Entstehung, Erfüllung und Enttäuschung einer Phantasie in David Cronenbergs "M.Butterfly"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
30 Seiten, Note: 2.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Phantasie M.Butterfly
2.1. Analyse Szene 1: Opern-Aufführung der Madame Butterfly in der Botschaft
2.2. Analyse Szene 2: Gallimards und Songs erstes Gesprach nach der Aufführung

3. Erfüllung der Phantasie M.Butterfly
3.1. Analyse Szene 3: Gallimards erster Besuch bei Song
3.2. Analyse Szene 4: Gallimards Rückkehr zu Song
3.3. Analyse Szene 6: Gallimards Zweifel an Song

4. Enttäuschung der Phantasie M.Butterfly
4.1. Analyse Szene 6: Gallimards Konfrontation mit der wahren Identität Songs
4.2. Analyse Szene 7: Gallimards & Songs Gespräch im Auto
4.3. Analyse Szene 8: Gallimards Selbstmord

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis
6.1. Primär-Quelle
6.2. Sekündar-Literatur
6.3. Online- Research

‘A former French diplomat and a Chinese opera singer have been sentenced to six years in jail for spying for China after a two-day trial that traced a story of clandestine love and mistaken sexual identity. … Mr. Bouriscot was accussed of passing information to China after he fell in love with Mr. Shi, whom he believed for twenty years to be a woman.’

NY Times, May 11, 1986.[1]

1. Einleitung

David Cronenbergs M.Butterfly konfrontiert den Zuschauer mit einem Bild der Täuschung vom westlichen, weißen Mann und der devoten, asiatischen Frau, um deutlich zu machen, inwiefern die Darstellung dieser beiden Kulturen mit Vorurteilen behaftet ist. Durch den Aufbau einer Illusion versucht Cronenberg nicht nur darzustellen, auf welche Weise die Hauptfigur Rene Gallimard von Vorurteilen und Klischees über die asiatische Welt geleitet wird, sondern auch inwiefern der Zuschauer dazu neigt, diesem Klischee unkritisch zu folgen. David Cronenberg nutzt somit die Figur Gallimard, um dem Zuschauer zu zeigen, durch welche stereotypischen Mittel die asiatische Welt, und somit M.Butterfly, wahrgenommen wird.

„I wrote M.Butterfly as an attempt to deal with some

aspects of orientalism. I assumed that many in the audience

would be coming to the theatre because they hoped to

see something exotic and mysterious, but what exactly is

behind the desire to see the „exotic East“?“[2]

Rene Gallimard baut sich durch seine Unwissenheit und sein Desinteresse über die asiatische Kultur ein eigenes Phantasiebild auf. Dieses Phantasiebild repäsentriert für Gallimard die Erfüllung seiner Träume, indem er die perfekte, asiatische Frau, seine M.Butterfly, für sich konstruiert. Die Frage ist nun, ob er die Täuschung, die hinter seinem Konstrukt liegt, bewusst erkennt. Denn über die Entstehung bis hin zur Erfüllung und Enttäuschung seiner Phantasie wird nicht deutlich, ob Gallimard sich über seine eigene Täuschung und die Täuschung Song Lilings an ihm bewusst ist.

Ziel dieser Arbeit ist es, darzustellen, wie David Cronenberg den Prozess darstellt, indem Rene Gallimard sich sein Phantasiebild der M.Butterfly aufbaut und warum nach Aufdeckung der Wahrheit, dass Song Liling in Wirklichkeit ein Mann ist, der einzige Weg für ihn ist, Selbstmord zu begehen. Desweiteren wird am Ende der Analyse die Darstellung von Gender und die Transformation der Geschlechter mehr Aufmerksamkeit erhalten, um eine Erklärung für Gallimards Verhalten finden zu können. Die zentrale Frage ist hier, inwiefern Cronenberg die Sichtweise Gallimards auf Song Liling als seine M.Butterfly präsentiert. Zusätzlich wird hinterfragt, ob Cronenberg dem Zuschauer inhaltlich oder filmisch Hinweise gibt, dass es sich bei Song Liling um einen Mann handelt. Denn im Gegensatz zu David Henry Hwangs Theaterstück[3], auf dem der Film M.Butterfly von David Cronenberg beruht, wird dem Zuschauer nicht von Beginn an deutlich gemacht, dass es sich bei Song Liling um einen Mann handelt.

