Theatralische Aufführung von literarischen Werken. Hinweise für eine erfolgreiche Durchführung im Englischunterricht


Hausarbeit, 2013
14 Seiten, Note: 1,7
Otto Möller (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Aufgabenstellung

2. Anmerkungen zur Textauswahl, Überarbeitung und Aufbereitung. Reflexion des Schaffensprozesses

3. Reflexion des Erlebens der Aufführung samt Feedback

4. Lernzuwachse ( insbesondere bezogen auf die zukünftige Lehrerrolle) und ihre Performativität

5. Umsetzung in der Praxis des Englischunterrichts

6. Fazit. Meine persönlicher Eindruck von der Gruppenarbeit und der Aufgabe

7. Literaturverzeichnis

1. Die Aufgabenstellung

Im Rahmen von 4-5 köpfigen Gruppen sollten fiktive Texte (Gedichte, Kurzgeschichten, Novellen, Liedtexte etc.) dramatisiert werden. Alternativ gab es auch die Möglichkeit ein Referat zu halten. Die unterschiedlichsten literarischen Genres unserer Wahl waren als Basis der Aufführung zugelassen. Aus dieser Wahlfreiheit folgte die Aufgabe, ein passendes Stück für unsere Gruppe zu finden. Da uns vollständige kreative Gestaltungsmöglichkeit erlaubt wurde, konnten wir eine Vielzahl künstlerischen expressiven Möglichkeiten nutzen.

2. Anmerkungen zur Textauswahl, Überarbeitung und Aufbereitung. Reflexion des Schaffensprozesses

Unsere Gruppe setzte sich aus fünf Gruppenmitgliedern zusammen: H, Y, D, J und mir. Vor diesem Seminar kannten wir uns nur flüchtig aus gemeinsamen Kursen. Wir waren uns bereits beim Einschreiben für den Präsentationstermin darüber einig, dass wir ein Theaterstück aufführen wollten. Während unseres ersten Lerntreffens am 03.05 schwanken wir zwischen der Idee, mehrere Musikstücke mit neuem Text zu unterlegen oder den Klassiker The Strange Case of Dr. Jekll and Mr. Hyde zu verarbeiten. Wir entschlossen uns dann, auch weil wir bereits ahnten, dass eine andere Gruppe eine ähnliche Idee haben könnte, für das Umschreiben einer Kurzgeschichte. Bereits nach kurzer Zeit brachte Y die Idee ein, eine Kurzgeschichte von Edgar Alan Poe, The Tell-Tale Heart auszuwählen und zu dramatisieren, da diese zum Einen bereits ein beliebter und bekannter Lehrstoff des Englischunterricht ist und zum Anderen Poe ein Teil der Weltliteratur ist. Hinzu kam, dass alle Gruppenmitglieder das Lesen der Geschichte genossen hatten. Schon bald wurde uns bewusst, dass wir die Kurzgeschichte so umschreiben mussten, dass sie einen Dialog und eine Handlung bot, die Partizipationsmöglichkeiten für 5 Gruppenmitglieder bietet. Zum zweiten Treffen nahmen wir uns vor, dass wir alle den Text gelesen haben werden, damit wir darauf basierend eine Präferenz bezüglich der Rollenverteilung entwickeln konnten. Aufgrund der Tatsache, dass ich in meiner Schullaufbahn kaum positive Rückkopplung bezüglich meiner schauspielerischen Fähigkeit bekam, stand ich der Aufführung nicht ohne Zweifel gegenüber. Deshalb ging meine Präferenz zu der stillen Rolle des alten Mannes. D und J zeigten sich begeistert von den schauspielerisch anspruchsvollen Rollen. Schlussendlich bekam D, der uns durch sein expressives Talent begeisterte, den zweiten Part des Mörders. Diese Rolle mussten wir zweiteilen, damit wir alle direkt teilnehmen konnten. Y, die bereits schauspielerische Erfahrung vorweisen konnte, übernahm den ersten Teil. H, der selbst noch über keinen Erfahrungsschatz im Theaterspielen verfügte, zeigte sich interessiert an der Rolle eines Polizisten, seine Kollegin spielte J.

Erst beim dritten Treffen, nachdem wir den Dialog in 2-3 Stunden entwickelt hatten, fiel die Entscheidung, wer die Rolle des Protagonisten übernehmen sollte. J, die von D‘s schauspielerischen Talent so angetan war, überließ ihm den Vortritt. Nun da der Dialog festgelegt war und die Rollen verteilt waren, konnten wir die verbleibenden Sitzungen zum Proben nutzen.

Insgesamt trafen wir uns drei Mal zum Proben. Die ersten beiden Termine fanden in D‘s Wohnung statt. Bei diesen Treffen übten wir sehr ausdauernd. Beim vierten von insgesamt sechs Gruppentreffen, hatten alle Gruppenmitglieder bereits den Text auswendig gelernt bis zur Szene der Leichenzerstückelung. Wir probten intensiv. Unsere hohe Motivation führte dazu, dass wir bis spät in den Abend probten. Obwohl wir alle die Proben als angenehm empfanden, entschlossen wir uns mehrere Pausen einzulegen. Denn das permanente aufmerksame Zuhören und Zusehen beim Proben kann erschöpfend sein. Gerade diese Pausen waren es aber, die uns Zeit gaben die Diskussionen über die Umsetzung des Stückes zu führen. Diese waren sehr ertragreich und beflügelte uns gegenseitig in unserem kreativen, assoziativen Prozess. Viele dieser da entwickelten grundlegenden Ideen fanden ihren Weg in das Stück wie das Stroboskop, das Schattenspiel und der Herzschlag als Hintergrundgeräusch. Anderes, besonders die Nutzung mehrere, Requisiten mussten wir verwerfen vor dem Hintergrund, dass das Stück auch in dieser Form umsetzbar im Klassenraum sein sollte. Während der Proben stellten wir fest, dass wir Schwierigkeiten damit hatten, unseren Soundeffekt genau zum passenden Zeitpunkt einzuspielen, da alle Gruppenmitglieder bereits involviert waren. Daher schlug Y vor, dass ihr Freund Marc uns behilflich seien könnte.

