Religionsunterricht einer dritten Grundschulklasse mit dem Thema "Martin Luther im Kloster"


Unterrichtsentwurf, 2019

35 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Schulentwicklung und pädagogisches Konzept der Schule und des Lehrerkollegiums evaluieren
a) Allgemeine Informationen
b) Projekte
c) Vernetzung zwischen Schule, Gemeinwesen und Kirchengemeinde
d) Pädagogisches Profil und Leitbild der Schule
e) Schulentwicklung und Religion

2.2. Klasse/ Lerngruppe/ SchülerInnen
a) Entwicklungspsychologische Analyse nach dem Stufen Modell von Erik Erikson
b) Soziokulturell/ persönlich-biografische Bedingungen und Lernvoraussetzungen
c) Gruppenmäßige Besonderheiten
d) Lernvoraussetzungen und Lernbedingungen
e) Situation des Lehrenden
f) Stellung des Faches Religion

2.3. Sachanalyse des Themas bzw. der Unterrichtseinheit
a) Augustinerkloster in Erfurt
b) Das Leben im Kloster
c) Arbeiten im Kloster

2.4. Didaktisch – methodische Analyse
a) Klärung der Kompetenzen
b) Analyse des Unterrichts

3. Die Beziehung zwischen Einzelstunde und der Gesamtunterrichtseinheit
3.1. Stundenverlauf und Alternativen.22 a) Stundenverlauf.22 b) Niveaukonkretisierung.28 c) Alternativen

4. Anhang

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im fünften Semester habe ich ein Praktikum von September bis Februar 2019 an der Xxx Schule absolviert. Während des Praktikums unterrichtete ich eine dritte Klasse in Religion.

Meine schriftliche Ausarbeitung zu meiner Lehrprobe werde ich wie folgt gliedern: Zunächst werde ich auf das Umfeld der Schule eingehen und die Ressourcen des Stadtteils mit den Vereinen aufzeigen. Nachfolgend werde ich den Aufbau der Schule charakterisieren. Im Anschluss daran werde ich die Situation der Klasse und des Klassenraums erläutern und meine Stundenplanung für den 12.02.2019 eingehend beschreiben. Dazu werde ich das Leben im Kloster im Hinblick auf die Zeit Luthers wissenschaftlich bearbeiten. Die Lehrprobe setzt sich thematisch mit dem Leben von Martin Luther im Kloster auseinander. In den Stunden davor habe ich den Lebensweg bis hin zum Klostereintritt mit den Schülern schon ausführlich bearbeitet.

Am Schluss sind die Materialien für die Unterrichtsstunde im Anhang aufgelistet, sowie das Literaturverzeichnis zu finden.

2. Hauptteil

2.1. Schulentwicklung und pädagogisches Konzept der Schule und des Lehrerkollegiums evaluieren

a) Allgemeine Informationen

Derzeit besuchen 245 Schüler die Xxx Schule, die zugehörige Aufsichtsbehörde ist das Staatlichen Schulamt Xxx. Das Kollegium der Schule besteht aus 23 Angestellten, wovon drei der Angestellten männlich und 20 weiblich sind. Sie wird geleitet durch Herrn M. als Rektor und Frau D. als Konrektorin, Frau W. führt das Sekretariat. Das schulische Angebot der Xxx Grundschule umfasst insgesamt 12 Klassen, welche alle dreizügig aufgestellt sind. (M., Rektor)

b) Projekte

Insbesondere das soziale Engagement ihres Namensgebers beeinflusst die Schule bis heute. Neben der Schulsozialarbeit durch zwei Diplom-Psychologen der Caritas engagiert sich die Schule in weiteren sozialen Projekten. Die Betreuung der Schulkinder durch z. B. Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsbetreuung erfolgt Hand in Hand ebenfalls mit der Caritas Xxx.