Zusätzlich wird, neben anderen wissenschaftlichen Arbeiten, der Text von David L. Eng Racial Castration: Managing Masculinity in Asian America[4] hinzugezogen, um bestimmte Szenen aus dem Film zu analysieren. Unter Berücksichtigung des Textes von Eng kann herausgearbeitet werden, wieso Gallimard sich ein Bild der perfekten, asiatischen Frau schafft und inwiefern der Aufbau dieses Phantasiebildes, dass Gallimard konsequent verfolgt und ausbaut dafür sorgt, dass am Ende des Films als logische Konsequenz für Gallimard nur der Selbstmord bleibt.

Mit Hilfe von Engs Theorie soll durch die Analyse verschiedener, in chronologischer Reihenfolge ausgewählte Szenen, die Entstehung, Erfüllung und Enttäuschung von Gallimards Phantasiebild der perfekten Frau untersucht werden. Eng zufolge bleibt Gallimard nur der Selbstmord, um die psychische Integrität seiner Farce zu schützen. Der Begriff der Farce kann, nach Engs Auffassung, gleichgesetzt werden mit dem eines Fetisch. Eng benutzt den Begriff des Fetisch, um Gallimards Handlung auf einer psychischen Ebene erklären zu können. Er nutzt hierbei die Definition Freuds. Freuds Meinung nach, entwickeln Männer während ihrer Kindheit einen Fetisch, um den fehlenden Penis bei der Mutter, also bei Frauen im allgemeinen, zu ersetzen. Die natürliche Entwicklung dieses Fetisch stellt Eng nicht in Frage. Allerdings kehrt er den Prozess in Gallimards Fall um und spricht von einem “reverse fetish”.

Das bedeutet, dass Gallimards Illusion etwas negiert, was äusserst existent ist, nämlich Song Lilings Männlichkeit und somit sein Penis. Durch die Weigerung, die wahre Identiät Songs zu erkennen, kastriert Gallimard Song auf sexuelle Weise, während er Song zusätzlich auf kultureller Ebene diskriminiert. Die Kastrierung, wie auch die Diskriminierung Songs stehen für Eng in engem Zusammenhang. Er definiert somit den Begriff der “racial castration” an Song.[5] Auf Basis der Theorie von Eng ist es somit einfacher Gallimards Handlungen im Film nachzuvollziehen.

Als Gallimards Phantasie der unterwürfigen Asiatin am Ende des Films zerstört wird, bleibt ihm keine andere Wahl, als sein Geschlecht umzukehren, um die Butterfly-Phantasie aufrecht zu erhalten. Nur durch seine eigene Transformation kann Gallimard somit die Illusion der perfekten Frau aufrecht erhalten.

Durch diese Vorgehensweise ist es möglich, einerseits filmische Aspekte Cronenbergs zu analysieren, aber auch inhaltliche Fragen, wie zum Beispiel die Aufgabe der Gender-Question oder der Transformation der Charaktere zu klären.

2. Entstehung der Phantasie M.Butterfly

‘I am an Oriental.

And Being an Oriental.

I could never be completely a man.’[6]

David Cronenberg präsentiert den Charakter des Rene Gallimard als einen Mann, der sich durch seine westliche Herkunft definiert. Cronenberg nutzt diese Prägung seines Charakters als Basis, damit die Entstehung einer Phantasie der M.Butterfly für Gallimard überhaupt erst möglich wird. Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass Cronenberg Rene Gallimard zwar als Mann präsentiert, der als Diplomat in Asien arbeitet, aber dennoch nicht die Notwendigkeit erkennt, sich über die Kultur, in der sich befindet zu informieren.

Bereits in der Eröffnungs-Sequenz des Films betont Cronenberg die passive Haltung seines Protagonisten gegenüber der asiatischen Kultur, indem Cronenberg Gallimard zu Beginn in der Totalen in seinem Büro präsentiert, so dass der Zuschauer einen beschränkten Blick auf diesen Ort bekommt. Eine Zuordnung, wo sich das Büro genau befindet, ist hier noch nicht möglich. Selbst als Gallimard mit seinem Kollegen das Gebäude, in dem er arbeitet verlässt und die Kamera in einer totalen Kamerafahrt begleitet, wird am oberen Rahmen des Bildes noch die französische Flagge gezeigt. Auf diese Weise vermittelt Cronenberg direkt zu Beginn die kulturelle Zuordnung seines Protagonisten Rene Gallimard.

