In dieser Hausarbeit wird durch empirische Daten aufgezeigt, wie Sprache als ein Faktor für Inklusion oder Exklusion beeinflussend sein kann. Dies wird am Beispiel der Lese- und Rechtschreibschwäche, bei Sprachproblemen von Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen, welche unter Depression leiden aufgezeigt. Die Untersuchung wurde an der Frankfurt University of Apllied Sciences durchgeführt. Ferner klärt die Hausarbeit was Sprache ist und welche Bedeutung ihr zukommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Datenerhebung
2.1 Einschlusskriterien, Durchführungsort, Rekrutierung der Teilnehmer/innen
2.2 Erstellung des Interviewleitfadens
2.3 Durchführung und Transkription der Interviews
2.4 Datenerhebung mittels beobachtender Teilnahme und des schriftlichen Fragebogens
3. Datenauswertung
3.1 Durchführung der Inhaltsanalyse n. Mayring
3.2 Ergebnisse aus den erhobenen Daten
4. Dateninterpretation
5 Schlussteil
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Sprache an der Frankfurt University of Applied Sciences als ein die Inklusion fördernder oder die Exklusion begünstigender Faktor wirkt. Dabei wird insbesondere auf die Situation von Studierenden mit Beeinträchtigungen, chronischen Erkrankungen oder Migrationshintergrund fokussiert, wobei auch der Transfer auf die Berufsfelder Pflege und Soziale Arbeit im Blick steht.
- Sprache als Instrument der Teilhabe vs. Ausschluss
- Einflussfaktoren wie Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS), Depression und Sprachbarrieren
- Die Rolle von Nachteilsausgleich und institutioneller Unterstützung an der Hochschule
- Wahrnehmung und Umgang von Lehrenden und Kommilitonen mit sprachlicher Vielfalt und Einschränkungen
- Reflexion der beruflichen Praxis in Pflege und Sozialer Arbeit hinsichtlich sprachlicher Exklusionsmechanismen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Problembeschreibung: Ein Gespräch kann durch den Gebrauch einer Zweitsprache erschwert werden, denn gegenseitiges Verstehen setzt eine gemeinsame Sprache voraus (Spirig 2001, 83f). Finden Gespräche mit Menschen mit einer anderen Muttersprache statt, kann es zu Missverständnissen kommen und zur Etikettierung dieser Menschen. Dies betrifft Menschen mit Migrationshintergrund an deutschen Hochschulen oder in den Berufsfeldern Pflege und Soziale Arbeit. Aber auch Menschen mit Sprachschwierigkeiten der Muttersprache können ausgegrenzt und stigmatisiert werden, denn innerhalb einer Sprachgemeinschaft verfügen Menschen über dieselben linguistischen Konventionen, welche sich am gemeinsamen Verständnis von Grammatik und Orthographie zeigen (Spirig 2001, 83f). Jene Menschen, welche unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) leiden entsprechen diesen Konventionen nicht. Menschen mit Beeinträchtigungen (Gehörlosigkeit) oder chronischen Krankheiten (Depression) haben meist Schwierigkeiten ihre Bedürfnisse und Erwartungen gegenüber ihrem Umfeld (Hochschule, Berufsfeld) durchzusetzen. Oft haben diese „Randgruppen“ nicht die sprachlichen Möglichkeiten, um ihre Machtstrukturen zu besetzen (Spirig 2001, 83f; Beuse 2004, 10). Die Kraft der Sprache liegt also in der Macht der Worte und Gewalt beginnt im Kopf, aber auch in der Sprache (Sitzmann 1997, 48).
Bedeutung des Aspektes „Sprache“ als Faktor für Inklusion/ Exklusion: „Gewalt und Inhumanität beginnen bereits mit den Worten, die wir wählen.“ (Staudacher 2015, 122) Menschen benennen durch Sprache ihre Umwelt und ihre Begegnungen mit anderen Menschen, d.h. sie bewerten und etikettieren ihren Alltag oder stigmatisieren andere Personen (Spirig 2001, 83f). Durch Sprache werden nicht nur Informationen transportiert, sondern auch Einverständnisse, Meinungsverschiedenheiten oder Missverständnisse erzeugt (Spirig 2001, 83f). Wenn Menschen Missstände benennen können, haben sie auch die Möglichkeit diese zu verändern. Soll Inklusion an der Fra UAS gelingen, so müssen Missstände im Kontext Sprache angesprochen und verändert werden, denn: „Die Sprache ist die Mitte, in der sich die Verständigung der Partner und das Einverständnis über die Sache vollzieht.“ (Gadamer 1960, 361) Kommt ein Einverständnis zwischen den Betroffenen und deren Umfeld über die Sache (Vermeidung Benachteiligung) zustande, kann dies mittels Sprache die Benachteiligten zur sozialen Mitte führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der sprachbedingten Exklusion ein, definiert zentrale Begriffe wie Inklusion und Exklusion und leitet die Forschungsfrage ab.