In einer sogenannten "Vorbereitungsklasse" werden seit 2013 zudem auch Kinder unterrichtet, die ohne ausreichende Deutschkenntnisse an die Schule kommen. Aufgrund steigendem Bedarfs nach dem starken Zuzug von Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien wurde im Sommer 2015 sogar eine 2. Vorbereitungsklasse eingerichtet.

An der Xxx Schule erscheint die Schülerzeitung „Die Schwarzkünstler“. Dies ist die einzige Schülerzeitung im Bundesland Baden-Württemberg, welche seit 44 Jahren existiert. Der Name der Schülerzeitung geht auf das Lustspiel von Emil Gött zurück und wird bis heute Schwarz-Weiß gedruckt. In der Schülerzeitung werden zum Beispiel bevorstehende Projekte und Termine avisiert und Gedichte und Interviews veröffentlicht. Herausgeber der Zeitung sind seit Jahren die Lehrerinnen und Lehrern der Xxx Schule, sie wurde auch vom Kultusministeriums schon mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. (M., b)

Eine Reihe von Projekten an der Xxx Schule finanziert und organisiert der Club d ´Emil. Der Club d´Emil ist ein Förderverein aus engagierten Eltern, Lehrern und externen Förderern der Schule. Sie organisieren Zuschüsse für bedürftige Schüler, um deren Teilnahme an Ausflügen und Klassenfahrten trotz finanzieller Engpässe der Eltern ermöglichen zu können. Außerdem werden Zuschüsse für Schulmaterial und den Schulbedarf bereitgestellt. Der Club d´Emil unterstützt weiterhin die Kultur- und Theaterveranstaltungen in der Schule, sowie das Lesepaten-Projekt. Insgesamt kümmert sich der Förderverein um ein gutes Umfeld der Schüler und finanzielle Unterstützung der Schüler im Bedarfsfall.(M., a)

Während des Schuljahres finden regelmäßig verschiedene Projekte statt, welche vom Klassenlehrer, Fachlehrer oder der Schule organisiert werden. Während meines Praktikums habe ich mit meiner Religionsklasse an dem Afghanistan- Projekt mitgewirkt, indem wir zu Weihnachten Karten gebastelt haben, die die Schüler anschließend auf dem Zähringer Weihnachtsmarkt verkauft haben. Das eingenommene Geld ist in das Afghanistan-Projekt eingeflossen. Die Xxx Schule unterstützt im Rahmen dieses Projektes überwiegend den Bau und die Ausstattung einer Schule in Solmabad, die Nomadensiedlung in Schotodaran und die Schule in Schaidai. Seit 2002 besteht zudem eine enge Schulpatenschaft zwischen verschiedenen Schulen in Afghanistan und der Xxx Schule. Aufgrund dieser Patenschaft findet jedes Jahr im November zudem ein Afghanistan-Tag statt, an welchem sich Schüler und Lehrer auf besondere Weise mit dem Thema Afghanistan auseinander setzen. Einige der Schulkindern hegen sogar eine langjährige Brieffreundschaft zu Kindern aus Afghanistan. (M., c)

c) Vernetzung zwischen Schule, Gemeinwesen und Kirchengemeinde

Die Xxx Schule ist Mitglied der Bildungsregion. Die Bildungsregion ist eine Initiative der Stadt und dem Bundesland Baden-Württemberg. Diese Bildungsregion bietet den unschätzbaren Vorteil, dass eine Vernetzung zwischen und innerhalb der verschiedenen Schularten ermöglicht und optimiert wird. Die Mitglieder erhoffen sich durch diese Art der Vernetzung, dass Kinder und Jugendliche eine gelungene Schullaufbahn erleben können.

