Psychiatrie und philosophische Lebenskunst

Ein psychiatrisch-philosophischer Essay


Essay, 2018

32 Seiten

Monsieur Mathieu (Autor)


Leseprobe

Depression ? – Lebenslust und Vertrauen!

Bevor wir zu solch einer Diagnose bestimmte heilsame mentale Zuord- nungen treffen, müssen wir erst ein mal wissen, wie eine solche Diagnose definiert ist.

In Wikipedia heißt es:“ Depression: ( von lat. deprimere,“niederdrücken“) Typisch sind gedrückte Stimmung, negative Gedankenschleifen und gehemmter Antrieb.

Wenn wir wieder vom „Ursache-Wirkung“- Modell ausgehen,dann könnte die Ursache der Symptomatiken sowohl durch Erfahrungen aus der Vergangenheit des Lebenslaufes, als auch durch bestimmte Denk- muster eines Menschen bestimmt sein.

Bzgl. der Vergangenheit, die nun einmal passiert ist, bringt jeder Mensch die ihm eigene Interpretation mit. In Therapien kan man diese Interpre- tation, nur durch den Versuch der Perspektivverschiebung, eventuell relativieren.

Was die Denkmuster betrifft, muß man sich selbst zuerst einmal bewußt machen:“Auf welche Art und Weise denke ic denn eigentlich ?“ Die Formulierung „negative Gedankenschleifen „ist ein Hinweis auf die Denkmuster.

Um dies zu verdeutlichen, müssen wir einen kurzen Ausflug in die Sprachphilosophie machen.

Der gut gemeinte Ratschlag:“ Du mußt positiv denken,“ ist einerseits schön formuliert, aber nicht immer hilfreich.

Wie wir wissen, hat jeder Mensch die Möglichkeit ja und nein zu sagen.

Was hat das mit Positivität und Negativität zu tun ?

Negationsworte sind mitunter: nein, nicht, nichts, nie, sowie schlecht und falsch.

Positivierungsworte sind: ja , gut , sehr gut , sowie richtig.

Ich möchte nun 4 Kombinationsmöglichkeiten dieser Worte andeuten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nun stehen wir vor der Frage:“Kann man positiv denken lernen?“ Voraussetzung ist, daß man an der Sprache seiner Mitmenschen lernen möchte.

Aus psychiatrischer Sicht gehört die Depression zu den Minus-Sympto- matiken.

Wenn man wiederum das Gleichnis der Batteriespannung zwischen „+“ und „-“ Pol heran zieht, dann hätte der „+“ Pol eine geringe Ladung und der „-“Pol eine sehr starke Ladung.

Kein Wunder, daß dann nicht viel Strom fließt.

Ziel einer Entwicklung wäre es, die „-“ Ladung zu relativieren und die „+“ Ladung zu erhöhen, wodurch mehr Wohlbefinden entstünde.

Wieder mein Rat:“ Zeichnen Sie sich das cartesische Koordinatensystem auf. Auf diesem System wären dann Vektoren zu sehen, die in den Minusbereich tendieren.

Diese Vektoren sind nur als Tendenzen anzusehen.

Was müßte man tun, um diese Vektoren umzulenken?

Wenn man einem „-“ Vektor eine positive Verstärkung anbieten würde, würde es vielleicht nur noch schlimmer.

Aus der Erzählung eines Therapiepatienten habe ich gehört, daß die Therapeutin fast nur Fragen stellt. Warum tut Sie das wohl?

Wenn man einem Negativvektor in Frage stellt, findet dieser dabei keine direkte Bestätigung, sondern der Charakter lernt mit der Zeit selbst die richtigen Fragen zu stellen.

Wesentliche Fragen, die in der Philosophiegeschichte gestellt wurden wären:

-Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? (G.W.Leibniz)
-Was ist der Sinn des Lebens? ( siehe V.E.Frankl )
-Was sollen wir tun?
-Was können wir hoffen?
-Was kann ich wissen ?
-Was ist der Mensch ? ( I.Kant )

Was heißt es nun, die richtigen Fragen zu stellen und kann man dies lernen?

Auf die Frage:“ Wer ist der weiseste im ganzen Land?“, antwortete im alten Griechenland das Orakel von Delphi:“ Der weiseste ist Sokrates.“

Sokrates nun, mischte sich unters Volk, unterhielt sich mit den Leuten und sagte von sich selbst:“ Ich weiß, daß ich ich nichts weiß.“

Dies hatte zur Folge, daß er den Leuten überwiegend Fragen stellte, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Diese Fragetechnik bezeichnet man als Maieutik ( Hebammenkunst).

Also vorschnell Antworten zu geben, ist nicht immer richtig ,es ist manchmal besser, die richtigen Fragen zu finden, auf die man vielleicht gute Antworten bekommt.

Vielfältige Beispiele dafür findet man in Platon´s Dialogen.

Nun noch die Frage, wie man Depression philosophisch einordnen könnte. Es gab in der Philosophiegeschichte eine Phase, die nannte man „Nihilismus.“

Das Wort „nihil“bedeutet auf deutsch „Nichts“ und ist eins der nega- tivsten Wörter überhaupt. Kann es daran überhaupt eine Orientiertheit geben oder gilt es die Orientiertheit am „Nichts“ zu überwinden?

Wie kann einem so etwas gelingen?

Es ist vielleicht eine Notwendigkeit, jemanden der an „Nichts“ glaubt außer sich selbst, zu einer Glaubensumkehr zu bewegen.

Diese wiederum, kann jedoch nur freiwillig geschehen.

Für die Bereitschaft das „Nichts“ loszulassen, gehört natürlich Vertrauen zu etwas neuem. Bei Menschen, die in der Kindheit ein gutes Ur-Vertrauen mitbekommen haben, sind die Heilungschancen günstiger.

Was heißt es nun, das „Nichts“ loszulassen und einen Negativvektor umzukehren? Das heißt, daß man das gewohnte Selbstbild, das den status quo hat festfahren lassen, in Frage stellt und sich die Bereitschaft zu Veränderungen eingesteht. Veränderung heißt:“Versuchen sich die Fragwürdigkeit des menschlichen Daseins zu vergegenwärtigen und urch Ressourcen, die sich vielleicht außerhalb seiner selbst befinden, das Denken und Empfinden im Laufe der Zeit zu verändern.

Diese Arbeit sollte man aber mit einer guten Portion Vertrauen angehen.

Depressive Veränderungen sind meist langwierige Prozesse, die jahre- lang dauern können.

Bei der Formulierung“gedrückte Stimmung und gehemmter Antrieb“, wird eher eine Gefühlsebene angesprochen.

16 -

In einem Philosophencafe der VHS wurde einmal das Thema:

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Psychiatrie und philosophische Lebenskunst
Untertitel
Ein psychiatrisch-philosophischer Essay
Autor
Jahr
2018
Seiten
32
Katalognummer
V459602
ISBN (eBook)
9783346067449
ISBN (Buch)
9783346067456
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychiatrie, Philosophie, psychische Erkrankungen, psychische Krankheiten, Selbsthilfe
Arbeit zitieren
Monsieur Mathieu (Autor), 2018, Psychiatrie und philosophische Lebenskunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459602

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