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Zwischen Fiktion und Fakten. Eine Analyse des Phänomens 'New Journalism' im amerikanischen Journalismus

Title: Zwischen Fiktion und Fakten. Eine Analyse des Phänomens 'New Journalism' im amerikanischen Journalismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Gläss (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Der New Journalism war ein Phänomen seiner Zeit. In einer Periode, in der tradierte Formen der journalistischen Berichterstattung ausgedient zu haben schienen, suchten Autoren nach einer alternativen Methode, mit der sie das Lebensgefühl, das sie in den 60er und 70er Jahren in den Vereinigten Staaten vorfanden, adäquat wiedergeben konnten.

Autoren wie Tom Wolfe, Gay Talese oder Jimmy Breslin begannen, die tradierten Regeln und Hierarchien zwischen Literatur und Journalismus aufzubrechen. Die Vertreter nutzten die Schwäche der Medien, die sich von heiklen Themen fernhielten. Problematiken wie Gewalt in Großstädten, Rassenunruhen oder die sich wandelnde Sexualmoral fanden in Zeitungen keine Plattform, wohl aber in den Arbeiten der New Journalists.

Die Bewegung war – trotz der massiven Kritik – sowohl für den Journalismus als auch für die Literatur von erheblicher Bedeutung. Abseits der reinen Fakten näherte er sich seinen Themen und Protagonisten auf einer emotionalen Ebene – und brachte damit eine Objektivitätsdebatte ins Rollen.

Das Ziel der Arbeit ist, die kritische Betrachtung des Phänomens New Journalism und der Frage, inwieweit diese Richtung ihrer selbstgestellten Aufgabe gerecht wurde. Es wird beleuchtet, welche Mittel eingesetzt wurden und weshalb es der New Journalism nicht schaffte, sich dauerhaft zu etablieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Eingrenzung – Versuch einer Definition

1.2 Literatur und Journalismus als Systeme

2. Hintergründe

2.1 Geschichtliche und Gesellschaftliche Entwicklung

2.2 Selbstverständnis der neuen Autoren

2.2.1 Emotionalität durch Recherche

2.2.2 Szenen statt Fakten

2.2.3 Fokussierung der Unbekannten

3. Methodik – New Journalism als Grenzgänger zwischen Journalismus und Literatur

3.1 Techniken des New Journalism

3.2 Themen des New Journalism

3.3 Darstellungsformen des New Journalism

4. Kritische Betrachtung

4.1 Ideologiekriege

4.2 Fakt oder Fiktion

5. Schlussbemerkungen

6. Quellennachweis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das Phänomen des "New Journalism", eine journalistisch-literarische Strömung der 60er und 70er Jahre in den USA, und analysiert, warum dieser Stil trotz seines Einflusses keine dauerhafte Etablierung im Mediensystem fand.

  • Systemtheoretische Abgrenzung von Journalismus und Literatur
  • Historische und gesellschaftliche Entstehungsbedingungen in den USA
  • Methodische Besonderheiten wie szenische Konstruktion und Dialogführung
  • Das veränderte Rollenbild des Journalisten als "Hystorian"
  • Die fachinterne Kontroverse um Objektivität und journalistische Standards

Auszug aus dem Buch

3.1 Techniken des New Journalism

Wolfe selbst gibt vier technische Mittel an, von denen der emotionale Impakt einer Story ausgeht25:

die szenische Konstruktion

die vollständige Wiedergabe von Dialogen

die Erzählperspektive

die Offenlegung des Status einer Person durch den Symbolgehalt der wiedergegebenen Szenen

