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Michel Foucault. Die Bedeutung des Machtbegriffs für die Genealogie der abendländischen Gesellschaften.

Title: Michel Foucault. Die Bedeutung des Machtbegriffs für die Genealogie der abendländischen Gesellschaften.

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: Hauptseminarschein erhalten

Autor:in: Tim Kirchner (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Eine mittlerweile unüberschaubare Fülle an Literatur bezüglich der Thematik ‚Macht’ verdeutlicht sehr schnell, dass es sich als äußerst schwierig erweisen wird, eine nahezu einheitliche Definition oder auch nur ein einheitliches Verständnis von ‚Macht’ zu erhalten.
Die Machtanalyse innerhalb der politischen Theorie, welche ‚Macht’ lediglich und ausschließlich in den Kontext der Person des Souveräns setzt, handelt sich das Problem ein, diese in den damit einhergehenden Kategorien der Souveränität analysieren zu müssen. Macht in Abhängigkeit von etwas zu definieren, beispielsweise in Abhängigkeit eines Konstruktes wie des Staates, impliziert immer schon einen bestimmten Charakter der Macht. Folglich stünde die Macht in einem Identitikationsverhältnis mit den Eigenschaften des Staates. In diesem Falle wäre sie lediglich in negativen Kategorien, als repressive Form staatlicher Institutionen zu begreifen. Auch kann Macht, wie beispielsweise in der juridischen Machttheorie, nach Foucault nicht als ein Recht betrachtet werden, über das man wie ein Gut verfügen kann. Diese Bestimmungen greifen nach Foucault zu kurz. Andere Versuche, den Begriff ‚Macht’ ihrer Bedeutung nach zu bestimmen, liefert die moderne Psychologie. Der Behaviorismus beispielsweise setzt Macht in ein kausales Paradigma, was bedeutet,„[…] daß Macht eine Fähigkeit ist, kausale Wirkungen in der Welt hervorzurufen.“ Die Ausübung und somit die Übertragung von Macht wird als eine Kommunikation von Präferenzen gedacht. Darauf folgende Machttheorien, beispielsweise das realistische oder das kommunikative Machtmodell betonten zwar das kausale Paradigma der Macht, distanzieren sich allerdings von den„[…] positivistischen Prämissen behavioristischer Machtbegriffe.“ Die Machttheorie, die eine„[…] erhebliche systematische Affinität zu Foucaults Machtanalytik auf[weist]“ ist das Handlungsumwelt-Modell.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Foucaults Machtanalytik

2.1. Foucaults Nominalismus in der Machtanalytik

2.2. Die konzeptionelle Ebene des Machtbegriffs

2.3. Realanalyse der bürgerlichen Gesellschaft

2.4. Macht und Wissen

2.5. Zusammenfassung

3. Genealogie der abendländischen Gesellschaften

3.1. Die Pastoralmacht

3.2. Die Staatsräson

3.3. Die Polizey

3.4. Zusammenfassung

4. Schluss

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Machtbegriff bei Michel Foucault und dessen fundamentale Bedeutung für eine Genealogie abendländischer Gesellschaften. Das primäre Ziel besteht darin, Foucaults nominalistische Machtkonzeption zu explizieren, die Macht nicht als feststehendes Objekt oder repressive Instanz, sondern als ein komplexes, reziprokes Spiel von Beziehungen begreift, das sich in historisch wandelbaren Strukturen manifestiert.

  • Die nominalistische Analyse der Macht und der Mikrophysik der Macht.
  • Die konzeptionelle Unterscheidung zwischen dem "Wie" und dem "Was" der Macht.
  • Das "Hirte-Herden-Spiel" und die Rolle der Pastoralmacht im Mittelalter.
  • Die Bedeutung der Staatsräson und der "Polizey" für moderne Regierungstechniken.
  • Die Verschränkung von Macht, Wissen und der Formung des modernen Subjekts.

Auszug aus dem Buch

2.2. Die konzeptionelle Ebene des Machtbegriffs

Die konzeptionelle Ebene behandelt das ‚Wie’ der Macht, sie findet ihren Zugang zu diesem bestimmten Teil der Machtanalytik folglich in den Wirkungsweisen der Macht. Betrachtet werden die schon angesprochenen Verhältnisse der lokalen Mächte zu einer allgemein sich herauskristallisierenden Macht sowie das Verhältnis „[…] der Mächte zu ihrem außen – den Körpern […]“ als Basis des ‚Wie’ der Macht. Grundlage ist die Erkenntnis, dass es ob der Unterschiedlichkeit diverser Mächte etwas außerhalb der betrachteten Mächte geben muss, damit sie unterschieden werden können. Dies sind nach Foucault die Körper. Die Körper oder die Körperlichkeiten sind das, was nicht zur Macht gehört, sie sind das ‚Außen’ der Macht. Dabei werden sie allerdings nicht als Gegensatzpaar zur Macht verstanden: „Das Individuum ist also nicht das Gegenüber der Macht; es ist eine ihrer ersten Wirkungen“, sondern als eine Einheit, die die Untersuchung zulässt, in welcher Art und Weise „[…] Körper und Macht eine spezifische Verbindung eingegangen sind.“

