Praktikumsbericht über Allgemeine Bautätigkeiten


Praktikumsbericht / -arbeit, 2001

21 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Wochenbericht:

Bewehrungsarbeiten

Die für die Durchführung der Bewehrungsarbeiten erforderlichen Angaben wie Stahlsorte, Anzahl, Durchmesser, Schnittlänge, Biegelänge, Biegeform, Verlegeabstand und die Lage der Stäbe werden Bewehrungsplänen sowie Stahllisten entnommen. Nach Bewehrungszeichnungen werden die Stäbe zugeschnitten und gebogen. Wobei die großen Flächen mit Stahlmatten, die schon fertig geschweißt an die Baustelle geliefert werden, ausgelegt werden.

Die Stahleinlagen sind nach den Bewehrungszeichnungen zu verlegen und zu einem steifen, stabilen Gerippe zu verbinden. Das Verbinden der Stäbe miteinander geschieht mit Hilfe von Bindedraht, der entsprechend der Stahldurchmesser in den Dicken von 1,0; 1,2; 1,4 mm verwendet wird. Als Werkzeug dient hier eine Flechter- oder Armierzange.

Für das Ausbinden von Tragstäben, Verteilerstäben und Bügeln gibt es verschiedene Verbindungsarten. Sie lassen sich jeweils mit ein- oder zweifacher Bindedrahtschlaufe ausführen. Die Drahtenden sind mit dem Zangenschneider so straff anzuziehen, daß eine feste Verbindung entsteht.

Beim Ausbinden und der Verlegung der Bewehrung ist darauf zu achten, daß die einzelnen Stäbe die richtige Lage erhalten. Es muß die in DIN-Normen vorgeschriebene Betonüberdeckung eingehalten werden. Dies wird durch Abstandhalter aus Beton, Kunststoff oder rostfreiem Metall erreicht. Diese Abstandhalter werden entweder zwischen die Schalung und die Bewehrung geschoben oder auf den Stäben festgeklemmt.

Zur vereinfachten Verarbeitung werden die Bewehrungseisen auch in Mattenform ausgeliefert. Die Matten sind Längs- und Querstäbe, die an den Knotenpunkten miteinander verschweißt sind. So ist der korrekte Abstand gesichert und es müssen nicht alle Knotenpunkte verdrahtet werden. In der Regel werden Decken in zwei Mattenlagen ausgeführt. Als Abstandhalter gibt es vorgefertigte Stahlelemente. Zusätzliche Stahlstäbe werden je nach Matten nur noch an den Auflagerpunkten bzw. den Stützen benötigt. Es ist ausreichend die Matten mit etwas Überlappung aufeinanderzulegen und sie an einigen Punkten miteinander zu verdrahten, sie müssen nicht geschweißt werden. Es ist aber darauf zu achten, daß die Matten und Stäbe fest liegen und nicht durch den Beton, der hineingepumpt wird aufgeschwemmt werden oder verrutschen können, da dies die Statik negativ beeinflussen würde.

Anhand der Walzzeichen eines wie hier dargestellten Bewehrungsstabes, kann man das Land und das Walzwerk des Stahls erkennen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es beginnt immer mit zwei dicken Strichen, dann kommt einstellig das Land (hier 1) dann kommt zweistellig das Werk (hier 23).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wochenbericht:

Zusammenwirken von Stahl und Beton

Stahlbeton ist ein Verbundstoff, der aus den Werkstoffen Stahl und Beton hergestellt wird. Zwischen diesen beiden Ausgangsstoffen muß eine feste Bindung hergestellt werden. Sie wird durch die Haftung des Stahls im Beton erreicht und beruht auf dem Phänomen der Adhäsion (Aneinanderhaften von Stoffen). Durch die Haftung kann so der Beton die in ihm auftretenden Zug- und Druckspannungen auf den Stahl übertragen. Die Haftung hängt im wesentlichen von der Struktur der Stahloberfläche ab. Aus diesem Grund entsteht bei der Verwendung von gerippten und profilierten Stählen eine bessere Haftung als bei glatten Stählen.

