Soziale Kompetenz und sozial kompetentes Verhalten


Hausarbeit, 2018

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1.Einleitung

2.Definitionen
2.1 Kompetenz und kompetentes Verhalten
2.2 Soziale Kompetenz und sozial kompetentes Verhalten
2.3 Allgemeine soziale Kompetenz

3.Entstehung der sozialen Kompetenz

4.Zwei Modelle des sozialen Handelns
4.1 Das Modell der elaborierten Steuerung des Sozialverhaltens von Kanning
4.1.1 Situationsanalyse
4.1.2 Analyse der Verhaltensoptionen
4.1.3 Verhaltensumsetzung
4.1.4 Evaluation
4.2 Das Modell der automatisierten Steuerung des Sozialverhaltens von Kanning
4.2.1 Situationsanalyse
4.2.2 Verhaltensumsetzung

5. Zwei-Prozess Modelle der sozialen Informationsverarbeitung
5.1 Elaboration Likelihood Model von Petty & Cacioppo und Heuristic-Systematic Model von Chaiken, Lieberman & Eagly
5.2 Zwei-System-Modell von Kahneman und Frederick
5.3 MODE-Model von Fazio
5.4 Reflektiv-Impulsiv-Model von Strack und Deutsch

6. Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsvcrzcichnis

Ahb. 1. Das )\,[odell der elahorierten Steuenmg des Sozialverhaltens

Abb. 2: Obersicht der Zwei-Prozess-Modelle

1. Einleitung

Im Alltag befinden wir uns ständig in Interaktion mit anderen. Wie in allen Tätigkeiten, werden auch hier bestimmte Kompetenzen benötigt. In diesem Fall ist vor allem die soziale Kompetenz von Vorteil.

Die soziale Kompetenz wird seit Jahrzehnten erforscht und gewinnt für die Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Von den Beschäftigten wird zunehmend soziale Kompetenz erwartet. Was soziale Kompetenz ist soll anhand dieser Arbeit verdeutlicht werden.

Deshalb widmet sich der erste Teil dieser Arbeit der terminologischen Klärung der Begriffe. Dieser soll dem Leser einen Einstieg in das Thema gewährleisten und die grundlegende Frage beantworten.

Neben der Kompetenz und der sozialen Kompetenz wird auch das kompetente bzw. sozial kompetente Verhalten aufgegriffen. Anschließend werden die sogenannten allgemeinen sozialen Kompetenzen erläutert. Diese sind wichtig, um die Modelle des sozialen Handelns zu verstehen.

Im zweiten Teil wird es um die Entstehung der sozialen Kompetenz gehen. Im Anschluss wird die Steuerung von sozial kompetentem Verhalten aufgegriffen. Diese wird anhand den zwei Modellen Die elaborierte Steuerung des Sozialverhaltens und Die automatisierte Steuerung des Sozialverhaltens aus den Handlungstheorien veranschaulicht. Diese Modelle zeigen auf unterschiedliche Weise, wie die Steuerung des sozial kompetenten Verhaltens ablaufen kann. Danach werden zur Ergänzung einige Zwei-Prozess-Modelle skizziert. Diese zeigen die unterschiedliche Verarbeitung von sozialen Informationen.

Im letzten Teil dieser Arbeit werden die Ergebnisse zusammengefasst und einer reflektiven Betrachtung unterzogen.

2. Definitionen

Im folgenden Teil werden die Begriffe Kompetenz und kompetentes Verhalten sowie soziale Kompetenz und sozial kompetentes Verhalten erläutert. Diese sollen als Grundlage für diese Arbeit dienen und dem Leser einen ersten Einblick in das Thema gewährleisten. Im Anschluss werden die sogenannten allgemeinen Kompetenzen aufgegriffen und ausgeführt.

2.1 Kompetenz und kompetentes Verhalten

Nach Goldfried & D´Zurilla ist Kompetenz das effektive Funktionieren eines Menschen. Unter effektiv wird die Maximierung der positiven Konsequenzen und die gleichzeitige Minimierung der negativen Konsequenzen verstanden (vgl. Kanning 2009, S.12). Aus dieser Definition müsste man zu dem Schluss kommen, dass bei nicht Erreichung einer Effektivität die Person als Inkompetent gilt. Da aber ein Verhalten auch situationsabhängig ist und somit das selbe Verhalten in unterschiedlichen Situationen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann, wirkt diese Definition als sehr allgemein und unpräzise. Deshalb wird in dieser Arbeit mit einer alternativen Definition gearbeitet. Dabei wird „[...] unter Kompetenz ein Potenzial des Individuums, bestimmte Verhaltensweisen zeigen zu können [verstanden].“ (Kanning 2009, S.12) Differenziert wird zwischen Fähigkeiten und Fertigkeiten und dem Verhalten in spezifischen Situationen. Kompetentes Verhalten ist somit ein konkretes Verhalten in einer spezifischen Situation (vgl. ebd.). Man kann also die Kompetenz besitzen aber dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass man sich auch kompetent verhalten wird. Andersherum bedeutet es auch nicht, dass eine Person inkompetent ist, wenn ein ungewünschtes Ergebnis aus seinem Verhalten resultiert (vgl. ebd.). Durch diese Definition wird oben genanntes Problem umgangen.