Zusätzlich existiert noch eine enge Kooperation zu der evangelischen Thomaskirche und der katholischen Blasiuskirche. In diesen Örtlichkeiten wird zu Beginn und dem Ende des Schuljahres ein Gottesdienst mit allen Schülern und Lehrern gefeiert. Allerdings besteht insgesamt mehr Kontakt zur katholischen Kirche, da die katholische Religionslehrerin an der Blasiuskirche angestellt ist. Der Kontakt wird jedoch eher als informeller Kontakt beschrieben. (M., Rektor)

d) Pädagogisches Profil und Leitbild der Schule

An der Xxx Schule wechselt der Klassenlehrer nach zwei Jahren, sprich in der dritten Klasse bekommen die Kinder einen neuen Klassenlehrer. Die Kinder lernen Französisch als erste Fremdsprache, haben jedoch die Möglichkeit freiwillig eine Englisch AG zu besuchen.

Momentan gibt es an der Xxx Grundschule kein Leitbild, da dieses noch ausgearbeitet wird. (M., Rektor)

e) Schulentwicklung und Religion

Die Xxx-Schule wurde nach einjähriger Bauzeit am 5. September 1908 mit einer Eröffnungsfeier eingeweiht und in Betrieb genommen, wobei zunächst nur sechs Klassenzimmer genutzt wurden. Erst im Jahre 1914 wurde in allen zwölf Klassenzimmern Unterricht gehalten, aufgrund steigenden Platzbedarfes erfolgte 2015 der Ausbau mit vier weiteren Räumen..

Die Schule wurde nach dem unbeschadet überstandenen Fliegerangriff auf Freiburg am 27. November 1944 wurde zur Notunterkunft von circa 2000 Ausgebombten. Nach Kriegsende bis 1947 besetzten französische Truppen das Schulhaus; allerdings fand parallel der Unterricht statt. Auch nach Ende der Besetzung konnte der Schulbetrieb weiterhin nur im Schichtbetrieb stattfinden, da bis zur Fertigstellung der Lortzingschule im Jahre 1954 und der Tullaschule im Jahre 1966 die Unterrichtsräume mit deren Schülerinnen und Schülern geteilt werden mussten.

Ab dem Schuljahr 2010/2011 wurde die Hauptschule von der Xxx-Schule abgetrennt, die Klassen 5 - 10 mit ihren Lehrkräften gehörten nun zur Xy Werkrealschule. Die ersten drei Klassen wurden weiterhin in den Räumlichkeiten der Xxx Schule unterrichtet, erst mit dem Erreichen der 8. Klasse wechselten die Schülerinnen und Schüler.

Aufgrund von Schülermangel musste diese Außenstelle der Werkrealschule im Sommer 2012 geschlossen werden, seither ist die Xxx-Schule eine reine Grundschule.

Ihren Namen erhielt die Schule im Jahre 1934 zu Ehren des Dichters Emil Gött aus Freiburg-Zähringen (1864-1908), aus dessen Feder stammen neben dem Lustspiel „Die Schwarzkünstler“ auch weitere dramatische Stücke, z.B. „Freund Heißsporn“, „Fortunatas Biß“ und „Edelwild“. Sein Leben und seine Werke waren geprägt durch „das Ringen und Suchen eines geistig und sozial engagierten Menschen in einer bedrängten Wendezeit.“ (Maier, d)

In der Xxx Grundschule findet ab der dritten Klasse ein konfessionsorientierter Religionsunterricht statt. Katholische und evangelische Schüler werden ab diesem Zeitpunkt nach Konfessionen aufgeteilt. Schüler, die an keinen der beiden Religionsunterrichte teilnehmen, absolvieren den Werkunterricht oder besuchen die Betreuung. In den ersten beiden Klassen findet ein konfessionsloser, kooperativer Unterricht statt. Dieses Konzept wird als „KoKo-Unterricht“ bezeichnet und es werden alle Schüler gemeinsam unterrichtet, egal welcher Konfession. Dabei wird eines von den zwei Jahren „KoKo-Unterricht“ von der katholischen Lehrkraft unterrichtet und ein Jahr von der evangelischen Lehrkraft. Um ein solches Konzept umsetzen zu können, benötigen die Lehrkräfte eine entsprechende Weiterbildung. Dieses Konzept soll den Schülern eine Möglichkeit zur Orientierung bieten. (M., Rektor)