Unter dem Begriff ‚Körper’ versteht Foucault nicht bloß den menschlichen Leib, ebenso kann die Gesellschaft unter bestimmten Umständen einen Körper bilden. Aussagen über den Körper können ob der Einheit ‚Macht–Körper’ nur durch Machtbeziehungen formuliert werden. Hieraus resultiert, dass die gesamten foucaultschen Termini nur unter der Voraussetzung der „[…] Verdopplung von Macht und Körper […]“ mitgedacht werden können. So basiert jeder Terminus, jede Kategorie auf einer Relation dieser Verdopplung. Diese Relationen nennt Foucault Knoten in einem Netz, welche sich ständig beliebig zerstören und neu verknüpfen. So ist beispielsweise der Staat ein „[…] Überbau in Bezug auf eine ganze Serie von Machtnetzen […]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Macht und grenzt Foucaults Ansatz von traditionellen, oft repressiven oder juridischen Machttheorien ab.

2. Foucaults Machtanalytik: Dieses Kapitel erläutert Foucaults nominalistisches Verständnis von Macht als strategisches, reziprokes Beziehungsgeflecht und führt die Unterscheidung zwischen der konzeptionellen Ebene und der Realanalyse ein.

3. Genealogie der abendländischen Gesellschaften: Hier wird die historische Entwicklung moderner Machttechniken wie Pastoralmacht, Staatsräson und Polizey anhand von Foucaults Begriff der Gouvernementalität untersucht.

4. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Forschungsergebnisse und betont die Befreiung des Machtbegriffs vom juridischen Modell, was neue Perspektiven auf das moderne Subjekt eröffnet.

5. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Unterstützung der Argumentation.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Machtbegriff, Genealogie, Pastoralmacht, Staatsräson, Polizey, Gouvernementalität, Mikrophysik der Macht, Körper, Subjekt, Nominalismus, Disziplinarmächte, Macht und Wissen, Panoptismus, Reziprozität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Machtbegriff von Michel Foucault und dessen zentrale Rolle bei der Untersuchung der Entstehung und Entwicklung moderner abendländischer Gesellschaftsstrukturen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Machtanalytik, die Genealogie von Regierungstechniken (Pastoralmacht, Staatsräson, Polizey) sowie das Verhältnis von Macht, Wissen und Körperlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Macht durch Foucault entmystifiziert wird, um ein Verständnis von Macht als dynamisches, reziprokes Spiel statt als bloßes Herrschaftsinstrument zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die genealogische Methode angewandt, die lokale Machtverhältnisse und diskursive Praktiken untersucht, statt eine geschlossene, abstrakte Theorie zu konstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Machtanalytik) und die historische Anwendung (Genealogie), wobei er detailliert auf die Verschränkung von individuellen Körpern und staatlichen Machtinteressen eingeht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gouvernementalität, Pastoralmacht, Mikrophysik der Macht, Nominalismus und die Verdopplung von Macht und Körper.

Was versteht Foucault unter dem "Hirte-Herden-Spiel"?

Dieser Begriff beschreibt eine spezifische Form der Pastoralmacht, in der ein Hirte (oder eine Institution) die Verantwortung für das Leben und die Taten der Herde übernimmt, was zu einer tiefgreifenden Individualisierung und Unterwerfung führt.

Wie unterscheidet sich die "Polizey" von der heutigen Polizei?

In der frühen Neuzeit war die "Polizey" eine umfassende Regierungstechnik zur Steuerung der Lebensbedingungen und inneren Ordnung, um den Staat zu stärken, während sich dieser Aufgabenbereich heute auf spezialisierte Institutionen verteilt hat.

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Details

Title
Michel Foucault. Die Bedeutung des Machtbegriffs für die Genealogie der abendländischen Gesellschaften.
College
University of Duisburg-Essen
Course
Michel Foucaults Philosophie der Postmoderne
Grade
Hauptseminarschein erhalten
Author
Tim Kirchner (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V45944
ISBN (eBook)
9783638432566
Language
German
Tags
Michel Foucault Bedeutung Machtbegriffs Genealogie Gesellschaften Michel Foucaults Philosophie Postmoderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Kirchner (Author), 2005, Michel Foucault. Die Bedeutung des Machtbegriffs für die Genealogie der abendländischen Gesellschaften., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45944
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