Flavia Maxima Fausta. Idealtypisches Bild einer römischen Kaiserin?


Hausarbeit, 2014

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zeitliche Einordnung

3 Das Leben Faustas

4 Kontroverse Darstellungen in den Quellen und der Sekundärliteratur
4.1 Faustas Heirat mit Constantin I. als zweifache Kaiserlegitimierung?
4.2 Der Tod Maximians
4.3 Der Tod Faustas und ihr Verhältnis zu Crispus

5 Darstellung auf numismatischen Quellen

6 Fazit

7 Auswahlbibliographie
7.1 Quellenverzeichnis
7.2 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt die römische Kaiserin Flavia Maxima Fausta. Ich möchte herausfinden, ob sie dem idealtypischen Bild einer römischen Kaiserin entspricht, oder ob sie als Stereotyp der Macht gelten kann. War Flavia Maxima Fausta eine Frau, die ihren Mann unterstützte und ihm Kinder schenkte, oder versuchte sie Politik zu betreiben und ihre Macht bewusst zu nutzen?

Um diese Frage zu beantworten, werde ich die Person Fausta erst einmal zeitlich einordnen und die damaligen Gegebenheiten darlegen. Dieses historische Wissen bildet die Grundlage, um im nächsten Gliederungspunkt das Leben Faustas zu rekonstruieren. Der bisherige Forschungsstand ermöglicht keine genauere Darstellung ihres Lebens, jedoch werde ich ihre wichtigsten Lebensereignisse und Daten in diesem Punkt kurz aufführen. Der vierte Gliederungspunkt stellt den Hauptteil der Arbeit dar. Hier werde ich mithilfe der zur Verfügung stehenden Quellen und Sekundärliteratur auf kontroverse Darstellungen einiger entscheidender Ereignisse im Leben Faustas eingehen. Dabei werde ich mich zuerst einmal auf die Gründe und Umstände von Faustas und Constantins Heirat konzentrieren. Es stellt sich hier die Frage, ob der Eheschluss vor allem als zweifache Kaiserlegitimation gelten kann. Anschließend werde ich verschiedene Sichtweisen zu dem Tod Maximians anführen, ehe ich auch das Ende der Fausta und die Art ihrer Beziehung zu Crispus, dem Stiefsohn Faustas, beleuchten werde. Aus diesen kontrovers dargestellten Geschehnissen lässt sich schließen, inwiefern Flavia Maxima Fausta Einfluss als Kaiserin gehabt haben könnte. Im fünften Gliederungspunkt werde ich auf die Darstellung Faustas auf numismatischen Quellen eingehen. Das erlangte Wissen werde ich letztendlich nutzen, um im abschließenden Fazit der Arbeit die zentrale Fragestellung zu beantworten.

Der Forschungsstand zum vorliegenden Thema besteht zum größten Teil aus Quellen und Werken zu Constantin. Als sehr bekannter römischer Kaiser, der das Christentum weit verbreitete, bildet er das Thema vieler historischer Arbeiten.1 In den zur Verfügung stehenden Quellen und der Sekundärliteratur wird selten und wenig auf seine Frau Fausta eingegangen. Sie wird lediglich mehrfach beiläufig erwähnt, genauer beschrieben wird sie in keinem Werk. Dementsprechend rar sind eindeutige, wahrheitsgemäße Informationen zu ihrer Person. Vielmehr erschweren kontroverse Darstellungen die konkretere Rekonstruktion ihres Lebens und ihrer Person. Als grundlegende Literatur zu Constantin und der damaligen Zeit ist T.D. Barnes mit seinem Werk „Constantine and Eusebius“ anzuführen. Als deutsches Gegenstück ist Klaus Rosen mit seinem Buch „Konstantin der Große“ zu nennen. Eine wertvolle Quelle zu Constantin und seinem Leben ist Eusebius von Caesarea, ein spätantiker Geschichtsschreiber, mit der „vita constantini“. Hier wird Fausta beispielsweise nicht einmal erwähnt. Möglicherweise ist dies der Fall, weil Eusebius als Christ ihr Verhalten nicht dulden konnte. Als wichtige Quellen für diese Arbeit sind die Lobreden über Constantin und Maximian aufzuführen, ebenso sind die wenigen numismatischen Quellen zu betrachten. Auch das Werk „Neue Geschichte“ von Zosimos, einem griechischen spätantiken Geschichtsschreiber, ist im Zusammenhang mit Constantin und Fausta zu nennen.