2.2. Klasse/ Lerngruppe/ SchülerInnen

a) Entwicklungspsychologische Analyse nach dem Stufen Modell von Erik Erikson

Erik Erikson, welcher von 1902 bis 1994 gelebt hat, beschreibt die psychosoziale Entwicklung des Menschen durch die Entfaltung der Wünsche und Bedürfnisse des Kindes. Diese Bedürfnisse sind eng mit der in sich veränderten sozialen Umwelt verknüpft. Erikson unterteilt sein Modell in acht Stufen, da er die Auffassung vertritt, dass der Mensch im Laufe seines Lebens acht Entwicklungsphasen durchläuft:

1. Stufe: Ur-Vertrauen gegen Ur-Misstrauen (1. Lebensjahr)
2. Stufe; Autonomie vs. Scham und Zweifel (1. bis 3. Lebensjahr)
3. Stufe: Initiative vs. Schuldgefühl (3. bis 5. Lebensjahr)
4. Stufe: Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6. Lebensjahr bis Pubertät)
5. Stufe: Ich-Identität vs. Ich-Identitätsduffusion (Jugendalter)
6. Stufe: Intimität und Solidarität vs. Isolation (frühes Erwachsenenalter)
7. Stufe: Generativität vs. Stagnation und Selbstabsorption (Erwachsenenalter)
8. Stufe: Ich-Integrität vs. Verzweiflung (reifes Erwachsenenalter)

Laut Erikson beinhaltet jede Stufe gewisse Entwicklungsaufgaben, welche zunächst bewältigt werden müssen, um in die nächste Stufe zu gelangen. (Scheck,2014)

Ich werde mich bei der Ausarbeitung auf die vierte Stufe beziehen, da die Schüler in meinem Religionsunterricht sich laut diesem Modell in der Stufe „Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl“ befinden.

Das Motto dieser Phase ist: „Ich bin, was ich lerne“. Kinder in dieser Stufe möchten etwas erleben, beobachten und aktiv werden, aber ebenso die Zusammenarbeit lernen und beschäftigt sein. Auch im Unterricht möchten Kinder etwas Nützliches machen und neben dem spielerischen Lernen selbst beobachten und mitmachen. Daher ist es eine Grundvoraussetzung den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten und die Kinder aktiv mitarbeiten lassen. Im Gegensatz dazu können sich Kinder bei Monologen seitens des Lehrers oder bei Frontalunterricht nicht frei entfalten. Das Bedürfnis der Kinder wächst an der Welt der Erwachsenen teilzunehmen und praktische Arbeiten vorzeigen zu können. Sie möchten nicht mehr so tun als ob. Kinder in der vierten Stufe fordern laut Erikson Anerkennung für ihre geleistete Arbeit und ihre kognitiven Fähigkeiten. Dieses Phänomen wird von Erikson als „Werksinn“ bezeichnet. Gegen den Werksinn steht in dieser Stufe das Minderwertigkeitsgefühl. Kinder in dieser Stufe überschätzen sich und ihre Fähigkeiten und scheitern, dieses Ergebnis kann bei einem Kind ein Minderwertigkeitsgefühl auslösen. Deswegen sollte auch im schulischen Kontext darauf geachtet werden, dass Kinder jedes Mal ein Erfolgserlebnis haben.

In meinem Unterricht habe ich immer wieder darauf geachtet, dass die Kinder ein Erfolgserlebnis haben. Ganz individuell entsprechend ihrer Leistungen. Dies ist mir durch differenzierte Aufgabenstellungen und Arbeitsaufträgen gelungen. Durch das Differenzieren der Arbeitsmaterialien konnte ich mir sicher sein, dass jedes Kind den Auftrag bearbeiten kann, sodass sie ein Erfolgserlebnis erleben durften.

