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Empathie in der Mensch-Tier-Beziehung

Título: Empathie in der Mensch-Tier-Beziehung

Trabajo , 2013 , 18 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Franziska Deutschmann (Autor)

Sociología - Otros
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Täglich begegnen uns Tiere in unterschiedlichsten Situationen. Als Haustier, in der freien Natur, als Sportgerät, als Unterhaltungsattraktion, als Arbeitshilfe der Polizei oder des Rettungsdienstes, als Assistenztier für Behinderte aber auch als Grundstoff für Kleidung und Nahrung. Trotz der vielen Berührungspunkte zwischen Mensch und Tier spielt diese Beziehung in der Soziologie oft eine untergeordnete Rolle. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Fragestellungen die menschliche Spezies betreffend den Geistes- und Sozialwissenschaften, die nichtmenschliche Spezies betreffend aber den Naturwissenschaften zugeordnet werden. Aufgrund ihrer biologischen Klassifizierung wird Tieren ihre Individualität, Subjektivität und Intentionalität aberkannt und ihr Verhalten nicht als soziales Handeln erfasst. Dies widerspricht allerdings dem erweiterten Soziologieverständnis von Wieses, das besagt, Soziologie sei die Lehre von den Einwirkungen der Lebewesen aufeinander. Sie behandele den Zusammenhang der lebendigen Geschöpfe.
Um die Empathie in der Mensch-Tier-Beziehung zu untersuchen ist zunächst die Erläuterung des Begriffes „Empathie“ notwendig. Empathie, häufig auch „Mitgefühl“ genannt, ist die Fähigkeit, sich in die Gefühle anderer hineinzuversetzen und so einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Dies tritt besonders in Situationen auf, in denen ein anderes Lebewesen leidet.
Diese Arbeit soll das Mensch-Tier-Verhältnis untersuchen und der Frage nachgehen, welche Rolle die Empathie in der Entstehung und Entwicklung verschiedener Mensch-Tier-Beziehungen spielt. Im ersten Teil der Arbeit werden die Veränderungen der Mensch-Tier-Beziehungen erforscht, die im Laufe der Zeit stattfinden. Im zweiten Teil wird den Unterschieden in Mensch-Tier-Beziehungen nachgegangen. Der erste Unterpunkt überprüft, ob verschiedene Handlungstypen unterschiedlich stark Empathie gegenüber Tieren empfinden. Es wird der Frage nachgegangen, ob beispielsweise Männer anders empfinden als Frauen, welche Personen mehr Empathie erleben als andere. Wodurch kann die Entwicklung der Empathiefähigkeit bei Kindern gefördert werden? Der zweite Unterpunkt durchleuchtet die Tatsache, dass unterschiedlichen Tieren, sei es auch von derselben Tierart, je nach Kontext unterschiedlich behandelt werden. Was macht ein Tier zu einem Nahrungsmittel, Schädling oder Familienmitglied? In einem Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und gedeutet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Veränderungen in Mensch-Tier-Beziehungen

3. Unterschiede in Mensch-Tier-Beziehungen

3.1 Unterschiedliche Empathie von unterschiedlichen Handlungstypen

3.2 Unterschiedliche Empathie gegenüber unterschiedlichen Tieren

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Tier unter dem spezifischen Gesichtspunkt der Empathie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle Empathie bei der Entstehung und Entwicklung verschiedener Mensch-Tier-Beziehungen spielt und wie sich gesellschaftliche sowie individuelle Faktoren auf diese Interaktionen auswirken.

  • Historischer Wandel der Mensch-Tier-Beziehung
  • Einfluss unterschiedlicher Handlungstypen auf die Empathiefähigkeit
  • Kontextabhängige Empathie gegenüber verschiedenen Tierarten
  • Soziologische Analyse von Speziesismus und Anthropozentrismus
  • Rolle von Emotionen im Tierschutzdiskurs

Auszug aus dem Buch

3.1 Unterschiedliche Empathie von unterschiedlichen Handlungstypen

Statistiken besagen, dass Tierrechtler überwiegend weiblich sind, in der Stadt leben, der Mittelschicht angehören, jung sind und einer Arbeit nachgehen, die nicht von der Tiernutzung abhängig ist. Die Tierrechtsbewegung hat sich in den letzten Jahren hauptsächlich unter Jüngeren, Bildungsfernen, und wenig Verdienenden weiter ausgebreitet. 65% der Aktivisten bezeichnen sich selbst als Agnostiker oder Atheist. Der Soziologe David Nilbert zeigt auf, dass die Unterstützung von Tierrechten außerdem korreliert mit der Befürwortung einer Waffenkontrolle, geringer Akzeptanz gegenüber Gewalt und hoher Akzeptanz der menschlichen Vielfalt. Ein Widerstand gegen die Tierrechtsbewegung ist verbunden mit Waffenakzeptanz, hoher Widerstand gegen Abtreibung, starker Rassismus und Homophobie sowie große Akzeptanz von Gewalt. Eine negative Wechselwirkung zwischen Tierrechten und politischem Konservatismus ist eindeutig zu erkennen.