Erstens nennt Wolfe die szenische Konstruktion der Story. Er bezieht sich in diesem Punkt vor allem auf die Erzeugung der bis dato im Journalismus nicht oder nur wenig praktizierten „Motion“. Sie setzte filmische Aspekte im Printjournalismus ein. Dazu zählten etwa rasche Perspektivwechsel, das dramaturgische Setting der Story, das Zusteuern auf den Höhepunkt. Das Gefühl der einzelnen Szenen nahm der Autor über Augen und Ohren quasi wie mit einer Kamera auf – mit Schnittfolgen, Sequenzen, Close-ups und Rückblenden. Erreichen konnte der Reporter diese filmische, erzählerische Agilität jedoch nur, wenn er möglichst viele Augenzeugen befragte und zwischen deren Aussagen und Kommentaren schnell hin und her sprang. Wolfe plädierte für diese Multiperspektivität, weil sie für ihn die adäquate Form sei, die den Erzähler zu einem Chamäleon macht26. „The idea was to give the full objective description, plus something that readers had to go to novels (…) for: namely, the subjective or emotional life of the characters.“27

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den New Journalism als journalistisch-literarische Strömung und erläutert die Zielsetzung der kritischen Untersuchung dieses Phänomens.

2. Hintergründe: Dieses Kapitel beleuchtet die geschichtlichen Umstände und das Selbstverständnis der Autoren, die durch tiefgehende Recherche nach einer emotionalen und szenischen Erzählweise strebten.

3. Methodik – New Journalism als Grenzgänger zwischen Journalismus und Literatur: Hier werden die spezifischen Techniken, Themen und Darstellungsformen analysiert, die den New Journalism von traditionellen Nachrichtenformaten unterscheiden.

4. Kritische Betrachtung: Das Kapitel diskutiert die Widerstände aus der journalistischen Fachwelt sowie die fundamentale Debatte um Objektivität versus Subjektivität.

5. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass der New Journalism als kurzfristige, aber einflussreiche Bereicherung für Journalismus und Literatur zu bewerten ist, dessen dauerhafte Etablierung an den Systemgrenzen der Objektivität scheiterte.

6. Quellennachweis: Verzeichnis der verwendeten Literatur- und Internetquellen.

Schlüsselwörter

New Journalism, Journalismus, Literatur, Objektivität, Subjektivität, Tom Wolfe, Systemtheorie, Reportage, Erzähltechniken, Fakten, Fiktion, Narrative, US-Mediensystem, Recherche, Grenzgänger

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem US-amerikanischen "New Journalism" der 1960er und 70er Jahre, einer Strömung, die literarische Erzählweisen in den journalistischen Alltag integrierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die systemtheoretische Einordnung, die technischen Mittel der Berichterstattung, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Zeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit journalistischen Normen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die kritische Hinterfragung, warum diese Richtung trotz hoher Aufmerksamkeit keine dauerhafte Etablierung im journalistischen System erreichen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine systemtheoretische Herangehensweise, um den New Journalism als Grenzgänger zwischen den Systemen Journalismus und Literatur zu positionieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe, die methodischen Innovationen wie die szenische Konstruktion und eine kritische Betrachtung der Objektivitätsdebatte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem New Journalism, Objektivität, Subjektivität, Tom Wolfe, literarische Berichterstattung und Systemtheorie.

Warum gilt Tom Wolfe als zentrale Figur für den New Journalism?

Wolfe gilt als Wegbereiter, der durch seine Reportagen und die Definition spezifischer technischer Mittel wie die "szenische Konstruktion" das Profil dieser Stilrichtung maßgeblich prägte.

Inwiefern beeinflusste die Objektivitätsdebatte das Ende des New Journalism?

Die Abkehr vom klassischen, als klinisch empfundenen Objektivitätsbegriff führte zu massiver Kritik durch etablierte Journalisten und Verleger, was die dauerhafte institutionelle Verankerung erschwerte.

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Details

Title
Zwischen Fiktion und Fakten. Eine Analyse des Phänomens 'New Journalism' im amerikanischen Journalismus
College
University of Leipzig  (KMW - Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Katja Gläss (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V46013
ISBN (eBook)
9783638432979
ISBN (Book)
9783638658416
Language
German
Tags
Zwischen Fiktion Fakten Eine Analyse Phänomens Journalism Journalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Gläss (Author), 2005, Zwischen Fiktion und Fakten. Eine Analyse des Phänomens 'New Journalism' im amerikanischen Journalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46013
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