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Wie wirkt sich die traditionell stereotypische Geschlechtervorstellung auf den Leistungsunterschied zwischen Mädchen und Jungen im Mathematikunterricht aus?

Titel: Wie wirkt sich die traditionell stereotypische Geschlechtervorstellung auf den Leistungsunterschied zwischen Mädchen und Jungen im Mathematikunterricht aus?

Hausarbeit , 2018 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Julia Grübl (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Seminararbeit ist es herauszufinden, ob die traditionell stereotypische Geschlechtervorstellung verantwortlich für einen Leistungsunterschied zwischen Jungen und Mädchen ist. Da Stereotypen Konstrukte sind, die uns das Leben erleichtern, verinnerlichen wir stereotypische Geschlechterrollenvorstellungen schon früh. Im Laufe unseres Lebens, wenn sich unsere Identität gestaltet, nutzen wir unsere verfestigten Vorstellungen, um uns in bestimmte Rollen hinein zu entwickeln.

Vorherrschende Geschlechterklischees dienen uns als gesellschaftliche Vorlage, sich einem Geschlecht (männlich – weiblich) zuzuordnen und, je nach Erwartungen, geschlechtergerecht zu verhalten. So entwickelt sich das Selbstkonzept für den Mathematikunterricht dementsprechend positiv oder negativ (Mädchen können nicht rechnen – Jungs sind gut in Mathe). Bei dem Vergleich verschiedener Studien stellt sich heraus, dass sich geschlechterspezifische Leistungsunterschiede nach Komplexität der Matheaufgaben und Erhöhung des Alters herausbilden. Während ein Leistungsunterschied zwischen Mädchen und Jungen in den unteren Klassen wenig bis kaum zugegen ist, gibt es in den höheren Klassen erhebliche Unterschiede. Es stellt sich zudem eine große Leistungsdifferenz heraus, wenn die Schüler vor einem Mathetest mit Stereotypen konfrontiert werden. Eine Veränderung der Unterrichtsstruktur kann zu einem besseren Umgang mit der Heterogenität der Schülerschaft führen, wobei geschlechterhomogener Unterricht nicht unbedingt zu dem Ziel, Leistungsunterschiede zu verringern, führt. Entscheidend ist vor allem die stetige Reflektion der Eltern und Lehrenden über ihr eigenes Geschlechterrollenverhalten.

Leseprobe


Gliederung

1. Die konstruierte Angst vor Mathematik

2. Traditionelle Geschlechterstereotypen

2.1. Definition begriffliche Entwicklung

2.2. Geschlechterklischees im (Schul-)Alltag

2.3. Persönliche Entwicklung und Einfluss auf das Selbstkonzept

3. Leistungsunterschied im Mathematikunterricht

3.1. Schweizerische Doktorarbeit Kanton Wallis

3.2. Stereotyp-Threat und mathematisches Selbstkonzept

3.3. PISA Ergebnisse

3.4. Fazit der Untersuchungen

4. Wesentliche Vorschläge zur Reduzierung von Genderstereotypen

4.1. Geschlechterrollenidentifikation

4.2. Konzept der Monoedukation

4.3. Konzept der offenen Unterrichtsgestaltung

4.4. Politischer Ansatz

5. Abwägung des stereotypischen Denkens

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht, inwiefern traditionelle, stereotypische Geschlechtervorstellungen für Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Mathematikunterricht verantwortlich sind und welche Ansätze zur Reduzierung dieser Stereotypen beitragen können.

  • Entstehung und Wirkung von Geschlechterstereotypen
  • Einfluss des mathematischen Selbstkonzepts auf die Leistung
  • Empirische Analyse von Leistungsunterschieden in verschiedenen Studien (z.B. PISA)
  • Strategien zur Förderung geschlechtergerechter Unterrichtsstrukturen
  • Rolle von Lehrenden und Eltern bei der Rollenbildvermittlung

Auszug aus dem Buch

3.1. Schweizerische Doktorarbeit Kanton Wallis

Im Folgenden werden die empirischen Ergebnisse der Forschungsgemeinschaft Mathematik und Geschlecht der Pädagogischen Hochschule Wallis (Schweiz) aufgezeigt. Bei ihrer „Untersuchung über die Gründe unterschiedlicher geschlechtsspezifischer Mathematikleistungen von Schülerinnen und Schülern im Kanton Wallis“ schließen sie folgende Faktoren mit ein:

Sie kommen auf die Ergebnisse, dass in Primarschulen „keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Mathematikleistungen vorkommen“ (Jacqemet et al. 2009, S. 20). Getestet wurden hierbei 92 Schulzentren, wobei in 46 Zentren die Mädchen und in 46 Zentren die Jungen besser waren.