2. Datenerhebung: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, inklusive der Auswahl der Probanden, der Konzeption der Interviewleitfäden sowie der Durchführung der Experteninterviews und der beobachtenden Teilnahme.
3. Datenauswertung: Das Kapitel erläutert die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und präsentiert die aus dem erhobenen Material abgeleiteten Kategorien.
4. Dateninterpretation: Die Ergebnisse werden hier in den Kontext der Forschungsfrage gestellt, um ausschließende Mechanismen an der Hochschule sowie im Berufsfeld Pflege und Sozialer Arbeit zu identifizieren.
5 Schlussteil: Zusammenfassend werden die Erkenntnisse reflektiert, Empfehlungen für die Hochschule gegeben und ein Ausblick auf die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Diskurs gewährt.
6 Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und Fachpublikationen systematisch aufgelistet.
Schlüsselwörter
Inklusion, Exklusion, Sprache, Frankfurt University of Applied Sciences, Lese- und Rechtschreibschwäche, Depression, soziale Benachteiligung, Pflege, Soziale Arbeit, Experteninterview, Inhaltsanalyse, Nachteilsausgleich, Gebärdensprache, Migrationshintergrund, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Sprache an der Frankfurt University of Applied Sciences als Faktor für soziale Inklusion oder Exklusion fungiert und welche Mechanismen dahinterstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Felder sind die Auswirkungen von Sprachbarrieren, Legasthenie (LRS), Depressionen und Migrationshintergrund auf den Studien- und Berufsalltag sowie die Rolle der Hochschule bei der Unterstützung betroffener Studierender.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ausschließende Mechanismen im Hochschulkontext und in den Berufsfeldern Pflege und Soziale Arbeit aufzudecken, um durch ein besseres Verständnis Verbesserungen in der Inklusionspraxis anzustoßen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das Experteninterviews (teilstrukturiert), beobachtende Teilnahme sowie die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring umfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Datenerhebung, die inhaltsanalytische Auswertung und die anschließende Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der identifizierten Ausschlusskriterien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Inklusion, Exklusion, Nachteilsausgleich, Sprachfremdheit und soziale Teilhabe beschreiben.
Warum spielt die Legasthenie (LRS) eine besondere Rolle in der Analyse?
LRS wird als eine oft unsichtbare Beeinträchtigung identifiziert, die zu hohen Notennachteilen und Leistungsdruck führt, da der institutionelle Nachteilsausgleich an der Hochschule oft als unzureichend wahrgenommen wird.
Wie wirkt sich die Depression auf das Studierverhalten aus?
Depressionen führen laut den Befragten häufig zu sozialem Rückzug, Antriebslosigkeit und der Angst, bei Offenlegung stigmatisiert zu werden, was eine adäquate Unterstützung durch die Hochschule erschwert.
Inwiefern unterscheidet sich die Situation gehörloser Studierender?
Gehörlose Studierende erfahren Unterstützung durch Dolmetscher, sehen sich jedoch mit erheblichen Kommunikationsbarrieren im sozialen Miteinander und in der Freizeitgestaltung konfrontiert, da Kommilitonen häufig nicht gebärden können.
Welchen Stellenwert nimmt die "Soziale Arbeit" im Fazit ein?
Die Arbeit postuliert, dass die Soziale Arbeit das Dilemma reflektieren muss, sich gegen exklusive Strukturen zu wehren, während sie gleichzeitig systemisch in Prozesse eingebunden sein kann, die Selektion und Disziplinierung befördern.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Schmidt (Autor:in), 2016, Sprache als Faktor für In- und Exklusion an der Frankfurt University of Applied Sciences, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460618