Erst in dem Moment, in dem Gallimard die Auffahrt verlässt, wird deutlich, dass Cronenberg bereits hier die Intention verfolgt, den Zuschauer fehlzuleiten. Denn als Gallimard auf die Strasse tritt, erkennt der Zuschauer, dass er sich in China befindet. Während Gallimard sich weiter mit seinem Kollegen unterhält, bleibt die Kamera in einer halbnahen Einstellung auf einem chinesischen Sicherheitsbeamten, der das Gebäude, indem Gallimard arbeitet, bewacht, stehen. Einige Sekunden später werden Zeit und Ort eingeblendet. Durch diese Einstellung wird deutlich, dass Cronenberg Informationen zurückhält.

Die Arroganz Gallimards liefert den Nährboden fur Song Liling Gallimard eine asiatische Kultur zu präsentieren, die de facto nicht besteht. Die Überzeugung von Gallimard aus einer zivilisierten und kultivierten Welt zu stammen wird ihm somit zum Verhängnis, da sie es ihm nicht erlaubt, ein echtes Interesse an anderen Kulturen als der eigenen zu entwickeln.

“It is, after all, only through Gallimard’s

sustained identifications with and Song’s sustained

investments in conventional stereotypes and fantasies of the Oriental geisha that Hwang’s drama can unfold to its pitiable end.”[7]

Im folgenden Kapitel wird nun untersucht, inwiefern Gallimard sich durch die ersten Begegnungen mit Song Liling sein Bild der M.Butterfly konstruiert und inwiefern Song sich Gallimards Ignoranz zu Nutzen macht, um Gallimard bei dem Aufbau seiner Phantasie zu unterstützen.

2.1. Analyse Szene 1: Opern-Aufführung der Madame Butterfly

in der Botschaft

“I don’t want [Gallimard] to be a total fool. I want

the audience to understand why he doesn’t twig to it.

By the end of the movie you should realize

that there’s a will involved in this; he’s determined

not to accept that Song is a man and he has his own

reasons for that. Several of them. So it’s complex.”[8]

Als Gallimard “seiner” M.Butterfly zum ersten Mal begegnet, wird vor allem sein Desinteresse an der asiatischen Kultur deutlich. ‘What are they planning to inflict on us tonight. Not these Chinese acrobats again, I hope.’[9] Durch die deutliche Darstellung seiner Ignoranz gegenüber der asiatischen Kultur wird in der Szene, in der Gallimard Song Liling das erste Mal wahrnimmt und trifft deutlich, wodurch Gallimard seine Phantasie der M.Butterfly entwickelt.

Wichtig ist hier, dass Cronenberg einen Ort der Illusion, eine italienische Opernaufführung benutzt, in der Gallimard zum ersten Mal auf Song Liling aufmerksam wird. Die Sequenz beginnt mit einer Detailaufnahme von einem Notenblatt der Oper Madame Butterfly, während Gallimard kurz darauf Frau Baden gesteht, dass er die eigentliche Oper von Puccini nicht kenne. Sowohl die Art und Weise wie die Sequenz eröffnet wird, wie auch der inhaltliche Aspekt, dass Gallimard die Oper nicht kennt, sind bildlich betrachtet auf den gesamten Film übertragbar.

Durch die Detailaufnahme auf das Notenblatt wird dem Zuschauer zuerst nur verdeutlicht, dass das Stück bald beginnt. Übertragt man diesen Aspekt nun auf die Situation Gallimards, kann man sagen, dass das Notenblatt nicht allein für den Beginn der Aufführung steht, sondern auch für den Beginn der Beziehung zwischen Gallimard und Song- und folglich für den Aufbau des Phantasiebildes von Gallimards M.Butterfly. Als Gallimard Frau Baden beichtet, er kenne die Oper nicht, wird deutlich, dass Gallimard nicht in der Lage sein wird, seine Beziehung zu Song Liling zu kontrollieren.

Demnach spiegelt Gallimards Unwissen über die Oper einerseits seine Inkompetenz und sein Desinteresse an anderen Kulturen wieder, andererseits benutzt Cronenberg die Eröffnung der Oper auch als Eröffnung der Beziehung von Gallimard und Song. Nachdem Gallimard sozusagen “Blut geleckt hat”, besteht sein Interesse nun darin, Song Liling näher kennen zu lernen. Allerdings besteht sein primäres Interesse nicht an Song Liling selber, sondern an der mit ihr verbundenen Idee der devoten, asiatischen Frau. Gallimard probiert demnach nicht, sich Song Liling als Person, sondern sich seiner selbstgeschaffenen Idee, anzunähern.

