sein: “Intelligente Tiere sind in der Lage, ein detailliertes Bild ihrer Umwelt aufzubauen, das sich auf bestimmte Erfahrungen und erlangtem Wissen zusammensetzt, sodass sie auf bestimmte Situationen angemessen reagieren können.” (Callen/ Cochrane 1998, S. 150). Für die Delfintherapie spielt diese Fähigkeit eine große Rolle. Ein Beispiel dafür liefert folgender Bericht:

Ein Junge, der aufgrund seiner Beeinträchtigung keine Kraft im Bereich der Halsmuskulatur hatte, sodass sein Kopf schlaff auf seiner Brust hing, konnte den Delfin bzw. die Rückenflosse nicht sehen, an der er sich festhalten musste, um durch das Wasser gezogen zu werden. Sogleich erfasste der Delfin die Situation, drückte sich näher an das Kind heran und schwamm weiter nach vorne, drehte sich leicht auf die Seite und nahm Blickkontakt zu ihm auf. Schließlich reichte er ihm die Brustflosse und zog ihn durch das Wasser (vgl. Schmidl 2007, S. 22).

Diese Art von Intelligenz wird auch in dem differenzierten Sozialverhalten der Delfine deutlich, das sich durch die Intensität und Komplexität ihrer sozialen Interaktionen auszeichnet (vgl. Smolker 2001, S. 259).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Delfine durch das ausgeprägte Sozialverhalten sich in Gegenwart von “behinderten oder kranken Menschen besonders vorsichtig, achtsam” (Otterstedt 2001, S. 158), verantwortungsbewusst und hilfsbereit verhalten (vgl. ebd.). Durch den unvergleichlichen Spieltrieb setzen sie Impulse und erzeugen Motivation (vgl. Callen/ Cochrane 1998, S. 68).

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Delfintherapie als eine tiergestützte Therapie für Kinder mit Beeinträchtigungen
Untertitel
Inwiefern ist ein Bezug zur Integration und Inklusion sowie ihre Begünstigung in der pädagogischen Praxis möglich?
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V459412
ISBN (eBook)
9783668900929
ISBN (Buch)
9783668900936
Sprache
Deutsch
Schlagworte
delfintherapie, therapie, kinder, beeinträchtigungen, inwiefern, bezug, integration, inklusion, begünstigung, praxis
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Die Delfintherapie als eine tiergestützte Therapie für Kinder mit Beeinträchtigungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459412

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