Die Verankerung der Bewehrungsstäbe durch Haken, Winkelhaken und Schlaufen verbessert die Haftung. Bei glatten Stählen ist dies besonders wichtig. Schmutz, Fett, Öl und loser Rost (Korrosion) auf der Stahloberfläche vermindern die Haftung zwischen dem Stahl und dem Beton. Ein geeigneter Verbund dieser beiden Materialien wird also nur erreicht, wenn die Stahloberfläche schmutz-, rost- und fettfrei ist. Das Einsprühen der Schalungshaut mit Schalöl hat daher stets vor dem Einbringen der Bewehrung zu erfolgen. Die Schalungshaut (Schalplatten) werden vor dem betonieren mit Schalöl eingesprüht, damit sie sich leichter vom Beton trennen lassen, wenn dieser erhärtet ist.

Die vollständige Ummantelung der Bewehrungsstähle mit Zementleim ist ein wirksamer Schutz gegen Korrosion. Durch den hohen pH-Wert des Porenwassers im Beton, das auch die Bewehrungstäbe erreicht, bildet sich eine Passivierungsschicht um die Stäbe, die ein Weiterrosten verhindert. Es ist wichtig, hierbei auf eine ausreichende Betondeckung des Stahl zu achten, da sonst Sauerstoff und Wasser mit einem niedrigen oder neutralen pH-Wert an den Stahl dringen könnte, welche den Korrosionsprozeß stark vorantreiben würden.

Ein weiteres positiver Merkmal von Stahl und Beton ist, daß sie die gleichen Wärmeausdehnungkoeffizienten haben, d.h. sie ziehen sich bei Kälte gleich stark zusammen, und dehnen sich bei Wärme gleich stark aus. Wäre dies nicht so, würde der Stahlbeton aufgrund der inneren Spannungen platzen oder reißen.

Es ist unbedingt darauf zu achten, daß der Abstand der Bewehrungstäbe so gewählt wird, daß er mindestens dem doppelten Durchmesser des Größtkorns des Zuschlages entspricht, da sonst keine gleichmäßige Verteilung der Körner gegeben wäre und u.U. sogar Hohlstellen im Beton entstehen könnten, welche die Festigkeit der Wand / Decke stark herabsetzten.

Wegen seiner hervorragenden Eigenschaften ist Stahlbeton ein Werkstoff, der heutzutage an kaum einem Neubau mehr fehlt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wochenbericht:

Herstellung von Mörtel

Mörtel ist ein Gemenge aus Bindemitteln, Sand und Wasser, das auf der Baustelle oder im Werk gemischt werden kann. Mörtel kann je nach Bindemittel und Zuschlag verschieden verwendet werden. Dabei können einige Bindemittel mit anderen gemischt werden, z.B. Kalk mit Zement (Kalk-Zement-Mörtel) oder Luftkalk mit Gips

(Kalk-Gips-Mörtel). Jedoch darf Zement nicht mit Gips gemischt werden.

Aus diesen Mischungsmöglichkeiten ergeben sich diverse Mörtelarten, z.B. Mauermörtel, Putzmörtel und Estrichmörtel.

Der Mauermörtel hat die Aufgabe, die Mauersteine miteinander zu verbinden und fest in ihrer Lage zu halten. Je nach der geforderten Druckfestigkeit der Mauerwerks unterscheidet man vier Mörtelgruppen. Mörtelgruppe I enthält nur Kalk als Bindemittel, Mörtelgruppe II und IIa Kalk und Zement und Mörtelgruppe III nur Zement. Am häufigsten werden Mörtel aus den Gruppen II und IIa verarbeitet, weil sie eine ausreichende Druckfestigkeit haben und durch ihren Kalkanteil geschmeidig sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht über Allgemeine Bautätigkeiten
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Wirtschaftsingenieurwesen - Bauingenieurwesen)
Note
bestanden
Autor
Jahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V4597
ISBN (eBook)
9783638128223
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hier sind 9 Wochen Grundpraktikum beschrieben und anerkannt worden. Ohne Sekundärliteratur.
Schlagworte
Praktikumsbericht, Allgemeine, Bautätigkeiten
Arbeit zitieren
Jörg Schille (Autor), 2001, Praktikumsbericht über Allgemeine Bautätigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4597

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