Eine andere Studie, die 115 Grundschüler in Unterfranken nach Lerndefiziten einteilt (kein Defizit, rechnerisches Defizit, schriftsprachliches Defizit, kombiniertes Defizit) bestätigt, dass Mädchen und Jungen - ohne Lerndefizite bzw. mit kombinierten Lerndefiziten - die gleichen Leistungen erbrachten. Die Gruppen mit je einem Lerndefizit wiesen unterschiedliche Leistungen auf. Es ist zu betonen, dass bei der Gruppe mit rechnerischen Defiziten mehr Mädchen vertreten sind. Doch laut den Forschern bildete das Geschlechterverhältnis in allen Gruppen keinen „signifikanten Unterschied“ (Schneider und Schwenck 2003, 215ff.). In den unteren Klassen ist also noch kein geschlechtlicher Leistungsunterschied festzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die konstruierte Angst vor Mathematik: Das Kapitel führt in die Problematik ein, dass Leistungsunterschiede oft nicht auf inhärente Begabungen, sondern auf soziale Faktoren und Stereotypen zurückzuführen sind.

2. Traditionelle Geschlechterstereotypen: Hier werden Definitionen und die Entwicklung von Stereotypen sowie deren manifestierte Wirkung im Schulalltag und auf das Selbstkonzept der Kinder beleuchtet.

3. Leistungsunterschied im Mathematikunterricht: Dieses Kapitel analysiert empirische Studien, darunter die Forschung im Kanton Wallis und PISA-Ergebnisse, und arbeitet heraus, dass Leistungsunterschiede mit zunehmendem Alter und Aufgabenkomplexität steigen.

4. Wesentliche Vorschläge zur Reduzierung von Genderstereotypen: Es werden praxisorientierte Ansätze wie Monoedukation, offene Unterrichtsgestaltung und politische Maßnahmen zur Sensibilisierung von Lehrkräften und Eltern vorgestellt.

5. Abwägung des stereotypischen Denkens: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ambivalenz von Stereotypen und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, individuellen Förderung über gesellschaftliche Rollenmuster hinweg.

Schlüsselwörter

Mathematikunterricht, Geschlechterstereotypen, Selbstkonzept, Leistungsunterschied, PISA-Studie, Gender, Stereotype-Threat, Monoedukation, Schule, Lernleistung, Geschlechterrollenidentifikation, Stereotyp-Lift, Heterogenität, Schulerziehung, Begabungsunterschiede.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftlich konstruierte Geschlechterstereotypen das Selbstkonzept von Schülern beeinflussen und zu messbaren Leistungsunterschieden im Fach Mathematik führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Stereotypen, der Einfluss des mathematischen Selbstkonzepts, die Analyse aktueller Bildungsstudien sowie Strategien zur Förderung einer geschlechtergerechten Lehr- und Lernkultur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler in ihrem mathematischen Selbstkonzept gestärkt werden können, um den Mathematikunterricht unabhängig von traditionellen Rollenbildern an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener empirischer Studien und Forschungsergebnisse, wie etwa der PISA-Studie und spezifischer regionaler Untersuchungen aus der Schweiz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Geschlechterstereotypen, die Analyse mathematischer Leistungsunterschiede in verschiedenen Altersstufen sowie die Diskussion von Maßnahmen wie Monoedukation und offener Unterrichtsgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mathematikunterricht, Geschlechterstereotypen, Selbstkonzept, Gender und Leistungsunterschied charakterisiert.

Was besagt die Hypothese zum "Stereotype-Threat"?

Die Hypothese besagt, dass bei schweren Mathematikaufgaben die Konfrontation mit negativen Stereotypen bei Mädchen mit hohem mathematischem Selbstkonzept zu einer signifikant schlechteren Leistung führt.

Welche Rolle spielen Eltern bei der Überwindung von Stereotypen?

Eltern werden dazu aufgerufen, ihr eigenes Erziehungsverhalten zu reflektieren und aktiv an Beratungsangeboten teilzunehmen, um elterliche Bewusstsein für Geschlechtsdifferenzen zu stärken und Stereotypenbildung frühzeitig zu durchbrechen.

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Details

Titel
Wie wirkt sich die traditionell stereotypische Geschlechtervorstellung auf den Leistungsunterschied zwischen Mädchen und Jungen im Mathematikunterricht aus?
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Note
2,0
Autor
Julia Grübl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V459649
ISBN (eBook)
9783668894785
ISBN (Buch)
9783668894792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlechtervorstellung leistungsunterschied mädchen jungen mathematikunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Grübl (Autor:in), 2018, Wie wirkt sich die traditionell stereotypische Geschlechtervorstellung auf den Leistungsunterschied zwischen Mädchen und Jungen im Mathematikunterricht aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459649
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Leseprobe aus  25  Seiten
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