Wir hofften sehr, dass unsere Begeisterung für das Stück auf unsere Zuschauer übergreifen würde.

Bei der Überarbeitung des Textes zeigte sich, dass die geringe Länge der Kurzgeschichte aus vielerlei Grunde vorteilhaft war. Zum Einen hatten wir dadurch die Möglichkeit die gesamte Geschichte darzustellen, welches uns bei dem Klassiker The Strange Case of Dr. Jekll and Mr. Hyde nicht möglich gewesen wäre. Zum Anderen ist es ein Charakteristikum von Kurzgeschichten, dass sie einen Haupthandlungsstrang haben, wenige Akteure und nur einen Handlungsort. Hinzukommen noch Aspekte wie der Prolog, in dem der Hauptdarsteller seine Besessenheit von dem Auge des alten Mannes beschreibt, das Aufbauen der Spannung, in dem dargestellt wird, wie der Mörder in das Schlafzimmer des Opfer schleicht. Während der Protagonist um den schlafenden alten Mann herumschleicht, steigt die Spannung, die ihren Höhepunkt in der Mordszene findet. Im weiteren Verlaufe des Stückes fällt die Spannung nur noch ab (erfolglose Ermittlung). Der Zuschauer stellt sich die Frage, ob der Täter ungesühnt davon kommen wird. Final gesteht der Täter aufgrund seiner Halluzinationen, ohne dass die Ermittler ihm auf die Schliche gekommen wären. Die Kompaktheit des Stückes war sehr gut umzusetzen.

Es war es uns besonders wichtig, den Ton des Stückes zu treffen, das eine sehr düstere Atmosphäre heraufbeschwört. Dies erwies sich als Drahtseilakt, da die Spannung sich sehr leicht durch eine allzu alltägliche Wortwahl innerhalb der Dialoge verflüchtigen könnte. Den entworfenen Text spielten wir zur Übung durch um festzustellen, ob die in Schriftform so gelungenen Gespräche auch ihre Wirkung in vorgetragener Form entfalten würden.

3. Reflexion des Erlebens der Aufführung samt Feedback

Zuerst werde ich die grundlegende Reaktion zum Stück, der Gestaltung der Kulisse und der Verwendung von Requisiten beschreiben und danach die Beobachtungsaufgaben auswerten, die auf die Verwendung von „non-verbals“, der nicht verbalen Kommunikation fokussiert war.

Das Publikum war positiv überrascht über die Art und Weise wie das Stück , The Tell-Tale Heart dramatisiert worden war, denn sie fragten sich beim Lesen der Textvorlage, die wir sie vorher zu lesen baten, wie die Verrücktheit oder die Mordszene schauspielerisch dargestellt werden könnte ohne albern zu wirken. Es bestand z. B beim Einspielen der „Kill Bill“ Hintergrundmusik das Risiko, das Stück der Lächerlichkeit preiszugeben. Dieses Risiko gingen wir bewusst ein, denn wir wollten Intermedialität in das Stück hineinbringen. Die „Kill Bill“ Musik ist äußerst assoziationsgeladen. Diese dadurch hervorgerufenen Gefühle passten zur Stimmung ,die wir schaffen wollten. Die Anspielung auf die weltbekannten Kommisare „Starsky und Hutch“ war auch der Versuch, der ansonsten zu erdrückenden Stimmung des Schauspieles die Schwere zu nehmen, denn eine konstant dunkle Atmosphäre wäre innerhalb unsere 15 minütigen Aufführung schwierig zu halten gewesen. Außerdem unterstützte die Beleuchtung die Stimmung in einer entscheidenden Weise. Die erste Szene leitete mit dem düsteren Licht einer Taschenlampe in das Stück ein. Bei dem Einsatz des Stroboskop wurde die Spannung weiter gesteigert, da die Bühne sekundenweise dunkel war und der Zuschauer im Unklaren gelassen wurde, was gerade auf der Bühne geschah.

Das Schattenspiel als Unterpunkt der Beleuchtung war eine gelungene expressive Darstellung der Mordszene. Durch den Einsatz der Schattenwand gingen wir einer direkten Darstellung der Mordszene aus dem Wege. Der Erfahrung nach driften solche Szenen schnell in die Lächerlichkeit ab. Während der Feedbackrunde, wurde mehrfach auf den gelungenen Einsatz von Licht-und Soundeffekte Bezug genommen. Es kamen Fragen nach unseren Überlegungen bezüglich der Verwendung dieser unterstützenden Elemente auf. Z.B „Wie ist euch der Gedanke gekommen ,das Stroboskop einzusetzen?“ oder praktisch „Wie konntet ihr euch diese aufwendige Lichtmaschinen organisieren?“. Die Idee für den Einsatz des Stroboskops kam D, da er seins für eigen Feste gelegentlich einsetzt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Theatralische Aufführung von literarischen Werken. Hinweise für eine erfolgreiche Durchführung im Englischunterricht
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V459772
ISBN (eBook)
9783668912212
ISBN (Buch)
9783668912229
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik, Unterrichtsplanung, Reflexion
Arbeit zitieren
Otto Möller (Autor), 2013, Theatralische Aufführung von literarischen Werken. Hinweise für eine erfolgreiche Durchführung im Englischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459772

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