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Die Rolle des Umweltbewusstseins und der Förderung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in Ostelbien

Title: Die Rolle des Umweltbewusstseins und der Förderung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in Ostelbien

Diploma Thesis , 2009 , 112 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Dipl. Geogr. Martin Zeitler (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zu einer Studie des Leibniz Institutes für Länderkunde Leipzig (IfL), die im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durchgeführt wird. Das Ziel der Studie ist es die „Bedeutung von Umweltbildung und Umweltbewusstsein regionaler Akteure für die nachhaltige Landnutzung und Landwirtschaft“ zu ergründen, den aktuellen Entwicklungsstand abzubilden und daraus Handlungserfordernisse abzuleiten. Dies geschieht vor dem Hintergrund „dass es Gegenwärtig zwar zahlreiche Projekte theoretischer und auch angewandter Natur gibt, die sich mit Fragen der umweltgerechten und nachhaltigen Landnutzung befassen und überwiegend in naturwissenschaftliche Fragestellungen eingeordnet sind. Aber dennoch die Frage, wie die Akteure in Landwirtschaft und ländlichen Raum damit umgehen, welche Konsequenzen sich für sie und ihre tägliche Arbeit ergeben und wie nachhaltig sie selbst Projektempfehlungen umsetzen können bzw. wollen, bis jetzt weitgehend unbeantwortet ist“. Durch eine vergleichende Analyse zweier Fallstudien (Kaliningrad und Ostelbien) soll hier Abhilfe geschaffen werden.
Die Basis des Projektes bildet die Darstellung der Ausgangssituation in der Landwirtschaft der jeweiligen Gebiete im Hinblick auf:
- Unternehmensstrukturen sowie
- realisierte Projekte und genutzte Fördermöglichkeiten mit Bezug zu umweltgerechter und nachhaltiger Landwirtschaft/ Landnutzung.
Des Weiteren ist der Kenntnisstand von Schülern, Landwirten, Studierenden, Lehrenden und Entscheidungsträgern in der Landwirtschaft im Bezug auf regionale Umweltprojekte und Schutzgebiete sowie relevante Verordnungen und Gesetzgebungen von Interesse. Die Befragung der Akteure geschieht dabei immer vor dem Hintergrund, die Nachhaltigkeit der betreffenden Projekte, sowie die Bedeutung der Umweltbildung und die Rolle der Förderpolitik bei der Umsetzung dieser, zu hinterfragen. Auf Grundlage der gewonnenen Kenntnisse aus der vergleichenden Untersuchung werden anschließend Problemlagen und Schlussfolgerungen für die zukünftige Umweltpolitik abgeleitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Untersuchungsmethodik

2.1 Die sekundärstatistische Analyse

2.2 Die schriftliche Befragung

2.2.1 Die Befragung der Landwirte

2.2.2 Die Befragung der Auszubildenden

2.3 Das leitfadengestützte Experteninterview

3 Umweltbewusstsein, Umweltpolitik und Nachhaltigkeit

3.1 Umweltbewusstsein

3.1.1 Die Entwicklung des Umweltbewusstseins

3.1.2 Diskrepanzen zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln

3.1.3 Umweltbildung und Umweltwissen

3.1.4 Umweltbewusstsein und Umweltverhalten von Landwirten

3.2 Umweltpolitik

3.2.1 Umweltpolitik der europäischen Union

3.2.2 Entwicklung der Umweltpolitik in Deutschland

3.2.3 Umweltpolitik auf kommunaler Ebene

3.3 Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

3.3.1 Die Agenda 21

3.3.2 Nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung

4 Instrumente zur Beförderung von Umwelt-und Naturschutz und Nachhaltigkeit

4.1 Die gemeinsame Agrarpolitik der EU

4.1.1 Geschichte der gemeinsamen Agrarpolitik

4.1.2 Die Agenda 2000

4.1.2.1 Die Agenda 2000 Reformen für die Landwirtschaft

4.1.2.2 Die Agenda 2000 Reformen für die ländlichen Räume

4.2 Die Förderperiode 2000-2006

4.2.1 Förderprogramme für die Landwirtschaft

4.2.2 Förderung der umweltgerechten Landwirtschaft

4.2.3 Förderprogramme für den ländlichen Raum

4.3 Die Förderperiode 2007-2013

5 Der Untersuchungsraum – die Region Ostelbien

5.1 Eignung als Untersuchungsgebiet

5.2 Lage der Region

5.3 Geschichte

5.4 Bevölkerung und Demografie

5.5 Wirtschaft

5.5.1 soziale Infrastruktur und Arbeit

5.5.2 Landwirtschaft

5.6 Institutionen und Akteure

5.6.1 Der Ostelbienverein

5.6.2 Der Landschaftspflegeverband

5.6.3 Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Außenstelle Mockrehna)