“[…] he falls not in love with a person, but

rather with the myth of unconditional Oriental

love and suffering that Song Liling represents

in her performance […]”[10]

Mit der Aufführung ist somit eine Erklärung fur die Entstehung des Phantasiebildes von Gallimard gefunden. Kurz bevor Gallimard nach der Aufführung auf Song Liling trifft, gibt Cronenberg bereits den ersten Hinweis, dass Song Liling keine Frau ist. Eine Besucherin, dessen Gespräch von Gallimard für einen Moment belauscht wird, erwähnt, dass Song Liling zwar gut sei, aber einfach “keine Stimme habe”. Obwohl diese Anspielung eher unverständlich bleibt, da dies sowohl auf einen Mann als auch auf eine Frau zutreffen kann, bleibt die Frage, ob Cronenberg hier beim Zuschauer ein erstes Misstrauen gegenüber der Situation erwecken wollte. Eine mögliche Erklärung ist, dass Cronenberg diesen Hinweis streut, um dem Zuschauer am Ende aufzuzeigen, wie leicht offensichtliche Merkmale übersehen werden beziehungsweise wie Hinweise, die Fragen aufwerfen sollten, bewusst oder unbewusst verdrängt werden.

2.2. Analyse Szene 2: Gallimards und Songs erstes Gespräch nach der Aufführung

Nachdem Gallimards Interesse an Song Liling geweckt wurde, nutzt er die erste Gelegenheit um mit Song ins Gespräch zu kommen. Allerdings zeigt schon die erste Begegnung zwischen Song und Gallimard, dass Gallimard Song unterlegen ist. Song konfrontiert Gallimard bereits zu Beginn mit seiner Unwissenheit und Ignoranz gegenüber der asiatischen Kultur.

Zusätzlich unterstützt Cronenberg die Herabsetzung Gallimards, indem er die Kameraführung in einem entscheidenden Moment ändert. Als Gallimard Song ein Kompliment darüber machen möchte, dass er noch nie eine überzeugendere Version der Madame Butterfly gesehen habe, nimmt Song das Kompliment nicht an, sondern verweist sofort darauf, dass die Japaner die Chinesen während des Krieges gequält haben.

Während die Darsteller bis zu diesem Punkt durch eine nahe Kamerafahrt begleitet werden, wechselt die Kamera in dem Augenblick als Song beginnt Gallimard auf seine Ignoranz hinzuweisen, auf die Grossaufnahme ihres Gesichtes. Durch diesen Wechsel gibt Cronenberg dem Zuschauer die Möglichkeit zu erkennen, das Song von ihrem Standpunkt überzeugt ist, während Gallimard verzweifelt beginnt sich zu verteidigen.

Gallimard: …[I]t’s the first time I’ve seen the beauty of the story.

Song: Really?

Gallimard: Of her death. It’s a… a pure sacrifice. He’s unworthy, but what can she do? She loves him… so much. It’s a very beautiful story.[11]

Doch auch der Versuch Gallimards sich zu rechtfertigen, indem er seine Sicht auf die Schönheit der Geschichte wiedergibt, wird von Song nicht anerkannt.

Song: Well, yes to a Westerner.

Gallimard: Excuse me?

Song: It’s one of your favorite fantasies, isn’t it? The submissive Oriental woman and the cruel white man.[12]

Song spricht in diesem Augenblick Gallimards Auffassung direkt an. Doch selbst dieser Angriff von Song auf Gallimards beschränkte Sicht der Dinge scheint ihn nicht zu beeinflussen.

Song: Consider it this way: what would you say if a blonde homecoming queen fell in love with a short Japanese businessman? He treats her cruelly, then goes home for three years, during which time she prays to his picture and turns down the marriage from a young Kennedy. Then, when she learns he has remarried, she kills herself. Now, I believe you would consider this girl to be a deranged idiot, correct? But because it’s an Oriental who kills herself for a Westerner- ah!- you find it beautiful![13]

Durch die Umkehrung der Geschichte erkennt Gallimard zwar, worum es Song geht, allerdings entkräftet Song ihre eigene Interpretation wieder, indem sie deutlich macht, dass es lediglich um die Musik geht und nicht um die Handlung. Auf diese Weise ist es für Gallimard möglich die Idee ‘seiner Geschichte’ für sich zu bewahren. Desweiteren gibt Song Gallimard so die Möglichkeit sich nicht als Verlierer dieses Gespräches zu fühlen. Denn durch die Wiedergabe ihrer Auffassung, dass lediglich die Musik wichtig sei, muss Gallimard sich nicht mit den vorherigen Angriffen Songs auf seinen Intellekt auseinandersetzen.

