Die für die Durchführung der Bewehrungsarbeiten erforderlichen Angaben wie Stahlsorte, Anzahl, Durchmesser, Schnittlänge, Biegelänge, Biegeform, Verlegeabstand und die Lage der Stäbe werden Bewehrungsplänen sowie Stahllisten entnommen. Nach Bewehrungszeichnungen werden die Stäbe zugeschnitten und gebogen. Wobei die großen Flächen mit Stahlmatten, die schon fertig geschweißt an die Baustelle geliefert werden, ausgelegt werden.
Die Stahleinlagen sind nach den Bewehrungszeichnungen zu verlegen und zu einem steifen, stabilen Gerippe zu verbinden. Das Verbinden der Stäbe miteinander geschieht mit Hilfe von Bindedraht, der entsprechend der Stahldurchmesser in den Dicken von 1,0; 1,2; 1,4 mm verwendet wird. Als Werkzeug dient hier eine Flechter- oder Armierzange.
Für das Ausbinden von Tragstäben, Verteilerstäben und Bügeln gibt es verschiedene Verbindungsarten. Sie lassen sich jeweils mit ein- oder zweifacher Bindedrahtschlaufe ausführen. Die Drahtenden sind mit dem Zangenschneider so straff anzuziehen, daß eine feste Verbindung entsteht.
Beim Ausbinden und der Verlegung der Bewehrung ist darauf zu achten, daß die einzelnen Stäbe die richtige Lage erhalten. Es muß die in DIN-Normen vorgeschriebene Betonüberdeckung eingehalten werden. Dies wird durch Abstandhalter aus Beton, Kunststoff oder rostfreiem Metall erreicht. Diese Abstandhalter werden entweder zwischen die Schalung und die Bewehrung geschoben oder auf den Stäben festgeklemmt.
Zur vereinfachten Verarbeitung werden die Bewehrungseisen auch in Mattenform ausgeliefert. Die Matten sind Längs- und Querstäbe, die an den Knotenpunkten miteinander verschweißt sind. So ist der korrekte Abstand gesichert und es müssen nicht alle Knotenpunkte verdrahtet werden. In der Regel werden Decken in zwei Mattenlagen ausgeführt. Als Abstandhalter gibt es vorgefertigte Stahlelemente. Zusätzliche Stahlstäbe werden je nach Matten nur noch an den Auflagerpunkten bzw. den Stützen benötigt. Es ist ausreichend die Matten mit etwas Überlappung aufeinanderzulegen und sie an einigen Punkten miteinander zu verdrahten, sie müssen nicht geschweißt werden. Es ist aber darauf zu achten, daß die Matten und Stäbe fest liegen und nicht durch den Beton, der hineingepumpt wird aufgeschwemmt werden oder verrutschen können, da dies die Statik negativ beeinflussen würde.
Inhaltsverzeichnis
1. Bewehrungsarbeiten
2. Zusammenwirken von Stahl und Beton
3. Herstellung von Mörtel
4. Errichten einer Mauer
5. Putzverfahren
6. Fußbodennivelierung
7. Estrich
8. Trockenbau
9. Flachdachabdichtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Dieser Praktikumsbericht dokumentiert die täglichen Tätigkeiten und bautechnischen Abläufe während eines Praktikums im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Bauingenieurwesen. Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, die praktischen Prozesse auf einer Baustelle zu erläutern, die theoretischen Hintergründe der verwendeten Materialien und Verfahren darzustellen und die gewonnene Erfahrung in den bautechnischen Kontext einzuordnen.
- Grundlagen der Bewehrungs- und Stahlbetonarbeiten
- Verfahren zur Herstellung und Verarbeitung von Mörtel
- Techniken des Mauerwerksbaus und Verbandregeln
- Methoden des Putzauftrags und der Fußbodennivelierung
- Ausführung von Estricharbeiten und Trockenbaumaßnahmen
- Techniken der Flachdachabdichtung und des Wärmeschutzes
Auszug aus dem Buch
Herstellung von Mörtel
Mörtel ist ein Gemenge aus Bindemitteln, Sand und Wasser, das auf der Baustelle oder im Werk gemischt werden kann. Mörtel kann je nach Bindemittel und Zuschlag verschieden verwendet werden. Dabei können einige Bindemittel mit anderen gemischt werden, z.B. Kalk mit Zement (Kalk-Zement-Mörtel) oder Luftkalk mit Gips (Kalk-Gips-Mörtel). Jedoch darf Zement nicht mit Gips gemischt werden.