Wie sich Kompetenz von sozialer Kompetenz unterscheidet soll im Folgenden deutlich werden.

2.2 Soziale Kompetenz und sozial kompetentes Verhalten

Soziale Kompetenz ist die „Gesamtheit des Wissens, der Fähigkeiten und Fertigkeiten einer Person, welche die Qualität eigenen Sozialverhaltens – im Sinne sozial kompetenten Verhaltens – fördert.“ (Kanning 2009, S.15) Sozial kompetentes Verhalten wird als „Verhalten einer Person, das in einer spezifischen Situation dazu beiträgt, die eigenen Ziele zu verwirklichen, wobei gleichzeitig die soziale Akzeptanz des Verhaltens gewahrt wird [beschrieben].“ (ebd.)

Der Unterschied zur Kompetenz bzw. zum kompetenten Verhalten liegt also in der „[...] sozialen Akzeptanz des Verhaltens [...]“ (ebd.) Wenn ein Verhalten von der allgemeinen Gesellschaft nicht akzeptiert wird, gilt es somit als sozial inkompetentes Verhalten. Zusammenfassend kann man sagen, dass soziale Kompetenz eine Voraussetzung für ein sozial kompetentes Verhalten ist aber sozial inkompetentes Verhalten die soziale Kompetenz einer Person nicht in Frage stellt.

Der nächste Abschnitt beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Dimensionen von sozialer Kompetenz.

2.3 Allgemeine soziale Kompetenz

Bezüglich der Dimensionen von sozialer Kompetenz herrscht kein Konsens. Dies liegt vor allem an der Nutzung von Synonymen. Aufgrund diesem Dissens wurden viele unterschiedliche Konzepte erstellt. Kanning hat den Versuch unternommen die Dimensionen zu bündeln. Die Bündelung beruht auf ausführlicher Analyse der Literatur über soziale Kompetenz. Dabei wurden drei Gruppen sozialer Kompetenz erstellt: Der perzeptiv-kognitive Bereich, der motivational-emotionale Bereich und der behaviorale Bereich. Diese sogenannten allgemeinen Kompetenzen werden als „[...] Teilmenge gängiger Persönlichkeitsmerkmale dar[gestellt]. (Kanning 2009, S.20 f.)

Unter den perzeptiv-kognitiven Bereich fallen z.B. Merkmale wie Selbstaufmerksamkeit, Perspektivenübernahme und Entscheidungsfreudigkeit. Zum motivational-emotionalen Bereich gehören emotionale Stabilität, Prosozialität und Wertepluralismus. Im letzten Bereich, dem behavioralen Bereich, sind Merkmale wie Extraversion, Konfliktverhalten, Selbstdarstellung etc. zu finden (vgl. ebd.).

Diese Dimensionen werden in unterschiedlichen Momenten der Verhaltenssteuerung genutzt. Während der perzeptiv-kognitive Bereich bei Denkprozessen stattfindet, kommt der behaviorale Bereich bei der Handlungsumsetzung ins Spiel. Der emotional-motivationale Bereich wird sowohl im Denkprozess als auch in der Handlungsumsetzung genutzt (vgl. Kanning 2005, S.26 ff). In Kapitel 4 wird anhand der zwei Steuerungsmodelle die Nutzung der Dimensionen noch einmal erläutert. Davor wird die Entstehung der sozialen Kompetenz aufgegriffen.