Andere Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft zu einer optimistischen Weltanschauung, verbunden mit einem idealistischen moralischen Absolutismus und sozialem Aktivismus. Für Psychologe Herzog spielen auch negative Emotionen wie viszeraler Ekel eine Rolle. Er findet heraus, dass Tierrechtsaktivisten schneller angeekelt sind als Menschen, die weder Aktivisten noch Vegetarier sind. Der Soziologe Lyle Munro stellt fest, dass es drei Hauptzugänge gibt, deretwegen Aktivisten der Bewegung beitreten. Ihre Motivation ist intellektueller, emotionaler oder praktischer Natur. Emotionale Motive wie das Anschauen von Bildern eines Schlachtvorgangs oder die Zuneigung zu einem Haustier stehen dabei zahlenmäßig an oberster Stelle.

Bereits im Viktorianischen Zeitalter hält man Haustiere, um Kindern positive Eigenschaften wie Empathie und Güte nahezubringen. Diese Methode unterstützten Studien, die belegen, dass Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, mehr Empathie zeigen als Kinder, die ohne Haustiere leben. Die Kinder lernen durch die Interaktion mit Tieren die Gefühle dieses Lebewesens zu verstehen. Auch im Erwachsenenalter bleibt die erhöhte Empathie erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Thema der Mensch-Tier-Beziehung in den Kontext der Soziologie gestellt und der Begriff der Empathie sowie die Zielsetzung der Arbeit definiert.

2. Veränderungen in Mensch-Tier-Beziehungen: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel vom Nutzen des Tieres als Arbeitskraft hin zur heutigen Ambivalenz zwischen Heimtierhaltung und industrieller Tiernutzung.

3. Unterschiede in Mensch-Tier-Beziehungen: Der Abschnitt analysiert die differenzierte Ausprägung von Empathie in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Hintergrund der Akteure sowie in Bezug auf verschiedene Tierkategorien.

3.1 Unterschiedliche Empathie von unterschiedlichen Handlungstypen: Dieser Unterpunkt untersucht soziodemografische und psychologische Faktoren, die die Empathiefähigkeit und das Engagement für Tierrechte beeinflussen.

3.2 Unterschiedliche Empathie gegenüber unterschiedlichen Tieren: Hier wird erläutert, wie kulturelle Zuschreibungen und Spezieskonstruktionen bestimmen, welche Tiere als schützenswert oder als reines Nutzgut betrachtet werden.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die soziale Konzipiertheit des Mensch-Tier-Verhältnisses und der Bedeutung von Emotionen für moralische Weiterentwicklungen in der Tierethik.

Schlüsselwörter

Empathie, Mensch-Tier-Beziehung, Soziologie, Anthropozentrismus, Speziesismus, Tierrechtsbewegung, Haustiere, Nutztiere, Tierversuche, Mitgefühl, Moral, Sozialisation, Geschlechterdifferenzierung, Tierethik, Industrialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit untersucht die soziologische Perspektive auf die Mensch-Tier-Beziehung, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle von Empathie und deren Wandel in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der historische Wandel des Umgangs mit Tieren, die psychologischen und soziologischen Grundlagen von Empathie, die Tierrechtsbewegung sowie die Unterscheidung zwischen Heim- und Nutztieren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Empathie als treibende Kraft für moralische Entwicklungen fungiert und warum die menschliche Einstellung zu Tieren von so starken Widersprüchen zwischen Zuneigung und Ausbeutung geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Fachliteratur, Studien und historischer Betrachtungen, um das komplexe Geflecht aus sozialen Normen und Mensch-Tier-Interaktionen zu durchleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung und eine detaillierte Untersuchung der Unterschiede in dieser Beziehung – sowohl in Bezug auf die verschiedenen Handlungstypen der Menschen als auch auf die unterschiedliche Kategorisierung von Tierarten.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Anthropozentrismus, Speziesismus, soziale Konstruktion, Mitgefühl, Tierethik und die Ambivalenz der Mensch-Tier-Interaktion beschreiben.

Welche Rolle spielt das Geschlecht laut der Autorin in der Mensch-Tier-Beziehung?

Die Arbeit stellt fest, dass Frauen in der Regel höhere Empathiewerte gegenüber Tieren aufweisen und eher dazu neigen, Tiere als gleichwertige Familienmitglieder wahrzunehmen, während Männer distanziertere Verhältnisse pflegen.

Wie erklärt die Autorin den Widerspruch zwischen Tierliebe und Fleischkonsum?

Sie verweist auf eine erfolgreiche Spezieskonstruktion, bei der Tiere je nach Kontext (z.B. als Haustier oder Nahrungsmittel) unterschiedlich kategorisiert werden, was es Menschen ermöglicht, emotionale Distanz zu Nutztieren zu wahren.

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Detalles

Título
Empathie in der Mensch-Tier-Beziehung
Universidad
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Soziologie)
Curso
Seminar: Soziologie der Gefühle
Calificación
2,3
Autor
Franziska Deutschmann (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
18
No. de catálogo
V459421
ISBN (Ebook)
9783668885509
ISBN (Libro)
9783668885516
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gefühle Tiere Mensch-Tier-Beziehung Empathie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franziska Deutschmann (Autor), 2013, Empathie in der Mensch-Tier-Beziehung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459421
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