2 Zeitliche Einordnung

Flavia Maxima Fausta wurde in die Zeit der diokletianischen Tetrarchie hineingeboren. Diokletian wurde 284 n. Chr. zum Kaiser ausgerufen. Aufgrund der instabilen außenpolitischen Situation des römischen Reiches, entwickelte er das System der Tetrarchie. Er ernannte 286 n. Chr. Marcus Aurelius Valerius Maximianus, den Vater Faustas, als zweiten Augustus. Diokletian übernahm die Herrschaft im Osten, Maximian die Geschicke im Westen des Reiches. Unter ihnen dienten Galerius bzw. Constantius als jeweilige Unterkaiser und wurden durch eine Adoption ihre Nachfolger. Die Aufgaben zur Reichssicherung konnten nun auf mehr als nur eine Person verteilt werden, wobei Diokletian bis zur Abdankung von ihm und Maximian 305 n. Chr. die höchste Führungsrolle innehatte.2 Galerius und Constantius wurden nun die neuen Augusti. Im folgenden Jahr schwang sich Faustas Bruder Maxentius zum Usurpator auf. Auch Constantin wurde 306 n. Chr. nach dem Tod seines Vaters unrechtmäßig zum Kaiser ausgerufen, begnügte sich jedoch erst einmal mit der Position des Unterkaisers, während Flavius Valerius Severus rechtmäßig als neuer Augustus anerkannt wurde. Es gab nun zwei Kaiser und ein Usurpator, die sich um die Herrschaft im römischen Reich bemühten.3 Im darauf folgenden Jahr erklärte sich Maximian ohne rechtliche Grundlage ebenfalls zum Kaiser. Er verheiratete Constantin mit seiner Tochter Fausta, schuf dadurch ein Bündnis mit ihm, adoptierte ihn und verlieh ihm den Titel des Augustus. Durch die Heirat legitimierten beide ihre Usurpationen.4

Die anschließenden Jahre verkündeten das kommende Ende der Tetrarchie und waren geprägt von Kämpfen um die Herrschaft im römischen Reich. 310 n. Chr. kam es zur Bündniskrise zwischen Maximian und Constantin, die mit dem Tod Maximians endete. 312 n. Chr. war Constantin auch über Maxentius siegreich. Mit dem Sieg über Valerius Licinianus Licinius im Jahr 324 n. Chr. erlangte Faustas Mann die Alleinherrschaft im römischen Reich.5 Damit einher ging, die von Constantin ausgehende, deutliche Verbreitung des Christentums.6

3 Das Leben Faustas

Über das genaue Leben der Flavia Maxima Fausta ist wenig bekannt. Sie wurde als Tochter von Marcus Aurelius Valerius Maximianus und seiner Frau Eutropia in Rom geboren und wuchs dort vermutlich auch auf.7 Ihr Geburtsjahr ist in der historischen Forschung umstritten. Es variiert von 288 n. Chr. bis 296 n. Chr.8 Dementsprechend war sie im Alter von 11-19 Jahren, als ihr Vater sie 307 n. Chr. mit Flavius Valerius Constantius in Trier verheiratete.9 Bis 316 n. Chr. war die Ehe kinderlos. Erst am 7. August 316 n. Chr. gebar Fausta ihren ersten Sohn Constantius II. in Arles.10 Im Jahr 324 bekam Fausta von ihrem Mann den Augusta -Titel verliehen. Dies ist deutlicher Hinweis darauf, dass Constantin seine Frau sehr schätzte und als angemessene Partnerin ansah. Sie hatte ihm bis dahin drei Söhne als potentielle Nachfolger und Erben geschenkt, aber auch die Töchter Constantina und Helena geboren.11

Die meiste Zeit während der Alleinherrschaft ihres Mannes wird sich Fausta in Rom aufgehalten haben.12 Im Jahre 326 n. Chr. wurde sie dort vermutlich ermordet. Anschließend wurde eine damnatio memoriae über sie verhängt, so dass jegliches Andenken an sie getilgt wurde. Dies erklärt die wenigen Informationen, die überliefert sind.13

4 Kontroverse Darstellungen in den Quellen und der Sekundärliteratur

4.1 Faustas Heirat mit Constantin I. als zweifache Kaiserlegitimierung?

Im September des Jahres 307 n. Chr. heirateten Constantin und Fausta in Trier. Die Heirat ist als Mittel zum Zweck zu sehen, denn Constantin und Fausta heirateten nicht aus Zuneigung, sondern um ein Bündnis zwischen Constantin und Maximian zu schaffen. Im Zuge der Heirat adoptierte Maximian seinen Schwiegersohn, um die familiäre Bindung noch zu verstärken. Gleichzeitig verlieh er ihm den Augustustitel. Dieser hätte Constantin eigentlich bereits nach dem Tod vom Oberkaiser Severus zugestanden, jedoch hatte Oberkaiser Galerius ihm die Kaiserposition verwehrt.14

[...]


1 Vgl. Wienand, 2012, S. 13.

2 Vgl. Barnes, 1981, S. 4-14.

3 Vgl. ebenda, S. 28-31.

4 Vgl. Rosen, 2013, S. 108f.

5 Vgl. Rosen, 2013, S. 117-245.

6 Vgl. Girardet, 2010, S. 125-128.

7 Vgl. Drijvers, 1992, S. 500.

8 Vgl. Rees, 2002, S.164.

9 Vgl. ebenda.

10 Vgl. Barnes, 1981, 66f.

11 Vgl. Rosen, 2013, S. 249; Drijvers, 1992, S. 500.

12 Vgl. Drijvers, 1992, S. 500.

13 Vgl. ebenda, S. 506.

14 Vgl. Wienand, 2012, S. 91f.

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Details

Titel
Flavia Maxima Fausta. Idealtypisches Bild einer römischen Kaiserin?
Hochschule
Universität Rostock
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V459430
ISBN (eBook)
9783668907058
ISBN (Buch)
9783668907065
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike, Fausta, Flavia, Maxima, Kaiserin, Rom, Constantin, Maximian, Crispus
Arbeit zitieren
Marc Damrath (Autor), 2014, Flavia Maxima Fausta. Idealtypisches Bild einer römischen Kaiserin?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459430

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