3. Entstehung der sozialen Kompetenz

Nachdem die wichtigsten Begriffe definiert wurden, stellt sich die Frage, wie soziale Kompetenz entsteht. Laut Euler ist die soziale Kompetenz eine abhängige Variable von der Situation. Dies macht er wie folgt deutlich:

„Während gerade unter dem Entwicklungsaspekt von Kompetenzen die Bereitstellung von Situationen ein aussichtsreicher Weg ist, gerät die Situationsgebundenheit von Sozialkompetenzen mit der Vorstellung von Handlungen als Verfolgung eines vorgängigen Handlungsplanes in Konflikt.“ (Vonken 2005, S.2)

Das Problem resultiert aus der Unvorhersehbarkeit der Situation. Dadurch kann keine Handlung geplant werden sondern ergibt sich durch die Situation selbst (vgl. Vonken 2005, S.2). Deshalb kann man nicht von einer Entstehung von sozialen Kompetenzen sprechen. Stattdessen wird von einer situationsbedingten Entstehung gesprochen (vgl. ebd).

Während keine übergreifende Entstehungsart der sozialen Kompetenz bestimmt werden kann, sieht es mit der Steuerung des sozial kompetenten Verhaltens anders aus. Es gibt viele verschiedene Meinungen über den Prozess der Verhaltenssteuerung. Zwei besonders wichtige werden im Folgenden dargestellt.

4. Zwei Modelle des sozialen Handelns

„Die Fähigkeit des Menschen zur elaborierten als auch zur automatisierten Steuerung des Sozialverhaltens ist eine wichtige Grundlage, um in unterschiedlichsten, völlig neuen, aber auch immer wiederkehrenden Situationen sozial kompetent handeln zu können.“ (Kanning 2005, S.34).

Es gibt keine Theorie über das sozial kompetente Verhalten, dass intensiv empirisch überprüft wurde. Stattdessen gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Modellen. Der Nutzen für das Personalmanagement unterscheidet sich dabei (vgl. ebd., S.23).

Trotz der Heterogenität der Modelle, können sie in drei Kategorien bzw. Traditionen untergliedert werden: Die erste Gruppe bilden die Kommunikationsmodelle. Hier wird unter sozial kompetentem Verhalten ein Kommunikationsprozess verstanden. Dabei werden Botschaften versendet als auch empfangen. Außerdem muss eine Kontrolle des eigenen Verhaltens stattfinden (vgl. ebd., S.24).

Im zweiten Modell, dem Kognitionsmodell geht es um die Auswahl von einem bestimmten Sozialverhalten. Diese Auswahl basiert auf der Enkodierung sowie Speicherung von Informationen (vgl. ebd.).

Unter der dritten Gruppe werden die Handlungsmodelle zusammengefasst. Diese stehen unter der Tradition der Handlungstheorien und gehen davon aus, dass „[...] sozial kompetentes Verhalten das Ergebnis der zielgerichteten Analyse einer aktuellen Situation darstellt.“ (Kanning 2005, S.24) Die Handlungstheorien wurden als Antwort auf den Behaviorismus in den 60ern entwickelt.

„Im Gegensatz zum Behaviorismus betrachtet man den Menschen nicht primär als ein durch seine Umwelt gesteuertes Wesen, sondern hebt die Fähigkeiten zur Selbststeuerung hervor.“ (Kanning 2005, S.24)

Diese Selbststeuerung wird im Folgenden anhand zwei Modellen ausführlich dargestellt.

4.1 Das Modell der elaborierten Steuerung des Sozialverhaltens von Kanning

Die Handlungstheorien gehen von rational denkenden Menschen aus. Weil davon ausgegangen wird, dass der Mensch seine Umwelt und seine Handlungen sorgfältig analysiert wurde das Modell elaborierte Steuerung des Sozialverhaltens benannt (vgl. Kanning 2005, S.26). Das Modell gliedert den Prozess der Verhaltenssteuerung in vier Phasen (siehe Abb. 1). Die erste Phase ist die Situationsanalyse, die zweite Phase ist die Analyse der Verhaltensoptionen, die dritte die Verhaltensumsetzung und die vierte die Evaluation. Um die Bedeutung und den Ablauf dieser Phasen wird es in den nächsten Abschnitten gehen. Abb. 1 gibt einen Überblick über das Modell.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das Modell der elaborierten Steuerung des Sozialverhaltens

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Soziale Kompetenz und sozial kompetentes Verhalten
Hochschule
Universität Stuttgart  (Erziehungswissenschaft, Abt. Berufs-, Wirtschafts- und Technikpädagogik)
Veranstaltung
Soziale Kompetenz
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V459860
ISBN (eBook)
9783668912656
ISBN (Buch)
9783668912663
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Kompetenz, Kanning, elaborierte steuerung, automatisierte steuerung, likelihood, heuristic-systematic
Arbeit zitieren
Sümeyye Atlihan (Autor), 2018, Soziale Kompetenz und sozial kompetentes Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459860

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