“[…], it is just the desire that the myth arouses in Gallimard. He romanticizes and orientalizes his relationship to Song Liling by imagining that he is a French Pinkerton who has found a Chinese Butterfly.”[14]

Mit dem Abschluss der Szene, in der Song Liling sich von Gallimard verabschiedet, setzt Cronenberg noch zwei entscheidende Faktoren hinzu. Während Song sich von Gallimard wegbewegt und die Kamera ihren Abgang aus einer Totalen beobachtet, wird Gallimard erneut kurz in einer Grossaufnahme gezeigt, wie er Song hinterherschaut. Song öffnet während ihres Abgangs ihren Fächer, der eigentlich ein typisch japanisches Accessoire ist. Demnach nutzt Song eine Geste aus der Kultur, die ihr, wie sie vorher betont hat, verhasst ist. Zusätzlich erklingt aber aus dem Off ein Klatschen. Wenn wir nun beachten, dass Cronenberg am Ende der eigentlichen Aufführung keine klatschenden Zuschauer präsentiert und auch auf ein Klatschen aus dem Off verzichtet, ist es möglich zu sagen, dass für Gallimard die eigentliche Vorstellung erst in dem Augenblick endet, als Song sich von ihm entfernt.

Stellen wir also nun den Zusammenhang her zwischen der Eröffnungs-Szene, die Cronenberg mit der Detailaufnahme des Notenblatts darstellt und dem Abgang von Song Liling, wo das Klatschen aus dem Off zu hören ist, erscheint es nun durchaus logisch zu sagen, dass Gallimard mit Beginn der Szene seine M.Butterfly-Phantasie entdeckt, während am Ende der Sequenz Gallimards Idee der M.Butterfly in Song Liling zum Abschluss kommt.

[...]


[1] Quotiert aus: Remen, Kathryn. The Theatre of Punishment: David Henry Hwang’s M.Butterfly and Michel Foucault’s Discipline and Punish. In: „Modern Drama“ Vol.37, No.3. 1994. S. 392.

[2] DiGaetani, John Louis. “M.Butterfly”- An Interview with David Herny Hwang. In: TDR, The Drama Review. Vol. 33, No.3. 1989. S.141.

[3] Hwang, David Henry: M.Butterfly. New York: Plume. 1988.

[4] Eng, David L. Racial Castration: Managing Masculinity in Asian America. Durham and London: Duke University Press. 2001.

[5] “Gallimard’s racial castration of Song presents a psychic scenario in which sexual and racial differences intersect and are simultaneously managed in attempts to affirm and stabilize the diplomat’s subjectivity.” In: Eng, David L. Racial Castration: Managing Masculinity in Asian America. Durham and London: Duke University Press. 2001. S.151.

[6] Zitat aus: Hwang, David Henry: M.Butterfly. New York: Plume. 1988. S.83.

[7] Eng, David L. Racial Castration: Managing Masculinity in Asian America. Durham and London: Duke University Press. S.4.

[8] Cronenberg, David. Zitat aus: Grant, Michael: The Modern Fantastic: The Films of David Cronenberg. Westport, CT: Praeger. 2000. S. 133.

[9] Cronenberg, David (dir.) M.Butterfly. Warner Bros. 1993.

[10] Saal, Ilka . Performance and Perception: Gender, Sexuality, and Culture in David Henry Hwang’s „M.Butterfly“. In: Amerikastudien.Vol.43. Heidelberg: Universitätsverlag. 1998. S.630.

[11] Zitat aus dem Film

[12] Ebd. Zitat aus dem Film.

[13] Ebd. Zitat aus dem Film.

[14] Saal, Ilka . Performance and Perception: Gender, Sexuality, and Culture in David Henry Hwang’s „M.Butterfly“. In: Amerikastudien.Vol.43. Heidelberg: Universitätsverlag. 1998. S.631.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Entstehung, Erfüllung und Enttäuschung einer Phantasie in David Cronenbergs "M.Butterfly"
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Theater-, Film.- und Fernsehwissenschaften)
Veranstaltung
David Cronenberg: Kalkül und Ekel in den Filmen von David Cronenberg
Note
2.3
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V46033
ISBN (eBook)
9783638433167
ISBN (Buch)
9783638658478
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entstehung, Erfüllung, Enttäuschung, Phantasie, David, Cronenbergs, Butterfly, Cronenberg, Kalkül, Ekel, Filmen
Arbeit zitieren
Nicole Knuppertz (Autor), 2005, Entstehung, Erfüllung und Enttäuschung einer Phantasie in David Cronenbergs "M.Butterfly", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46033

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