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Der Erbreichsplan Kaiser Heinrichs VI.

Verlauf, Motive und Hintergründe

Title: Der Erbreichsplan Kaiser Heinrichs VI.

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Werner Martin (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„Seine Feinde hatten vor Heinrich gezittert, die Welt hat ihn betrauert, die Nachwelt vergessen. Unter den Herrscherpersönlichkeiten, die das schwäbische Adelsgeschlecht der Staufer hervorgebracht hat, steht Heinrich VI. sowohl im Schatten seines Vaters, Friedrich Barbarossas, wie auch seines Sohnes, Friedrichs II.).“ (Peter Csendes)

Unter Heinrich VI. wuchs die Größe des deutschen Reichs auf ungeahnte Ausmaße an, er bot den Engländern mit der Festsetzung ihres Königs Richard Löwenherz auf Trifels die Stirn und schwächte damit gleichzeitig die welfische Oppositionsfront im Reich. Und beinahe wäre es ihm durch eine taktische Meisterleistung gelungen, die staufische Herrschaft im Reich mit seinem Erbreichsplan langfristig zu sichern. Mit diesem Plan hat Heinrich VI. in zähen Verhandlungen mit den geistlichen und weltlichen Fürsten des Reichs und mit Papst Coelestin III. versucht, sein Reich in ein Erbreich umzuwandeln.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der Ereignisse um den Erbreichsplan und Heinrichs Motive für die Errichtung eines Erbreiches herauszuarbeiten. Abschließend werden die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und Heinrichs politisches und taktisches Kalkül bei den Verhandlungen analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kurzvorstellung der Quellen

2. Von der Vorgeschichte zur Verkündung des Erbreichplans

2.1 Die politischen Rahmenbedingungen im Reich und in Sizilien

2.2 Der Designationsversuch von 1195

2.3 Die Verkündung des Erbreichplans

3. Der Widerstand der Fürsten und des Papstes

3.1 Die Opposition der Fürsten

3.2 Die Verhandlungen mit Papst Coelestin III.

4. Mögliche Motive Heinrichs VI. für die Einführung eines Erbreichs

Zusammenfassung und Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht den historischen Verlauf und die Hintergründe des Erbreichsplans von Kaiser Heinrich VI. Ziel ist es zu analysieren, ob der Plan zur Umwandlung des Reichs in eine Erbmonarchie ein ernsthaftes politisches Vorhaben darstellte oder primär als taktisches Druckmittel diente, um die Nachfolge seines Sohnes Friedrich zu sichern.

  • Historische Rekonstruktion des Erbreichsplans (1195–1196)
  • Kritische Analyse der zeitgenössischen Quellenlage
  • Untersuchung des fürstlichen und päpstlichen Widerstands
  • Motivationen und machtpolitisches Kalkül Heinrichs VI.
  • Das Verhältnis von Reich und Sizilien im Stauferreich

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Verhandlungen mit Papst Coelestin III.

Wie bereits erwähnt, reiste Heinrich VI. Im Juli 1196, also kurz nach seinem politischen Erfolg in Würzburg nach Italien, um nach einem längeren Abbruch der bilateralen Beziehungen zwischen Rom und dem Reich mit dem Papst die Verhandlungen wieder persönlich fortzuführen. Inhalte dieser Verhandlungen, die über Gesandte bereits 1195 wieder aufgenommen worden waren und über die es keine genauen Aufzeichnungen gibt, sind aller Wahrscheinlichkeit nach das Verhältnis Siziliens zwischen Reich und Papsttum, die konkrete Durchführung des Kreuzzugs und mit Sicherheit auch die Thronfolge gewesen. Als Heinrich die Verhandlungen dann vor Ort zu führen begann, drehte sich neben dem Kreuzzug wohl alles um seinen Erbreichsplan.

Vor der Darstellung der Verhandlungen und der Position Coelestins sollte noch kurz die Frage geklärt werden, ob Heinrich die Zustimmung des Papstes für die Errichtung einer Erbmonarchie unbedingt benötigt hätte. Aus rein rechtlicher Perspektive dürfte man dies laut Ernst Perels wohl verneinen können. Doch der Papst „stellte eine Autorität und Potenz dar, deren Übergehung bei einem derartigen Unternehmen schlechterdings unmöglich“ gewesen sei. Perels wird in dieser Ansicht unterstützt von Haller, der sagt: „(...) eine Änderung im Successionsrecht ließ sich ohne Erschütterungen und gefährliche Kämpfe nur bewerkstelligen, wen der Papst seine Zustimmung dazu gab.“