Aus diesen Mischungsmöglichkeiten ergeben sich diverse Mörtelarten, z.B. Mauermörtel, Putzmörtel und Estrichmörtel.
Der Mauermörtel hat die Aufgabe, die Mauersteine miteinander zu verbinden und fest in ihrer Lage zu halten. Je nach der geforderten Druckfestigkeit der Mauerwerks unterscheidet man vier Mörtelgruppen. Mörtelgruppe I enthält nur Kalk als Bindemittel, Mörtelgruppe II und IIa Kalk und Zement und Mörtelgruppe III nur Zement. Am häufigsten werden Mörtel aus den Gruppen II und IIa verarbeitet, weil sie eine ausreichende Druckfestigkeit haben und durch ihren Kalkanteil geschmeidig sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Bewehrungsarbeiten: Erläutert die Vorbereitung und Montage von Stahlbewehrungen für Wände und Stützpfeiler sowie den Einsatz von Bindedraht und Matten.
Zusammenwirken von Stahl und Beton: Beschreibt das Verbundprinzip von Stahl und Beton sowie die Bedeutung der Haftung durch Adhäsion und den Korrosionsschutz durch Betondeckung.
Herstellung von Mörtel: Erklärt die Zusammensetzung, die verschiedenen Mörtelgruppen und die Verfahren zur manuellen oder maschinellen Mischung.
Errichten einer Mauer: Behandelt die maßgenaue Vorbereitung und das fachgerechte Mauern unter Einhaltung von Verbänden und Verzahnungsarten.
Putzverfahren: Beschreibt das manuelle und maschinelle Verputzen sowie die Anforderungen an Innen- und Außenputze zur Feuchtigkeitsregulierung.
Fußbodennivelierung: Erläutert die Vermessung von Höhenunterschieden mit Nivelliergeräten zur Bestimmung der Betondeckung und Estrichhöhen.
Estrich: Beschreibt den Einbau von Feinüberzügen zur Schall- und Wärmeisolierung sowie die Anforderungen an die Ebenheit und Festigkeit.
Trockenbau: Erläutert die Montage von leichten Trennwänden und Deckenkonstruktionen unter Verwendung von Gipskartonplatten und Unterkonstruktionen.
Flachdachabdichtung: Beschreibt den Schutz von Flachdächern durch Bitumen-Schweißbahnen und die zusätzliche Wärmedämmung mit Styroporplatten.
Schlüsselwörter
Bauwesen, Baustelle, Bewehrung, Stahlbeton, Mörtel, Mauerwerk, Putzverfahren, Nivelierung, Estrich, Trockenbau, Flachdach, Korrosionsschutz, Wärmedämmung, Bauphysik, Schalung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert die täglichen Arbeiten eines Praktikanten im Bereich Bauingenieurwesen und beschreibt detailliert die verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten auf der Baustelle.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen Bewehrungsarbeiten, Beton-Stahl-Verbund, Mauerwerksbau, Verputztechniken, Bodenvermessung, Estrichlegung, Trockenbau sowie Flachdachabdichtung.
Was ist das primäre Ziel des Berichts?
Ziel ist es, einen Einblick in die praktische Umsetzung baulicher Maßnahmen zu geben und die theoretischen Grundlagen der verwendeten Verfahren und Materialien verständlich zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Text zugrunde?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Beschreibungs- und Dokumentationsansatz, der auf dem systematischen Protokollieren von Baustellenabläufen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fachbereiche des Hochbaus, von der Konstruktion des Rohbaus bis hin zu Ausbauarbeiten und Abdichtungen.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bautechnik, Handwerk, Materialkunde und Bauausführung treffend charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der Putzauftrag per Hand von der maschinellen Verarbeitung?
Beim manuellen Verputzen wird der Mörtel mit der Kelle kräftig angeworfen, während beim maschinellen Verfahren der Auftrag mittels Spritzdüsen unter Druckluft erfolgt, was mehrere Arbeitsschritte effizient zusammenfasst.
Welche Rolle spielt die „Nivelierung“ für den späteren Estrichbau?
Die Nivelierung dient dazu, Höhenunterschiede im Boden zu bestimmen; dadurch kann die Betondeckung kontrolliert und das benötigte Volumen für den Estrich präzise berechnet werden.
Warum ist beim schwimmenden Estrich die Verwendung von Dämmstreifen so wichtig?
Dämmstreifen verhindern eine direkte Verbindung zwischen Estrich und Wänden oder Rohren, wodurch die Übertragung von Trittschall wirksam unterbunden wird.
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- Jörg Schille (Author), 2001, Praktikumsbericht über Allgemeine Bautätigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4597