Zusätzlich konnten die Schüler in den Zeitreisen die Lösung für ein dargestelltes Problem miteinander lösen. So hatte Martin Luther in der Zeitreise zum Beispiel das Problem, dass er in dem Gewitter auf seinem Rückweg der heiligen Anna etwas voreilig versprochen hatte. Er hatte versprochen, dass er in das Kloster eintreten würde, wenn er das Gewitter überlebt. Nun war er jedoch hin und her gerissen, was er machen sollte und hatte deshalb die Kinder nach Rat gefragt. Muss er jetzt sein Studium abbrechen oder ist ein Versprechen in so einer Not- Situation gar nicht gültig? Die Kinder diskutierten miteinander über ihre verschiedenen Antworten auf diese Frage und ihre Gründe, verständigten sich aber am Ende auf eine gemeinsame Antwort.

Wie von Erikson für diese Phase vorgeschlagen, habe ich zudem in meinem Unterricht sehr darauf geachtet, dass die Schüler immer wieder neue und abwechslungsreiche Aufgaben bekommen. Es wurde gebastelt, ein Lückentext ausgefüllt oder sie hatten die Möglichkeit genau dieselben Spiele zu spielen, wie die Kinder von vor 500 Jahren.

b) Soziokulturell/ persönlich-biografische Bedingungen und Lernvoraussetzungen

Die Xxx Schule ist eine Grundschule im Stadtteil Z., einer der ältesten Stadtteile in dieser Stadt. Aufgrund der Hanglage ist diese Wohngegend im Norden der Kernstadt sehr schön und begehrt. In Sachen Infrastruktur muss sich Z. nicht hinter den anderen Stadtteilen verstecken. Er bietet Kindergärten, eine Seniorenwohnanlage, Ärzte, Banken und Apotheken, öffentliche Einrichtungen, mehrere Geschäfte zur Besorgung der alltäglichen Dinge des Lebens und insbesondere für die Nachtschwärmer einige Restaurants. Das bekannteste ist das skurrile Traditionslokal „Gasthaus zum Ochsen“, in dem man zwar keine Speisekarte bekommt, aber das beste Schnitzel Freiburgs. Die vielen Waldwege laden zum sportlichen Ausgleich im Grünen ein - zum Jogging,Walking oder Radfahren - oder einfach nur um einmal zum richtig Entspannen und tief Durchatmen. (Freiburg-Geniessen)

Das Zentrum der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Veranstaltungen in Zähringen ist das Bürgerhaus. Es liegt im Norden und wurde im Jahr 1992 eröffnet. Im Erdgeschoss verfügt das Bürgerhaus einen Saal, das Foyer und eine Küche. Im Obergeschoss befinden neben der Galerie zwei teilbare Gruppenräume, das Untergeschoss bietet einen Proberaum für die ortsansässigen Musikvereine des Stadtteils.

Im Rahmen der Stadtentwicklung von Z. erprobt die Stadt ganz neue Wege. So wird derzeit am nördlichen Stadteingang ein lebendiges Quartier geschaffen, in dem Wohnen, Einzelhandel und kleingewerbliche ihren Platz finden und durch öffentliche Freiflächen entlang des renaturierten Zähringer Dorfbachs miteinander verknüpft werden. Zudem ist Zähringen Pilot für die neue Stadtentwicklungsplanung, in der durch die Bürgerschaft selbst getragenen Beteiligungsprozessen die Mitbestimmung der Bürger wesentlich gestärkt wird.

Ein Blick in das Statistische Jahrbuch von 2017 zeigt, dass derzeit etwa 9.258 Einwohner in Z. leben, davon etwa 1568 Menschen über 65 Jahren, 2.306 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, sowie 250 Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren. Im Stadtteil sind 671 Kinder im Alter zwischen sechs und 15 Jahren gemeldet, sowie 509 Kinder unter sechs Jahren. Das Durchschnittsalter im Stadtteil beträgt 40,9 Jahre. Davon sind 21,7 Prozent der Einwohner evangelisch getauft, 37,2 Prozent katholisch und 41,1 Prozent sind keiner Religion zugehörig oder einer anderen Religion. Außerdem gibt es 1.471 ausländische Einwohner in Z.. Insgesamt gibt es 4.731 Wohnungen. Die Anzahl der Arbeitslosen beträgt in Z.196. (Lebensraum für Alle e.V., a)

Der Stadtteil trennt sich inoffiziell in zwei Teile, die geografische Grenze wird durch die Hauptstraße markiert. Die Schüler der Xxx Schule wohnen zumeist im besser situierten Teil. Die anderen Kinder besuchen die Y-Schule und haben die Thomaskirche auf ihrer Seite. Allerdings hat der Teil mit der Xxx Schule in Z. den besseren Ruf.

