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Catherine A. MacKinnon: Kriegsverbrechen-Friedensverbrechen

Title: Catherine A. MacKinnon: Kriegsverbrechen-Friedensverbrechen

Presentation (Elaboration) , 2005 , 12 Pages , Grade: 1

Autor:in: Lea Schulz (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

MacKinnons Auffassung von Recht ist, dass dieses in der Interaktion von Veränderung und Widerstand gegen die Veränderung erkämpft wird. Sie meint, dass Rechte aus einer Notwendigkeit heraus entstehen. Sie stellt fest, dass das Recht auf Erfahrung beruht, nicht auf Logik. Wichtig dabei wäre jedoch auch, wessen Erfahrungen in diese Rechte mit eingebracht werden. Ebenfalls die Menschenrechte würden auf Erfahrung beruhen. Besonders das Dritte Reich hat die Inhalte und die Prioritäten der Menschenrechte stark geprägt. Jedoch beruhen die Menschenrechte nicht auf den Erfahrungen der Frauen. MacKinnon will damit nicht sagen, dass Frauen solche Erfahrungen nicht gemacht haben, sondern dass die Geschichte der Menschenrechtsverletzungen an Frauen nicht dokumentiert wird. MacKinnon ist der Meinung, dass Frauen als nichtmenschliche, rechtlose Geschöpfe definiert werden und deshalb in den Menschenrechten nicht beachtet werden. Folgende Punkte erläutern ihre konkrete Kritik an der Menschenrechtsdefinition:

• Männer definieren, was ein Individuum heißt, d.h. es gibt keine Frauen, somit müssen diese in den Menschenrechten nicht beachtet werden.
• Ein Menschenrecht ist etwas, was der Mann in der Gesellschaft der Frau wieder wegnehmen kann. D.h. eigentlich können nur die Menschenrechte der Männer verletzt werden.
• Eine Frau sei noch keine Bezeichnung für eine bestimmte Art des Menschseins. Wenn die Frau kein Mensch ist, müssen die Menschenrechte auch nicht auf solche abgestimmt werden.
• Im Großen und Ganzen ist die männliche Realität zum Prinzip der Menschenrechte geworden. Männer nehmen sich die Rechte als Funktion sozialer Macht.
• Wenn man soziale Macht hat, gilt man als menschlich. Genau diese Macht aber wird den Frauen gesellschaftlich verweigert.
MacKinnons vertritt die Meinung, dass das Leiden der Frauen nicht genug beachtet wird. Wenn Frauen geschieht, was Männern geschieht, dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wird die besondere Tatsache, dass dies Frauen angetan wurde, nicht in die Summe menschlichen Leidens eingerechnet oder nicht als menschliches Leiden gewertet.
Sie meint, dass der Grund, dass diese Tatsachen ignoriert werden, darin liegt, dass es sich meist um sexuellen Missbrauch handelt (Gewalt zu Hause durch den Ehemann, Prostituierte treiben nach dem Missbrauch tot in Flüssen usw.). Diese Art von Gewalt gilt speziell nur den Frauen. Sie ist anrüchig und unangenehm. Es wird nicht darüber gesprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zu den Rechten und Menschenrechten

2. Krieg in Bosnien-Herzegowina – Massenvergewaltigung kroatischer und moslemischer Frauen (1992-1994)

3. Menschenrechte und der Begriff der Gleichheit

4. Frauenbewegung

5. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Kritik der Rechtswissenschaftlerin Catherine A. MacKinnon an bestehenden Menschenrechtskonventionen, insbesondere im Hinblick auf deren Unfähigkeit, geschlechtsspezifische Gewalt und die Unterdrückung von Frauen adäquat zu erfassen und zu sanktionieren.

  • Kritik am androzentrischen Verständnis der Menschenrechte
  • Analyse von Massenvergewaltigungen als Instrument der Kriegsführung in Bosnien
  • Dekonstruktion des Gleichheitsbegriffs im rechtlichen Kontext
  • Die Rolle der internationalen Frauenbewegung bei der Forderung nach geschlechtsspezifischer Gerechtigkeit
  • Juristische Lösungsansätze und die Notwendigkeit ergänzender Bürgerrechte