5.6.3.1 Das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch

5.6.4 Der Kreisbauernverband

5.6.5 Die Flussmeisterei Torgau

6 Ergebnisse: nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in Ostelbien

6.1 Die Landwirtschaft

6.1.1 Charakteristik der Befragten Unternehmen

6.1.2 Der Einsatz von Fördermaßnahmen in der Förderperiode 2000 – 2006

6.1.3 Förderung der umweltgerechten Landbewirtschaftung

6.1.4 Weitere Förderprogramme

6.1.5 Fördermaßnahmen in der Förderperiode 2007 – 2013

6.1.6 Ökologischer Landbau

6.1.7 Umweltwissen und Umweltbildung in den Unternehmen

6.1.8 Landwirtschaft und Tourismus

6.1.9 Bewertung der Aussagen durch die Experten

6.1.10 Zwischenfazit

6.2 Umweltbewusstsein und Umweltbildung der Auszubildenden

6.2.1 Umweltwissen der Auszubildenden

6.2.2 Umweltbildung der Auszubildenden

6.2.3 Einschätzungen zur Bedeutung von umweltgerechter und nachhaltiger Landwirtschaft

6.2.4 Expertenmeinung

6.2.5 Zwischenfazit

6.3 Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Gemeinden

6.3.1 Gemeinde Arzberg

6.3.2 Gemeinde Beilrode

6.3.3 Gemeinde Großtreben – Zwethau

6.3.4 Zwischenfazit

6.4 Bewertung nachhaltiger Landnutzung und Landwirtschaft durch die Experten

6.4.1 Ostelbienverein

6.4.2 Landschaftspflegeverband

6.4.3 Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Außenstelle Mockrehna)

6.4.4 Kreisbauernverband

6.4.5 Flussmeisterei Torgau

6.4.6 Zwischenfazit

7 Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen

7.1 Die Landwirte

7.2 Die Auszubildenden

7.3 Die Gemeinden

7.4 Die Institutionen

7.5 Konfliktpotentiale

8 Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Umweltbewusstsein und verschiedenen Förderprogrammen für die Umsetzung einer nachhaltigen Landnutzung und Landwirtschaft in der Region Ostelbien, wobei die unterschiedlichen Sichtweisen regionaler Akteure in den Fokus gerückt werden.

  • Analyse des Umweltbewusstseins und -verhaltens von Landwirten und Auszubildenden.
  • Untersuchung des Beitrags der Gemeinden zur lokalen Nachhaltigkeit.
  • Bewertung des Einflusses externer Institutionen und Förderpolitiken auf die Region.
  • Vergleich von Akteursmeinungen zur Identifikation von Konfliktpotentialen zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Hochwasserschutz.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Diskrepanzen zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln

Trotz der im vorherigen Abschnitt beschriebenen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im Hinblick auf das Umweltbewusstsein fördern viele empirische Studien immer wieder eine Kluft zwischen dem Umweltbewusstsein und dem tatsächlichen Umwelthandeln der Menschen zu Tage (vgl. DIEKMANN 2001, 114). Eine einheitliche Theorie die dieses Phänomen hinreichend erklärt konnte bislang nicht gefunden werden. Es gibt jedoch einige Modelle die zu mindestens Teilaspekte dessen besser verstehen lassen. Unter ihnen findet sich die Low-Cost-Hypothese von DIEKMANN und PREISENDÖRFER aus dem Jahre 1992 welche besagt:

„das Umwelteinstellungen und Umweltverhalten am ehesten und bevorzugt in Situationen beeinflussen, die mit geringen Kosten bzw. Verhaltensanforderungen verknüpft sind. Je geringer der Kostendruck in einer Situation, desto leichter fällt es den Akteuren, ihre Umwelteinstellungen auch in ein entsprechendes Verhalten umzusetzen“ (DIEKMANN 2001, S.117).

Auch Kosten-, Nutzen- Theorien versuchen dieses Phänomen zu beschreiben. Beispielhaft dafür steht der verstärkte Kauf von konventionell erzeugten landwirtschaftlichen Produkten gegenüber biologisch erzeugten Produkten. In vielen Alltagsituationen ist es aber oftmals einfach nur die Gewohnheit, der persönliche Lebensstil, das Streben nach Wohlbefinden, die Routinisierung des Alltagshandelns und ein Dilemma zwischen Normen und persönlichen Interessen welche die Menschen zu nicht umweltgerechtem Handeln treibt. Daraus ergibt sich für die Umweltpolitik die Notwendigkeit die einzelnen Verhaltensbereiche und Verhaltensweisen genau zu betrachten, um Hemmnisse und fördernde Faktoren für umweltgerechtes Verhalten herauszufiltern (vgl. KUCKARTZ 2008, S.6f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die DBU-Studie ein, definiert die zentralen Forschungsfragen zur Nachhaltigkeit in Ostelbien und erläutert die methodische Herangehensweise.