Die Verkehrsanbindung zur Xxx Schule ist sehr gut und von den Kindern leicht zu erreichen, die Straßenbahnhaltestelle der Linien 4 und 5 liegt nur knapp 200 Meter von der Schule entfernt (M., Rektor).

Im Stadtteil Z. gibt es rund 14 Vereine, welche die Einwohner nutzen können. Darunter sind Angebote für Kinder und Jugendliche, sowie für Erwachsene und Senioren. (Lebensraum für Alle e.V., b)

c) Gruppenmäßige Besonderheiten

Die Gruppe besteht aus insgesamt 14 Schülern, davon sind fünf weiblich und neun männlich. Die Religionsgruppe setzt sich aus zwei verschiedenen Klassen zusammen, sodass es zu Beginn die typischen, klassenbezogenen Gruppen gab. Auch gegen Ende des Halbjahres zeigt sich, dass zwar die Gruppen innerhalb des Geschlechts sich aufgelöst hatten, es jedoch immer noch eine ganz klare Grenze zwischen Jungen und Mädchen gibt.

Ein Junge, welcher bei mir in der Gruppe ist, hatte nur schwer Anschluss gefunden. Der Umgang mit ihm gestaltete sich im Vergleich zu seinen Mitschülern schwieriger. Aus diesem Grunde besucht er derzeit nicht mehr alle Unterrichtsfächer, da die Lehrer große Schwierigkeiten mit ihm haben. Auch bei mir im Unterricht ist er sehr auffällig, allerdings findet er langsam ein wenig Anschluss. In meiner Gruppe befinden sich ansonsten keine Kinder mit Beeinträchtigungen, lediglich ein Mädchen in meiner Gruppe ist bei Pflegeeltern untergekommen.

Da die Kinder alle aus dem angesehenen Stadtteil kommen, sind die meisten Eltern der Kinder in einem festen Arbeitsverhältnis und verfügen über ein ausreichendes Einkommen. Auch bei Problemen lief die Kommunikation mit den Eltern sehr respektvoll und reibungslos.

Die Schüler stehen in etwa alle auf dem gleichen Leistungsstand, allerdings ist der Schüler, welcher sehr auffällig ist, sehr intelligent und fällt besonders durch seine Ausdrucksweise und sein enormes Wissen auf. Die Schülerin, welche bei den Pflegeeltern wohnt, ist hingegen sehr schnell abgelenkt und kann sich nur schlecht konzentrieren. Eine andere Schülerin hat große Probleme mit dem Lesen, sodass ich bei all meinen Aufgaben immer versuche die Aufgaben differenziert anzubieten. Besonders im Hinblick auf die drei Schüler ist das für mich von großer Wichtigkeit, um möglichst weitere Negativerlebnisse und ein daraus abgeleitetes Minderwertigkeitsbewusstsein zu vermeiden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Religionsunterricht einer dritten Grundschulklasse mit dem Thema "Martin Luther im Kloster"
Hochschule
Evangelische Fachhochschule Freiburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
35
Katalognummer
V460771
ISBN (eBook)
9783668913707
ISBN (Buch)
9783668913714
Sprache
Deutsch
Schlagworte
religionsunterricht, grundschulklasse, thema, martin, luther, kloster
Arbeit zitieren
Joana Apel (Autor), 2019, Religionsunterricht einer dritten Grundschulklasse mit dem Thema "Martin Luther im Kloster", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460771

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