Auszug aus dem Buch

2. Krieg in Bosnien-Herzegowina – Massenvergewaltigung kroatischer und moslemischer Frauen (1992-1994)

Der Krieg begann, nachdem Bosnien-Herzegowina 1992 zum international unabhängigen Staat erklärt wurde. Seit dem Frühjahr 1992 wurden Massenvergewaltigungen an muslimischen und kroatischen Frauen zur Strategie bosnisch-serbischer Kriegsführung. Die Intention der Serben war, ihr Volk zu einem Großserbien zu vereinen. Sie führten die so genannte „ethnische Säuberung“ durch. Es wurde Völkermord betrieben, die Kroaten und Muslime sollten das Land verlassen. Dieser Krieg war seit Hitler der 1.Rassenkrieg in Europa. Über 200000 Kroaten und Muslime wurden ausgerottet. Die Kriegspolitik der Serben führte vor allem auf Massenvergewaltigungen zurück. Den serbischen Soldaten wurde befohlen, die Frauen und Kinder zu vergewaltigen. Dies hatte zum einen den Grund, dass die serbischen Kriegsführer sich erhofften, dass die muslimischen und kroatischen Familien Angst um ihre Frauen und jungen Mädchen bekamen und aus dem Land fliehen, zum anderen aber auch, dass die serbischen Männer durch reproduktive Gewalt neue serbische Nachfahren erzeugen. Es sollte ein serbischer Staat etabliert werden. (Es wurden insgesamt ca. 30000 Frauen und Mädchen durch Vergewaltigung geschwängert). Die Serben gingen davon aus, dass die Männer das gesamte genetische Material in sich tragen. MacKinnon vergleicht diese Gewalt mit den damaligen Naziideologien, da man auch dort eine Sondergenehmigung für eine Abtreibung brauchte, wenn der Vater ein arisch Deutscher war, die Mutter jedoch eine Ausländerin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu den Rechten und Menschenrechten: Dieses Kapitel erläutert MacKinnons Kritik, dass aktuelle Menschenrechte auf männlichen Erfahrungen basieren und das Leid von Frauen systemisch unsichtbar machen.

2. Krieg in Bosnien-Herzegowina – Massenvergewaltigung kroatischer und moslemischer Frauen (1992-1994): Der Text analysiert den systematischen Einsatz sexueller Gewalt als Strategie zur ethnischen Säuberung und die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft.

3. Menschenrechte und der Begriff der Gleichheit: Hier wird untersucht, wie liberale Gleichheitskonzepte durch ihre abstrakte Form den Ausschluss von Frauen legitimieren und rechtlich zementieren.

4. Frauenbewegung: Dieses Kapitel zeigt auf, wie die internationale Frauenbewegung durch Widerstand und die Adaption von Bürgerrechten versucht, den Schutz von Frauen rechtlich zu verankern.

5. Literatur: Verzeichnis der in der Ausarbeitung verwendeten Quellen und Publikationen.

Schlüsselwörter

Catherine A. MacKinnon, Menschenrechte, Massenvergewaltigung, Bosnien-Krieg, ethnische Säuberung, Gleichheit, Frauenbewegung, sexuelle Gewalt, Völkerrecht, Patriarchat, Menschenrechtsverletzungen, Geschlechtergerechtigkeit, Bürgerrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Thesen von Catherine A. MacKinnon über die systemische Vernachlässigung der Rechte von Frauen in internationalen Menschenrechtskonventionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die geschlechtsspezifische Gewalt in bewaffneten Konflikten, der juristische Gleichheitsbegriff und die politische Bedeutung der Frauenbewegung.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das bestehende Recht Frauen diskriminiert, indem es deren spezifische Lebensrealitäten nicht als "menschliche" Leiden anerkennt.

Welche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse basierend auf den Schriften von Catherine A. MacKinnon, ergänzt durch historische Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Massenvergewaltigungen im Bosnien-Krieg, der Kritik am liberalen Gleichheitsbegriff und den Forderungen nach einer rechtlichen Neudefinition von Frauenschutzrechten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: strukturelle Gewalt, androzentrisches Recht, ethnischer Völkermord und die Kritik an der mangelnden Wirksamkeit von Menschenrechtskonventionen.

Inwiefern vergleicht MacKinnon den Bosnien-Krieg mit dem Holocaust?

MacKinnon zieht Parallelen hinsichtlich der Ideologie der "rassischen" Reinheit und der systematischen Instrumentalisierung von Frauenkörpern als Mittel zur Vernichtung oder Eroberung.

Welche Bedeutung hat das nordamerikanische Gleichheitsrecht für MacKinnons Argumentation?

Sie sieht darin ein mögliches Vorbild, um juristisch nicht nur gegen Staaten, sondern auch gegen Individuen und Gruppen vorgehen zu können, was einen besseren Schutz für Frauen bietet.

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Details

Title
Catherine A. MacKinnon: Kriegsverbrechen-Friedensverbrechen
College
University of Flensburg
Course
menschenrechte
Grade
1
Author
Lea Schulz (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V46079
ISBN (eBook)
9783638433532
Language
German
Tags
Catherine MacKinnon Kriegsverbrechen-Friedensverbrechen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Schulz (Author), 2005, Catherine A. MacKinnon: Kriegsverbrechen-Friedensverbrechen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46079
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