2 Untersuchungsmethodik: Es wird die Kombination aus sekundärstatistischer Analyse, schriftlichen Befragungen von Landwirten und Auszubildenden sowie leitfadengestützten Experteninterviews als empirisches Forschungsdesign vorgestellt.

3 Umweltbewusstsein, Umweltpolitik und Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Begrifflichkeiten und bettet die Arbeit in den gesellschaftspolitischen Kontext ein, von der Entwicklung des Umweltbewusstseins bis zur globalen Agenda 21.

4 Instrumente zur Beförderung von Umwelt-und Naturschutz und Nachhaltigkeit: Hier werden die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU, die Agenda 2000 sowie die Förderperioden 2000-2006 und 2007-2013 hinsichtlich ihrer Instrumente für die Landwirtschaft analysiert.

5 Der Untersuchungsraum – die Region Ostelbien: Das Kapitel charakterisiert die Untersuchungsregion geografisch, historisch, demografisch und wirtschaftlich und stellt die agierenden Institutionen vor.

6 Ergebnisse: nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in Ostelbien: Der Hauptteil der Arbeit wertet die empirischen Daten zur Landwirtschaft, dem Umweltwissen der Auszubildenden, dem Handeln der Gemeinden und der Expertenbewertung aus.

7 Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen: Die Ergebnisse werden bewertet und für die verschiedenen Akteure Landwirte, Auszubildende, Gemeinden und Institutionen werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen abgeleitet.

8 Ausblick: Der abschließende Abschnitt fasst die Rolle der Förderung und des Umweltbewusstseins zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Region Ostelbien.

Schlüsselwörter

Nachhaltige Landwirtschaft, Landnutzung, Ostelbien, Umweltbewusstsein, Umweltbildung, Förderprogramme, Agenda 2000, Landwirte, Auszubildende, Experteninterview, Hochwasserschutz, Naturschutz, ländlicher Raum, Agrarpolitik, ökologischer Landbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Umweltbewusstsein und verschiedenen Förderprogrammen für die nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in der Region Ostelbien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Umweltbewusstsein, nachhaltige Landwirtschaft, die Auswirkungen der EU-Agrarförderung, Umweltbildung bei Auszubildenden sowie kommunales Handeln im Umweltschutz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Beitrag von Umweltbewusstsein und Förderinstrumenten zur nachhaltigen Entwicklung der Region zu ergründen und Handlungsempfehlungen für Akteure in Landwirtschaft und Politik abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Es wurde ein Methodenmix eingesetzt, der eine sekundärstatistische Analyse, schriftliche Befragungen von Landwirten und Auszubildenden sowie qualitative, leitfadengestützte Experteninterviews umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Auswertung der empirischen Daten zu Landwirten, Auszubildenden, Gemeinden und Institutionen in Ostelbien sowie der fachlichen Bewertung dieser Ergebnisse durch Experten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, Ostelbien, Landwirtschaftsförderung, Umweltverhalten und ländliche Entwicklung charakterisiert.

Warum ist die Region Ostelbien ein besonderes Untersuchungsgebiet?

Die Region zeichnet sich durch ihre Lage direkt in der Elbaue und damit im Überschwemmungsgebiet aus, was spezifische Anforderungen an den Hochwasserschutz und die landwirtschaftliche Nutzung stellt.

Welche Rolle spielt die EU-Agrarpolitik für die untersuchten Landwirte?

Die EU-Agrarpolitik agiert als Hauptinitiator und Finanzier von Fördermaßnahmen, deren Nutzung durch die Landwirte maßgeblich deren umweltgerechtes Handeln beeinflusst.

Wie bewerten die Experten die Arbeit der Landwirte?

Die Experten betrachten die Landwirte als die „wahren Naturschützer“, betonen jedoch, dass eine strikte Trennung von wirtschaftlicher Produktion und Naturschutz in der Praxis kaum möglich ist.

Was ist das Fazit zur Umweltbildung bei Auszubildenden?

Obwohl ein Bewusstsein für Umweltthemen vorhanden ist, zeigen sich bei konkreten Fragen zu Gesetzen, Fördermöglichkeiten und Projekten erhebliche Wissenslücken, was einen zukünftigen Ausbildungsschwerpunkt rechtfertigt.

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Details

Title
Die Rolle des Umweltbewusstseins und der Förderung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in Ostelbien
College
University of Leipzig  (Geography)
Grade
1.7
Author
Dipl. Geogr. Martin Zeitler (Author)
Publication Year
2009
Pages
112
Catalog Number
V459620
ISBN (eBook)
9783668907218
ISBN (Book)
9783668907225
Language
German
Tags
Regionalgeografie Geografie Europa Förderung Landnutzung Landwirtschaftsfonds nachhaltig Nachhaltigkeit Bauer Region EFRE EAGFL Sachsen Bildung Landwirtschaft Umwelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Geogr. Martin Zeitler (Author), 2009, Die Rolle des Umweltbewusstseins und der Förderung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Landnutzung in Ostelbien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459620
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