Es gibt jedoch noch eine weitere und etwas konkretere Möglichkeit, warum Heinrich die Zustimmung der Kirche für sein Vorhaben so wichtig gewesen sein könnte. Erinnern wir uns an die Schriften des Ansbert über den Reichstag von Würzburg, in denen es heißt, dass der Abmachung 52 Fürsten und die römische Kurie zugestimmt hätten. Da es aber nach einhelliger Lehrmeinung unmöglich sein konnte, dass offizielle Gesandte des Papstes in Würzburg Heinrichs Erbreichvorhaben zugestimmt haben, übergehen die meisten Fachhistoriker diese Stelle der curia romana und bezeichnen diese schlicht als Nonsens. Auch Schmidt weiß mit dieser Stelle nicht viel anzufangen. Ernst Perels jedoch hat schon 1909 vermutet, dass die Fürsten in Würzburg Heinrichs neuer Reichsverfassung nur unter Vorbehalt der päpstlichen Einwilligung zugestimmt haben könnten. Und nun schließt sich wieder der Kreis. Für die endgültige Zustimmung der Fürsten brauchte Heinrich also die Einwilligung des Papstes.

Zusammenfassung der Kapitel

Kurzvorstellung der Quellen: Charakterisierung der zentralen Quellen wie der Marbacher Annalen und der Reinhardsbrunner Chronik hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und parteiischen Tendenzen.

Von der Vorgeschichte zur Verkündung des Erbreichplans: Darstellung der politischen Ausgangslage in Deutschland und Sizilien sowie der gescheiterten Designationsversuche und der schließlich erreichten Würzburger Vereinbarung.

Der Widerstand der Fürsten und des Papstes: Analyse der wachsenden Opposition der Reichsfürsten und der schwierigen Verhandlungen mit Papst Coelestin III., die letztlich zum Scheitern des Erbreichsplans führten.

Mögliche Motive Heinrichs VI. für die Einführung eines Erbreichs: Erläuterung der machtpolitischen und dynastischen Gründe, insbesondere die Sicherung der Verbindung zwischen dem Reich und Sizilien durch die Thronfolge Friedrichs.

Schlüsselwörter

Heinrich VI., Staufer, Erbreichsplan, Kaiser, Papst Coelestin III., Reichstag von Würzburg, Erbmonarchie, Wahlmonarchie, Friedrich II., Sizilien, Thronfolge, Reichsreform, Machtpolitik, Lehnserblichkeit, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Vorhaben von Kaiser Heinrich VI., die Wahlmonarchie des Heiligen Römischen Reichs in eine dauerhafte Erbmonarchie umzuwandeln.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Verhandlungen Heinrichs VI. mit den Reichsfürsten und dem Papst, die Rolle des Kreuzzugs als Druckmittel sowie die dynastischen Bestrebungen der Staufer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, ob der Erbreichsplan ein ernsthaftes Projekt zur Verfassungsänderung war oder lediglich ein Instrument, um die Nachfolge seines Sohnes Friedrich abzusichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kritische Auswertung zeitgenössischer lateinischer Quellentexte sowie den Abgleich mit der modernen historischen Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Ereignisse zwischen 1195 und 1197, inklusive der Reichstage von Worms und Würzburg, die Opposition der Fürsten sowie die Verhandlungen mit der Kurie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Heinrich VI., Erbreichsplan, Reichstag zu Würzburg, Stauferdynastie und die Erbfolgeregelung.

Warum war der Papst ein so zentraler Gegner für Heinrich VI.?

Der Papst fürchtete eine dauerhafte Umklammerung des Kirchenstaates durch die Personalunion von Sizilien und Deutschland, die Heinrich durch die Erblichkeit zementieren wollte.

War der Erbreichsplan ein Erfolg oder ein gescheitertes Projekt?

Das Projekt als solches scheiterte am Widerstand; dennoch erreichte Heinrich VI. sein Kernziel, die Designation seines Sohnes Friedrich als Mitkönig, durch geschickte Verhandlungstaktik.

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Details

Title
Der Erbreichsplan Kaiser Heinrichs VI.
Subtitle
Verlauf, Motive und Hintergründe
College
Free University of Berlin  (Institut für Mittelalterliche Geschichte)
Course
Heinrich VI. und die römische Kirche
Grade
1-
Author
Werner Martin (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V46058
ISBN (eBook)
9783638433396
ISBN (Book)
9783638658515
Language
German
Tags
Erbreichsplan Kaiser Heinrichs Verlauf Motive Hintergründe Heinrich Kirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Werner Martin (Author), 2004, Der Erbreichsplan Kaiser Heinrichs VI., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46058
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